Kleiner Rückblick

So, Neuheiten sind jetzt endgültig aus, und Punkt 6 Uhr, wenn dieser Artikel online ist, werde ich hoffentlich noch am Steuer sitzen. Deswegen gibt es an dieser Stelle einen kleinen Rückblick und ein großes Eingeständnis meinerseits, dass man manchmal versuchen kann, vorbildlich zu sein, die Kunden aber dennoch enttäuscht.

Es muss während der zweiten oder dritten Woche gewesen sein, damals als ich noch komplett neu war im Taxi. Berlin kannte ich zu 99% nur vom Papier (das ist inzwischen auf vielleicht 80% gesunken) und ich war fast stolz darauf, dass ich mir so langsam ohne Navi merken konnte, wie ich am schnellsten zum Abstellplatz komme, um Feierabend zu machen. Also vorausgesetzt, ich kam nicht von Süden und war in etwa 2 Kilometer Umkreis davon.

Naja, jedenfalls steigt eine Frau bei mir ins Auto, ich weiss schon nicht mehr wo. Naja, wahrscheinlich war es der Ostbahnhof. 😉

Freudestrahlend mustert sie mich, nennt ihr Fahrtziel, und meint im Losfahren:

„Sodele, jetzt bin i endlich amol mit em richtige Berliner onderwägs. Sie könnet mr bschdimmt a baar Gschichde erzähle von ihr’m Beruf!“

Ja, es war dann etwas bitter für sie, dass wir uns auch vor anderthalb Jahren noch unweit unserer beider Wohnungen hätten treffen können, bzw. sie sicher mehr Real-Life-Erfahrungen aus der Stadt hatte. Ne lustige Fahrt ist es trotzdem geworden, insofern war es schon ok. Heute könnte das schon wieder klappen. Sagt mir zumindest das Archiv rechts unten 😀

9 Kommentare bis “Kleiner Rückblick”

  1. Aro sagt:

    Minderheiten unter sich…

  2. Aro sagt:

    Schade, dass du hier die schicke Funktion nicht hast, sich bei Antworten benachrichigen zu lassen.

  3. Sash sagt:

    @Aro:
    Lässt sich sicher noch implementieren. Hab ich bisher nicht dran gedacht, ist ja als ständig benachrichtigter eher nebensächlich. Ich sehe ja selbst das Feldchen als eingeloggter Sash nie 😉

  4. Streetking sagt:

    Vielleicht solltest Du Deine Freizeit mal lieber für das „Erkunden“ von Berlin verwenden, anstatt für das Verfassen Deines zugegebener Maßen sehr amüsanten Blogs! Deine geschätzten 80% erschrecken mich doch sehr, Du müßtest doch bei jeder Fahrt Schweißausbrüche bekommen…!?
    Ich fahre im Übrigen ohne Navi, bin aber zugegebenermaßen eingeborener „Berliner“, obwohl ich logischerweise auch noch nicht jede Ecke kenne, aber das kriege ich auch noch hin…

  5. Sash sagt:

    @Streetking:
    Hmm, ich wollte nur ehrlich sein. Nach nun anderthalb Jahren Taxifahren… wie viele Straßen soll ich den abgefahren sein? Ist halt blöd: Die meisten Kunden wollen zu ähnlichen Locations. Am Alex fahr ich 3 bis 15 mal pro Nacht vorbei. In die Franz-Stenzer-Str. (die direkt vor meiner Haustüre liegt) bin ich aber tatsächlich nur einmal in all der Zeit mit dem Auto gewesen. In der nächsten Querstraße noch nie…
    Die 80% beziehen sich als sehr sehr grob geschätzter Wert auf alles inklusive der Neubaugebiete in Spandau (wo ich im gesamten Bezirk bisher 5, nee warte: 6 mal (!) war) und der Kleingartenkolonien in Köpenick. Da müsste man ja schon um aktuell zu bleiben 100 km die Woche rumgurken… unsinnig, unbezahlt, umweltschädlich.
    Und von den 20% der Straßen, die ich kenne, gehen gut 50% weitere ab. Da krieg ich keine Schweißausbrüche mehr 🙂

  6. Der Maskierte sagt:

    Ich finde das immer wieder schön, wenn ich mit Kunden hier unterwegs bin und die mich auch was zu der Stadt fragen – und ich oftmals nur sagen kann, dass ich auch nur zugezogen bin.

  7. Sash sagt:

    @Der Maskierte:
    Sowas passiert mir natürlich auch oft. Aber es ist ja schon so, dass ich mir inzwischen einiges angeeignet habe. Dass ich zugezogen bin… das ist hier in Berlin ja die Regel, nicht die Ausnahme. Bei mir ist es vielleicht noch nicht lange genug her im Bezug auf den Job, den ich mache. Aber irgendwann muss man mal anfangen, und die Zahl der unzufriedenen Kunden ist sicher niedriger als bei manchem Kollegen, der sich zwar besser auskennt, dafür aber unfreundlich ist.

  8. Aro sagt:

    Immerhin sind 20 Prozent schon mal 2.000 Straßen – so wenig also auch nicht.
    20 Prozent der gelben Straßen im Stadtplan wären ein bissel wenig, da sollte man schon 50 % kennen.
    Aber ansonsten. Wer will schon mal in die Straße 206? Wer erwartet ernsthaft, dass Du alle Anfahrtsmöglichkeiten zur Rehwiese kennst (obwohl dort viele Taxi fahren)? Wichtig ist, dass man sich möglichst viel von dem merkt, wohin man fährt.
    Ich denke, dass ich vielleicht 50 Prozent aller Berliner Straßen kenne, das allerdings nach ca. 12 Jahren Taxi und 1 Jahr Kurierdienst fahren. Und als hier Geborener und schon vorher in Ost und West Cruisender.
    Also: 20 Prozent sind OK 🙂

  9. Sash sagt:

    @Aro:
    Ich weiss, dass das sogar eine optimistische Schätzung ist 🙂
    Aber von den gelben schaffe ich mehr als 20… und gibt es von Straße 206 nicht auch 2? Dopplungen gehen immerhin (teilweise) bis über 400!

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