Google ist das Taxi!

Man muss ja wirklich ein wenig lachen.

Das Leistungsschutzrecht – eine quasi nachgewiesene Blödheit deutscher Gesetzesvorhaben – fällt gerade mehr oder minder wie ein Kartenhaus in sich zusammen wurde in letzter Zeit zwar zaghafter angegangen, ist laut aktuellen Berichten aber schon wieder kurz vor der Durchsetzung. Erschreckend, wie gut wie die Verlage an dieser Stelle Lobbyarbeit betrieben haben. Nun hat es sich begeben, dass Google stellvertretend für so ziemlich das ganze Internet ausgerechnet in Taxen Gegenwerbung gemacht hat.

Aun den Kopfstützen mehrerer hundert Kollegen hier in Berlin soll sich derzeit das Gleichnis vom Taxi finden, das ich so ähnlich auch in meinem alten Blogeintrag zum Thema verwendet habe:

„Mit der gleichen Logik könnte ein Restaurantbesitzer von Taxifahrern Geld verlangen, die ihm Gäste bringen.“

Der Witz an der Sache ist nun aber gar nicht, dass das natürlich richtig ist. Witzig ist vielmehr, dass das LABO in dieser Werbung politische Werbung sieht – was im Sinne der BOKraft rechtswidrig wäre. Ebenso wie beinahe alles im bundesdeutschen Leben ist natürlich auch geregelt, was für Werbung auf oder in Taxen gemacht werden darf.

Selbst Udo Vetter vom Law Blog hat diese Info nur zu einem heiteren Schmunzeln angeregt. Was das nun bedeuten wird, ist unklar. Im schlimmsten Fall verschwindet die Werbung gegen das LSR nun halt schnell wieder aus den Fahrzeugen. Eine absurde Posse ist es natürlich trotzdem. Das Anliegen von Google ist zwar zweifelsohne hochpolitisch, ein tatsächliches Problem kann, nein: will ich eigentlich nicht darin sehen.

Das ausgesprochen linke Blatt taz wirbt auf Taxen, die BZ-Werberlinge provozieren allerlei Leute mit ihren Hitler-Headlines und wer glaubt, dass die Standard-Werbung für die neuen Apps der Funkzentralen unpolitisch sind, der weiß eben nur nichts davon, wie schamlos die Steinzeitritter hinter den Kulissen gegen Vorreiter-Apps wie MyTaxi und co. vorgehen, um bloß nicht ihre Marktanteile zu verlieren.

Ich weiß, es ist durchaus ein Unterschied, ob man direkt für ein politisches Anliegen oder eine Weltanschauung Werbung macht – oder eben nur für ein Produkt, eine Institution oder dergleichen, die etwas derartiges mehr oder weniger offen unterstützen oder propagieren. Aber was politisch ist oder nicht, das liegt oftmals dann doch im Auge des Betrachters. Ich jedenfalls spreche mich explizit – aus politischen Gründen – FÜR die Werbung von Google aus!*

*Was natürlich – bla bla, Strohmannargumente! – nicht heißt, dass Google deswegen unwiderruflich und allumfassend gut ist.

Die Spuren einer (halben) Schicht

Ich persönlich gehöre ja zu jener Sorte Post-Privacy-Typen, die es geil finden, bei der Arbeit per GPS getrackt zu werden. Deswegen ja auch meine Seite „Wo Sash gerade ist„. Ich persönlich sehe Berlin ja sowieso irgendwie immer durch die „Stadtplan-Brille“, ich denke in Karten – kann ich machen, was ich will. Und so weiß ich auch, wo ich unterwegs war.

Am vergangenen Donnerstag bin ich nur eine halbe Schicht gefahren und wie der Zufall es so wollte, wurden diese vier Stunden mit rund 80 € Umsatz (Wow!) komplett getrackt. Und der Fahrtverlauf war untypisch, aber schön:

Sashs Taxi am vergangenen Donnerstag. Quelle: ebensolches.

So viel würde ich gerne immer in 4 Stunden rumkommen – ganz ehrlich! Leider ist das eher die Ausnahme, aber das wisst ihr als meine Leser natürlich …

Und ich freue mich immer, wenn ihr mal nachschaut, wo ich gerade bin. 🙂

Nebenher?

„Sie machen das bestimmt nur nebenher, oder?“

Die Frage gehört zweifelsohne zur Grundausstattung deutscher Taxifahrgäste. Ebenso wie man bei Shootern im Falle akuten Munitionsmangels meistens noch ein Messer zur Verteidigung in der Hand hat, greifen Fahrgäste zu diesem Satz, wenn sie sonst nicht so genau wissen, was man den Taxifahrer über seinen Job fragen könnte.

Die junge Frau mit blondierter Dauerwelle und Brille, Typ Verwaltungsfachangestellte, stellte die Frage auch.

