Ermittlungen zur Verantwortung

So, die Bestätigung vom LABO zur Verlängerung meines P-Scheins ist nun da. Das ist ein Grund zur Freude, wenngleich meine Ausnahmegenehmigung ja durchaus noch bis Mitte Januar gilt. Denn auch wenn ich bisher noch nicht einmal von irgendwem nach meinem P-Schein gefragt wurde (außer von meinem Chef), vermute ich, dass so ein schnöder Computerausdruck mit der Fälschungssicherheit eines handgeschriebenen Post-it’s bei jeder erdenklichen Kontrolle für unnötigen Spaß sorgen würde.

Nun gehöre ich ja zu den wenigen Menschen, die hier und da die Amtspost sogar gründlich lesen. Das tue ich durchaus aus Interesse. Die Ämter dieses Landes repräsentieren den Staat, und da dieser mir Rechte und Pflichten auferlegt, interessiert es mich per se, was er tut. Wie jeder andere Bürger da draussen bin ja auch ich der Meinung, dass er hier zu wenig und da zu viel tut.
Amtliche Schreiben stellen nun eine (meist tatsächlich nur einseitige) Kommunikation dar, die durchaus einen Blick wert sind. Schließlich kommen hier mal regelrecht freundlich formulierte Anfragen und anderswo total kryptische Befehle.

Nun also das LABO.

Der Schrieb ist zunächst völlig normal, mit leicht übersachlichem Amtston, ansonsten aber verständlich formuliert.

„Ihrem Antrag auf Verlängerung […] wird stattgegeben.“

liest man da, und zusammen mit der Erklärung, wohin man beim LABO genau latschen muss, ist das ja der wichtigste Part. Beim letzten Satz allerdings musste sogar ich zweimal lesen, um ihn zu verstehen.

„Mit Ablauf des 27.09.2012 wird der Antrag gegenstandslos, weil dann die Ermittlungen zur besonderen Verantwortung als Personenbeförderer nicht mehr gültig sind.“

Jaja, man liest dreimal drüber, fragt sich im Kontext, was es bedeuten könnte und sieht dann: Oh, alles klar! Ging mir auch so. Aber ohne behaupten zu wollen, dass mein Bildungsstand mit dem Erwerb des Abiturs sonderlich außergewöhnlich wäre: Ich bin gebürtiger Deutscher im heiratsfähigen Alter mit Abitur und habe diesen Text zweimal lesen müssen! Natürlich geht es bloß darum, dass meine ärztlichen Gutachten nach einem Jahr ungültig werden, kein großes Ding. Aber wie bitte kann man erwarten, dass mitunter fremdsprachliche Leute einen unnötig absurden Terminus wie „Ermittlungen zur besonderen Verantwortung“ verstehen? Man muss ja nicht gleich „dein Papierkram“ schreiben, aber was spricht gegen „die eingereichten Unterlagen“, „ihre ärztlichen Zeugnisse“ etc.?

Ich bin – wie einige bereits gemerkt haben – ein Freund der deutschen Sprache. Ich mag sie und ich nutze sie (bisweilen auch eher unbeholfen) in der ganzen Mannigfaltigkeit ihrer Komplexität. Aber von meinen Formulierungen hängt kein lebenswichtiges Geld ab, das Lesen meiner Texte ist freiwillig. Ich würde mich freuen, wenn hierzulande mehr Sprachkompetenz vorherrschen würde, aber in einem Land, in dem die Bild die meistverkaufte Zeitung ist, kann man doch Amtsanschriften nicht derart verklausuliert formulieren. Zumal das ja ein wirklich harmloses Beispiel ist, es können sich gerne mal ein paar ALG2-Bezieher mit ein paar Zitaten aus ihren Anträgen in den Kommentaren zu Wort melden…

Mir persönlich ist das egal. Ich hab noch aus jedem Schreiben rauslesen können, was ich darf, muss oder lassen kann. Aber das können nicht alle. Selbst das Schreiben vom Fundbüro bezüglich der von mir gefundenen Kamera damals war (in dem Fall sicher sogar bewusst) so formuliert, dass es einen falschen Eindruck vermittelt. Wen nimmt es da Wunder, dass ich es auch bevorzuge, möglichst absurd mit den entsprechenden Stellen zu kommunizieren und mich auch noch öffentlich darüber aufrege?

