Ja, hack noch drauf rum!

„Ja, machen Sie das Navi ruhig an, die Straße kennt eh niemand!“

So lobe ich mir den Einstieg mit Senioren, die bis nahe an die Stadtgrenze wollen, doch!

Dachte ich.

„Wissense, ich fahr ja immer über Treptow, aber der Weg soll ja kürzer sein.“

DAS hätte ich auch anhand des Stadtteils alleine sagen können, da hätte ich die Straße nicht ins Navi tippen müssen! Aber egal, kommen wir zum Ende einer sehr unterhaltsamen und vergnüglichen Fahrt, bei er wir uns prima über zig Themen unterhalten und kurz davor waren, die Telefonnummern auszutauschen. Rein geschäftlich, versteht sich.

„Na, das ist ja wirklich sehr kurz. Das sind sicher 6 Euro weniger!“

„Ich hätte ähnliches jetzt auch vermutet.“

„Sehr gut. Ich meine, ich mag die andere Strecke. Und wenn mehr Verkehr ist, dann ist die sicher auch nicht schlecht …“

„Das kann natürlich sein. Ich bekomme jetzt jedenfalls 24,90€ von Ihnen.“

„Na, dann machen Sie mal 26. Neulich hat mich das ja fast 32€ gekostet!“

Ähm.

Ich will echt nicht undankbar wirken und ich halte nach wie vor niedrige Trinkgelder nicht für bloggenswert. Ein Euro mehr als nötig ist ein Euro mehr als nötig. Bei 25 € allerdings auch deutlich unter 5%, damit auch deutlich unter den 10 üblichen Prozent. Alles kein Problem, kein Grund, sich zu ärgern! Mir wurden schon etliche 29€-Touren mit 30 beglichen und Ihr habt nix davon gelesen. Weil es dazugehört, natürlich. Aber einen unterdurchschnittlichen Euro geben mit dem Hinweis, bisher habe man immer 6 (!) Euro mehr bezahlt?

Ich bring’s echt nicht übers Herz, das dreist zu nennen. Dafür bin ich zu sehr der Überzeugung, dass Trinkgeld freiwillig ist. Und ich  hab auch nicht erwartet, dass sie nach dem Satz auf 32 aufrundet. Aber einen oder zwei Euro mehr als das, was sie gegeben  hat schon, das muss ich zugeben. Denn ein bisschen bleibt dann schon hängen, dass alle Kollegen außer mir ja immer mehr Geld an der Tour verdient haben, meine Kundin immer mehr ausgeben musste, und ich jetzt halt der Arsch bin, der endlich mal nicht so viel bekommen muss.

Dieses Gefühl streift mich trotz vielerlei Anlässe sehr selten. Aber hier muss ich es mal erwähnen.

21 Kommentare bis “Ja, hack noch drauf rum!”

  1. Sascha sagt:

    Naja, sieh es ‚mal so: vermutlich gibt sie sonst gar kein Trinkgeld. Ich hab auch lange Zeit einfach nicht gewusst, dass das Taxi ein Ort ist, wo man zumindest grundsätzlich eher Trinkgeld gibt…

  2. Maria sagt:

    Das ist glaub ich bei vielen Leuten im etwas „gehobeneren“ Alter tatsächlich anders drin. Habe es im Restaurant auch schon öfters erlebt, dass dann bei einer Rechnung um die 50 € das Trinkgeld dann ganz enthusiastisch verkündet wurde, als wäre es übermäßig viel und dann ist es nur eineuronochwas 😀 Ich glaube, oft wird das vom Trinkeldgeber dann tatsächlich als besonders großzügig wargenommen. Aber ich denke, es ist lieb gemeint und besser als nichts ist es allemal 🙂

  3. Scrooge sagt:

    Ich kenne inzwischen einige Varianten der Strecken, die ich regelmäßig mit dem Taxi zurücklege und habe es leider aufgegeben, mit den Fahrern zu diskutieren.

    Wenn bei der Strecke A->B über Y am Ende 17 EUR auf dem Taxameter stehen, während es über Z dann 20 EUR kosten soll, dann bekommen beide Fahrer halt 20 EUR. Der schlechte Fahrer hat dann halt kein Trinkgeld bekommen und der bessere schon. Mich kostet die Fahrt immer 20 EUR, damit rechne ich.

    Natürlich, eigentlich müsste man jetzt gegen die Umweg-Fahrer vorgehen, aber das macht auch nur wieder Aufwand. Und wie beweist man den konkret gefahrenen Umweg?

  4. Heiko sagt:

    Trinkgeld ist schon ein schwieriges Thema. Ich persönlich orientiere mich an den 5-10 %, wenn der Zahlbetrag so bis 40 € geht und die Gegenleistung i.O. war. Aber darüber tue ich mich schon schwer. 10 € Trinkgeld bei 100 € im Restaurant z.B. würde ich nie geben, auch wenn ich das jetzt nicht so einfach erklären kann. Ist halt ne Kopfsache, dass alles über 4/5 € Trinkgeld für mich „zu viel“ ist.

    Es hängt aber auch vom Gegenüber ab.
    Letztens durfte eine Kellnerin passend zurückgeben, da wir vorher eine halbe Stunde lang nichts mehr zu trinken bestellen konnten, weil sie (und ihre Kollegin) einfach unsichtbar waren und wir den Umsatz dann doch nicht aufdrängen wollten 😉

  5. Sascha sagt:

    @Heiko: ich kann für mich sagen, dass ich – seitdem ich während des Studiums einige Zeit selbst in der Gastronomie gearbeitet habe – sehr viel bewusster Trinkgeld gebe. Wenn ich in einer Bar meinen Geburtstag feiere und am Ende des Abends 300 EUR da stehen, habe ich kein Problem damit, 20 oder 30 EUR Trinkgeld zu geben, wenn die Leistung gestimmt hat. Ich habe aber auch kein Problem damit, genau 0 Cent zu geben, wenn da jemand einfach seinen Job nicht ordentlich gemacht hat und selbst trotz Beschwerden keine ordentliche Leistung erbracht wurde.

    (Krass fand ich in meiner Gastrozeit immer die Pärchen, die bei uns ihre Hochzeit gefeiert haben. Die geben dann gut und gerne 3000 EUR aus, diverse Kellner, Barmixer und die Küchencrew sind locker 8 Stunden lang mehr oder weniger ausschließlich für die im Einsatz und manche geben dann ernsthaft 20 oder 30 EUR Trinkgeld, also so ca. 2 EUR pro Nase.)

  6. egal sagt:

    @Scrooge So mache ich das inzwischen auch. Am Beginn der Fahrt hole ich das Geld raus und dabei bleibt es. Die Distanz kann über verschiedene Seitenstraßen absolviert werden, eine Variante ist die schnellste, da nur 2 Ampeln, die schlechteste Variante hat 5 Ampeln. Auf der schnellsten Strecke kommen, je nach Ampelphase maximal 50 Cent Differenz raus. Bei meiner Anfangs-Summe bleiben da im Schnitt etwas über 2 Euro Trinkgeld.
    Und im Falle einer gesperrten Straße oder ähnliches stocke ich die Summe natürlich entsprechend auf, da hat der Fahrer ja auch keine andere Chance zu fahren.
    In dem obigen Falle hätte ich aber vermutlich auch erstaunt geschaut und mich an meine „2 Euro Trinkgeld“ erinnert und ja, ich bin ehrlich, vermutlich hätte ich dann auch keine 6 Euro gegeben sondern etwas über 2, vermutlich maximal 3. Für unter 10 Minuten Fahrt finde ich 2 Euro eigentlich angemessen.

  7. Oni sagt:

    Ich halte es auch so, dass ich für den Weg nach Hause vom Bahnhof immer 10€ bezahle, egal was auf dem Taxameter steht. Die Strecke kann durch die Innenstadt für 7€ absolviert werden oder über die Hauptstraßen für 10€. Beides ist gleich schnell. Wenn ich weiß, dass die Innenstadt gesperrt ist oder die Taxifahrerin mich darauf hinweist, gebe ich trotzdem Trinkgeld, ansonsten sind sie eben selbst schuld. Zu fragen, warum sie nicht durch die Innenstadt fahren, ist mir zu anstrengend.
    Es kam aber schon lange nicht mehr vor, dass die Hauptstraßen grundlos gefahren wurden, wie ich zur Ehrenrettung der hiesigen Taxler*innen anmerken muss.

  8. Dummkopf sagt:

    Was sagen den die Kollegen, also die Busfahrer oder S-Bahnfahrer zum Thema Trinkgeld? Die bringen sicher auch jeden Tag volle Leistung, ohne rumzujammern

  9. 500beine sagt:

    nachrechnen ist immer doof. mit nachrechnen (nachharken) verdirbt man sich nur selbst das leben.

  10. mirs sagt:

    Ich sehe das etwas anders. Ersteinmal bekommt jeder für seine Arbeit ein Gehalt und noch ist es in Deutschland nicht so das einem das Trinkgeld mit eingerechnet wird vom Arbeitgeber.

