Fritz und Renate

„Nee klar, wir fahren von der Renate zum Horst! Haben eigentlich all eure Clubs bescheuerte Vornamen?“

Der junge Besucher war sichtlich verstört von den Locations, zwischen denen er von seinen Freunden hin- und hergeschleift wurde. Und – etwas, das ich als Taxifahrer ja zur Genüge kenne! – wenn man mit Namen nichts bestimmtes verbindet, sind sie austauschbar. Wer nur sein eines Hotel kennt, fragt sich zu Recht, wie man zwei Ketten miteinander verwechseln kann – ich hab das schon beinahe geschafft. Genauso wird wahrscheinlich niemand den Fritz- und den Frannz-Club wirklich verwechseln, so er mal drin war. Hoffe ich jedenfalls für die Clublandschaft Berlins.

Einem Fahrgast ging es dann allerdings doch so, denn er winkte mich vor dem Fritz-Club heran und fragte, ob ich wüsste, wo eben der Frannz-Club sei. Ich bejahte und los ging der Spaß. Er erzählte mir dann, dass er ein Konzert besuchte und nicht darauf geachtet hätte, wie die Location sich nun genau nennt.

Zunächst schien mir das trotz der gleichen Anfangsbuchstaben ein wenig weit hergeholt, aber er hatte eine recht plausible Begründung: Er kam nicht aus Berlin, hatte die fragliche Band aber Jahre zuvor schon einmal ausgerechnet hier gesehen – im Fritz-Club – und ist nun treudoof mit nur kurzem Blick auf die Karte davon ausgegangen, dass es wieder hier sein würde …

Seiner Aussage nach hat die Frau am Eingang des Clubs ihn ziemlich komisch angesehen.

PS: Beim Horst muss ich immer an diese Fahrt denken.

Alt

„Sie sind aber mal ein junger Taxifahrer! Warum sind Sie denn so ein junger Taxifahrer?“

„Irgendwann müssen wir auch mal anfangen, oder?“

Bei manchen Fragen weiß man echt nicht, was man antworten soll …

Gewöhnung

Ich fand es sehr nett, dass er mich gleich gefragt hat, ob ich auf 50 € rausgeben könne. Da es sich aber ohnehin um eine meiner letzten Touren in der Nacht gehandelt hat, hab ich ihm mit völliger Selbstverständlichkeit geantwortet:

„Keine Sorge, das geht in Ordnung. Heute wären auch hundert kein Problem!“

„Ich frag da nur immer vorher …“

„Und dafür vielen Dank. Gewöhnen Sie sich’s bloß nicht wieder ab!“

Ich wollte lieber sichergehen, manchmal ist es ja eben eng mit dem Wechselgeld. Und besser so über Gewohnheiten sprechen als anders 😉

Sash im Radio

Ich wollte nochmal daran erinnern, dass ich an diesem Samstag bei DRadio Wissen eine Stunde lang über GNIT, meine Arbeit und mich quasseln werde. Da eine Stunde lang ist und ich sicher nicht alle meine Touren erzählen will, sind sowohl ich als auch der Moderator Konstantin Zurawski froh über Ideen. Also seid so lieb und postet Fragen oder interessante Ideen in den Kommentaren. Ich kann natürlich nicht unbedingt versprechen, dass es drankommt, aber bevor ich aus Verzweiflung Wikipedia-Artikel über die Lebkuchenproduktion in Somalia zitiere, widme ich mich doch gerne irgendwelche Nachfragen. Müssen auch keine Taxi-Fragen sein, da werd ich ohnehin auch im Studio auf die FAQ bei GNIT verweisen 😉

Der ganze Spaß mit einem aller Voraussicht nach tödlich übermüdeten Sash gibt es

am Samstag, dem 9.6.2012
(das ist dieser, der kommende, morgen!)
11.00 Uhr bis 12.00 Uhr
bei DRadio WIssen

Hier die Seite zum Beitrag, da gibt es die Sendung wohl anschließend auch zum Nachhören.

Ich bin selbst gespannt, auch nervös natürlich und freue mich trotzdem, wenn ein paar Leute zuhören!

Und stellt euch mal vor, wie geil das ist, wenn ihr schlaftrunken und extra früh aufgestanden der Sendung zuhört und euch bei jedem Stottern von mir denken könnt:

„Jaja, hab ich’s gut, dass ich jetzt nicht da sitze …“

😉

Pedalistenprobleme

Keine Sorge, es folgt kein Rant gegen Fahrradfahrer auf der Straße. Wer meine Meinung dazu sucht, der kann sie in meinem Artikel über den ewigen Krieg finden.

