Was ich gerne mal wissen würde …

Nämlich: Wie hoch ist wohl die Wahrscheinlichkeit dass das LDS-Taxi auf der Warschauer Brücke mit 7,20 € auf dem Taxameter gerade dabei war eine legale Tour zu absolvieren?

Ich weiß, es kann sein. Aber mich würde einfach mal interessieren, ob die Wahrscheinlichkeit dafür bei 2% liegt oder bei 0,02% …

Weitergehen

Zwei Männer in den besten Jahren, leicht angeheitert, steigen ziemlich flott ein.

„Ja, also zuerst geht es mal in die Bülowstraße xy …“

„Und danach? Geht’s etwa noch weiter?“

„Ja, also sicher. Ähm, also sie, für sie geht es sicher auch noch weiter, aber nicht, äh, mit uns so.“

„Keine Sorge, soo war das auch nicht gemeint.“

🙂

N‘ Juter mit Pommes

„Ick bin’n Juter! Nimmste mich mit?“

„Kommt drauf an: was hattet ihr denn für ein Problem?“

Es ist nicht oft so, dass ich potenzielle Kundschaft über irgendwelchen Stress per se ausfrage. Dass der Kollege vor mir z.B. den Kunden abgelehnt hatte, wäre mir egal gewesen. Dass der „Jute“ allerdings kurz zuvor den Fahrer davor als Taxi-Lutscher beschimpft und bereits als ich ankam ein kleines Stelldichein mit Polizeibeamten hatte, hat mich skeptisch gestimmt.

So für den Moment wirkte der Kerl wirklich nett wie sonstnochwas und stand mir auch höflich Rede und Antwort. Der erste Fahrer hätte ihn nicht mitgenommen, weil er sich Pommes geholt hätte …

Aha. Das ist vielleicht nicht notwendig, aber hey – ich hatte auch schon Pommes im Auto verteilt und akzeptiere es, wenn Kollegen da nein sagen.

„Und dann war ich sauer und hab ihm Pommes auf die Scheibe geschmiert …“

Ach so, nee ist klar.

„Und dann hat der die Bullen gerufen! Echt jetzt Mann, die Bullen!“

„Ähm, dein Beitrag war jetzt aber auch nicht die feine englische, oder?“

„Naja, aber …“

Eine knappe Minute hat er sich damit zu rechtfertigen versucht, dass es auch schlimme Taxifahrer gibt. Tut ja auch voll was zur Sache in dem Moment. Wenn er jetzt irgendwas gegen den Kollegen hätte vorbringen können – aber nein: der Hinweis, dass er ihn mit Pommes nicht mitnehmen würde, war wohl wirklich alles. Als hab ich ihn weiter eher fragend und vorwurfsvoll angesehen. Und er so:

„Hey, ich bin nicht mehr ganz nüchtern – ok. Aber ich bin’n Juter. Ehrlich. Ich bezahl Dich, ist eine Fahrt mehr. Ich weiß, wo ich wohn, alles easy. Ist deine Entscheidung, ich lauf auch. Ehrlich, kein Problem. Wäre eine gute Tour für dich, aber wenn Du nicht willst … echt, ich will nur nach Hause, ich lauf auch, so ist es nicht, ich bin da nicht so, SCHEISSE, DANN LAUF ICH HALT!“

Sprach’s und knallte seine frisch erworbenen Pommes vor dem Taxistand auf den Boden. Ich hab wirklich nix gemacht bis dahin, war aber froh, dass sich die Geschichte so erledigt hat. So wie der drauf war, hätte der mir wahrscheinlich vor Hass auf eine rote Ampel demonstrativ ins Auto gekotzt oder sowas. Echt, Leute gibt es …

Für’n Fünfer!

Drei Taxen hatten sie vor mir schon abgeklappert. Dann standen sie da und fragten, ob ich sie für einen Fünfer zum Matrix bringen würde. Ich hab die vier Leute angeschaut und hab gemeint, dass das nicht wirklich gehen würde. Dank eines Abbiegeverbotes kommen mindestens 6,40 € auf die Uhr. Aber für 5 € könnte ich sie bis auf 150 Meter ranbringen – Für Fußgänger ist das Durchlatschen zum Warschauer Platz ja legal.

„Hmm, wat is? Neh’m wa die Bahn?“

„Glaub schon.“

Es ist jetzt nicht so, dass ich mich um diese Fahrt reissen wollte, aber eines musste ich doch kurz fragen:

„Habt ihr alle eine Monatskarte oder wie?“

„Nee, sind nur zu Besuch. Unser Kumpel is schon heim.“

„OK, dann viel Spaß!“

„Hä? Wieso’n?“

„Naja, Kurzstrecke kostet 1,40 €. Zu viert kommt ihr auf 5,60 € – statt 5,00 € im Taxi – und von der S-Bahn müsst ihr etwa 400 Meter – statt 150 – laufen. Deswegen: viel Spaß!“

Was soll man sagen? Sie haben am Ende 7,50 € gezahlt. 6,40 € fürs Taxi und 1,10 € Trinkgeld. Und waren sehr umgänglich. 🙂

In eigener Sache

Nachdem die Domain zwar gesichert war, aber lange brach lag, habe ich gestern meine persönliche Seite sascha-bors.de in Betrieb genommen. Da ist zwar erst einmal für euch Leser nicht wirklich was neues zu finden, es ist eher eine Auflistung der Dinge, die ich so im Netz tue und getan habe. Aber wie das immer so ist mit neuen Seiten:

Ich würde mich über Feedback und natürlich auch gerne ein paar sich gut machende Likes, Shares und Retweets freuen. Keine Sorge, ich werde dort nicht auch noch bloggen, das passiert weiterhin bei sashs-blog.de. Es ist mehr eine offizielle und repräsentative Seite für mich als Schreiberling, quasi eine Visitenkartenpage.