Und irgendwann in den nächsten Monaten hole ich dann meinen P-Schein. Dieses Mal werde ich nicht vergessen, dort am Infoschalter zu sagen, dass ich aufgefordert wurde, hier vorzusprechen. Würde mich ja nicht mal wundern, wenn die dann selbst nicht wissen, was ich damit meine…

Kofferraum Taxi

Es gibt so ganz ausgezeichnete WTF-Momente im Leben. Mein bester seit langem wartete am Abstellplatz auf mich. Ich hatte gerade eine eher mäßige halbe Schicht beendet, war aber froh um den Feierabend. Ich hab die Schichtabschreiber ausgefüllt, mein Zeug bereits übersichtlich auf den Beifahrersitz gestapelt und mich letztlich vom Taxameter abgemeldet.

Von diesem Punkt an trennen mich nur noch Sekunden vom In-die-Bahn-springen. Alles was ich dann noch zu tun habe, ist zum Kofferraum zu gehen, meine Leinentasche herauszuholen, das Zeug vom Beifahrersitz dort hinein zu verfrachten und im Weglaufen das Auto abzuschließen. So sollte es sein.

An diesem Abend ging ich zum Kofferraum, öffnete ihn und sah, dass dort ein Koffer liegt.

Für einen Moment habe ich überlegt, ob ich heute vielleicht dummerweise mit dem Koffer zur Arbeit bin, dann ist mir aber schnell wieder eingefallen, dass ich gar keinen Koffer besitze.

„Bis zu diesem Moment.“

dachte ich so bei mir. Nein! Hab ich natürlich nicht wirklich. In diesem Moment hab ich mir nur eines gedacht:

„FUCK!“

Irgendein Fahrgast vermisste also seinen Koffer. Ich war gerade dabei, darüber nachzudenken, welcher der 8 Kunden Gepäck hatte, aber ohne wieder gegangen ist. In diesem Moment kam es zum absoluten Höhepunkt, denn eine junge Frau trat an mich heran und fragte nach, ob ich sie vielleicht noch kurz nach Marzahn bringen könnte. Ich würde zu sowas niemals nein sagen, aber in diesem Moment habe ich es getan. Zwischen dem Überlegen, was ich mit dem Koffer mache und der Tatsache, dass meine Bahn in 5 Minuten fährt, passte irgendwie kein Fahrgast mehr in mein Hirn…

Polizei? Fundamt? Eigenrecherche? Was sollte ich machen? Ich wusste ja gar nix. Vielleicht bin ich ja wirklich in einem Moment geistiger Umnachtung davongerast, als der Fahrgast an den Kofferraum wollte. Vielleicht war ich ja bereits zur Fahndung ausgeschrieben!? Andererseits war es weit nach Mitternacht. Selbst wenn ich den Inhaber des Koffers noch aufgefunden hätte: Spätestens bei meinem Aufkreuzen wäre er nicht mehr erfreut gewesen 🙂

Die verbleibenden Minuten bis zur Bahn habe ich also genutzt, um einen Blick in das Gepäckstück zu werfen. Ein paar Klamotten, Zahnbürste, das übliche Reisegepäck und etwas, dessen Entdeckung der Inhaber am nächsten Abend mit den Worten

„Ich dachte mir: Wenn er das findet, dann wäre er echt clever!“

quittiert hat: Ein Namensschildchen von einer Tagung inklusive zugehörigem Lehrinstitut. Bingo! Während der Bahnfahrt habe ich festgestellt, dass es genügt, einfach alle Daten vom Schildchen bei Google einzugeben, um auf einer Seite zu landen, auf der sich sowohl eine geschäftliche Telefonnummer als auch eine Mailadresse befinden. Also bin ich etwas beruhigter nach Hause, hab meinen Bildschirm angeschaltet, eine Mail mit drei Entschuldigungen, einem Vorschlag zu einem abendlichen Treffen und der frohen Nachricht geschrieben und bin ins Bett gegangen.

Der Rest ist so unspektakulär, wie sowas in Zeiten des Internets nur sein kann. Als ich aufwachte, fand ich eine Antwortmail von einem überglücklichen Fahrgast im Postfach und als erste Amtshandlung der nächsten Schicht bin ich kurz zu ihm gegurkt und hab ihm den Koffer in die Hand gedrückt. Ein bisschen schäme ich mich dafür, einen Fünfer als Dank angenommen zu haben, weil ich die Schuld ebenso bei mir verorte, aber letztlich ging alles gut. Die Bilanz der Geschichte sind eine halbe Stunde Panik und 5 € Minus auf seiner Seite. Auf meiner sind es 5 Minuten Panik, etwas Schlepperei und 8 Kilometer Anfahrt.

