Interessante Entscheidung

So, liege derzeit leicht kränklich flach, hoffentlich komme ich heute Abend zum Arbeiten. Drückt mir ruhig die Daumen!

Davor kommen wir noch mal zu einer Geschichte aus der letzten Woche:

Ich bin ja nicht der einzige, der gelegentlich mal so etwas wie Zeitdruck spürt. Viele Kunden geraten geradezu in Panik, wenn ich erst einmal „Kasse“ am Taxameter gedrückt habe. Und ja, ich freue mich über einen schnellen Bezahlvorgang, es muss nicht laufen wie 2010 in Köpenick, aber doch bitte keine Panik! Mein Lieblingssatz bei überschnellem Scharren im Portemonnaie ist:

„Keine Panik! Mit Hektik fangen wir um die Uhrzeit nicht mehr an!“

Na klar, Zeit ist Geld. Genauso kann eine kleine Verzögerung einem aber auch genau den richtigen Winker bescheren, der dann die ganze Nacht positiv beeinflusst. Um Sekunden geht es eigentlich nie, beziehungsweise man kann es einfach nie wissen. Wenn man nicht gerade in etwas zweifelhafter Praxis einen weiteren Auftrag angenommen hat, gibt es eigentlich keinen Grund, die Kundschaft über Gebühr zu hetzen.

Das sahen die zwei jungen Damen, die ich an der wilden Renate rausließ, offenbar ganz anders. Obwohl sie laut eigener Aussage keinen Termin hatten, musste alles ganz schnell gehen. Husch husch! Allerdings macht sich Hektik eben gar nicht gut, wenn es ums Nachdenken geht, also stammelte sie ziemlich hilflos umeinander, als sie mir Trinkgeld geben wollte:

„Machen Sie, äh, ähm … also, ähm, machen Sie, machen Sie …“

Auf der Uhr standen 12,40 €. Was war? Überlegte sie, ob 13 zu wenig und 14 zu viel wären. Oder ob 13,50 € noch nahe genug an den 10% seien? Traute sie sich nicht, „unverschämt hohe“ 15 € zu geben?

Nun, machen wir es kurz: Mein Erfahrungshorizont war wohl ein anderer. Am Ende kam nämlich folgendes dabei heraus:

„Machen Sie, äh, einfach 12,80 €.“

Ich glaub, nach dem langen Überlegen hab ich nicht einmal mein Pokerface beibehalten können. Was den Abend anging, war sie allerdings in guter Gesellschaft. Es war die vierte von insgesamt 7 Touren in Folge, bei denen die Trinkgelder zwischen 0 und 80 Cent lagen. Passiert … wäre aber ohne Hektik zumindest stressfreier für die junge Frau gewesen. 😉

14 Kommentare bis “Interessante Entscheidung”

  1. sb sagt:

    Na dann gute Besserung.

  2. Taxi Tino sagt:

    Na dann hau nicht alles auf einmal auf den Kopf

  3. mattvonp sagt:

    „Einfach“ 12,80. Ahja. Klar, warum auch nicht. Dürfen es auch 12,88 sein? Aber naja, immer noch besser als gar nix. Vielleicht brauchte sie ja unbedingt 20 Cent klein…

    Dann mal gute Besserung und viel Glück mit dem Arbeiten heute.

  4. Chris sagt:

    Wenn die Leute zu sehr mit Tipp knapsen und es um Cent-Beträge geht und ich zuviel kleines Zeug zusammen suchen muss, runde ich auch schonmal ab und sage der Rest ist für Sie. Das ist ein guter Vorführeffekt, der es mir dann Wert ist! 😀

  5. Quacki sagt:

    Chris FTW 🙂

  6. Taxi 123 sagt:

    Habe heute gerade beim Durchqueren Deines Arbeitsgebietes (von Norden kommend die B 2, dann B1 und dann L77 ab in den Süden) an Dich gedacht. Wie gut ist es doch, dort nur nachts herumzufahren. Tagsüber herrscht zumindestens im Zentrum das blanke Chaos. Wenn ich etwas später vorbeigekommen wäre, hätte ich glatt noch am Ostbahnhof nach Dir geschaut. 🙂

  7. Sash sagt:

    @all:
    Danke für die guten Besserungswünsche. Hat zumindest halbwegs geklappt. Für heute Abend hab ich die Arbeit zwar abgesagt, aber ich bin fit genug um sicher zu sein, morgen zu fahren. (Hab sogar schon eine Lesertour angenommen)

    @Chris:
    Das hat was. Und es ist trotzdem nicht wirklich unverschämt. 🙂

    @Taxi 123:
    Ja, ich würde da tagsüber auch nur ungern rumfahren. Ich weiß schon, was ich tue.
    PS: Heute hättest du mich auch ohnehin nicht gefunden …

  8. Holger Lubitz sagt:

    Hi,

    Also ich hatte mal ein Fahrgast, der sagte: „Machen Sie 14,99 Euro.“ Dachte, ich hätte mich verhört und hinterfragte die 14,99 Euro. Da bekam ich zur Antwort: „Sie haben mich schon richtig verstanden. Ich werde operiert, da brauch ich einen Glückscent.“

    Gruß

  9. Sash sagt:

    @Holger Lubitz:
    OK, das hat irgendwie schon wieder Stil. 🙂
    Ob ich allerdings im Zweifelsfall einen Cent finden würde … im Taxi-Portemonnaie sicher nicht. 0.o

  10. leserin sagt:

    eher noch in irgendeiner sitzritze 🙂

  11. Sam sagt:

    Ich fahre zwar nicht Taxi, aber mein Kleingeld im Auto wird ordentlich sortiert aufbewahrt: Im linken Becherhalter -,50 -2 € Stücke, im rechten das Kupfergeld und in dem zwischen den Sitzen der Rest. Erleichtert die Kleingeldsuche enorm, ist aber wohl nur für Privatautos geeignet, in denen man nicht ständig fürchten muss, dass die Mitfahrer da mal reingreifen.

  12. SaltyCat sagt:

    @Sam – gestaltet sich das einkaufen nicht schwierig, wenn du zum bezahlen das auto mit in den laden nehmen musst? o.O

  13. leserin sagt:

    das ist ein ganz normaler vorgang an der kasse:

    „ah woartns, i habs passnd“ *zum auto schlender, ritzen durchsuch*

    zumindest zeittechnisch…

  14. Sam sagt:

    Ich zahle nur mit Scheinen. Das Kleingeld brauch ich ja im Auto. 😀

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