Der Mann mit dem hellelfenbeinfarbenen Wagen

„Wow, das war ja jetzt wie bei James Bond!“

quiekte sie vergnügt.

Um ehrlich zu sein, hatte sich die ganze Sache weit unspektakulärer angelassen, als dieser Ausspruch vermuten lassen würde. Ich sah die drei Leute auf der linken Straßenseite der Köpenicker Straße winken, bremste, setzte den Blinker und wendete, um vor ihnen zu halten. Winker halt, das Übliche.

Gemeint hat sie natürlich was anderes, das ist mir auch bewusst. Ich musste auch erst ungefähr 20 Jahre alt werden, um zu verstehen, dass man Taxifahrer ruhig auch auf der Straße ranwinken kann. Und ich musste erst am Steuer eines solchen Wagens landen, um zu begreifen, dass sich die Taxifahrer darüber sogar freuen.

Diesbezüglich ist Deutschland wohl wirklich so spießig, wie ihm manchmal unterstellt wird. Hier ist es einfach üblich, sich ein Taxi zu bestellen. Das hat natürlich seine Vorteile und in vielen Ecken dieses Landes ist es ja auch nicht so kundenfreundlich um die Taxidichte bestellt wie in Berlin. Aber auch hier gibt es ja die Leute, die sich am Frankfurter Tor ein Taxi rufen, obwohl wir so zahlreich vorbei fahren, dass man sich problemlos ein Automodell aussuchen könnte. Ich hab desöfteren Winker mit Anhang, der sich dann wundert: „Ach, das geht ja wirklich!“

Ihr Stammleser wisst’s ja, aber das darf gerne geteilt werden:

Einfach mal die Hand hochhalten, um ein Taxi anzuhalten!

Wie in so einem irren Film, der in New York spielt – das klappt. 😉 Fast immer. (Nachts drauf achten, ob das Dachschild leuchtet. Tut es das, sind wir frei.)

16 Kommentare bis “Der Mann mit dem hellelfenbeinfarbenen Wagen”

  1. Oni sagt:

    In solchen irren Filmen fahren oft mehrere Taxis an den Winker*innen vorbei, weil ihnen irgendwas an der potentiellen Kundschaft nicht passt. Das ist ja eher unrealistisch, oder?

  2. Senior sagt:

    Du meinst jetzt aber nicht Night on Earth, oder? 😀

  3. sumsehummel sagt:

    Ich muss ganz ehrlich zugeben. Als ewige Kleinstadtpflanze, weiß ich auch erst, seit ich in deinem Blog lese, dass man Taxen wirklich rauswinken kann, so wie im Film.
    Aber ich fürchte in unserem Provinznest wäre das trotzdem undenkbar, dass irgendwo jemand steht und sich ein Taxi herwinkt.
    Aber das bringt mich direkt auf die Idee, den einen oder anderen Taxifahrer hier mal zu fragen, wie das hier so mit Winkern ist.
    Gibt ja einige hier, mit denen man gut reden kann.

  4. Svü sagt:

    Alternativ einfach auf die Straße rennen und sich vor das Taxi werfen. Das funktioniert nach Konzerten wohl ganz außerordentlich gut… Kopf -> Wand. Und wenn jemand anderes sich schneller geworfen hat, dann schubs den noch weg!

    *g*

  5. Jens sagt:

    Wenn ich das richtig im Kopf habe, hat New York wiederum den umgekehrten Twist: Da ist die Winkerei m.W. die einzige Möglichkeit, sich ein Taxi zu organisieren. Die berühmten Yellow Cabs lassen sich gar nicht bestellen. Dafür gibt’s dann die „Black Cars“, die wiederum keine Winker aufnehmen dürfen, sondern nur auf Bestellung kommen. Ist aber, glaube ich, ein spezifisches New York-Ding, ich weiß nicht, ob andere US-Städte diese strikte Trennung haben.

