Von Eseln und Betten

Halte durch, holde Leserschaft, Abhülfe nahet: Morgen werde ich mich wieder mit monetären Absichten auf die Straße schmeißen und Euch ein paar hoffentlich heitere Anekdoten mitbringen. Bis dahin muss ich meinen holden Lastenesel, die 1925, noch einmal privat für mich ackern lassen.

Einer der Gründe, weswegen ich meine Chefs so schätze, ist der, dass ich das Auto privat nutzen darf. Man kann zu Recht fragen, wie sie’s auch verhindern wollen würden – aber es ist für mich eine angenehme Sache, dass mir noch vor meiner Einstellung im Taxihaus (damals noch nicht unter diesem Namen) gesagt wurde, ich könne darüber nachdenken, ein eventuell vorhandenes Privatauto abzuschaffen, so es nur um allerlei Einkäufe geht. Denn es ist ein Unterschied, ob man was macht, „weil’s geht“ oder „weil das alle machen“ – oder ob man die ausdrückliche Erlaubnis hat. Ich brauche mir nicht nur bei meinen privaten Pausen zu Hause keine Sorgen machen, sondern kann auch wie heute einfach mal das Auto zum Einkaufen nehmen und es danach wieder abstellen. Kleiner Vermerk „privat“ auf dem Schichtzettel, und schon muss ich im Büro nicht erklären, wie ich es geschafft habe, 3 Stunden lang keinen Cent Umsatz zu machen.

Der heutige Ausflug wird mich einmal mehr zum IKEA führen, ich werde nämlich erstmals seit 2005 (vielleicht war es auch Anfang 2006) wieder ein Bett besitzen. Ein bisschen verschämt muss ich zugeben, dass das letzte zusammengebrochen ist, die Peinlichkeit wird aber wenigstens zum Teil dadurch ausgeglichen, dass ich damals nicht alleine in meinem Zimmer war. Das lässt immerhin Raum für einige Legenden und da mir ja stets daran gelegen ist, mein Publikum zu unterhalten, habe ich nie große Energie darauf verschwendet, selbige zu entkräften.

In den letzten Jahren jedenfalls hab ich nur eine Matratze mein Eigen genannt (Gut, rein statistisch gehören mir hier in der Bude drei) und bin damit gut klargekommen. Die psychische Erleichterung durch verminderte Fallhöhe wusste ich ebenso zu schätzen wie die Ablagefläche für meine Füße, die gemeinhin etwa 20 Zentimeter übers Ende meiner Schlafstatt hinaushängen. Ich habe es mir in nunmehr 14 Lebensjahren bei einer Größe von über 2,00 Meter nicht angewöhnt, auf irgendwas längerem zu schlafen.

Mit IKEA-Einkäufen hat die 1925 inzwischen einige Erfahrungen – und ganz so schlimm wie bei der grenzwertigsten Beladung wird es heute sicher nicht werden …

Das war es eigentlich schon, was ich mitteilen wollte. Jetzt weiß ich nicht, ob ich Euch einen schönen Einkauf oder einen erholsamen Schlaf wünschen soll. So oder so bin ich aber sicher, ihr kriegt das hin! 🙂

10 Kommentare bis “Von Eseln und Betten”

  1. elder taxidriver sagt:

    Oh, schade, ist wohl jetzt zu spät, aber:

    Schaumstoffblock mit hohem Raumgewicht ( 55) nach Maß ? Das wäre doch was gewesen. Quietscht nicht, geht nie kaputt., bzw, hält etwa 20 -25 Jahre, z.B. 2,10 x 1,70 x 40 cm.

  2. Taxi 123 sagt:

    Betten sind übrigens heute problemlos bis 2,20 m lieferbar (meines hat aus Kostengründen allerdings auch nur 2,10 m Länge). Und wenn Du für den Fall der Fälle (mehrere Personen im Bett) was stabiles brauchst 😉 , soltest Du evtl. nicht zu IKEA fahren. Sogar Holz aus dem Baumarkt geschickt verbunden hält länger.

  3. Philipp sagt:

    Ich krieg Rückenschmerzen vom lesen! Matratze auf dem Boden!?!?!?!?!

    Ich durfte im letzten Jahr auch ganz schön tief in die Tasche greifen. 700 Ocken für Matratze und Rost. Der alte Rost ist unter mir zusammengebrochen 😉

    Tipp: Wenn auf dem Rost draufsteht dass er nur bis 100 kg belastbar ist, nicht ausprobieren wie lange er mit Tesafilm, Dachlatten, Nägeln und „Stützstreben“ 130 kg Belastung aushält 😉

    Grüße aus Kaiserslautern

    Philipp

  4. Tk sagt:

    Bierkästen mit Kabelbindern schön verknoten (also nicht in die Höhe sondern auf Fläche) , auf die individuellen Maße anpassen,gegebenenfalls bei dir eine Reihe mehr,ordentliche Matratze drauf und fertig. Ist wunderbar stabil und die Luft kann auch zirkulieren. Mit dem Inhalt der Bierkästen weißt du ja was man macht.

