Nicht viel …

Die drei Leute in meinem Taxi hatten gleich zu Beginn gefragt, was es ungefähr kosten würde. Die Finanzen waren knapp nach der Party. Als ich dann „so 12 bis 14 €“ in den Raum warf, nickten sie zufrieden und ließen sich chauffieren. Am Ende standen 12,90 € auf der Uhr und alle bemühten sich darum, mit etwas Kleingeld oder einem Fünfer ihren Obolus zu leisten. Das war – wie nach der anfänglichen Abschätzung zu vermuten war – kein Problem: Ich bekam sogar ein recht ansehnliches Trinkgeld von 2,10 € obenauf. Soweit kann man das als absolut normal bezeichnen, aber der dritte im Bunde, der neben mir saß, war erkennbar unzufrieden. Während die anderen bereits ausstiegen, nestelte er weiter im Portemonnaie und schob mir anschließend noch ein paar Münzen zu. Immerhin auch nochmal 1,30 €. Und zwar mit den Worten:

„Ich weiß, ist jetzt nicht viel, aber trotzdem danke!“

Ich will ja nicht lügen: Ich mag die Einstellung von Leuten, die der Meinung sind, über 25% Trinkgeld seien noch zu wenig. Etwas schade finde ich aber, dass ausgerechnet die sich immer so in der Pflicht sehen, während andere mit großkotzigem Verhalten 5% geben und sich darauf wunder weiß was einbilden.

Ich freue mich über jedes Trinkgeld, ehrlich, immer noch. Aber bei mehr als einem Euro braucht auch echt keiner weinerlich werden. Auch das meine ich ganz ehrlich so.

4 Kommentare bis “Nicht viel …”

  1. Wahlberliner sagt:

    Trinkgeld wird von Kunden oft nicht als Relation sondern absolut gesehen. Wenn jemand bei einer 100€-Fahrt 5% gibt, sind das 5€, für die meisten Leute ein echt ansehnliches Trinkgeld (ich vermute, diese Kunden haben auch probiert, in die Nähe von 5€ zu gelangen). Die prozentuale Relation wird da nicht so gesehen, auch wenn 5€ bei einer 15€ Fahrt natürlich ein Drittel Trinkgeld sind.

  2. Sash sagt:

    @Wahlberliner:
    Mir geht das ja auch teilweise so. Deswegen hab ich im Text ja auch von „bei mehr als einem Euro“ geschrieben. 50 Cent auf eine Kurzstrecke werden auch für mich immer weniger sein als 1,50 € auf eine 20€-Fahrt. Da ist die Psyche doch recht tricky manchmal.
    PS: Ich hab halt den Vorteil, dass ich das hier immer erzählen kann, nachdem ich die Chance hatte, darüber nachzudenken.

  3. Daarin sagt:

    Ich bin da etwas anders, ich habe oft den Prozentsatz im Blick und nicht so sehr die Summe an sich. Ich denke dann später wieder darüber nach wieviel ich jetzt absolut gezahlt habe.

  4. Sash sagt:

    @Daarin:
    Geht mir als Kunde inzwischen genauso. Aber ich bin nun ja auch quasi ein wenig vorbelastet. So beruflich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

%d Bloggern gefällt das: