Kurzstrecke vs. Normaltarif

Nach meinem Artikel mit der „doppelten Kurzstrecke“ neulich kam in den Kommentaren mal wieder die Frage auf, wie und wann sich das rechnerisch lohnen würde, mehrere Kurzstrecken hintereinander zu nehmen. Liebenswerterweise hat Leser TomTom mal fix ein Schaubild erstellt, aus dem das einfach herauszulesen ist:

Kein Treppenwitz, sondern Information. Quelle: TomTom

Ich habe zunächst etwas gestaunt und gedacht, hier wäre sogar die Preisminderung ab Kilometer 7 noch nicht mit einbezogen, das ist allerdings der Grafik geschuldet. Anstatt die Normaltarifslinie zu knicken, ist hier die x-Achse gestaucht, wie mir Apotheker-Typ dann richtigerweise vor die Nase gehalten hat.

Man kann also sehen, dass sich die Kurzstrecke zumindest hypothetisch fast noch lohnt, wenn man sie viermal hintereinander voll ausreizt. Allen Sparenthusiasten muss ich allerdings entgegenhalten, dass sich kein Taxifahrer in Berlin zu diesem Spaß hinreissen lassen würde. Nicht einmal ich – und das will was heißen! Rein theoretisch spricht zwar nichts dagegen, nach dem Aussteigen nochmal zu winken, aber wir lassen uns auch nicht grenzenlos verarschen. Da würde ich ein Winken vielleicht auch mal „spontan übersehen“.

Etwas anderes zeigt das Schaubild allerdings auch sehr gut – und das sollten sich sowohl Kollegen als auch Kunden mal vor Augen halten:

Man spart mit der Kurzstrecke maximal 2,60 €! Im optimalsten Fall. Das ist prozentual bei einer kurzen Fahrt natürlich viel Geld, aber es rechtfertigt rein vom Gesamtwert keinesfalls irgendwelchen Stress. Also deswegen den ganzen Taxistand abklappern, ob vielleicht doch ein Fahrer illegal zu dem Preis fährt – oder als Fahrer fluchen, dass wer eine Kurzstrecke verlangt … nee, ehrlich. Hab ich kein Verständnis für. Und es ist nicht so, dass ich gerade die Möglichkeit hätte, mir mein Geld selbst zu drucken.

16 Kommentare bis “Kurzstrecke vs. Normaltarif”

  1. Hendrik sagt:

    Ist doch eher eine Frage der Wegplanung:
    Kurzstrecke – Späti & Bierpause – Kurzstrecke – Späti & Bierpause – Kurzstrecke – Späti & Bierpause – Kurzstrecke – Ziel! 😉

  2. Apotheker-Typ sagt:

    @Hendrik:
    Na ob Du bei dem Bierverbrauch wirklich insgesamt Kosten sparst… ich weiß ja nicht.

    Und merke: „Schwanken“ ist kein internationales Zeichen zur Fahrwilligkeit als Taxikunde, das heißt „Winken“! Damit wären wir aber wieder bei dem Göbel-Thema… 😉

  3. mm. sagt:

    „…, dass sich kein Taxifahrer in Berlin zu diesem Spaß hinreissen lassen würde. Nicht einmal ich…“

    Mist, da hab ich mich schon gefreut, wenn ich mal in Berlin sein sollte und Dich mit Taxi seh, garantiert ins Blog zu kommen – und dann das… 😉
    Nee, ernsthaft, ich denk auch, dass das etwas stressig werden würde. Nicht dass Du irgendwann keine Blogleser mehr fährst. ;D

  4. znep sagt:

    @Apotheker-Typ
    Ok, aber dafür hast du vom gesparten Geld dann 3 Bier(80ct beim Späti um die Ecke) Mehrwert. Muss mensch die Route halt nur so planen, dass die Spätis genau am Ende der Kurzstrecke liegen. 😉

  5. Apotheker-Typ sagt:

    @znep:
    Na ob das nicht einen Umweg ergibt?! 😉

    Ein Mann wacht mit Mega-Kater und Blackout auf. Wankt ins Bad, wird begrüßt mit „Hallo Schatz, Frühstück und Aspirin sind in der Küche! Gehst Du mit mir heute nachmittag zum Fußballspiel?“. Irritiert fragt er seinen Sohn, was gestern abend passiert sei. „Du bist – wie immer – total blau nach Hause gekommen. Hast gegröhlt, Du seist jetzt da. Und bist fast bewußtlos aufs Bett gefallen. Und als Mama Dich aus den Sachen pellen wollte, hast Du gelallt: ´Lassens mal gut sein, junge Frau. Finger weg! Ich bin glücklich verheiratet!` und bist eingeschlafen…“ 😀

  6. breakpoint sagt:

    Die Abszisse gestaucht .. wie grausam!

  7. breakpoint sagt:

    Und damit niemand denkt, dass ich nur rummeckere, habe ich gleich eine Graphik ohne Stauchung erstellt:
    http://www.blog.de/media/photo/berlintaxitarif/6739330

  8. Gerd sagt:

    „Optimal“ ist nicht steigerbar.

  9. Apotheker-Typ sagt:

    @breakpoint
    Nun warst Du schneller. OpenOfficeCalc kann es einfach nicht besser (zumindest habe ich noch nicht rausgefunden, wie), und einen Rechner mit Exel habe ich noch nicht geschafft zu okkupieren heute. Naja, dann brauch ich mich ja nicht mehr anstellen…..

    @Gerd: Ja, Grammatik läßt sich schwerlich stauchen, im Gegensatz zu einer Abzisse….

  10. Sash sagt:

    @Hendrik:
    Für solche Touren ist das ja auch gemacht 🙂

    @mm.:
    Ach, so neu ist die Idee ja nicht. Und wegen einer Spaßaktion keine Leser mehr zu fahren, hielte ich auch für etwas übertrieben.

    @breakpoint:
    Danke! 🙂

    @Gerd:
    Sehr wohl, da oben steht’s doch!

  11. Der Banker sagt:

    Was ein Kunde bestellt, muss nicht unbedingt Sinn machen. Hauptsache, er fühlt sich dabei wohl 😉

  12. breakpoint sagt:

    @Apotheker-Typ

    Ob Excel das zufriedenstellend kann, habe ich nicht ausprobiert.
    Für das, was diverse Tools nicht schaffen, habe ich ja meinen Compiler.

    @Sash

    Gern geschehen.

  13. Andrea sagt:

    Büdde, büdde, büdde schreib nicht „optimalsten“!

    Ansonsten: weitermachen! 🙂

  14. Sash sagt:

    @Andrea:
    Sprache lebt. Und sie tut es durch Transformation, Neuerfindungen und Stilbrüche. Unnötig zu erwähnen, dass „büdde“ kein deutsches Wort ist …

  15. Andrea sagt:

    Büdde ist Norddeutsch.
    Schreibe wie du sprichst. 😉

  16. Sash sagt:

    @Andrea:
    Siehst Du. So handhabe ich es eben auch … 😉

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