Wie gesagt, schaut’s euch an und meckert, was das Zeug hält! 🙂

Wetten dass?

Eine wirklich passable Truppe – zumindest fürs Sisyphos. Drei Leute, alle noch in tragbarem Zustand, gute Laune an Bord. Und alle so: yeah! Das Ziel lag ein Stück weit die Danziger hoch, immerhin eine ganz nette Fahrt für einen locker zweistelligen Betrag. Dafür, dass ich keine 5 Minuten warten musste, konnte ich echt nicht meckern.

Die beiden Jungs und das eine Mädel stammten offensichtlich aus verschiedenen Gegenden, Spanien, Südamerika und Australien. Das nenne ich mal eine bunte Mischung. Im Taxi blieb es meist bei Englisch, was mir ganz gut gefiel, so konnte ich hier und da mitreden. Der Spanier sah kurz vor Ende der Fahrt nicht mehr sehr frisch aus und meinte auch selbst, dass er vielleicht doch etwas mehr als einen Salat hätte essen sollen, wenn er feiern geht. Ich hab das eine Weile mit wachen Augen beobachtet, ihm dann aber kurz vor unserem Zwischenstopp an einer Bank gesagt, er solle sich ja rechtzeitig melden, wenn … also nur so, ja?

„WHAT!? Don’t worry ‚bout him!“

fauchte es aus der australischen Ecke.

„He’s fine and there’s no problem!“

„Sure.“

Ich hab selten so verächtlich „sure“ gesagt – sollte es aber öfter tun 😉

Denn wir hielten an der Bank und der junge Kerl mit der schon etwas ramponierten Gelfrisur schälte sich pflichtbewusst und schnell aus Gurt und Sitz, um umgehend vor der Tür in Alkohol eingelegten Salat wieder loszuwerden.

„Hey, look at your friend: he’s getting finer and finer!“

Konnte mir die Spitze nicht verkneifen. So langsam kann ich mir vorstellen, wie sich Ärzte und Pfleger fühlen, wenn Patienten sie offensichtlich anlügen wegen diesem oder jenem. Ich hab ja auch besseres zu tun als den Leuten einzureden, sie müssten kotzen. Ich will bloß im Fall der Fälle nicht, dass es jemand zu peinlich ist, Bescheid zu sagen.

Die Freundin jedenfalls zeigte sich reumütig und dankte mir unter anderem später mit Trinkgeld. Und er?

Er hat selbstsicher verkündet, für den Rest der Fahrt kein Problem zu haben. Wäre ja ohnehin nur wegen diesem Salat gewesen …

Kauft das Buch!

Wie kam Sash eigentlich zum Taxifahren? Das beschreibt er in seinem ersten eBook "Papa, ich geh zum Zirkus!".

Immer dranbleiben!

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Noch ein Blog?

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.

Eine ganz Eilige

Dass es im Taxi mal schnell gehen soll, ist verständlich. Dass einige Kunden dabei ein wenig die Sicherheit aus den Augen verlieren, leider auch. Ich denke, jeder meiner Kollegen kann über Anstiftungen zum Rasen ganze Bücher schreiben. Da wissen plötzlich selbst Touristen, auf welchen Strecken man „doch nie erwischt“ wird, Bedenken beiseite geschoben und großzügig mit der Bezahlung eines Strafzettels gewunken.

DAS blieb mir glücklicherweise erspart.

Viel gefährlicher aber war, was die Frau sich ausgedacht hat, um ihr Taxi zu bekommen.

Ich stand an der Mühlenstraße , genauer an der Ecke mit Brenner- und Berliner Straße. Ich wartete darauf, dass die Ampel auf ein freundliches Grün umspringt. Nach einigen Sekunden tat sie das auch und ich fuhr los. Parallel zu diesen wenig dramatischen Ereignissen muss die Frau mit den lockigen Haaren und der zierlichen Statur auf der anderen Seite der Berliner Straße beschlossen haben, dass ich ihr Taxi sein könnte. Ohne Rücksicht auf Verluste ist sie quer über die dank Baustelle gesperrte Straße gerannt. Das wäre soweit kein allzu großes Problem gewesen, doch hielt sie sich dabei stets vollständig hinter der A-Säule meines Autos verborgen, so dass ich sie erst gesehen hab, als sie mir direkt vor die Scheinwerfer gestolpert ist und ihr trotz Vollbremsung (aus sehr sehr niedriger Geschwindigkeit – ich stand wirklich umgehend!) so nahe gekommen bin, dass sie die Hände auf meine Motorhaube legen konnte.

Der Fahrer hinter mir hat glücklicherweise genauso schnell geschaltet und am Ende konnte ich die stürmische Neukundin einladen und es ist noch eine recht vergnügliche Fahrt geworden mit allerlei derben Scherzen zum Überfahren von Kundschaft.

Ach ja, wo sollte es hingehen? Ins Kino. Schon erstaunlich, für was sich die Leute heutzutage umbringen wollen.