  6. Sebastian sagt:

    Cooler Taxiblog!!! „Daumen raus“ funktioniert also. Leuchtendes Taxischild = frei ist doch auch mal eine Aussage. Werde ich bei dem nächsten Trip gleich mal testen. Gerade auch gelesen, wenn wer auf Euren Parkplätzen steht, könnt Ihr die gleich abschleppen lassen: http://www.rechtsanwaelte-hannover.eu/falschparker-am-taxenstand-darf-umgehend-abgeschleppt-werden/ 🙂

    Gruß

  7. Sash sagt:

    @Oni:
    Dazu kenne ich das Gewerbe in NYC zu schlecht. Aber soweit ich weiß, haben die da auch eher mit einer zu hohen Zahl an Taxen zu kämpfen. Ich vermute, das Nichtanhalten in der Realität ist allenfalls verkehrsbedingt. Im Film kann man aber natürlich alles machen. 🙂

    @Senior:
    Ach, wieso? Mit Jojo und Helmut hat es doch ganz gut geklappt. 😀

    @sumsehummel:
    Das würde mich auch mal interessieren …
    Nein, dass Winker in kleinen Städten und Dörfern natürlich einen anderen Stellenwert haben, ist schon klar. Aber ich schätze die positive Überraschung eigentlich umso höher ein.

    @Svü:
    Ein allseits beliebtes Verhaltensmuster … 😉

    @Jens:
    Das kann gut sein. Da muss ich jetzt auch meine Ahnungslosigkeit eingestehen. Ist ja fast ein bisschen wie hier mit den Mietwagen mit den Black Cabs …

    @Sebastian:
    Danke. Es freut mich immer, wenn ich noch was neues vermitteln kann. 🙂

  8. malenki sagt:

    Da ich die Taxiszene hierzuort recht gut kenne, würde ich im Bedarfsfall auch eher bestellen als winken:
    * es gibt mehr Rauchertaxen als Nichtrauchertaxen (Jaja, es gibt keine Nichtrauchertaxen, alles klar.)
    * die Fahrer/Unternehmen bei mir im Handy sind sozialverträglich (O-Ton einer Taxifahrerin: „Müssen Sie so weit draußen wohnen? Warum fahren Sie nicht mit dem Bus?“)
    * zu gewissen Zeiten herrscht ganz einfach Taximangel

  9. malenki sagt:

    Es soll natürlich heißen:
    (Jaja, es gibt keine Rauchertaxen, alles klar.)

  10. Roichi sagt:

    @ Svü

    Brot. Ich sag nur Brot.
    Das hilft noch besser.

  11. Luci sagt:

    In Rom kann man Taxis offenbar nur eine halbe Stunde vorher bestellen. War traumhaft, morgens wollten wir ein (Großraum)Taxi für um 12 bestellen, das konnten wir lt. Taxizentrale aus o.g. Grund nicht. Um halb 12 haben wir es wieder versucht, fast 1 Stunde in diversen Hotlines gehangen und letztendlich unten auf der Straße zwei normale Taxen rangewunken.

  12. Zugfahrer sagt:

    Ich schaffe es nicht mal den Kellner zu rufen wenn ich noch was möchte, warte immer bis der von selbst nochmal kommt und nachfragt. Ich denke, sobald ich dieses Problem gemeistert habe probiere ich mal ein Taxi ran zu winken 🙂

  13. Sash sagt:

    @malenki:
    Ja, so wird es sicher auch anderswo sein. Man muss an dieser Stelle aber noch anmerken: Bei Touren vom Straßenrand sind in der Regel selbst die Kurze-Fahrten-Muffel nicht undankbar. 🙂

    @Roichi:
    XD

    @Luci:
    Und da soll sich nochmal jemand erdreisten, das hier zur Servicewüste zu erklären …

    @Zugfahrer:
    Gut, zugegeben: ein bisschen Einsatz ist vonnöten. Aber das trifft aufs Bestellen auch zu. 😉

  14. stoppe sagt:

    in shanghai muss man den arm waagerecht ausstrecken und mit der flachen hand nach unten wippen um ein taxi auf der straße anzuhalten.. auf was anderes reagieren die nicht

  15. Sash sagt:

    @stoppe:
    Ist ja immerhin kein allzu kompliziertes Zeichen. 🙂

  16. gnum sagt:

    Ich bin in NYC noch nie mit der Taxe gefahren aber ich hab dort schon haeufig Leute gesehen die ca. 50 vorbeifahrende freie Taxen anwinken mussten bevor eine angehalten hat. Und das waren keine runtergekommenen Typen nachts um 3 in einer ekligen Ecke sondern ganz normale Damen und Herren (teils mit viel Gepaeck) in nachmittags in Manhattan. Verkehr kann auch nicht der Grund gewesen sein, das waren recht breite Strassen und irgendwann hielt ja mal eine an. Eventuell sind die Fahrer nicht an weiten Touren ausserhalb Manhattans interessiert, wer weiss.

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