Was nicht alles schiefgehen kann …

Kommt ein mir unbekannter Kollege an die Halte gefahren. Mit angeschalteter Fackel. Geht die Fackel plötzlich aus. Und wieder an. Nicht jetzt schnell blinkend wie bei einem stillen Alarm, sondern nach anderthalb Sekunden oder so. Dann brennt sie wieder ein paar Sekunden und geht erneut aus.

Ich sehe den Kollegen skeptisch an und er steigt auch gleich aus und meint:

„Weiß ich, Kollege, weiß ich! Ich war heute in der Werkstatt und seitdem ist das so. Keine Ahnung, was die da verbockt haben!“

Öfter mal was neues. 0.o

Die Pariser Kollegen haben die Schnauze voll von UberPop

Wie überall auf der Welt ist Uber auch in Frankreich nicht unbedingt von allen Seiten willkommen geheißen worden. So natürlich auch von den Taxifahrern. Im Grunde passiert in Frankreich ja das gleiche wie letztes Jahr bei uns: Schwarz arbeitende Uber-Fahrer bedrohen das Gewerbe massiv und halten sich dabei wohl auch nicht an schon ergangene Gerichtsurteile.

Da Frankreich bei Streiks aber doch noch mal eine etwas andere Streikkultur hat als Deutschland, gibt es nun nicht nur Berichte von verstopften Autobahnen, sondern auch Bilder von brennenden Uber-Autos zu vermelden. Zumindest tut das die taz heute.

Der Legende nach waren es nicht verfügbare Pariser Taxifahrer, die Travis Kalanick auf die Idee mit Uber brachten. Was wäre das für eine Ironie, würde deren jetztige Präsenz Ubers Frankreich-Ausflug beenden. 😉

Zumindest der französische Präsident denkt wohl über ein weiteres (?) Verbot nach*.

*Ich hab echt keinen Überblick über die Rechtssituation in Frankreich. Und in dem Artikel steht sinngemäß wirklich, dass UberPop eigentlich illegal ist, der Präsident aber über ein Verbot nachdenkt …

Die Kartenannahmepflicht ist durch

Wie Lawblogger Udo Vetter heute vermeldete, wurden die Eilanträge einiger Berliner Taxibetriebe abgewiesen, die sich dagegen wehren wollten, Kreditkarten annehmen zu müssen. Der Versuch, das mit hohen Kosten zu begründen, war auch in der Tat etwas blauäugig, denn inzwischen sind Kartenleser wirklich keine Riesenausgabe mehr.

Also nicht, dass es nicht auch sauteure Systeme gibt – ich will nicht wissen, was mein ans Funkgerät gekoppelter und fest ins Auto verbaute Leser gekostet haben mag! –aber das Gericht hat schon recht, wenn es feststellt, dass es durchaus bezahlbare Geräte gibt.

Nebenbei sei aber erwähnt: Neue Technik bringt immer auch neue Probleme mit sich, nicht jeder, der mal keine Kartenzahlung anbieten kann, verweigert sich dem Gesetz. Mich hat’s letzten Samstag auch erwischt: Mitten in der Nachtschicht war das Papier im Belegdrucker alle … da kannste dann auch nix machen. :/

Kollegenprobleme die x-te

Natürlich sind auch nicht alle Taxifahrer untereinander nett und kollegial. Da kann man auch mal Alarm machen, aber in aller Regel sind es ja entweder Mißverständnisse oder Kleinigkeiten. Manche aber entwickeln da einen Eifer …

So wunderte ich mich etwas über die zerrissene Taxischlange vor dem Sisyphos. Aber das lag, das sah ich dann alsbald, an einem Kollegen, der nicht am Auto war, und es mit abgeschalteter Fackel (ich weiß, die E-Klasse macht das automatisch) abgeschlossen mitten im „Nachrückebereich“ abgestellt hatte. Die davor waren nach vorne zum Ausgang aufgerückt und vor ihm war eine Lücke bis zum Clubeingang, vielleicht so 20 bis 25 Meter lang.
Als dann die letzten Taxis vor besagtem Kollegen weg sind, ist einer von hinter ihm vorgezogen. Das war eine Minute, nachdem ich angekommen war. Kaum dass das passiert war, kam der verschollene Kollege auch angerannt, schloss sein Auto auf und rannte statt zu diesem nun aber zu dem vorgefahrenen Fahrer und beschimpfte ihn, warum er an ihm vorbeigefahren sei.

