Ich hab die Blogs schön.

Nee, wat praktisch: Gerade hatte ich jemanden an der Prenzlauer Allee rausgeschmissen – und prompt stieg mir an der Danziger, Höhe Greifswalder , noch ein Winker zu. So was hat man gerne!

„Einen wunderschönen guten Abend! Wo darf’s hingehen?“

„Nach Bohnsdorf.“

„Bohnsdorf.“

„Ja. Hab ick Dir jetz‘ erschreckt?“

Quasi. Denn wenn eines absolut NICHT häufig ist, dann sind es mal eben Winkertouren von 30 €. Auf der anderen Seite ist daran natürlich auch überhaupt nichts schlimmes, sondern es ist im Gegenteil eine sehr sehr angenehme Geschichte für mich. 🙂

Umgekehrt hab aber auch ich ihn ein wenig schockiert, irritiert, was weiß ich. Denn ich bin ja nun so ein Mensch aus dem Internet. Er nicht. Altersmäßig würde er hier gut reinpassen, ich weiß von einigen von Euch, dass ihr älter seid. Aber er sagte, er verweigere sich da konsequent und hätte nicht einmal eine Mail-Adresse.

Nun gut, wenn’s denn Spaß macht …

Das Thema der restlichen Fahrt war damit auch geklärt: Wie man das denn so macht mit dem Schreiben im Netz und aha und oho und überhaupt. Zum Abschluss wünschte er mir „schöne Blogs“. Ähm, ja. Ich gebe zu, dass ich beim „angenehmen Abend“ geblieben bin. Was vergleichbares wollte mir nämlich partout nicht einfallen. 0.o

6 Kommentare bis “Ich hab die Blogs schön.”

  1. Caron sagt:

    Naja, die Handyverweigerer sind ja mittlerweile auch ziemlich eingedampft. Was kam eigentlich eher?
    Die Unverzichtbarkeit von Handy, oder die von Internet? Unverzichtbarkeit, fragt da mancher wohl. – Ja, Unverzichtbarkeit, weil eine steigende Anzahl von unwillig wird, die faktischen Unannehmlichkeiten mit Verweigerern zu akzeptieren. Ohne Mail (oder meinetwegen auch Facebook) fehlt ein probates Mittel der schnellen, asynchronen Kommunikation – und nicht zuletzt auch eines, mit dem man mehrere Leute gleichzeitig erreichen kann. Wer will heute noch Telefonketten machen?
    Ohne Mobiltelefon ist bei vielen Dingen erhebliche Vorplanung nötig. „Ich ruf Dich an, wenn ich soweit bin.“ ist genauso wenig möglich wie Nachrichten bei unvorhergesehenen Verzögerungen.
    Ja, es ging auch ohne. Es ging auch ohne moderne Medikamente oder Dreifelderwirtschaft. Es war aber weniger angenehm.

  2. Ana sagt:

    Sashs-blog, GNIT und der Taxihaus-Blog. Die Dreifelderwirtschaft des Herrn Bors.
    Äußerst angenehm, sei dazugesagt.

  3. Kraven sagt:

    @Caron: Och, ich würde mich selbst noch zu den Handyverweigerern zählen, auch wenn ich aktuell sogar mal wieder ein Handy besitze. Ich finde einfach keine dauerhaft sinnvolle Nutzung.

    Zum Zivildienst (auch schon ein Weilchen her), hab ich mir damals mein erstes geholt, um bei Fahrten nach Hause ggf. durchzugeben, dass man mich später vom Bahnhof abholt. Danach kriegte ich das Prepaid-Guthaben nicht so schnell abtelefoniert, wie ich wieder aufladen musste, damit es nicht lahmgelegt wurde. Und irgendwann hab ich das dann eben nicht gemacht und das Handy wieder abgeschafft.

    Nach Jahren Handy-Abstinenz habe ich mir dann einen Vertrag mit Internetflat besorgt (wieder zu einer Zeit, wo ich häufiger Öffentliche fahren musste). Aktuell brauche ich wieder keine öffentlichen Verkehrsmittel und merke, dass mein Handy eigentlich ständig mit leerem Akku in der Ecke liegt. Sobald der Vertrag ausgelaufen ist, werde ich auf jeden Fall darüber nachdenken es wieder abzuschaffen, da ich es extrem selten überhaupt brauchen kann.

    Wenn das als Handyverweigerer gilt, gibt es mindestens einen Letzten der nicht aufhört dem Eindringling Widerstand zu leisten. Für mich ist Handy auf jeden Fall sehr verzichtbar, was wenn man mich kennt eigentlich überraschen müsste. Aber Internet steht auf jeden Fall auf einem anderen Blatt. Vermutlich kann ich gerade wegen dem Internet so gut aufs Handy verzichten.

  4. Sash sagt:

    @Caron:
    Naja, ich hatte es ja neulich schon mal in den Kommentaren davon: Ich hab das mit den Handys für mich auch lange Zeit links liegen lassen können. Gerade weil ja alle anderen eines hatten. Zudem hab ich in einer Bude gewohnt, in der ein Großteil meines Soziallebens stattfand, weil wir immer Besuch hatten – so dass ich da auch gut zu erreichen war.
    Ich kann’s mir auch nicht mehr vorstellen, darauf zu verzichten, aber gerade weil ich da im Vergleich zu anderen Sachen so tief drinstecke, kann ich mir ganz gut vorstellen, dass für andere Menschen andere Dinge diesen Platz einnehmen.
    Ich bin mir zwar ziemlich sicher, dass das nicht sehr zukunftsfähig ist, da das Internet sich anschickt, das Leben wirklich auf allen Ebenen umzukrempeln – auf der anderen Seite steht noch in den Sternen, ob nicht nach Facebook z.B. in 10 Jahren was viel größeres kommt, das für Otto Normaluser „das restliche Netz“ recht entbehrlich macht, weil es die Kommunikationsanforderungen vollauf erfüllt.

    @Ana:
    🙂

    @Kraven:
    Kenne das. Erstes Handy 2007. Eine Woche benutzt, danach Leerlauf bis Ende 2008. Dann zwei Jahre lang „sicherheitshalber“ (als Taxifahrer, hey!) eines mitgeschleppt. Und erst 2010 dann: „Yay! Internet auf dem Handy – dann könnte ich es auch brauchen!“ 😉

  5. Dexter sagt:

    Hach ja, die älteren Herrschaften. Meistens Schrullig, oder auch kauzig aber oft auch sympathisch.
    So mit der Handyverweigerung… hmmm… Kommt immer auf die Bevölkerungsschicht und Freundesumgebung an. Ein Netzaffiner (Neuland-)Mensch oder Firmenchef kann etwas weniger auf ein Handy verzichten als ein… sagen wir mal Hauptberuflicher Enten-im-Parkfütterer oder Ehrenamtlicher Stauführer auf der A29. Was allerdings nervt sind die Halbstarken, die ihre Smartphones mit einem Ghettoblaster im ÖPNV verwechseln…

  6. Roichi sagt:

    @ Dexter

    Stimmt. Da möchte man doch schon mal so richtig mit Ghettoblaster denebenstehen und dann ein Tastendruck, die Kassette läuft an und die Jungens gucken wie Autos.
    Schöne Vorstellung.

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