Die Kartenannahmepflicht ist durch

Wie Lawblogger Udo Vetter heute vermeldete, wurden die Eilanträge einiger Berliner Taxibetriebe abgewiesen, die sich dagegen wehren wollten, Kreditkarten annehmen zu müssen. Der Versuch, das mit hohen Kosten zu begründen, war auch in der Tat etwas blauäugig, denn inzwischen sind Kartenleser wirklich keine Riesenausgabe mehr.

Also nicht, dass es nicht auch sauteure Systeme gibt – ich will nicht wissen, was mein ans Funkgerät gekoppelter und fest ins Auto verbaute Leser gekostet haben mag! –aber das Gericht hat schon recht, wenn es feststellt, dass es durchaus bezahlbare Geräte gibt.

Nebenbei sei aber erwähnt: Neue Technik bringt immer auch neue Probleme mit sich, nicht jeder, der mal keine Kartenzahlung anbieten kann, verweigert sich dem Gesetz. Mich hat’s letzten Samstag auch erwischt: Mitten in der Nachtschicht war das Papier im Belegdrucker alle … da kannste dann auch nix machen. :/

14 Kommentare bis “Die Kartenannahmepflicht ist durch”

  1. Norman sagt:

    Und für alle, die es unbedingt brauchen, noch nicht haben, und entweder selbst ihr eigener Arbeitgeber sind, oder aber von jenem keinerlei Unterstützung erhalten, und trotzdem nicht kündigen wollen, gibts dann auch noch iZettle, die Smartphone-Kartenzahlungslösung mit kostenlosem Basis-Kartenleser:
    https://www.izettle.com/d/3VZ4NU
    🙂

  2. Kautsch sagt:

    Naja eine Ersatzrolle mit zu führen ist mit Sicherheit auch kein Hexenwerk.

  3. ednong sagt:

    Ja, das mit dem Papier passiert in den unmöglichsten Situationen. Und meist ist die Ersatzrolle dann auch schon aufgebraucht. Aber vielleicht hättest du Glück an deiner Lieblingstanke, dass die dir eine Rolle leihen können …

  4. Patrick sagt:

    Jetzt muss nur noch der unverschämte Zusatz Preis für die Karre Zahlung weg. Dann sind wir fast in der zahlungstechnischen Gegenwart angekommen

  5. Sash sagt:

    @Norman:
    Und das ist ja nur ein Beispiel.

    @Kautsch:
    Nee, sicher nicht. Aber wie überall im Leben kann auch bei der Kartenzahlung was schieflaufen. Meine EC-Karte wurde auch schon mal im Supermarkt nicht angenommen. Irgendwas ist immer. 🙂

    @ednong:
    Das kann theoretisch schon sein. Aber ehrlich gesagt: Ich hab da noch keine Ahnung von verschiedenen Größen und Spezifikationen etc.

    @Patrick:
    Ja, und aus unserer Sicht sollten auch endlich mal idiotische Fahrgäste wegbleiben, die alles gerne billiger hätten. Wie oben schon geschrieben: Irgendwas ist immer. Bargeldlose Zahlung ist nunmal aufwändiger und teurer für Unternehmen, so ist es halt. Die einen preisen es ein, die anderen subventionieren es quer. Und da wir als Dienstleister mit einem staatlich festgelegten Tarif arbeiten und keinerlei Preisentscheidungen selbst treffen können und zudem eine Marge haben, bei denen Einzelhändler schon beim Angucken schließen würden, gibt es derzeit halt eine Gebühr. Wird vermutlich nicht immer so sein, dann zahlen halt alle anderen ein wenig drauf … ich verstehe echt nicht, wie man sich über sowas aufregen muss.

