Falscher Fuffziger

Falschgeld ist natürlich ein Problem für uns Taxifahrer. Man ist ja doch ein bisschen beschränkt in seinen Möglichkeiten, Zeug mitzunehmen und zudem haben es ja sowieso immer alle Beteiligten irgendwie eilig. Arg viel mehr als ein flüchtiger Blick bleibt da kaum.

Auf der anderen Seite ist ein Taxi natürlich nur dann zum Loswerden von Falschgeld sinnvoll, wenn man viel Wechselgeld bekommt. Die Dienstleistung selbst ist ja eher flüchtig, somit gehe ich davon aus, dass die Produzenten von Blüten besseres zu tun haben, als umsonst Taxi zu fahren. Also ist Vorsicht bei Großgeld angesagt. Aber große Scheine sind sowieso auch aus anderen Gründen kritisch betrachtet.

Nun hab ich beim Lebensmitteldealer meiner Wahl festgestellt, dass ich auch bei Kleingeld etwas besser aufpassen sollte. Dort wollte ich nämlich – wirklich unabsichtlich – unter anderem mit dieser Münze bezahlen, die ich aus meinem Portemonnaie herausgeangelt hatte:

Falscher Fuffziger, Quelle: Sash

Da man das Geld zu Recht nicht angenommen hat – schon alleine weil der Wert etwa 20 Cent statt der von mir vermuteten 2 € beträgt – muss ich wohl 2 € als Minus beim Trinkgeld verbuchen. Aber ich hab nicht einmal den Hauch einer Ahnung, von welchem Fahrgast in den letzten Wochen ich da beschissen wurde…

Ich werde es überleben 😉

Das erste Taxi am Stand

Die Berliner Taxiordnung sagt in Paragraph 4 (2):

„Den Fahrgästen steht die Wahl der Taxe frei. […]“

Soweit die Theorie. Wie sieht das in der Berliner Realität aus? Ein Erfahrungsbericht:

Ich hatte mir (was sehr selten ist) an der Tankstelle meines Vertrauens ein belegtes Brötchen für lächerliche 2,99 € rausgelassen und mich zum Essen am Bahnhof an den Stand, auf Position 25 etwa, gestellt.
In dem Moment, in dem ich erwartungsvoll die Tüte öffne, klopft es an meine Scheibe:

„Sag mal, bringste mich kurz zum Mariannenplatz?“

Wäre er nur 5 Sekunden später gekommen, hätte ich mit „Felbverfbämfliff“ antworten müssen, ohne eine halbe Gemüsetheke im Mund gelang mir aber die hochsprachliche Artikulation.

„Letztes Mal hat mich der Taxifahrer ganz vorne gebeten, doch nach hinten zu gehen, ist das in Ordnung?“

Jein. Bitten oder Beten ist nicht verboten. Wie wir eingangs gelesen haben, ist dem Wunsch eines Fahrgastes aber Folge zu leisten. Mein übersensibler Kunde war tatsächlich gewillt, es allen Fahrern auf diesem Planeten recht zu machen, da war das sichtlich in Ordnung. Ich denke, ich kann für fast alle Fahrer sprechen, wenn ich sage: Wir freuen uns, wenn der Kunde sich über unser Geschäft Gedanken macht und eine kurze Fahrt mit einem der hinteren Taxen absolviert, weil diese noch nicht so lange gewartet haben. Selbst ich ärgere mich manchmal insgeheim, wenn ich nach einer Stunde Standzeit eine Tour für 5 € bekomme, das bleibt nicht aus, wenn man umsatzbasiert bezahlt wird.

Aber es ist und bleibt dabei: Der Kunde darf sich das Auto (und damit auch den Fahrer) aussuchen. Wir Fahrer mögen den ein oder anderen Kundenwunsch nicht verstehen, aber legitim ist er. Ob der Kunde sich das Auto aussucht, weil es an einer bestimmten Stelle steht, weil es neuer, größer, sauberer oder vielleicht doch eher gemütlicher, lustiger oder älter ist: Es ist sein Recht. Wir Taxifahrer haben eine Beförderungspflicht, und die gilt in einem siffigen Lada ebenso wie in einem frisch geputzten Mercedes.