Wir haben es beide sportlich genommen und ich bin künftig etwas sparsamer mit blöden Sprüchen. Mein Lieblingsspruch zum Ausladen von Gepäck ist nämlich eigentlich:

„Na, dann wollen wir mal noch das Gepäck befreien. Ist immer ein blödes Ende für eine Reise, wenn der Taxifahrer mit dem Koffer abhaut…“

Uniform im Taxi?

Mich hat ein Satz in einem Kommentar von Ralf unter diesem Artikel nicht losgelassen:

„PS: Im übrigen finde ich Kettners Idee mit den Uniformen wirklich super. Mir fehlt da nur noch die Chauffeursmütze. Irgendwie stört mich dieses uneinheitliche und zum Teil ungepflegte Erscheinungsbild der Taxifahrer.“

Meine persönliche Meinung zum Thema ist recht klar. Ich war immer ein entschiedener Gegner von Uniformen und sehe gerade im Taxigewerbe keinen erdenklichen Grund, sie einzuführen. Es ist eine individuelle Dienstleistung, bei der zugegeben mit dem Fahrer die Qualität steigt und fällt – das hübsche Verpacken der Idioten in unserem Gewerbe sorgt meines Erachtens nach nicht für mehr Qualität, sondern lediglich dafür, dass sich manch Lackaffe mehr Verfügungsgewalt über uns verspricht.

Aber das ist meine Meinung. Die muss ja nicht jeder teilen. Deswegen würde ich gerne mal eure Meinung dazu hören. Davor möchte ich allerdings sagen, dass ich nicht glaube, dass es das zum Nulltarif gibt. Autofahren beansprucht Kleidung nunmal, und wenn man als Fahrer nicht mal eben auf die günstige Jeans im Schrank zurückgreifen kann, dann kostet das. Ob jetzt die Fahrer oder die Arbeitgeber… letzten Endes wird das irgendwann auf die Kunden umgelegt werden. Im Zweifel bei der nächsten Tariferhöhung. Das möchte ich zu bedenken geben. Deswegen:

Wäre es einen Aufpreis wert, wenn die Taxifahrer Uniformen tragen würden?

  • Naja, ordentlich aussehen muss sein, aber extra für Uniformen zahlen? Nee. (40%, 240 Votes)
  • Mir persönlich isses vollkommen egal, was ein Taxifahrer anhat, solange nichts raushängt. (39%, 236 Votes)
  • Für'n Rabatt darf sogar was raushängen 😀 (14%, 84 Votes)
  • Na sicher, schließlich macht es was her und man fühlt sich ernster genommen. (7%, 45 Votes)

Total Voters: 605

Wird geladen ... Wird geladen ...

Im Übrigen plant mein Chef auch die Anschaffung von Kleidung mit Unternehmenslogo. Das ist allerdings eine ganz andere Größenordnung als eine tatsächliche Uniform…

Versammlungen

Sollte irgendwer von euch sich mal Abends durch die Straßen Berlins bewegen und unerwartet vor einer seltsamen Truppe stehen, die zu einem überproportionalen Anteil aus Rentnern in Lederjacken und zu einem unterpoportionalen Anteil aus Frauen besteht, dann könnte es sein, dass ihr mitten in eine Betriebsversammlung eines Taxiunternehmers geraten seid.

Die meisten meiner Leser wissen ja, dass ich sehr zufrieden bin mit meinen Chefs. Ich habe zwar keine Erfahrungen mit anderen Taxiunternehmen gemacht, aber der gute Eindruck verfestigt sich mit jedem Aufeinandertreffen und allem, was ich so aus anderen Betrieben höre. Nun also eine Betriebsversammlung! Haben wir auch nicht alle Tage, deswegen wollte ich das mal erwähnen.

Bei uns in der Firma verändern sich seit einem Jahr und bis in die Zukunft hinein etliche Dinge. Das fängt bei kleinen organisatorischen Sachen im Alltag an, geht weiter mit enormen Verbesserungen in einzelnen Bereichen und endet wahrscheinlich noch nicht einmal mit dem an sich schon nicht unbedeutenden Umzug des Firmensitzes.

