So, ich blogge mal wieder Sonntag morgens zum Feierabend. Natürlich nicht grundlos. Hinter mir liegt ein durchaus denkwürdiger Arbeitstag. Dass ich insgesamt elfeinhalb Stunden auf der Straße war, ist dabei nur das kleine i-Tüpfelchen.
Angefangen hat alles vor viel mehr Stunden. Bereits zur frühen Nachmittagszeit bin ich gestern zum Ostbahnhof getuckert, weil dort – nach langer Vorplanung – endlich mal der Maskierte zu mir stieß. Zum Zwecke einer Familienfeier angereist befand sich seine Maske wie versprochen nicht auf Position – was uns wahrscheinlich unangenehme Aufmerksamkeit ersparte. Die Fahrt führte weit in den Süden, ungelogen nach JWD, genaue Ortsangaben verbieten sich der Identität wegen. Selbst meinen Tracker hab ich rechtzeitig deaktiviert …
Ich hoffe, der IT-Master himself hat sich nicht durch die aufschaukelnde Stimmung in den Kommentaren hier genötigt gefühlt – tatsächlich hat er aber die Marke fürs höchste Trinkgeld noch einmal nach oben verschoben. So langsam kommen wir in Bereiche, in denen es selbst mir unangenehm wird, Summen zu nennen, deswegen sei nur gesagt, dass er mir nur einen Schein gab und sich der Betrag auf „unvernünfzig“ reimt. 😉
Die Fahrt war über alle Maßen angenehm, ich hab – obwohl bei dichtem Regen auf der Autobahn am Steuer – kaum mitbekommen, wie die Kilometer verflogen sind und selbst die 1925 hat sich an geeigneten Stellen widerstandslos auf Geschwindigkeiten beschleunigen lassen, die ich sonst eher von sehr weit unten sehe als Stadtfahrer. Wir eilten von Thema zu Thema, von Ausfahrt zu Ausfahrt – und am Ende waren wir plötzlich da. BÄM! Irgendwie immer ein bisschen schade.
Nach der Tour, die mich mit An-, Hin- und Rückfahrt fast vier Stunden Zeit gekostet hat, bin ich erstmal für drei Stunden ins Bett gefallen. Arg viel mehr hatte ich davor nämlich auch nicht geschlafen und in Kombination mit frühem Aufstehen (war genau genommen noch morgens!) verträgt sich das mit einer Samstagsschicht so gut wie illegale Drogen: Kein Bisschen.
Was dann kam, war ernüchternd. Und zwar nicht nur, weil ich in Gedanken noch bei der äußerst angenehmen Tour während des Tages war. Für einen Samstag lief es grottig und lange Zeit sah es so aus, als würde nicht einmal des maskierten Retters Trinkgeld ausreichen, meinen diesbezüglichen Schichtrekord einzuholen. Was außerordentlich absurd war.
Aber fast alle Fahrgäste im Laufe der (dank Mittagsschlaf) recht kurzen Schicht haben sich überaus knauserig gezeigt, selten hatte ich mehr Tips zwischen 10 (!) und 70 Cent. Deswegen sei hier noch schnell die letzte Tour erwähnt, denn deren Protagonisten haben dafür gesorgt, dass ich am Ende wenigstens centgenau auf dem bisherigen Rekord gelandet bin. Komplettiert wird der Witz nur noch durch eines: Es waren Schwaben. 🙂
Als wir uns voreinander geoutet haben, schallte mir von hinten noch folgendes entgegen:
„Sammoal, gibt des’n Rabadd?“
Am Ende beglich eine deutlich schweigsamere Mitfahrerin die Rechnung, indem sie um mehr als drei Euro aufrundete und meinte:
„M’r senn ja ned elle gleich!“
Abgesehen von den vorzeigbaren Finanzen (insgesamt lag ich am Ende immer noch unter dem Umsatz, den ich mir erhofft hatte) war es aber einfach auch eine tolle Schicht. Eine Menge erwähnenswerte und doch durch die Bank nette Leute im Auto, viel Spaß, eine Menge chilliges Rumcruisen und trotz langer Arbeitszeit das Gefühl, irgendwie entspannt zu sein.
Thumbs up!
Dazu natürlich allerbeste Grüße an den Maskierten, sowie die Bitte an Euch, seinem Blog mal einen Besuch abzustatten. Ein sehr sehr netter Mensch – und das sage ich nicht nur als Taxifahrer!
PS: Inzwischen ist auch des Maskierten eigener Text zur Fahrt mit mir raus und es freut mich ungemein, dass ich offenbar auch nicht zu nervig war. 🙂
Und ja, es lag am Grinsen!
