Wie du mir…

Ich bin echt kein Freund kindischer Racheaktionen. Und bei aller lockenden Befriedigung ob der Anwendung des „Auge um Auge“-Prinzips sehe ich ja auch ein, dass das schnell böse enden kann. Dieses Wochenende brachte dennoch unschöne Dinge hervor, die mich anders entscheiden ließen.

Die vertrackte Situation am Ostbahnhof hab ich ja am Samstag schon geschildert. Schöne Scheiße!

Im Laufe der Tage hat sich dort nämlich ein Mist entwickelt wie an der Kulturbrauerei: Wenn man an der legalen (bzw. zumindest mal legal gedachten) Halte steht, kommen einfach irgendwelche Arschlöcher vorbei, stellen sich an die ehemalige Halte, sind damit kundennäher und sorgen dafür, dass dort wo alle warten kein Fahrgast mehr ankommt. Von der Behinderung der BVG-Busse durch diese Aktion wollen wir gar nicht sprechen, von der Reaktionsträgheit der Cops, vor deren Fenster das stattfindet, auch nicht.

Immer und immer wieder sind Fahrer im Hoffen auf ein Missverständnis wegen der ungewohnten Situation zu den Kollegen gefahren und haben ihnen erklärt, wo eigentlich gerade die Halte ist. Ein oder zwei sind mal rübergefahren, meist aber blieben die Fahrer stehen.

Nun hat die Taxihalte am Ostbahnhof zwar etliche Nachteile, aber auch das ein oder andere Gute: Man kennt sich. Als sich irgendwann am Abend mal 4 Schwarzlader auf einmal eingefunden hatten, sind wir einfach gesammelt abgerückt, haben den Kollegen im Vorbeifahren erklärt, weswegen sie dort unerwünscht sind und haben uns dann hinter sie an die ohnehin verfluchte illegale Halte direkt vor den Fritz-Club gestellt, der zu diesem Zeitpunkt die meisten Fahrgäste hergab.

Und während wir binnen drei Minuten mit Kundschaft unterwegs waren, haben sich die anderen, unfreiwillig dumm rumstehend, hoffentlich Gedanken darüber gemacht, wie man sich so fühlt, wenn irgendwelche Penner ihnen illegal die Kundschaft wegschnappen.

OK, schön wäre es zumindest. Aber wenigstens haben wir so auch mal eine Fahrt gekriegt und es ist immer noch besser, als diesen Arschgeigen die Reifen aufzuschlitzen.

Von meiner Seite aus hagelt es Verständnis für so ziemlich jedes Verhalten und ich gehe auch bei eindeutigen Fehlern erstmal von einem Versehen aus. Ich hab die Tage öfter mal einen Kollegen vorgewunken, der zwar vor mir da war, sich aber zunächst falsch angestellt hat. Natürlich! Ist ja eine beschissene Situation gerade – und blicken muss man die gleich dreimal nicht! Aber bei Aufkündigung der Kollegialität aus Profitgier ist Schluss! Nichts dagegen, unsinnige Amtsvorgaben zu umgehen und selbst für eine bessere Organisation zu kümmern. Klappt ja beispielsweise am Matrix trotz regelmäßiger unsinniger Bußgeldbescheide der Bullen auch ganz gut. Weitgehend zumindest. Aber so wie diese „Kollegen“ es vormachen, muss ja auch nicht sein. Hoffe, wenigstens einer hat sein Lankrad durchgenagt. So wie wir vorher. In dem Fall dann eben doch: Auge um Auge…

Nachtrag: Klaus hat wie versprochen ein paar Bilder und einen Text zur Situation bei Tageslicht auf sein Blog gestellt.

2 Kommentare bis “Wie du mir…”

  1. Manchmal ist eben eine Reaktion auf gleichem Niveau notwendig, denn eine andere Sprache wird nicht verstanden. Und wenn der Klügere immer nachgibt, regieren irgendwann nur noch die Dummen.

  2. Sash sagt:

    @Der Maskierte:
    Vielleicht. Aber ich hab auch keinesfalls vor, deswegen ständig so einen Mist zu machen. Das war als einmalige Aktion ganz ok, hat natürlich auch ein bisschen Spaß gemacht, aber auf Dauer ist mir dieses assige Rumkämpfen zu blöd, als dass ich meine Arbeitszeit damit verschwenden wollte.

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