Im Laufe des gestrigen Abends wurden teils wichtige Fragen abgestimmt und auch wenn ich sicher nicht mit allen Ergebnissen zufrieden bin, achte ich es sehr, dass selbst bei Fragen, bei denen es um einiges an Geld ging, die Fahrer in die Entscheidung einbezogen worden sind. Amüsiert werde ich beispielsweise in den nächsten Monaten mal mitverfolgen, wie meine Chefs es bewerkstelligen wollen, für mich eine Jacke mit Firmenaufdruck zu finden. Ich sag nur 3XLT 😉
Das heißt allerdings nicht, dass wir jetzt Uniformen tragen, ich würde mich über eine neue Jacke freuen und meine Chefs werden das irgendwann als spannenden Quest ihrer Berufslaufbahn betrachten, da bin ich sicher…

Die ganze Versammlung hat trotz recht gemütlicher Atmosphäre zu Gunsten der quengeligen Fußballfreunde unter meinen Kollegen pünktlich geendet und *

Um was es im Einzelnen ging, will ich gar nicht breittreten, es ist für Außenstehende schlicht uninterressant. Eines aber verdient eine Erwähnung: Dass meine Chefs weiterhin gute Leute suchen. Wie jeder hier in der Stadt. Falls irgendwer da draussen also in Erwägung zieht, in Berlin als Taxifahrer zu arbeiten – oder als solcher einen Arbeitsplatzwechsel in Erwägung zieht – dann kann er sich gerne via Mail bei mir melden. Bei uns gibt es zwar keine Daimler und keine Schwarzarbeit, aber es gibt genügend andere und bessere Gründe, weswegen z.B. ich aus dem Laden nicht weg will. Und ich würde das nicht schreiben, wenn ich da nicht voll dahinterstehen würde.

*irgendein Witz mit 150 kg Schnittchen

Verlängerung (4)

Ein paar erinnern sich vielleicht noch an die anderen Verlängerungs-Artikel und wissen, dass ich von der Verlängerung meines P-Scheins rede. Die war/ist ziemlich genau jetzt fällig. Die Gültigkeit meiner bislang ersten und einzigen Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung ist seit der nullten Stunde des heutigen Tages Geschichte.

Der Grund, weswegen ich bisher keinen neuen P-Schein habe, ist nur bedingt bei mir zu suchen. Im Grunde gar nicht, denn ich war schlicht einmal mehr in meinem Leben so blöd, der telefonischen Aussage eines Amtes zu vertrauen. Bereits im Juni, also weit vor Ablauf der Frist habe ich nach dem Procedere beim LABO angefragt und dabei auch, ob ich den Antrag schon stellen sollte oder Unterlagen einschicken. Die Antwort auf beides lautete sinngemäß:

„Um Himmels Willen, nein! Soo lange vorher geht das garantiert unter. Melden sie sich 3 Wochen vor Ablauf ihres Scheins.“

Naja, schließlich hab ich dann vor ziemlich genau 3 Wochen alle Unterlagen zusammengekratzt und meinen Verlängerungsantrag gestellt. Meine Kollegen haben mich angesehen wie Autos, aber auch beim Bürgeramt hat niemand was wegen der knappen Zeit gesagt. Zusammen mit meinem Führungszeugnis ist das Ganze ans LABO gegangen und ich habe gewartet. Bis gestern.

Als dann immer noch keine Bestätigung im Briefkasten lag, dass ich den Schein abholen könnte, hab ich mich mal gemeldet. Das Ergebnis kennen Millionen von Hartz4-Empfängern, wenn es um die Beantragung lebenswichtiger Finanzspritzen geht:

„Ja nee, die Bearbeitungszeit beträgt gerade 7 Wochen…“

Oder noch besser:

„Also bisher ist da nix bearbeitet. Ihr Führungszeugnis ist da, ja…“

Menschen mit ernsthaften Problemen können wahrscheinlich nicht nachvollziehen, wie sehr mir danach war, bei dieser Aussage an die Decke zu gehen. Sicher, mein Lebensunterhalt hängt von meinem P-Schein ab, aber es ist ja nicht so, dass das LABO nicht für alle Lebenslagen kostenpflichtige Ausnahmegenehmigungen erteilen würde.

Ich hab dennoch ein bisschen meine Contenance gewahrt und darauf verwiesen, dass ich den Fehler nun aber wirklich nicht bei mir verorten könne. Daraufhin wurde ich überraschend zum Führerscheinbüro weitergeleitet. Die dortige Bearbeiterin war sehr verständnisvoll, konnte aber auch nur bemerken, dass leider nur mein Führungszeugnis angekommen sei. Ich solle aber einfach mal vorbeikommen und die Kollegen fragen, ob sie mir den Schein nicht vielleicht einfach gleich ausstellen würden.

Ist klar.

