Am äußersten Rand der Normalverteilung

Und da stand ich dann mit den beiden Kollegen am Bahnhof. Wir waren alle ungefähr zur gleichen Zeit gestartet, etwa vor 5 Stunden. Plusminus eine halbe. Ich hatte magere 80 € auf der Uhr, Kollege zwei bereits 120. Und dann war da natürlich noch der besondere Kollege. Ohne Fernfahrt dieses Mal, aber immerhin mit stolzen 165 € bereits doppelt so weit wie ich. Er merkte auch gleich an, dass er für einen Donnerstag mehr als genug hätte und gleich heimfahren würde nach der nächsten Tour.

Ich, nach wie vor kein Kollegenschwein, hab ihm Glück gewünscht und unsere Wege haben sich bis zum nächsten Abend getrennt. Ich war am Ende froh, wenigstens den Hunni noch vollgekriegt zu haben und fragte am nächsten Tag mal keck nach, ob der Kollege denn vielleicht sogar die 200 geschafft hätte. Bei DEM Vorlauf!

Da hat er theatralisch seine Brille abgesetzt und in väterlichem Tonfall gesagt:

„Sascha, Du hättest mit deinen Kunden nicht so schnell das Weite suchen sollen. Du weißt doch: Das mit den Bahn-Coupons dauert immer ein wenig …“

Ich hab nur mit dem Kopf geschüttelt und gesagt:

„Das meinst Du jetzt nicht ernst, oder …?“

Aber ja, am Ende hat er mal wieder einen Gutschein für eine Umlandfahrt im Gegenwert von 120 € abgestaubt. Manchmal kratzt der Neid selbst an mir ein wenig.

2 Kommentare bis “Am äußersten Rand der Normalverteilung”

  1. DrAnubis sagt:

    Ich frage mich ob er andere Kunden dafür stehen lässt in dem Wissen das noch die Bahn Gutscheine kommen. Oder Gönnerhaft Kollegen verlässt?

  2. Mic ha sagt:

    Spontaner Gedanke an Donald Ducks Begegnungen mit Gustav Gans.

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