Das Problem ist schlicht der Faktor Mensch. Jeder Taxifahrer geht anders mit seinem Job und den Kunden um. Und viele sind der Meinung, dass das ungeschriebene Gesetz, der erste bekomme die Tour, über der Taxiordnung steht.
Man sollte als Kunde nicht verwundert sein, wenn ein Fahrer den ersten in der Reihe vorschlägt. Es ist meist einfach ein Versuch, kollegial zu sein.
Ebenso finden sich aber natürlich auch Arschlöcher am Taxistand, die als letzte in der Reihe den Kunden mit der Kurztour wieder nach vorne schicken, „weil das so ist“, obwohl sie in Wirklichkeit nur dem Kollegen eine kurze Tour unterjubeln wollen und selber auf einen dicken Fisch warten.

Damit ist es ein leidiges Thema, denn es ist schwer, es allen Taxifahrern recht zu machen. Wir sind auch nur Menschen und haben alle ein bisschen verschiedene Ansichten. Wirklich beliebt sind kurze Strecken vielleicht nie – aber genau das ist ein Grund mehr, die Taxiordnung beim Wort zu nehmen und als Kunde zu entscheiden, mit wem man fahren will!

Ich würde wirklich gerne einen allgemeingültigen Tipp geben, welches Auto man als Kunde am ehesten wählen sollte – aber irgendwer in der Kollegenschar fühlt sich immer auf die Füße getreten. Vielleicht sollte ich es so machen:

Wenn sie eine kurze Strecke im Taxi fahren wollen, dann sagen sie das im Voraus und fahren dann mit dem Fahrer, der am nettesten reagiert. Und wenn sie das Gehacke um dieses Thema genauso stört wie mich, dann bedanken sie sich bei genau diesem Fahrer mit einem guten Trinkgeld und verzichten sie beim nächsten Nörgler ganz explizit (gerne mit Ansage) darauf. Vielleicht ändert sich dann mal was…

Haubentaucher 3 (oder so)

Irgendwie wird gerade seit ein paar Tagen das Anti-Spam-Plugin übermütig 🙁

Dementsprechend gilt dasselbe wie drüben bei Sashs Blog derzeit: Sagt mir bitte im Zweifelsfall Bescheid! Ich hab jetzt ein paar Kommentare eigenhändig rausgeholt. Das Plugin sollte eigentlich lernfähig sein, sodass das kein zweites Mal passiert. Sorry jedenfalls, falls es deswegen mal ein Weilchen dauert, bis ich einen Kommentar freischalten kann…

Kein Spaß!

„Ach mei, was für ein nettes und niedliches Pärchen!“

Wäre ich zufällig in einem rosaroten Plüschbett gesessen statt im Taxi, hätten so wohl meine Gedanken ausgesehen. Aber nein, sie waren wirklich ganz nett, nur leicht angetrunken und alles in allem sehr angenehme Kundschaft. Fürs Erste.

Aber alles hat ein Ende, so auch die Einigkeit der beiden. Eigentlich wollten sie heim. Eine nicht sonderlich aufsehenerregende Strecke von der Elsenbrücke zum Hackeschen Markt. Hier eine dezent gekürzte Version des Dialogs:

„Schatz, ich freu mich aufs Bett!“

„Oh, ich mich auch!“

„Ich bin so fertig ey, ich glaub ich hätte nix mehr trinken sollen.“

„Ist ja egal, wir sind ja gleich da.“

„Ja, ich mach heute garantiert nix mehr!“

„Oh, wir sind ja gleich an der Oberbaumbrücke. Da ist doch der Tresor gleich ums Eck.“

„Ja schon, aber was soll’s?“

„Lass uns doch noch in den Tresor gehen!“

„Was? Niemals, ich schlaf gleich!“

„Ach komm, einen Drink noch, ein bisschen tanzen…“

„Trinken? Tanzen? Ich glaub, du spinnst!“

„Ach komm, nur eine halbe Stunde.“

„Schatz, ich bin müde…“

„Ach komm, Tresor ist geil. Wir rocken die Bude noch ein bisschen!“

„Ich? Ich soll die Bude rocken? Ich geh heim! Jetzt sofort!“

Ungefähr an dieser Stelle haben sie dann angefangen, ihre Kommunikation (oder das, was sie dafür hielten) auch mit mir zu teilen:

„Biegen sie hier ab und fahren sie zum Tresor bitte!“

„Nein, biegen sie ja nicht ab, ich will nur heim!“

„Quatsch, sie fahren zum Tresor oder seh ich aus als ob ich heim will?“

„Ihn können sie ja zum Tresor fahren, aber ich fahr heim!“

„Glauben sie der nicht, die kommt mit!“

„Schatz du spinnst! Wir fahren beide heim!“

„Ich kann ja wohl selbst entscheiden, wo ich hinwill. Ich fahr zum Tresor. Würden sie bitte…?“

Meine Einwände, ich würde ihnen die Entscheidung sicher nicht abnehmen, wurden übergangen:

Nein, ist doch kein Problem, fahren sie einfach zum Tresor!“

„Sie fahren jetzt mich sofort nach Hause bitte!“

„Hören sie, fahren sie zum Tresor, ich kümmer mich schon um sie!“

„Nee nee, ich kümmer mich um ihn. Fahren sie mal schön zum Hackeschen Markt!“

Am Ende gab sie nach und war ruhig. Ich hab mich nochmal nach einem OK erkundigt, ein „Hmpf!“ bekommen und hab am Tresor gehalten. Durchaus etwas zynisch hab ich den beiden noch viel Spaß gewünscht. Das letzte Wort war dann doch ihres:

„Na vielen Dank, genau das werde ich eindeutig NICHT haben!“

Also mal abgesehen von der stressigen Entscheidung, wo es hingehen soll: Liebe Fahrgäste, MICH stört sowas nicht. Aber glaubt ihr nicht, dass ihr statt eine Party zu feiern mal einen Abend lang über eure Beziehung reden solltet?

Unter der Haube (2)

Neues Design! Jubel Jubel Freu Freu!

So, wie üblich nach dem Schrauben gibt es gute und schlechte Nachrichten. Die Gute ist zweifelsohne, dass keine Teile übriggeblieben sind und das Design sich relativ problemos so hat gestalten lassen, wie uns das unser Testblog schon hat vermuten lassen 😉

Aber natürlich ist noch nicht alles perfekt und einiges muss in den nächsten Tagen (oder Wochen, wer weiss schon?) noch angepasst werden.

Die Verlinkung zu den letzten (nächsten) Texten auf den Artikelseiten fehlt noch. Ob ich an der neuen Textdarstellung (die Absätze sind wesentlich kleiner geworden) etwas ändern werde, weiss ich noch nicht. Da muss ich mal sehen, ob mir das nicht sogar besser gefällt so. Noch offen ist auch die endgültige Gestaltung der Links im Menü. Ich finde es so eigentlich ganz nett, aber man erkennt sie halt nicht 🙂

Was noch kommen wird ist zum einen ein Werbebanner in der Seitenleiste und dort gibt es auch noch ein paar kleinere Details zu ändern. Z.B. wird die Suche ja gerade „zentriert“ angezeigt. Die Seitenleiste ist definitiv das größte Sorgenkind derzeit.

Was uns ebenso beschäftigt, ist: Wir haben hier bei uns ein paar Javascript-Bugs. Ob die bei anderen auch auftreten, weiss ich nicht. So wird hier ständig ein nicht dorthingehöriger Link unter der Facebook-Box angezeigt und im lustigsten Fall wurde statt der Like-Box der Flattr-Button in dieser Größe angezeigt. Da müssen wir schauen, ob und wie wir das in den Griff kriegen. Falls jemand irgendwelche Bugs findet oder sogar Lösungsvorschläge hat: Immer her damit! 😀

(genau deswegen bleibt der Beitrag hier auch gerade oben angepinnt)

Ansonsten hoffe ich, dass es allgemein Gefallen findet, wie die Seite jetzt aussieht. Ein wenig breiter, nicht mehr so vom Header dominiert und nach wie vor übersichtlich. Ich denke, auch wenn es anders ist, kann man sich damit anfreunden. Ansonsten schreibe ich natürlich wie bisher auch weiter.

Grüße aus dem Maschinenraum an euch alle!

