Zielangabe mal umgekehrt

Es ist nicht sonderlich selten, dass Fahrgäste beim Einsteigen nicht ihr Ziel nennen. Das heisst: Sie nennen erst einmal ein grobes Ziel und formulieren das dann entweder gleich näher aus oder lotsen mich von einem bekannten Zielpunkt aus weiter in irgendwelche kleinen Straßen.

Also sagen Leute z.B. oft, dass ich sie zum Frankfurter Tor fahren soll, und mit der Zeit rücken sie dann damit raus, dass sie eigentlich in den Weidenweg wollen. Oder ganz klassisch wird mit „Zoo“ so ziemlich alles umschrieben, was im Westteil der Stadt liegt.

Jetzt hatte ich es aber mal anders herum, was irgendwie ungewöhnlich war. Der Kunde wollte zur Hufelandstr. Das ist nicht weiter verwunderlich – das Bötzow-Viertel ist schon ganz gerne mal Fahrtziel. Auch wenn es bei einer Anfahrt vom Westen her nicht viel ausmacht, fragte ich pro forma dennoch nach, wohin in der Hufelandstr. er genau möchte. Die Antwort war dann etwas überraschend:

„Greifswalder.“

„Ecke Greifswalder?“

„Naja, eigentlich muss ich in die Greifswalder. Aber in die Nähe der Hufelandstr.“

Das ist jetzt nicht irgendwie schlimm oder toll – aber ein bisschen so, als ob ich im Zug eine Fahrkarte von Berlin nach Fellbach löse und bei der Nachfrage, wo ich genau aussteigen wolle, dem Schaffner gestehe, dass ich eigentlich nach Stuttgart möchte…

Es gibt nichts, was es nicht gibt.

17 Kommentare bis “Zielangabe mal umgekehrt”

  1. Ingmar sagt:

    Wäre dir das hier in Bremen passiert, könnte ich mir vorstelllen warum: Niemand in Bremen möchte in der Greifswalder Str. wohnen, ziemlich kaputte Ecke.

  2. Matthias sagt:

    @Ingmar
    Wirkt in Google Maps aber sehr grün. Andererseits: welche Ecke in Bremen ist nicht kaputt? Außer vielleicht dem kleinsten Altstadtkern.

  3. Ingmar sagt:

    @Matthias
    Da stehen zwar keine Hochhäuser, jedoch uralte runtergekomme Häuser mit runtergekommenen Bewohnern. Und so schlimm ist Bremen ja nun wirklich nicht…

  4. Nick sagt:

    Sieht der Fellbach so aus, wie er heißt?

  5. Matthias sagt:

    @Ingmar
    Ich war ein Mal dort und es hat mir garnicht gefallen.

    Na gut, ich schlief auch im Best Western direkt am Hbf.
    In der Nacht von Sa-So haben irgendwelche Hansel auf dem Innenhof Burnouts hingelegt. Um halb 4. In der Neustadt wähnte ich mich eher wie in Afghanistan, zumindest aber einem hinteren anatolischen Dorf. Von den Bewohnern her zumindest, die neue Gastfeldstraße fand ich eigentlich recht hübsch.
    Vom Hotel aus halb Richtung Norden folgte bald ein Industriegebiet.
    Dann noch massenweise Baustellen, Einbahnstraßen und Blitzer. Ne lass ma.

  6. mike sagt:

    Seid ma schön artig mit der Hansestadt 😉 Gibt ne Menge schmucker Ecken.

  7. Ingmar sagt:

    @mike
    Genau so sieht das aus!

  8. Sash sagt:

    @Nick:
    DAS Fellbach! Folglich: Nein.
    🙂

  9. Felix sagt:

    der Matthias hat ja leider gar keine Ahnung 😉 Bremen ist nämlich die schönste Stadt der Welt. So. Musste mal gesagt werden.

    Der Bahnhof als solches ist m.E. schon einer der sehenswerteren seiner Art – und dass Gegenden um den Hbf einer Großstadt des Nächtens nicht unbedingt the places to be sind, dürfte allgemein bekannt sein. Die Neustadt / Gastfeldstraße (wie war’s denn beim Shopblogger?) sind auch nicht unbedingt die schönsten Ecken, aber wärst Du vom Hotel aus in die andere Richtung gegangen, hättest Du den Bürgerpark gesehen – und die daran angrenzenden Stadtteile heben sich doch deutlich von der Neustadt und irgendwelchen Industriecken ab…

    Meintest Du den Schnoor mit Altstadtkern?

  10. Matthias sagt:

    Sapperlot, in den Bürgerpark wollte ich auch, aber wir sind da nie hingekommen.

    Beim Shopblogger war’s ganz nett, zumindest eben drinnen. Die Kommentare im Blog sind ja nicht die dollsten, was den Laden angeht, aber ich kenn durchaus Schlimmeres. Es ist eben kein Kaufland, aber doch größer als man immer denkt bzw. zu hören bekommt. Und die Auswahl fand ich auch ganz gut, vor allem an den exotischeren Bioprodukten. Leider hatte ich viel weniger Zeit als ich wollte, um mich umzuschauen. Für Hängeschütteln mit Björn, Leergutautomaten bewundern und zwei Zotter-Tafeln hat’s aber gereicht 🙂

    Und ja, ich meinte das Schnorrerviertel und alles rund um das Rathaus. Nach Worpswede sind wir auch gekommen, auch schön da.

  11. Sash sagt:

    @Felix:
    Beim Bahnhof kann ich dir zustimmen. Der hat es mir irgendwie auch angetan. Aber ansonsten halte ich mich raus. Ich war zwar bisher schon 5 oder 6 mal in Bremen, aber irgendwie immer auf der Durchreise.

  12. Anonymous sagt:

    @Matthias „rund um das Rathaus“ ist ja sogar Weltkulturerbe 🙂
    (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Bremer_Rathaus)

    und stimmt, so schlimm ist’s beim Shopblogger wirklich nicht, aber die Kommentatoren in seinem Blog sind oftmals leider echt nur am Meckern, Nörgeln und Nölen… :-/

    @Sash: Großer Fehler, nur „auf der Durchreise“ 😉
    Wenn’s Dich mal wieder in die Region verschlägt, sag mal bescheid.
    … und sorry für’s Missbrauchen Deines Blogs als Werbetafel für die Hansestadt Bremen 🙂

  13. Sash sagt:

    @Anonymous:
    Also mit Diskussionen über eine Stadt kann ich nun wirklich leben. Manchmal lernt man ja auch was dabei. Ist schon in Ordnung 😀

  14. Felix sagt:

    ups… da hat mir doch einer die Cookies gelöscht und ich bin plötzlich nicht mehr automatisch angemeldet. Wollte mich daher noch mal zu meinem obigem Statement bekennen: ich war’s mit der Bremen-Werbung 😀

    So, und nu auf zum Feuerwerk bei der http://www.bremer-osterwiese.de 🙂

  15. Sash sagt:

    @Felix:
    Danke fürs „Outing“ 😉

  16. Martin sagt:

    Ob diese Strasse wirklich zu mir führt..? Wenn ja wie teuer wäre das liebster Sash 😉

    Schöne Grüße aus der Hansestadt Greifswald ;>

  17. Sash sagt:

    @Martin:
    In dem Falle weiss ich es nicht, aber oftmals sind die Straßen ja tatsächlich ganz grob in die Richtung ausgelegt. Muss mal googlen…

    Also die Richtung stimmt kein Bisschen, und die Fahrt würde mindestens 300 € kosten. Noch Interesse? 😀

    Grüße gleichfalls!

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