Ich habe wohl noch nie eine Behörde erlebt, die bei irgendwas, das mir ernstlich wichtig war, irgendwas mal eben so gemacht hätte, ohne dass sie auch ja alle Unterlagen mit dreifachem Durchschlag vorliegen hatte. Aber mit ziemlich mieser Laune und so gut es geht mein Aggressionspotenzial haltend hab ich mich auf den nervigen Weg gemacht.

Angekommen im LABO verwies man mich gleich in ein Zimmer ein Stockwerk höher und nachdem sie mir dort meinen Ausweis und den P-Schein abgenommen hatten, sollte ich warten. Ich hatte extra einen Thriller von Robin Cook („Das andere Kind„, scheint bisher ganz nett zu sein) eingepackt und machte mich ans Lesen.

Nach nur 5 Minuten lugte die Mitarbeiterin aus ihrem Büro, reichte mir meine beiden Scheine und drückte mir eine Ausnahmegenehmigung in die Hand. Sie bestätigte, dass die anderen Unterlagen wohl noch irgendwo im Haus lägen, aber mit dem Schrieb könne ich nun erstmal weiterarbeiten.

Et voilà:

Erstmal wieder 3 Monate auf Tour, Quelle: Sash

Besonders der letzte Satz ist interessant:

„Die Gebühr ist bei Aushändigung der Ausnahmegenehmigung zu entrichten.“

Nun, ich habe das Schriftstück ausgehändigt bekommen. Die Gebühr scheint nach einem Blick in meinen Geldbeutel 0,00 € betragen zu haben. Mit dieser Lösung kann ich wahrlich leben 😀

Kauft das Buch!

Wie kam Sash eigentlich zum Taxifahren? Das beschreibt er in seinem ersten eBook "Papa, ich geh zum Zirkus!".

Immer dranbleiben!

Abonniert doch den RSS-Feed von GNIT. Mehr von Sash gibt es außerdem bei Facebook und bei Twitter.

Noch ein Blog?

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.

Glasklar

Ich hab als Taxifahrer übrigens mal eine Frage: Was macht Glasscheiben eigentlich so anziehend?

OK, das ist vielleicht etwas seltsam formuliert. Ich zeige mal ein Beispiel aus meinem Arbeitsalltag. Leider ist dieses Beispiel nur so halb aus dem Arbeitsalltag, da ich immer gerade das Auto geputzt habe, wenn ich darüber schreiben will. Dass da ein Zusammenhang besteht, ist übrigens völlig klar… wo waren wir? Klar! Genau:

Glasklar… zumindest beinahe. Quelle: Sash

Dieses Bild ist also kein Foto meiner Scheiben, sondern eines des Haupteinganges des Ostbahnhofs. Etwa in Kopfhöhe (!)…

So in etwa kann man sich Taxischeiben vorstellen, wenn sie 2 Nachtschichten lange nicht geputzt werden – was ich persönlich im täglichen Umgang mit verschiedensten Glasoberflächen schon für einen ziemlich peniblen Intervall halten würde.

Das Auto sauber zu halten gehört zu meinem Job und der schlimmste Teil sind die Scheiben sicher nicht. Die lassen sich ja wirklich mit dem mitgeführten Glasreiniger binnen Minuten am Stand in zumindest erträglichen Zustand versetzen. Aber ich bin auch jetzt – nach fast 3 Jahren in dem Job – immer noch erstaunt, wie viele Leute an den Scheiben entlang schmieren, tatschen und – aber das ist wirklich eine seltene Königsdisziplin – lecken. Ihr dürft ruhig würgen, das gibt es tatsächlich.

Ich meine: Natürlich lehnt man sich mal müde mit dem Kopf gegen das Fenster und wenn man schwitzt oder gegelte Haare hat, bleibt ein Abdruck. Und natürlich kommt auch irgendwer mal mit fettigen Fingern an die Scheibe. Aber in Anbetracht der Tatsache, dass ich fast doppelt so lange wie alle Fahrgäste zusammen an meiner Seitenscheibe sitze, ergibt sich schon ein düster-schleimiges Bild von meiner Kundschaft, wenn ich diese Scheibe nur etwa jedes zweite bis vierte Mal mitsamt der anderen säubere.

Und ich sitze wirklich nicht im Auto und trage Gummihandschuhe. Ich mach es mir da ebenfalls bequem, ich esse teilweise im Auto und kümmere mich erstmal gar nicht darum, was ich mache. Ich sehe halt zu, dass ich es nicht forciere.

Gibt es sowas wie Glasfetischismus da draußen? Manchmal hinterlässt mich meine Arbeit echt mit Kopfschütteln…