    Des Weiteren halte ich nichts von einem festen Satz an Trinkgeld bei bestimmten Dienstleistungen. Warum soll ich bei einer Rechnung von 50€ 5€ Trinkgeld geben wenn jemand seinen verdammten Job gemacht hat?

    Ich bezahle zum Beispiel immer erst die Rechnung passend um zu sehen wie der/die Kellner_in reagiert. Wenn eine Fresse gezogen wird gibt es keinen cent.

    Aber bei deinem Fall Sash, bitter, aber wer weiß ob die anderen überhaupt etwas bekommen an Trinkgeld.

    Ich bin im Vertrieb und habe noch nie Erlebt das ich von meinen Kunden auch nur einen cent mehr überwiesen bekomme nur weil ich ein so netter Typ bin.

  11. alex0711 sagt:

    @Rita und Ostberliner Kutscher

    Aber sonst geht es noch, oder?

  12. Sash sagt:

    @all:
    Es war zwar klar, dass das kommen würde, aber ich wollte schon noch einmal erklären, dass das keine Grundsatzdiskussion zum Trinkgeld werden sollte. Egal ob man’s mag oder nicht: Wie bei anderen Dienstleistern ist das auch bei mir etwas übliches und die Höhe spielt eine Rolle, ist einfach so. Und in Kombination mit dem Dank, dass es bisher immer viel teurer war und der grundsätzlichen Bereitschaft zum Trinkgeldgeben, kommt es einfach seltsam rüber, so deutlich unter dem Durchschnitt zu bleiben.
    Das war für mich so der Kumpel, der abends in der Kneipe von einem gewonnenen Gerichtsverfahren schwärmt, sich für die Tipps, die man ihm gegeben hat, bedankt und am Ende ein kleines stilles Wasser ausgibt: Kein Grund darüber zu diskutieren, ob Getränke ausgeben heute noch zeitgemäß ist, sondern Grund zur Frage, was denn bitte nicht stimmt mit jemandem, der nicht mal ein Bier springen lässt zu so einem Anlass.

    @Scrooge und Oni:
    Ich verstehe das. Das ist auch ein Weg.

    @Dummkopf:
    Manche Busfahrer geben auch einfach Trinkgeld und haben es nicht nötig, dazu irgendwas in die Kommentare zu schreiben.

    @mirs:
    Ja, und da bist Du nicht alleine. Aber hey, denk mal drüber nach, wie die Welt aussehen würde, wenn ich jeden Artikel über eine Kürzung von Weihnachtsgeld oder Betriebsrente immer nur damit kommentieren würde, dass ich so einen Scheiß gar nicht kriege und die Leute doch gefälligst zufrieden sein sollen, dass sie überhaupt was kriegen. Ja, Jobs sind unterschiedlich und haben unterschiedliche Vor- und Nachteile. Deine Kunden wollen halt vielleicht eher Eure ohnehin knapp kalkulierten Preise runterhandeln, verlangen unmögliche Termine oder akzeptieren nicht, dass Ihr auch mal Wochenende habt? Worüber jammert Ihr so? Und natürlich ist das Trinkgeld eingepreist. Nicht vom Arbeitgeber, aber durchaus von den Arbeitnehmern, die das mit einbeziehen in die Frage, wie hoch das Einkommen bei dem Job ist. Dadurch, dass man’s mit großer Regelmäßigkeit kriegt, plant man auch, es auszugeben. Meines landet derzeit in dem Topf, aus dem meine Frau und ich unser Essen bezahlen. Und macht da so Pi mal Daumen 50% aus. Der einzige Unterschied zu so vielem anderen auf diesem Planeten ist, dass Ihr Kunden es nicht einmal zahlen müsst und allenfalls in einem freiwillig gelesenen Blog über das Thema stolpert.

    @alex0711:
    Auf solche Blödköppe einfach nicht mehr eingehen. Da nerven in letzter Zeit ein paar von, ich lösche die inzwischen.

  13. mirs sagt:

    @sash

    du hast meinen Kommentar negativer verstanden als er von mir gemeint war. Der 2. Absatz war für dich gedacht, der erste Teil des Kommentares eher für die Allgemeinheit. Um es vielleicht noch einmal deutlicher zu sagen: Trinkeld finde ich immer abhängig von der persönlichen Situation in diesem Moment und die den Grad der Qualität der erbrachten Dienstleistung.

    Wie gesagt evtl. haben deine andere Kollegen für die von Dornier beschriebenen Tour gar kein Trinkgeld bekommen. – Dann wärst du bei dem Gast schon fein raus, auch wenn es eben nur ein paar Eurocent waren.