Kann man machen, aber bei verlassenen Autos, bei denen die Fackel aus ist, zieht man vorbei. Punkt. Man muss am Stand (Ja, ist keine legale Halte dort, aber wenn man schon auf Regeln pocht …) einsatzbereit sein, also bereit zur Fahrgastaufnahme. Und wenn einen nicht einmal die Kollegen ausfindig machen können …
Und wenn man sich doch mal eben ausklinkt, dann riskiert man halt, dass die anderen vorziehen. Insbesondere an Halten, an denen es schnell vorangeht, oder man nichts vorher abklärt. Ich hab schon auf Kollegen gewartet, weil sie nur kurz am Ostbahnhof zum Pinkeln rein sind, bin aber auch schon oft genug an welchen vorbeigefahren, die gleich einen Kaffee trinken waren oder die Halte als Parkplatz für ihren Wocheneinkauf genutzt haben. Es ist meines Erachtens nach nicht viel dagegen einzuwenden, wenn man Kollegen den Freiraum gibt – aber einen Anspruch darauf, dass sie ihren Platz in der Schlange behalten, haben sie halt auch nicht.

Und schon gar nicht, wenn wie hier alle offenbar schon vier bis fünf Plätze weiter vorgerückt sind während der „kurzen“ Abwesenheit …

Der nunmehr erste Fahrer am Sisyphos ließ sich offenbar nicht aus der Ruhe bringen und blieb stehen. Der andere, der sich so übel betrogen fühlte, machte kurioserweise dasselbe. 20 Meter dahinter. Gut, die Schlange am Sisyphos verschiebt sich wirklich manchmal vom Ein- zum Ausgang hin und her, aber eigentlich ist das bescheuert. Warum sollten wir am Eingang warten? Am Ausgang kommen 95% aller Kunden raus (inkl. den nicht reingelassenen). Aber der schändlichst in seiner Würde gekränkte Fahrer tigerte die 20 Meter zwischen seinem Auto und dem des Kollegen unaufhaltsam auf und ab, sich sichtbar grämend, dass er diesem Irrsinn nicht Einhalt gebieten konnte. Ach Gottchen, mit der Einstellung würde ich nicht mehr so alt werden, wie der Kerl, also vielleicht 50 …

Als dann auch noch Kundschaft kommt, rastet er völlig aus und will sie zu sich ranwinken. Was schon alleine misslingt, weil die Kunden wenig Grund sehen, zu so einem wild gestikulierenden Spinner auch noch dreimal so weit zu laufen. Da hätte er mal besser aufgeschlossen zum verhassten Kollegen!

Ich, der ich hinter ihm stand, war so langsam auch genervt. Ich hätte mich gerne hinter den anderen (eben beim Ausgang) eingereiht. Aber dann wäre der Kollegenkasper wahrscheinlich einen flotten Herztod gestorben. Und so kam er, kaum dass der erste weg war, auch zu mir und krähte mich verzweifelt an:

„Schau Dir das an! Da klaut der mir die Fahrt! Sowas gibt’s ja wohl nicht, so eine Frechheit!!!“

Da hab dann selbst ich etwas pampig reagiert und gesagt:

„Ja, Kollege, dann denk mal drüber nach. Du stellst dein Auto mit ausgeschalteter Fackel 30 Meter entfernt ab, bist nicht aufzufinden und machst dann auch noch Radau. Was hätte der geschätzte Kollege denn bitte anderes machen sollen. Im Übrigen hast Du Kundschaft, also hopp!“

Und zwar hoffentlich nur bis zum Ostkreuz. Oder besser Rummelsburg, das ist nochmal ein Euro weniger.

Menschen …

-.-

Schlecht verkuppelt

Wie in jedem anderen Job kommt es auch beim Taxifahren mal dazu, dass die Dinge nicht so laufen, wie sie sollten. Eigentlich ungefähr jeden Tag, zumindest wenn man sich mal überlegt, dass ich auf die inzwischen ja wohl hochverdiente Hamburg-und-zurück-Tour bereits seit über sechs Jahren warte. 😉

Nein, im Ernst: Mit den Touren kann viel schief gehen. Ärgerlicher aber ist, wenn noch Stress mit dem Auto dazu kommt. Insbesondere in einer größeren Firma wie meiner kann das natürlich auch mal untergehen oder in Misverständnisse münden. Heute aber hab ich mich richtig geärgert.

