Ajehoa!

Ich bin mir sicher, dass ich mich nicht grundlos damit rühme, die meisten Sprachbarrieren im Taxi auch ohne die moderne Technik aus dem Weg räumen zu können. Die hilft manchmal, natürlich – aber im Eifer des Gefechts verlässt man sich dann doch schnell mal aufs Gefühl und es ist schön zu sehen, wenn das immer wieder gut geht.

Isses in diesem Fall nicht. Oder nicht wirklich zumindest.

Ich hatte einen Auftrag in Lichtenberg, aber ein Ziel war nicht angegeben. Wie in 75% aller Fälle, das war also nix besonderes. Die Kunden rannten mir auf der Straße schon entgegen, junge Vietnamesen, ausgelassene Stimmung, alles super. Und nun? Wohin?

„Ajehoa-ahe!“

Na klar. 🙁

„Ajehoa-ahe Osöaus.“

Na bitte, geht doch. 🙂

Eine Nummer hatten sie auch noch parat und weit war es auch nicht, also hab ich sie in die Altenhofer Straße in Hohenschönhausen gebracht. Kinderspiel!

Denkste. In Hohenschönhausen gibt’s leider auch noch die Ahrenshooper Straße. Und in die wollten sie eigentlich.

Kleiner Vorteil: Dank der Sprachbarriere hab ich auch nicht mitkriegen müssen, für wie doof sie mich hielten. Am Ende lag der Umweg im 2€-Bereich und die Kunden kannten trotz alledem auch diese nette (und für mich eigentlich unnötige) Tradition mit dem Trinkgeld, das man gibt, obwohl man unzufrieden ist. So will ich mich am Ende mal nicht beschweren, ich hatte schon schlimmere Fahrten. 😉

 

5 Kommentare bis “Ajehoa!”

  1. Da fällt mir nur Achim Reichel mit „Sansibar“ zu sein… https://www_youtube.com/watch?v=44ZF_B5ijfo

  2. the passenger sagt:

    Dass es leichte Verständigungsschwierigkeiten gab, heißt ja nicht, dass die Kundschaft per se unzufrieden war. Wenn ich in einem fremden Land bin, in dessen Sprache ich mich wenig bis gar nicht artikulieren kann, dann bin ich hochzufrieden, wenn der Taxifahrer nur einen kleinen Umweg braucht, um rauszufinden, wo ich hinmuss 😉 Wäre mir auch ein Trinkgeld wert.

    Und ein Taxifahrer Trinkgeld; in welcher Situation auch immer; tatsächlich als „unnötig“ empfindest, kann ich mir auch nur schwer vorstellen 😉

  3. the passenger sagt:

    *tatsächlich als „unnötig“ EMPFINDET.

    Autocorrect wird nie mein Freund.

  4. Sash sagt:

    @the passenger:
    Ich gehe ja auch nicht wegen der Verständigungsschwierigkeiten davon aus, dass sie unzufrieden waren, sondern wegen der Unfreundlichkeit. Und unnötig ist für mich nicht Trinkgeld, sondern die Tradition, Trinkgeld zu geben, wenn man unzufrieden war. Und ich glaube sogar, dass der Satz auch nur so grammatikalisch Sinn macht, aber ich bin nicht ganz sicher. So viel zum Thema Klugscheißen.

  5. the passenger sagt:

    Sorry, Sash. War nicht böse gemeint.

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