  14. Sash sagt:

    @mirs:
    Sorry fürs Überbewerten meinerseits!
    Und wie Du sicher weißt: Bezüglich des Abwägens des Trinkgeldes stimme ich Dir auch zu.
    Dass die Dame sonst gar kein Trinkgeld gibt, liegt natürlich im Bereich des Möglichen, ich halte es aber ehrlich gesagt für sehr unwahrscheinlich. Zum einen denken ohnehin nur wenige wie wir so direkt darüber nach; zum anderen waren aber auch Tonfall und der direkte Wortlaut bezüglich des Einsparens und so ziemlich eindeutig. Das kann man immer nur schwer rüberbringen, wenn man es aus dem Gedächtnis wiedergibt. Aber das könnt Ihr Leser natürlich weder erahnen noch nachprüfen, das ist eigentlich ein Versäumnis meinerseits, wenn ich das nicht richtig vermitteln konnte.

  15. sarc sagt:

    Zum Thema Trinkgeld im Restaurant: Sehe es da eigentlich auch nicht ein, warum man das prozentuell festmachen sollte. Klar, wenn man in einem Laden jetzt mal 100€ an Stelle von 50 ausgibt, dann gibts auch entsprechend mehr Trinkgeld. Meistens ist der Grund dann ja auch, dass man mehr konsumiert hat, ergo auch länger bedient wurde.
    Auf der anderen Seite seh ichs dann aber auch nicht ein, in nem Laden, der einfach generell teurer ist, weil er ne bessere Lage hat oder was weiß ich was, dann auch generell mehr Trinkgeld zu geben, nur um auf die richtigen Prozente zu kommen. Warum sollte jemand, der exakt den gleichen Job macht als seine Kollegen, plötzlich mehr kriegen nur weil sein Chef beschlossen hat, saftigere Preise anzusetzen?

  16. trinkgeldkiste sagt:

    Hallo,

    ich bin in den 90´zigern in einen kleinen Röhrenfernsehgeschäft groß geworden. Viel Tragen (zu zweit) auch mal bis in den 10 Stock. Dann noch wie ein bescheuerter die Sendeliste nach der Prisma oder Hörzu programmieren. Zum Schluss gab es einen „warmen“ Händedruck und wenn man gefragt hat noch ein Glas Wasser. Trinkgeld war selten vielleicht 20% der Kunden.

    Warum? Weil das mein „fucking“ Job war, und weil die Kunden schon viel Geld für die Kiste bezahlt haben.

    Ich halte es bei Taxi fahrten / Bedienungen auch so. Ich bekommt euer Gehalt, und wenn das zu wenig ist, dann müsst Ihr halt mehr durchsetzten oder den Job wechseln.

    Trinkgeld gibt es bei Handwerkern die nennen das dann Kaffeekasse, aber auch nur für Leistung gegen Freibetrag (der dann bei bei mir doppelt so hoch wie gefordert ausfällt.

  17. Sascha sagt:

    Wo gibt es denn Häuser mit 10 Stockwerken ohne Aufzug?