Nein, es ging um ein Rad, dass nun in mein Taxi sollte. Das spornt mich ja immer ein bisschen an, da es jedes Mal unklar ist, wie man den Drahtesel da hineinbugsiert. Der junge Mann, der mich herangewunken hat, fragte offenbar stellvertretend für eine junge Frau, die das entsprechende Rad mit sich führte. Ich fragte nach:

„Wer fährt denn alles mit?“

Kein unwichtiger Punkt, gerade da ich die Rückbank zwar geteilt umklappen, aber nur als Ganzes verschieben kann, verändern sich damit die Optionen, die ich zum Reinpfrimeln hab.

„Nur die junge Frau.“

Alles klar, also die Rückbank vor und das Rad irgendwie da rein … dann andersrum …jetzt nochmal mit Lenker festhalten … nein, wir ziehen besser an der Seite …

Das kann dauern. Fahrräder sind die wahrscheinlich einzigen Gegenstände, bei denen ich nie die 1,00 € Gepäckzuschlag vergessen würde. Einfach, weil es mords kompliziert und anstrengend ist. Und was war am Ende?

„Äh, und wo sitz ich jetzt?“

fragte mich allen Ernstes der Typ.

Es ist wahr: Meine Frage war vielleicht nicht ganz sauber formuliert gewesen am Anfang, aber ich hätte ihn in der Luft zerreissen können, nachdem wir uns da fünf Minuten mit dem blöden Satteltier abgestrampelt haben! Aber ich bin ruhig geblieben und hab das Fahrrad wieder aus dem Auto gezogen. Rausziehen geht nämlich immer ganz leicht, als ob man das Ding da nur mal eben hineingeworfen hätte.

Die Rückbank ließ ich, wo sie war, ich probierte es mit einem der hinteren Zusatzsitze aus, andem ich das Fahrrad dann vorbeischob. In diesem (leider qualitativ sehr grottigen) Video zum Sitzsystem kann man bei 0:35/0:36 kurz diese eher ungewöhnliche Sitzbelegung bewundern. Holy Shit, was bin ich in solchen Momenten froh um das Auto! In vielen Punkten ist der Zafira zweifelsohne nur Mittelmaß oder der Konkurrenz auch mal hinterher – aber das Sitzsystem ist sowas von endgeil, da kenne ich nichts besseres auf diesem Planeten!

Also gut, lange Rede, kurzer Sinn: Wir haben es geschafft. Irgendwie.

„Wo soll es denn hingehen?“

„Weserstraße.“

Herzinfarkt. Wir standen unweit des Ostkreuzes. Eine der Weserstraßen war keine 300 Meter entfernt. Ich hab nach wie vor nichts gegen kurze Touren, aber wir haben inzwischen seit rund 7 Minuten unbezahlt da rumgestanden, in der Zeit hätte man zu dieser Straße dreimal laufen können. Oder Fahrrad und Passagiere getrennt transportieren!

„Die in Neukölln.“

Puh! Naja, ein guter Zehner kam also zusammen. Das Trinkgeld war zwar erheblich geringer als letztes Mal mit Fahrrad, aber dafür gibt es ja den Gepäckzuschlag …

Kauft das Buch!

Wie kam Sash eigentlich zum Taxifahren? Das beschreibt er in seinem ersten eBook "Papa, ich geh zum Zirkus!".

Immer dranbleiben!

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Noch ein Blog?

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.

Lotsendienste

An seinem Hotel angekommen, fragte ich ihn dann, wie viel er eigentlich sehen würde.

Das war keineswegs böse gemeint, es ist eine Frage, die sich aufdrängt, wenn der Kunde das Taxi nur unter Zuhilfenahme eines Stocks findet. Er grinste und meinte:

„Naja, hell/dunkel.“

„Dann zeige ich ihnen wohl besser, wo es langgeht, oder?“

Der sympathische junge Mann hätte sicher auch andere Leute um Hilfe bitten können, aber ich war ja nunmal schon da und hatte seine Tasche ohnehin in der Hand. Das Hotel, das er sich ausgesucht hatte, war zudem eines der komplizierteren Sorte: Keine Doormen, ein kleiner Eingang mit Stufen und – da merkt man mal, wie weit man an Barrierefreiheit vorbeiarbeiten kann – die Rezeption war von der Tür aus nicht einmal wirklich in Rufweite. Drei teilweise mit Mauervorsprüngen versehenen etwa 10 Meter langen Gängen mussten wir folgen, bis wir den rettenden Tresen erreicht haben.

Ich hoffe mal, der Weg zu seinem Zimmer bestand dann nicht aus einer Kombination von Abwasserkanälen und Wendeltreppen!