  6. Wahlberliner sagt:

    @Sash (zu @Patrick): Das sind halt diese unverbesserlichen Kartenzahlungsjunkies, die meinen, es wäre toll, wenn jeder Geldfluss immer komplett total überwacht wäre, weil dann kein Bargeld mehr benötigt werden würde, und weil es ja die ganze Welt so macht usw….Tja, nur weil die ganze Welt etwas macht, ist es noch lange nicht gut. Nur weil die ganze Welt ihre Kreditkarten liebt, mit der fehlenden Ausgabenkontrolle und der Tendenz dazu, Geld auszugeben, was man gar nicht hat, heißt das eben noch lange nicht, dass das gut ist. Aber manchen genügt es zu wissen, dass sie selbst momentan einen ausreichend gut bezahlten Job haben, um nicht in der Schuldenfalle zu landen, was kümmert sie der Rest der Leute…..

  7. Der Finanzberater sagt:

    Lieber Sash, hast du das mal aus dem Faktor Sicherheit betrachtet. Wenn mehr Leute mit Karte bezahlen würden, müsstest du doch weniger Bargeld mit dir rumtragen und dann wird Taxifahrer überfallen bald ziemlich unlukrativ.
    Wäre das nicht sicherer für euch?

    Liebe *ich will meinen Geldstrom nicht überwachen lasser*,
    meint ihr wirklich jemand interessiert sich einen Dreck, dass ihr 25,00€ für ein Taxi in Berlin ausgegeben habt?
    Bei Verdacht auf eine Straftat, ja. Im Zweifel ihr, um zu beweisen, dass (im Fall eure Karte wurde irg

  8. Der Finanzberater sagt:

    indwo kopiert), ihr Nachweisen könnt, dass ihr nicht in Bangkok täglich 500€ abgehoben habt, weil ihr zwischendurch in Berlin Taxi gefahren seid, ja.
    Aber wen juckt das sonst? Die Banken nicht, das kann ich dir verraten.
    Big Brother is everywhere 😉

  9. Wahlberliner sagt:

    @Finanzberater: Als erstes fallen mir die ganzen Hartzies ein, die zu wenig Geld bekommen, um leben zu können, und somit praktisch alle noch nebenbei etwas verdienen müssen. Das geht nur bar, denn sonst würde es ihnen weggenommen werden.

  10. Patrick sagt:

    Moin,
    Bei Diensten wie uber oder blacklane, mytaxi, mydriver funktioniert es aber bargeldloser Zahlung. Manchmal muss man sich auch mal bewegen, wenn man seinen Marktanteil behalten will.
    Klar, der einzelne Fahrer kann weder Tarif noch die Kosten der Kartenzahlung beeinflussen. Aber Die Taxi Genossenschaft einer Stadt Z. B. Schon und die könnten Rahmenverträge mit zahlungsdienstleistern machen.
    Ein Anfang wäre es die kartenzahlung Gebühr an die Höhe der Kosten anzugleichen. In meiner Heimatstadt sind das 2 Euro und das übersteigt die Kosten einer kartentransaktion locker um das 8-10 fache.
    Das annehmen von Bargeld ist üübrigens meistens teurer, da der Chef es ja zur Bank bringen muss um Gehälter zu zahlen, etc.
    Ich will Bargeld übrigens gar nicht abschaffen. Es geht auch gar nicht um die Kreditkarte, gerne auch EC ich will die Wahl haben. Ich finde Kreditkarten übrigens praktisch und bin mir dem verschuldungsrisiko durchaus bewusst.

  11. opatios sagt:

    Gerne genommenes Thema, Kartenzahlung. 🙂 Geb ich gerne mal meinen Senf dazu.

    Zunächst mal ist Kartenzahlung ein Dienst am Kunden, der messbar Geld kostet, je Transaktion. Die Zahlungsdienstleister hierzulande halten nach wie vor ganz anständig die Hand auf (nicht nur je Zahlungsvorgang, auch die Geräte dürfen für xx EUR/Monat gemietet werden), und Taxiunternehmen reichen die Kosten halt an die Kunden weiter. Anderswo wird das bereits in die Preise einkalkuliert, der „Aufpreis“ wird also versteckt und keiner regt sich auf.
    Günstige Konditionen kriegen höchstens Unternehmen, die wirklich massenweise Kartenzahlungen abwickeln, z.B. Tankstellenketten.