Vor nunmehr drei Wochen hab ich gesagt, dass die Kupplung der 2925 langsam den Geist aufgibt. Langsam, wohlbemerkt. Mir ist es nur auf der Autobahn aufgefallen, dass die Kiste beim Beschleunigen manchmal ins Leere greift. Das kann man als Stadtfahrer eine Weile ignorieren. Aber wie zu erwarten war, wurde es schlimmer. Und am Montag habe ich Cheffe gesagt, dass das nicht mehr warten kann:

„Spätestens nächstes Wochenende bleibe ich mit der Kiste liegen!“

Er berichtete mir am Dienstag dann, dass einer der anderen Fahrer zur Inspektion fahren würde, „heute oder morgen“. Na also. Und heute steige ich ins Auto ein und es ist sichtbar nix gemacht worden. Ja ja, anfahren lässt sich die 2925 gut, aber in allen Gängen ab dem dritten greift sie sehr schnell ins Leere. Man kann da natürlich vorsichtig fahren und noch ein bisschen was rausholen, aber die 500 Kilometer, die ich an diesem Wochenenende so vorhabe, hält das nicht mehr. Ich hab die Kiste heute Nacht soweit runtergerockt wie irgend möglich. Zur Werkstatt sollte sie’s auch noch schaffen, aber dann ist Sense.

Für mich bedeutet das jetzt, dass ich eventuell andere Autos nehmen muss, damit mehr Anfahrtszeit etc. pp.
Sicher kein Weltuntergang. Aber es ist wesentlich stressiger, als einfach mal während einer Schicht zwei Stunden Pause an der Werkstatt zu machen – was ich nicht kann, weil ich nur außerhalb der Öffnungszeiten arbeite.

Ich weiß, ich würde die Pause auch ungern machen. Sowas nervt. Aber ich würde es tun, wenn es nötig wäre. Schließlich muss ich mit der Kiste rumfahren, da soll sie doch in Ordnung sein! Ich putze das Auto ja z.B. auch.

Scheinbar sehen das aber leider nicht alle Kollegen so. Und ich hab jetzt den Stress. 🙁

PS: Es kann natürlich sein, dass der Kollege zufällig jetzt krank war oder so. Kann sein; und dann will ich wirklich nix gesagt haben. Aber wenn trotz drei Wochen Vorwarnzeit am Ende das Auto kaputt ist … sowas sollte echt nicht sein. Ich bin gespannt auf die Lösung, die Cheffe mir vorschlägt …

Sash, 33, Lichthupenkünstler

Manchmal macht man Dinge, die von anderen falsch verstanden werden und am Ende dann doch genau richtig sind. Passiert selten, ist aber so gut, dass es fast schon lustig ist.

Ich fuhr die Tage irgendwann auf der Skalitzer lang. Plötzlich steht da auf der rechten Spur ein Taxi, das gerade frei wird. Ich hätte jetzt Gas geben können, um schnell vorbeizuziehen und vor dem Kollegen Winker bekommen. Aber da ich da nicht so bin, hab ich kurz Lichthupe gegeben. Nett gemeint als „Kannst ruhig rausziehen, ich lass Dich vor!“.
Anstatt nun Gas zu geben, trat der Kollege auf die Bremse und machte die Fackel aus. Und in dem Moment hab ich dann auch realisiert, dass es ein LDS-Taxi war …

Gut, damit kam die Lichthupe bei ihm wohl eher wie ein „Ey Du Arschloch, mach hier in Berlin gefälligst die Fackel aus!“ an, aber vom Ergebnis her kann ich jetzt nicht behaupten, dass mir das missfallen hat. 😉

Kauft das Buch!

Wie kam Sash eigentlich zum Taxifahren? Das beschreibt er in seinem ersten eBook "Papa, ich geh zum Zirkus!".

Immer dranbleiben!

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Noch ein Blog?

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.

Mal Du, mal die anderen, aber immer er.

Ich hab neulich schon über unseren Fernfahrtspezialisten geschrieben. Ob wir ihn nun Jörg, Rolf oder Gustav nennen, ist ja mal egal. Mit ihm stand ich am Mittwochabend am Ostbahnhof und wir waren beide etwas gebeutelt. Nur knapp ein Zehner Umsatz pro Stunde, ein schlechter Witz. Aber der Kollege belehrte mich in väterlichem und leicht sächsischem Tonfall:

„Ach Sascha, das weißte doch: Mal verlierst Du, mal gewinnen die anderen!“

Eine halbe Stunde später stehe ich wieder bei ihm am Auto, da kommen zwei Punks angelatscht.

„Entschuldigen Sie. Würden Sie uns für diesen Scheiß-Gutschein der Scheiß-Bahn nach Fürstenwalde bringen?“

„Ach, warum nicht?“,

meinte der Kollege dann gelangweilt. Wie der das macht, wird mir ewig ein Rätsel bleiben. Immerhin war er seit meinem letzten Artikel schon wieder in Frankfurt/Oder …