Ich hab schon so oft geschrieben, wie nervig Montage sein können. Keine Sau ist nach den Wochenendeskapaden und dem ersten Arbeitstag Nachts auf der Straße. Verständlicherweise. Also steht man sich als Taxifahrer die Reifen platt. Ich achte Montags immer darauf, dass ich genug zu lesen und Essen dabei habe, um die langen Wartezeiten irgendwie zu überstehen.
Heute Nacht hätte ich mir das sparen können!
Ich bin auch nur mit mäßiger Motivation in den Tag gestartet. Ich wollte keinesfalls mehr als 8 Stunden arbeiten, und im Optimalfall noch vorher Feierabend machen – wenn ich den obligatorischen Hunni bis dahin eingefahren hätte.
Gleich am Stellplatz des Autos ging es los. Eine junge Frau musste mit ihrer im Baumarkt erworbenen Spüle ein Stückchen in die Stadt rein. An den Bahnhöfen ging es zeitweilig auch drunter und drüber, weil mal wieder etliche S-Bahnen ausgefallen sind. Ich hab letztlich eine Runde bis nahezu zu meinen Heimatgefilden gedreht, und zwar fast ununterbrochen besetzt. So kamen binnen anderthalb Stunden 4 Touren zusammen mit dem abenteuerlichen Umsatz von rund 51 €. Das ist quasi mein Silvesterschnitt!
An einem stinknormalen Montag!
Völlig absurd ist es aber dann geworden, als ich mich doch noch am Ostbahnhof eingefunden habe. Ich stehe gemütliche 10 Minütchen an, da tritt jemand an den ersten Kollegen der zweiten Rücke heran. Dann geht er weiter zum Zweiten. Ich, Dritter, spitze schonmal die Ohren:
„Kann ich bei ihnen mit ec-Karte zahlen?“
Schade.
Dann kam er zu mir und wollte gerade loslegen, da hab ich gemeint:
„Ich hab gerade schon mitgehört. Ich hab leider auch keinen Kartenleser!“
Ich weiss nicht, ob ich damit bereits kommunikativer war als die Kollegen, oder ob er einfach keinen Bock mehr zu suchen hatte. Jedenfalls erkundigte er sich, was denn die Fahrt nach Eggersdorf kosten würde. Ich hab ziemlich diplomatisch klargestellt, dass ich bei Eggersdorf höchstens ausschließen könnte, dass es sich jenseits des Atlantiks befindet, und ich jetzt erst einmal gar keine Vorstellung davon habe. Aber er hat sich die Zeit genommen, und als ich auf seine Frage
„Fünfzig, sechzig Euro?“
antworten konnte:
„Höchstens!“
sprang er ins Auto mit den Worten:
„Na, so viel Geld hab ich ja schon noch dabei!“
Soviel zum Wunder der menschlichen Kommunikation. Die sehr angenehme Tour hat dann auf einen Schlag nochmal 45 € in meine Kasse gespült, und da stand ich dann mit einem akzeptablen Kilometerschnitt und 96 € in der Tasche nach gerade mal 3 Stunden Arbeit vor meiner Haustüre. Ich hätte am liebsten gleich Feierabend gemacht. Aber eine kurze Runde durch in die Stadt musste ich so oder so noch. Auf dem Weg hab ich dann noch Winker gefunden – und das obwohl ich verpennt hab, die Lampe anzumachen.
Naja, jedenfalls hab ich meinem Wunsch nach früh Feierabend gemacht: Nach knapp 5 Stunden mit 115 €. Danke!