Unter der Haube

So, da mich heute mein Magen ziemlich ärgert und ich sowieso zu Hause bin, halte ich das für einen guten Zeitpunkt, mal einen Blick in den Maschinenraum bei GNIT zu werfen. Das an sich zwar gut aussehende aber leider nur sehr sehr bedingt anpassungsfähige WordPress-Theme Twenty Ten wird ausgetauscht und gegen ein etwas modifizierbareres ersetzt. Irgendwann im Laufe des heutigen Abends. Erfahrungsgemäß gibt es bei so einem Theme-Wechsel aber hinterher immer noch Massen an Dingen einzustellen und zurechtzubiegen, sodass es sein kann, das GNIT zwischenzeitlich nicht gerade in neuem Glanz erstrahlt, sondern eher etwas gurkig aussieht.

Ich denke, lesen wird man die meiste Zeit können, über die Optik sollte man sich aber nicht vor morgen früh beschweren 😉

Eine Kleinigkeit haben wir schon in den letzten Tagen hingekriegt: Der Flattr-Button im Feed scheint jetzt zu funktionieren.

So wie ich das aus der Vergangenheit kenne, werde ich nebenbei zu nicht viel kommen. Aber kommentieren dürft ihr natürlich trotzdem. Ich bin ja schon ständig am Bildschirm 😀

Kauft das Buch!

Wie kam Sash eigentlich zum Taxifahren? Das beschreibt er in seinem ersten eBook "Papa, ich geh zum Zirkus!".

Immer dranbleiben!

Abonniert doch den RSS-Feed von GNIT. Mehr von Sash gibt es außerdem bei Facebook und bei Twitter.

Noch ein Blog?

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.

Kotz!

Ich hab ja äußerst selten schlechte Laune bei der Arbeit. Vielleicht liest sich das hier und da mal anders, aber im Grunde bin ich meist der Ruhepol im hektischsten Treiben rund um mein Taxi. Das versuche ich auch durchzuziehen, wenn es mal unangenehm wird. Und unangenehm ist es vor allem, wenn…

Genau.

Ich hatte eine Sechsertruppe angeheiterter Engländer dabei, allesamt lustig drauf und bester Absichten. Ein Bisschen feiern wollten sie noch, aber dennoch waren sie nicht irgendwie auffällig. Zum Tresor sollte es gehen, was von ihrem Fundort aus etwa einen Zehner Umsatz bedeutete. Na denn!

Ich gurkte aus Mitte also in Richtung der gewünschten Lokalität und war frohen Mutes. Alle Insassen meines kleinen Taxis waren guter Laune und ich hatte nicht im Entferntesten eine Vermutung, dass sich daran etwas ändern wird. Aber so war es.

Am Molkenmarkt an der Ampel angekommen vernahm ich ein Geräusch, von dem ich heute nicht einmal mehr weiss, wie es sich angehört hat. Komisch jedenfalls, denn ich hab mich deswegen umgedreht. Und da saß nun einer der jungen Kerle und steckte sich seinen Finger in den Hals. Es war offensichtlich, dass er kotzen musste, mir erschloss sich nur noch nicht ganz, weswegen er das im Auto versuchte. Wir standen an der Ampel und seine Tür war nicht irgendwie gesichert.

„Fuck! Open the door!“

hab ich gebrüllt. Von der Rückbank schrien seine Kumpels:

„Ey, leave it out of the cab! Leave it out!“

Keine Chance. Er übergab sich zunächst mehr oder weniger über die heruntergekurbelte Seitenscheibe, kotzte dann aber weiter munter in den Wagen.

Bei mir hat sich da eine inzwischen ambivalente Haltung durchgeschlichen. Zum einen ist es immer noch das Schlimmste, was passieren kann. Kotze im Auto! Schichtende! Stress! Eklig!
Zum Anderen: Es bringt Geld, immerhin hat er mich nicht getroffen und außerdem bin ich abgehärtet. Was ist schon Kotze? Im Zweifelsfall ein Grund, sich die Finger zu waschen! Essen würde ich es nicht, ansonsten bin ich der rustikale Typ, der die Toilette auch ohne Handschuhe putzen kann…

Kaum dass er sich im Innenraum meiner schönen 1925 ausgekotzt hatte, öffnete mein Fahrgast auch die Türe und sprang raus. Er torkelte 3 Meter und fiel leblos in ein Gebüsch. Ich hab das Auto völlig illegal aber halbwegs verkehrsgerecht auf dem Gehsteig geparkt und den Jungs klargemacht:

„OK, as you see, we have a problem!“

5 bettelnde Jungs hatte ich um mich, die plötzlich Sorge hatten, ich wollte ihren Kumpel verprügeln. Wäre mir nie in den Sinn gekommen, der war eh schon halb tot. Selbst für diesen seltenen Fall (Kotzen bei Touristen) hab ich einen Standardspruch:

„Well Guys, that’s no big deal. 200 Euro or I’ll call the cops…“

Da ist sogar der Tote wieder aufgesprungen. Ob wir nicht einfach weiterfahren könnten? Na klar…
Das Problem an meiner Sicht der Dinge ist vor allem: Was sollen die Cops tun? Sicher, eine Anzeige wegen Sachbeschädigung können sie vielleicht aufnehmen, aber was interessiert das Touristen, die übermorgen wieder ausser Landes sind?

In einer kurzen und dennoch zielführenden Diskussion haben wir erörtert, dass 200 € nicht machbar sind. Ich vermute, ich hätte den Jungs diesen Betrag durchaus aus der Tasche zaubern können (schliesslich wollten sie noch feiern gehen und waren zu sechst), aber es kollidierte offenbar mit ihren Interessen. OK!

„No problem, guys. You just have to clean my car. Of course the meter’s still running when you do so, because it’s my working time. Otherwise: 200 €!“

Betretenes Schweigen, dann kamen die ersten Beschwichtigungsversuche. Ob 200 € jetzt wirklich…

Ich hab das im Keim erstickt und gesagt, dass es so sei und sie sich mal überlegen sollten, ob sie die Kiste in kürzester Zeit wieder geruchsneutral und sauber hinbekommen. Und ob sie das kostenneutral machen würden.

Vielleicht hab ich den sportlichen Ehrgeiz geweckt, jedenfalls waren 3 von ihnen bereit, mein Auto zu putzen. Gleich vorweg: Als ich das Auto abgestellt habe, war ich wirklich miesester Laune. Die Kiste war sauber, sogar geruchsneutral, aber irgendwie hab ich mich des Stresses wegen unterbezahlt gefühlt. Jetzt, zwei Wochen später, ist das schon ok. Sie haben die Kiste alleine saubergemacht und die komplette Zeit laut Taxitarif bezahlt – insofern kann es mir egal sein.

Der Weg dorthin war allerdings lang. An der nächsten Tanke putzten zwar alle mehr oder weniger fleißig, aber spätestens alle 5 Minuten kam die Frage, ob es jetzt ok sei. Und jedes Mal durfte ich ihnen zeigen, wo noch Suppe schwamm, wo noch Bröckchen hingen, und dass das jetzt natürlich noch überhaupt nicht ok sei.

Letztlich war ihr Arbeitstempo aber beachtlich. In nicht einmal einer Stunde haben sie das Auto tatsächlich soweit gereinigt, dass ich nicht nur sie, sondern danach auch noch einen anderen Kunden befördern konnte.

Das ändert indes freilich nichts daran, dass 200 € völlig ok sind, wenn ich das machen muss. Denn im Prinzip ist es nicht meine Aufgabe, und ich kann da völlig getrost die Preise weitergeben, die Profis verlangen und meinen Verdienstausfall noch draufschlagen. Wenn es nach meinem Chef gehen würde, dann würde die Kiste nämlich in einer Spezialreinigung für rund 400 € Grundpreis wieder hergerichtet werden und das Auto wäre locker 2 bis 4 Schichten nicht einsatzfähig.
Ich weiss, dass viele das für überhöhte Preise halten. Aber wer bitte will in einem Taxi sitzen, das nach Kotze riecht und wer ist ernsthaft (und das auch nach mehrmaligem Nachdenken) der Meinung, dass es völlig normal ist, in ein Taxi zu kotzen, bzw. dass der Fahrer das dann auch wegzumachen hat für die 7 € Bruttostundenlohn, die er so etwa durchschnittlich kriegt?

Am Ende waren es 35 € laut Taxameter, nicht einmal Trinkgeld gab es für meine Kulanz. Mir soll mal einer kommen und mich für unfair halten!