    Auf der anderen Seite ist aber in der Tat auch der Umgang mit Bargeld nicht ohne Nachteil: Immer genug dabei haben, Wechselgeld-Problematik, und Bargeld kann sehr einfach gestohlen oder geraubt werden. Das passiert hoffentlich nicht so oft- dann muss der Zahlungsempfänger am Ende des Tages noch das Geld zählen und unterbringen, das kostet Zeit (hoffentlich bezahlte Arbeitszeit!). Und wenn man für seinen kleinen Laden mal ein paar Rollen Wechselgeld braucht, berechnet die Bank dafür auch noch mal einen Aufschlag. Da ist bargeldlose Zahlung ein Vorteil. Die Karte hat’s immer passend und das Geld landet direkt auf dem Konto des Empfängers.

    Das Argument der fehlenden Ausgabenkontrolle bei bargeldloser Zahlung ist allerdings keines. Entweder ich kann den Überblick über meine Finanzen behalten und weiss im Groben, was mir zur Verfügung steht (im Geldbeutel präsent wie auf dem Konto), oder ich kann eben den Überblick nicht behalten und werde erst gebremst, wenn die Börse leer ist und die Karte beim Bezahlungsversuch abgelehnt wird. Man soll übrigens, hab ich mal gehört, den Verfügungs-/Überziehungsrahmen seiner Konten auch so festlegen können, dass man sich nicht zwangsläufig gleich mit vierstelligen Beträgen verschuldet.

    Und bevor mich jetzt jemand bezichtigt, ich würde wohl am liebsten auch ein Päckchen Kaugummi mit Karte zahlen: So was mache ich höchstens an Automaten. Sonst bemühe ich üblicherweise erst ab Beträgen um 12 Euro die Karte.

  12. Aro sagt:

    Ich fands ja bisher schöner, einfach von egoistischen Standpunkt aus. Schon hab ich Fahrgäste bekommen, obwohl ich erst an 4. oder 5. Stelle stand, weil vorn alle keine Karten akzeptierten.
    Früher war alles besser 🙂

  13. Sash sagt:

    @Finanzberater:
    Der Sicherheitsaspekt ist definitiv ein Grund für Kartenzahlung. Mir geht es auch nicht darum, sie zu verteufeln. Ich bin nur immer wieder überrascht, wie wichtig das genommen wird. Sei es die Verpflichtung, Karten zu nehmen – oder auch die Verfügbarkeit von Dingen, die man per Karte zahlen kann. Für Dienstleister wie für Kunden gibt es Vor- und Nachteile (wie bei fast jedem Thema).

    @Patrick:
    Das Problem ist: Du vergleichst Äpfel mit Birnen: Uber, Mytaxi, Mydriver … keines dieser Unternehmen ist ein Taxiunternehmen. Keines dieser Unternehmen hat Autos, Fahrer oder feste Preise. Die verkaufen alle ihre Vermittlung an uns oder andere, mehr machen die ja nicht. Und die Verhandlungsfähigkeit der Gewerbevertretungen würde ich auch mal hinterfragen. Gerade in kleineren Gemeinden geht es da um Betriebe und Genossenschaften, die für ihre 200 Kartenzahlungen im Monat sicher keine Sonderkonditionen bei einem großen Anbieter raushauen können.
    Auch wenn spätestens seit Uber immer wieder mit dem „verkrusteten Taxigewerbe“ argumentiert wird: Es ist echt nicht so, dass bei uns überall die Zeit stillsteht und keiner irgendwas gutes für die Kunden tun will, tatsächlich arbeiten die Leute in der Branche einfach oft hart an der Rentabilitätsgrenze, so dass so Kleinigkeiten echt Folgen haben können.

    @opatios:
    Eine gute allgemeine Zusammenfassung, würde ich sagen. 🙂

    @Aro:
    Früher hättest Du dafür jede Tour mit 5 Leuten ablehnen müssen. 😉

  14. Sebastian sagt:

    Ich habe letztens mehr oder weniger durch Zufall SumUp entdeckt. Gerade fehlt mir der Anwendungsfall und 2,75% vom Umsatz abzudrücken ist bestimmt auch nicht berauschend, allerdings ist es wirklich weit von früher üblichen Kosten entfernt.

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