Wort gehalten

Sie sagte:

Ich sag immer: Gute Taxifahrer, gutes Trinkgeld! Scheiß Taxifahrer, kein Trinkgeld!“

Na endlich! Ich mache ja keinen Hehl daraus, dass ich etwas unfair finde, dass wir Fahrer im Schnitt irgendwie alle um die 10 – 15% Tip bekommen, wo es doch so unterschiedliche „Kollegen“ gibt. Und – auch wenn ich mich eigentlich auf der sicheren Seite wähne – es wäre eigentlich auch ein tolles Korrektiv, ein Anlass über das eigene Verhalten nachzudenken, wenn man sicher wüsste, dass das Trinkgeld überlegt gegeben wurde. Aber auch ich hatte schon Trinkgeld von Leuten, die mir einen Betrug vorgeworfen haben und erst heute Nacht wieder kein Trinkgeld von total dankbaren Leuten.

Und meine oben erwähnte Kundin?

Hat aus 27,20 € glatte 35 € gemacht. Und danach einen Kerl überredet, bei mir ins Auto zu steigen, weil ich so cool war.

Ich glaube, mit dem System könnte ich mich anfreunden. 😉

11 Kommentare bis “Wort gehalten”

  1. Sam sagt:

    Ja, leider funktioniert Trinkgeld nur in (extremer) positiver Richtung als Rückmeldung auf den Service.
    Wenn ich wenig oder gar kein Trinkgeld gebe, bekomme ich stets einen bösen Blick. Aber wenn ich 15 Minuten mit der Brieftasche in der Hand am Tisch sitze und der Kellner mich und mein Geld auch schon mehrmals angesehen hat, ist das für mich durchaus fehlender Service und leider auch das, was am häufigsten passiert.
    Oder das andere Extrem letztes Jahr im Steakhaus. Wir kommen an, uns wird die Karte gebracht, wir wählen Getränke, die uns auch gebracht werden. Anschließend geben wir Vor- und Hauptspeise auf. Uns wird die Vorspeise gebracht, Kellner läuft davon, kommt aber wieder, während wir den ersten Bissen nehmen, um zu fragen, ob alles okay ist. Er holt die Vorspeisenteller und kommt wieder, um nochmal zu fragen, ob alles okay war. Er bringt das Hauptgericht und kommt kurz darauf wieder, um zu fragen, ob wir zufrieden sind (ich hatte grade mal die Beilagen probiert), er holt die Teller ab und wir bitten nochmal um die Karten. Die bringt er auch, fragt aber wieder, ob alles in Ordnung ist. Wir bestellen Dessert, das kommt auch sehr schnell und wieder: kurz nachdem er gegangen ist, ist er wieder da, um nach unserer Zufriedenheit zu fragen. Beim Abholen der Teller fragt er dann nochmal.
    Da gehe ich auch nicht mehr hin. Es ist ja nett, dass man mal nachfragt, aber das ist mir dann doch zu nervig. Ich will ja noch in Ruhe essen. Der hat auch unterdurchschnittliches Trinkgeld bekommen und uns einen entsprechenden Blick hinterlassen.

  2. Lisa sagt:

    Als Studentin habe ich nicht soviel Geld zum Ausgeben, daher gebe ich Trinkgeld wirklich nur dann, wenn ich es für gerechtfertigt halte. Ich bemühe mich allerdings auch Feedback zu geben, wenn ich Trinkgeld nicht gebe, denn wenn die Leute nicht wissen, was sie falsch machen, was sollen sie dann ändern? Dann passiert es schon, dass sie wie bei Sam überbemüht sind…Will man ja auch nicht…
    Dann endet es so wie bei Loriots „Schmeckt’s“ Sketch 😉

  3. sarc sagt:

    @Sam: Amerikanischer Laden? Da ist das nämlich absolut üblich so (und würde als schlechter Service verstanden, wenns nicht so passiert). Hier wirkt das aber in der Tat eher fehl am Platz. Wenn man sich aber dran gewöhnt hat, kommt man damit auch klar (und besser als Kellner, die sich nicht blicken lassen, allemal…).

  4. Bernd K. sagt:

    Trinkgeld – auch für mich oft ein leidiges Thema. Aus Notwendigkeit zur Sparsamkeit erzogen, dadurch auch eher selten „tringkeldbehaftete Dienstleisungen“ in Anspruch genommen und relativ spät eigenes Geld verdient, bin ich heute noch manchmal unsicher bei dem Thema. Manches Mal tat es mir hinterher dann leid, nicht mehr gegeben zu haben. Aber niemand kann aus seiner Haut, und ich bemühe mich zu lernen…

  5. Gottloser sagt:

    Bei mir kommts auch drauf an. Ich nutze z.B. in Wien oft den Flughafentaxiservice (von der Firma bezahlt.)
    Da mache ichs auch sehr vom Fahrerverhalten abhängig. Hilft er mir beim Kofferziehen und ist auch sonst freundlich (nicht scheiss-aufgesetzt freundlich, das kann ich net ab) gibt´s Trinkgeld. Wenn net – dann net.

    Letzte Woche war ich in Novi Sad, Serbien. Dort ist mir dann was passiert, was ich noch nie hatte. Fahrtkosten 350 Dinar (knapp 3€) für 6 km Fahrt. Ich gub ihm nen 500er, also ca. 1,30€ zuviel und sagte, dass passe so. War der letzte Abend und ich wollte möglichst wenig wieder mitnehmen. Darauf kam vom Fahrer „too much, too much“ und ich musste ihn fast überzeugen das Geld zu nehmen.

  6. Mic ha sagt:

    @Sam
    Warum hast du ihm auf seine Frage hin, ob alles in Ordnung sei, nicht gesagt, dass er bitte nicht so oft nachfragen solle?! Das ist doch die Pointe von Loriot: Der alte Spießer kann einfach nicht über den Schatten seiner Höflichkeit zur Ehrlichkeit springen.

  7. Oni sagt:

    @Hartmut: Hab von den Artikeln bis jetzt nur die Einleitung gelesen. Die Feststellung, dass der Service ohne Trinkgeld besser ist kann ich aus Japan bestätigen. Dort wird nirgendwo Trinkgeld angenommen und der Service ist im Schnitt deutlich besser.

  8. ThorstenV sagt:

    Nutz nix. Berliner Taxis(nicht)service ist bereits so sprichwörtlich, wie schottische Sparsamkeit.
    „Heftig.co besteht komplett aus geklauten Inhalten. Auf Credits, Bildrechte und Qualität des Inhalts wird sich hier ungefähr so gekümmert, wie um Servicequalität in Berliner Taxen.“ http://www.hermsfarm.de/blog/der-autor-dieses-artikels-hasst-diese-seite-so-sehr-es-ist-unglaublich-was-passiert-am-ende-musste-ich-weinen/
    Sash kämpft den Kampf des Gerechten auf ehrenvollem, aber verlorenem Posten. Friede seiner Seele. 😉

  9. Maik aus Wilhelmshaven sagt:

    Mein Trinkgeld ist auch schon immer Service-abhängig. Bin ich unzufrieden, gibt es nichts, passte alles, gibt es „normales“ Trinkgeld, und war der Service besonders gut, dann gibt es eben auch ein bißchen mehr.
    Und dadurch, das ich mittlerweile ja selber auch von Trinkgeldern lebe, hat sich dieses Verhalten eigentlich sogar noch verstärkt 🙂

    Und bei uns scheint mir die Kundschaft aus Drittel zu bestehen, das Drittel, das nie was gibt, das Drittel, das immer was gibt, und das Drittel, wo man merkt, das es nach Leistung gegeben wird. Die letzten erkennt man daran, das manche Kollegen von ihnen noch nie was erhalten haben, andere ein wenig, und andere eben etwas mehr 🙂
    (Ja, wir unterhalten uns eben auch manchmal über unsere Kunden, den in unser überschaulichen Stadt gibt es sogar „Stammeinsteiger“, wo eigentlich jeder Fahrer weiß, wo die Kunden hin möchten …..)

  10. Mich ha sagt:

    Sash kämpft kämpft v.a. auf dem Posten eines Landes, imdem viel zu viele Idioten verwöhnt von einem Leben sind, dass ihnen viel zu viel zu fressen, saufen und vergnügen gab.
    Nicht zu fassen, wie die Gutbürger hier im Land und diesem Blog immer noch jammern, von einer Servicewüste utopieren, wo es ihnen so unglaublich gut geht.
    Die Wut, die mich dabei packt, ist unbeschreiblich. Dieses Land wird niemals seine Arbeiter fair bezahlen.

    Aber egal. Es gibt zum Glück sooo viel Schönes, dass das wieder wett macht. Darau die Konzentration. Mahlzeit.

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