  18. Sash sagt:

    @trinkgeldkiste:
    Ehrlich? Nach all meinen Anmerkungen dazu muss das Thema doch das zigtausendste mal diskutiert werden? Aber ok, ich hab Lust drauf:
    Du fühlst Dich in irgendeiner Weise benachteiligt, weil’s bei Dir im Vergleich nur wenig Trinkgeld gab. Also immerhin so sehr, dass Du die allgemein bekannte Tatsache, dass woanders Trinkgeld gegeben wird, gleich mal verbal angreifen musst. Das ist in meinen Augen ein Zeichen dafür, dass DU den beschissenen Job hattest. Ich krieg ja Trinkgeld und hab nur mal ausnahmsweise ein niedriges solches angesprochen, was nach deinem generellen Angriff irgendwie nahelegt, dass ich im Vergleich zu Dir nur wenig zu meckern habe.
    Keiner von den Leuten, die heute in den Jobs arbeiten, haben die Sache mit dem Trinkgeld erfunden, aber es hat sich halt so eingebürgert. Weswegen auch immer. Und weil ich mich ganz selten hier und da mal über ein Ungleichgewicht ärgere, hab ich noch lange kein Problem mit dem System. Es könnte vielleicht bessere geben, das kann schon sein. Das einzige „fucking“ Problem an der Sache sind weinerliche Typen wie Du, die es irgendwie nicht verkraften können, dass es eine Handvoll Dienstleistungen gibt, bei denen es Usus ist, ein bisschen was draufzulegen. Und ja, vielleicht liegt das daran, dass z.B. meine Kunden manchmal nicht „viel Geld“ für „die Kiste“ zahlen, auch wenn’s natürlich in anderen Fällen doch wieder sehr lohnend sein kann – das streite ich nicht ab.
    (Kleiner Einschub: Ich hab neulich einen Elektriker in der Nähe wegen etwas angefragt, der verlangt alleine für die Anfahrt zu uns den doppelten Taxipreis.)
    Versteh mich da bitte nicht falsch: Ich fände die Idee einer einfach besseren Bezahlung auch ok, aber ebenso wie Du mir vorwirfst, ich solle gefälligst für eine Lohnerhöhung kämpfen, könnte ich auch sagen, Du hättest ja mal wohl für Arbeitsbedingungen kämpfen können, die dich nicht 20 Jahre nach dem Job noch rumjammern lassen, dass Du nur zu selten mal einen Euro extra bekommen hast. Und um den Betrag ging es im Text oben, nur mal zur Erinnerung!
    Und abgesehen von allen netten Dingen, die ich auch im Eintrag schon geschrieben habe und wirklich ernst meine – also das mit der Freiwilligkeit und dass es mir nur in so speziellen Momenten auffällt: Es ist wirklich gar nicht so schwer, sich als Kunde an sowas zu gewöhnen. Ehrlich nicht! Ich preise das einfach ein und das ist bei z.B. 10% eine Rechenleistung, die man auch ohne Mathematikstudium ganz gut hinkriegen kann. Selbst inklusive „Sonderregelungen“ wie „Wenn er besonders nett war, gibt es halt noch einen Euro mehr“. Der Trick dabei ist, sich nicht nur immer selbst zu bemitleiden, wie wenig man doch hat, sondern mal daran zu denken, wie sehr man einen Niedriglohnjobber vielleicht erfreuen könnte, wenn man an einem Abend, an dem man ohnehin 30 € für eine Dienstleistung ausgibt, einfach mal 33 oder sogar 35 zahlt.
    Aber ja, das schafft man halt auch nur, wenn man jemand ist, der z.B. einen Blogkommentar nicht erst schreibt, wenn einem was auf den Zeiger geht, sondern vielleicht auch mal, wenn einem was gefällt.

  19. Mic ha sagt:

    Ich habe deine Geschichte anders begriffen. Es ging dir viel mehr darum, dass dein ehrliches Arbeit nicht belohnt wurde und im Endeffekt gar minder bezahlt. Also weniger um das Trinkgeld an sich, als um das was dabei rum kam, als du ehrlich mit deinem Kunden umgingst.
    Nimms fürs Karmakonto, und falls dir dieser Quatsch nichts bedeutet, dann hast du zumindest uns hier von erzählen können. 😉 Es gleicht sich aus, wenn ehrlich behandelte Kunden in Zukunft eher ein Taxi rufen, als Sorgen dabei zu haben übers Ohr geschlagen zu werden.

  20. Sash sagt:

    @Mic ha:
    Das hast Du auch ganz richtig verstanden. Wie ich immer erwähnt habe: Ich wollte an dieser Stelle eigentlich gar nicht die alte Trinkgeld-Diskussion aufnehmen, aber die Beißreflexe auf der Gegenseite sind halt immer da. Ich sehe das mit dieser Fahrt im Speziellen auch sehr sehr locker und wenn ich hier nicht gelegentlich die Kommentare lesen würde, hätte ich sie längst vergessen. Ich behandle meine Kunden immer gut, das hab ich auch bei dieser Kundin gemacht und die wird mich in bestmöglicher Erinnerung behalten und nächstes Mal gerne wieder ein Taxi nehmen. Und ich werde keine Fahrt wegen der Trinkgeldsumme jemals anders enden lassen als so. Auch ich werde diese Kundin nächstes Mal gerne wieder fahren. Dass ich GNIT einfach auch mal nutze, um die Dinge hinter den Kulissen anzusprechen und meine privaten Gedankengänge offenlege (die mit Sicherheit jeder Dienstleister da draussen hat), das versteht der ein oder andere aber leider nur so teilweise. Da bin ich dann ausnahmsweise auch mal etwas unwirscher.

  21. Jonas sagt:

    Hallo alle zusammen,
    vielen Dank für diesen tollen Beitrag. Ja, diese wilden und irren Taxigeschichten kenne ich nur zu gut. Einem Bekannten ist vor kurzer Zeit etwas ähnliches passiert, als er bei einem Krankentransport mit dem Patienten eine heiße Diskussion eingegangen ist.

    Viele Grüße
    Jonas

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