Auf der einen Seite mag ich den Subtext nicht, der da mitschwingt – weil es immer irgendwie so klingt, als wäre Taxifahrer kein „richtiger“ Beruf oder etwas, dass man sich ja nun wirklich nicht die ganze Zeit geben kann. Auf der anderen Seite entspreche ich ja auch diesem Klischee. Ich schreibe nunmal viel „nebenher“ und inzwischen sage ich das auch meist.

„Ach echt? Und was? Auch so Bücher und so?“

Die Frage kam zur rechten Zeit, denn ich konnte – wenn auch zaghaft, weil noch unerfahren in der Rolle – einfach mal sagen:

„Ja. Mein erstes eBook erscheint die Tage bei Amazon.“

(GNIT hab ich natürlich umgehend nachgeschoben, ist ja klar 😉 )

Ja, so sieht’s aus:

BÄM!

Buch is‘ fertig und zu haben!

Ich kann nur hoffen, ihr findet das genauso cool wie meine Kundin. In dem Artikel hier drunter gibt es noch ein paar genauere Infos, aber den Link zu Amazon kann ich ja auch hier gleich mal posten:

Papa, ich geh zum Zirkus! oder: Karriere – kann man das essen?

Und ein kostenloses Probekapitel gibt es hier.

Infos zu meinem ersten eBook

Ich hab es endlich fertig gekriegt. Mein erstes eBook ist bei Amazon erschienen und es trägt den wunderbaren Titel:

Papa, ich geh zum Zirkus!
oder: Karriere – Kann man das essen?

Das eBook hat den Umfang eines kurzen Taschenbuchs, also ungefähr 100 Seiten (ca. 160.000 Zeichen) und kostet 2,99 €.

Worum geht’s und was ist das?

Cover, Quelle: Sash/Ozie

Im Grunde handhabe ich es im Buch wie immer: ich erzähle kurze Geschichten aus meinem Leben, natürlich nicht trocken und humorlos, sondern so wie ihr es von mir gewöhnt seid. Es ist in gewisser Weise eine Art Vorspann für GNIT. Ich erzähle Anekdoten über die Jobs, die ich vor dem Taxifahren hatte und letztlich auch, wie ich dann dazu gekommen bin. Wenn ihr es lest, werdet ihr wissen, in welchem Amt ich mal einen Job hatte, woher ich weiß, dass ich 2,03 Meter groß bin, wie meine Matheprüfung beim Abi verlaufen ist, wie ich im Behindertenfahrdienst gelandet bin und warum eure Überweisungen bei der Bank so viel kosten.
Auch wenn das ein oder andere hier und da schon mal von mir erwähnt wurde: Die Texte sind nagelneu, haben ausnahmsweise eine Rechtschreibkontrolle durchlaufen und sind wirklich gut geworden.

Natürlich soll niemand die Katze im Sack kaufen! Bei Amazon kann man das erste Kapitel lesen und ein weiteres gibt es hier für euch als treue Leser gleich noch zum Download dazu.

Link zu Amazon

Link zum Probekapitel bei Dropbox

Selbstverständlich sind die Dateien DRM-frei, ihr könnt und dürft damit alles machen, was ihr wollt!

Selber schreibwütig? Wie wär’s mit einer Rezension?

Wer sich vorstellen kann, auf seiner Seite ein paar Worte über das Buch zu verlieren, der kriegt natürlich ein kostenloses Rezensionsexemplar. Es ist mir dabei egal, ob ihr einen gut laufenden Blog, ein Facebook-Profil oder einen Account habt, der euch nur 140-Zeichen-Rezensionen erlaubt. Selbst wenn ihr nur bei einer Tageszeitung schreibt oder für RTL die Nachrichten imitiert:

Schickt einfach eine Mail an sashbeinacht(at)googlemail.com und wählt als Betreff „Rezensionsexemplar“. Sobald ich dazu komme, kriegt ihr eine Antwort. Euch stehen dann zum Download mehrere Formate zur Auswahl, also erstmal keine Panik, wenn euer Kindle ebenso wie bei mir nur auf der Wunschliste steht! Bitte nicht hetzen, ich bin über 30 und hab gerade ein Buch geschrieben …

Ich hab keinen Amazon-Account, kann ich das Buch sonst irgendwo herkriegen?

Wer wirklich keine Möglichkeit sieht, der kann sich natürlich bei mir melden. Es gibt für alles eine Lösung. Gleiches gilt natürlich auch, falls es irgendwelche Probleme und Fragen gibt. e-Mail siehe oben.

Abschließende Worte

Ganz klar: ich freue mich über jedes verkaufte Buch, jede Rezension, jede Erwähnung und alles andere, was gemeinhin als lieb gilt oder mit Flausch betitelt wird. Was ich aber über alle Maßen hasse, ist Spam! Auch wenn es lieb gemeint ist, postet bitte die Links nicht irgendwohin, wo sie stören. Darum bitte ich gerade, weil mir das mit dem Buch so wichtig ist.
Ich hab da eine Menge an Arbeit reingesteckt, ehrlich. Ihr glaubt gar nicht, wie oft man einen Text korrigieren und umschreiben kann und muss, wenn man will, dass es wirklich gut wird. Und das wollte ich. Und ich will es immer noch. Ihr dürft mich gerne auf Rechtschreib-, Denk- und Grammatikfehler aufmerksam machen. Das sollte sich dann recht bald einpflegen lassen.