  5. Sash sagt:

    @elder taxidriver:
    Auf die Idee bin ich auch noch nicht gekommen. Aber vorerst freue ich mich mal, dass meine Idee mir auch noch Stauraum bietet.

    @Taxi 123:
    Mir ist schon klar, dass es länger geht. Ich glaube, inzwischen würde es mir aber eher komisch vorkommen, wenn meine Füße auf der Matratze wären …
    Und dass Dachlatten stabiler als eine geschraubte Konstruktion sind, ist jetzt auch nicht der große Erkenntnisgewinn.

    @Philipp:
    Naja, die jetztige Matratze ist dafür tatsächlich ein wenig zu weich – aber die alte, mit der ich das jetzt 7 Jahre durchgezogen hab, die war hart wie ein Brett und bestens dafür. Rein von der Veranlagung müsste ich schon lange Rückenschmerzen haben, ohne was dafür getan zu haben – so schlecht war es wahrscheinlich nicht. Und dass man Lattenroste nicht überlasten sollte, kenne ich. Der letzte Lattenrost ist schon ein paar Jahre vor dem letzten Bett verschwunden – ab da hatte ich massive Holzplatten drin.
    Grüße gleichfalls! 🙂

    @Tk:
    Ist definitiv eine pragmatische und sinnvolle Lösung. Da will ich auch nichts gegen sagen. Aber ich bin auch froh, dass es jetzt mal ein bisschen weniger Punk-Rock ist. 🙂

  6. breakpoint sagt:

    Der Schnitt der Wohnung muss ein größeres Bett erst zulassen. Bei mir haben wir ein 2.20 m langes Bett gerade noch so unterbringen können (dafür kann man den Schrank nicht mehr problemlos öffnen).

    Bei Doppelbetten gewinnt man, wenn man sich diagonal hineinlegt, (je nach Seitenverhältnis, l>=b vorausgesetzt) noch bis zu 41% der Länge hinzu.

  7. Menni sagt:

    Heieiei, Ikea und Bett………… Da wirds mir schwindelig. Ok, sicher besser, als ne Matratze auf´m Boden, aber trotzdem……… Ich habe auch Jahre (eher Jahrzehnte) auf schlechten Betten geschlafen, ohne es zu merken. Aufgrund einer USA-Reisen bin ich aber auf den Geschmack gekommen, dass es auch viel besser geht. Deshalb habe ich mir Anfang des Jahres ein Boxspringbett mit einer richtigen amerikanischen Matratze gekauft (40cm dick!). Es ist unglaublich, wie viel besser ich nun schlafe. Vor allem war ich vorher nach teils 8 Stunden Schlaf immer noch müde. Heute bin ich nach 7 Stunden und weniger FIT! Ich gebe zu, das war kein billiger Spaß (1000 das Bett, 1600 die Matratze, 1,80 x 2,00), aber ich bereue keinen Cent und will nie wieder in nem schlechten Bett schlafen. Boxspring gibts übrigens auch bei IKEA! Leider nicht mit „richtigen“ Matratzen, aber immerhin…………. Denk nochmal drüber nach, vielleicht etwas besseres zu kaufen!

  8. elder taxidriver sagt:

    Ja, Philipp aus Kaiserslauddernn, und andere:

    Die ‚ Matratze auf’m Boden‘ ist 40 cm hoch und die Rückenschmerzen sind weg, seitdem ich die habe. Das ist das was in den Krankenhäusern Bandscheibenqualität genannt wird und was die entspr. Patienten da bekommen. Ist überigens
    nicht billig, so 700 Euro grob geschätzt kostet das, vielleicht auch mehr, evtl. ab Fabrik besorgen.Und man kann sich auch nicht am blöden Holz oder Metall stoßen..

    Was soll jetzt da noch ein Gestell darunter? Die ehrenwerte aber langweilige bürgerliche Klischee-Vorstellung von ‚Bett‘ bedienen‘ ?

  9. Bernd K. sagt:

    Da zum Thema Bett hier schon fast alles gesagt wurde, noch was zum Thema Beladung:
    In N. gab es mal eine Kontrabassistin, die das Instrument nach der Probe im Opernhaus in ihrem Käfer verstaute und daraufhin von den umstehenden Passanten die die Szene beobachtet hatten, Applaus bekam.

  10. elder taxidriver sagt:

    Ja und ich hatte mal ein Cello von einem der berühmtesten Cellisten auf dem Beifahrersitz und als ich ihn fragte ob ich das anschnallen solle, meinte er lächelnd ‚Nein‘.

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