Am Ende bleibt aber vor allem eines:

Ich hoffe, jeder der sich das Buch kauft, hat Spaß am Lesen – das ist nämlich der Sinn der Sache! 🙂

Mein Buch bei Amazon:
Papa, ich geh zum Zirkus! oder: Karriere – kann man das essen?

Immer wieder neues …

Was schön daran ist, während man sich als kleiner Taxiblogger auf die erste Million Visits zubewegt: Festzustellen, wo man überall verlinkt wird. Gar nicht mal nur die großen Seiten – was natürlich per se schon immer ein Happenig ist, weil ein Haufen neue Besucher die Folge ist – nein, es ist toll zu sehen, dass man hier und da auf kleinen Blogs mit Links (und meist auch noch sehr netten Worten) bedacht wird.

Deswegen guck ich gerne mal nach, wenn ich Besuche über Seiten erhalte, die mir nichts sagen.

Und manchmal findet man auf diesem Wege auch noch ganz kleine Taxiblogs …

So heute erst. Einen Blog, bei dem das Taxi nur ein Thema ist, eine Seite die noch nicht so ganz zu einem stimmigen Design oder einer ordentlichen Domain gefunden hat. Dafür aber bereits ein paar nette Texte bietet. Und das meine ich ernst. Ihr würdet mir eine große Freude machen, wenn ihr mal fix meinem Link zu DTC-Marzahl folgt, der im Taxi on his way to glory bloggt.

Und wenn mich der Autor hier hören kann: ein RSS-Feed wäre nicht schlecht!

Schwarzarbeit Mathematik

Schwarzarbeit ist so eine Sache: eine unbekannte nämlich. Da es ja genau um Arbeit (und damit Geld) geht, das NICHT messbar ist, ist man auf Schätzungen angewiesen. Ganz aktuell vermutet das bedruckte Klopapier „Bild“ (ebenso wie die aus dem gleichen Klo stammende „Welt„) unter Berufung auf die „Berliner Morgenpost„, dass die Berliner Taxifahrer jährlich rund 2 Millionen Mindereinnahmen durch Steuerhinterziehung verursachen.

Ui.

Noch viel schlimmer: das sollen nicht etwa einfach zwei Millionen irgendwas sein. Nein, das soll so viel Geld sein, weil ich und meine Kollegen insgesamt nachgewiesene grob geschätzte 50% unseres Umsatzes nicht versteuern.

Doppel-Ui!

OK, bleiben wir mal bei den Tatsachen: Ich hab keine Ahnung, ob diese zwei Millionen seriös ermittelt geschätzt wurden, oder ob grenzdebile Astrologen das noch mal eben mit dem Durchmesser des Uranus multipliziert haben. Auf jeden Fall ist das Weltklasse! Denn vor zwei Jahren hieß es in der „Berliner Morgenpost“ noch, dass wir rund 50 Millionen Euro jährlich nicht ans Finanzamt abgeben. So gesehen ist die Betrugsquote bei sicher ziemlich vergleichbaren Umsatzzahlen (und inzwischen mehr zugelassenen Taxen) von ungefähr 1250% auf 50% gefallen. Das mag insgesamt noch unzureichend sein, aber der Trend spricht für uns Berliner Taxifahrer!

[/ironie]

Ja, es gibt sicher eine Menge Schwarzarbeit im Gewerbe. Das kostet nicht nur die Steuerzahler ein paar Euro, sondern belastet auch uns seriöse Taxifahrer. Finanziell und imagemäßig. Das ist nicht witzig. Nichtsdestotrotz sind die Zahlen wahrscheinlich einfach nur Kaffeesatzleserei.

Kauft das Buch!

Wie kam Sash eigentlich zum Taxifahren? Das beschreibt er in seinem ersten eBook "Papa, ich geh zum Zirkus!".

Immer dranbleiben!

Abonniert doch den RSS-Feed von GNIT. Mehr von Sash gibt es außerdem bei Facebook und bei Twitter.

Noch ein Blog?

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.

Vielen Dank!

Gut, die OP ist abgeblasen. Alles nicht so doll, kann man –so man will – in meinem privaten Blog nachlesen. Vorteil: ich stehe nicht unter Drogen und kann noch schnell was schreiben. Auch jetzt aber belasse ich es bei einem kurzen Link.

Carmen Schucker vom Tagesspiegel nennt „20 Gründe (zurück) nach Berlin zu ziehen„.

Das alles ist an sich nicht weiter wichtig und ich persönlich hätte die Dunkin‘-Donuts-Schwemme vielleicht nicht als Pro-Argument gesehen. Aber immerhin hat Frau Schucker bereits an dritter Stelle darauf verwiesen, dass Berlin die nettesten Taxifahrer hat. Da möchte ich mich doch gerne mal stellvertretend für alle Kollegen bedanken! 🙂