Was man halt auch so macht

Humpelnder Typ am Ostbahnhof. Fragt mich nett, ob ich schon lange gewartet hätte, weil er nur zur Mercedes-Benz-Arena will. Ich, zu dem Zeitpunkt Dritter, bin wie immer nett und sage zu, dass das kein Problem sei. Isses natürlich von der Sache her auch nicht. Kurze Touren, passiert halt.

Dann aber sieht er, dass ich noch etwa 1,3 Züge an meiner Kippe übrig habe und beschließt:

„Na komm, wir rauchen noch auf!“

… und zündet sich eine an.

Kurze Fahrten sind das eine, darauf warten ist aber eine Spur härter. 🙁

Leider kam es noch besser: Er war angepisst. Und zwar richtig. Schon während ich wartete, bis er aufgeraucht hatte, hat er mir erzählt, dass ihn ein Kumpel im Unklaren hat sitzen lassen. Er käme „gleich“, allerdings ohne nähere Angabe, wie z.B. ob er nun trotz verpasstem Zug bereits Hannover hinter sich gelassen hat.

Den Ärger meines Fahrgastes konnte ich verstehen, wartete er doch nun bereits seit Stunden, obwohl er die beiden Karten für die Onkelz mit dem Gegenwert zweier ganz guter Taxifahrerschichten bei sich trug und das Konzert seit einer Stunde lief, während sein Kumpel sich nach einem ominösen „gleich“ melden wollte.
Auf der anderen Seite war’s eine 5,50€-Tour mit einem Onkelz-Fan, der nix außer rumnölen konnte und mich auch noch warten ließ.

Es ist echt nicht so, dass ich inzwischen auch zynisch und verbittert bin, um Gottes Willen! Aber am Ende hab ich mich hauptsächlich darüber freuen können, dass mein Abend wenigstens besser war als der meines Fahrgastes.

5 Kommentare bis “Was man halt auch so macht”

  1. Gertraut sagt:

    Da kann man doch nur so richtig reinlangen!!!, in die Onkelzfresse.

  2. Sash sagt:

    @Gertraut:
    Man könnte sich aber genauso gut überlegen, ob das eigene Handeln oder Schreiben noch irgendwie den grundsätzlichen Ansprüchen an dieses Ding namens „Zivilisation“ genügt.

  3. Ein gewisser Zynismus kann in der Alltagsbewältigung durchaus hilfreich sein – zumindest, wenn man ihn privat auslebt und nicht an unbeteiligten Dritten ausläßt… 😉

    Andererseits – „Zivilisation“, braucht das einer? Die alten Germanen hatten durchaus ihre Zivilisation, wurden von den Römern für „barbarisch & unzivilisiert“ gehalten. Eventuell beruhte das auch auf Gegenseitigkeit. Vielleicht kommt ja @ Gertraut aus einer Umgebung, wo das „reinlangen“ zu völlig normalen und gesellschaftlich akzeptierten Konfliktlösungsstrategien zählt? Man schaue sich mal I-Net-Videos zum Thema „russische Autounfälle“ an…

  4. nen bisschen OT am Rande:
    Uber scheint nicht nur in D uber dem Gesetz stehen… äh… zu fahren, sondern auch in den USA: http://www.golem.de/news/autonomes-fahren-kaliforniens-justizministerin-droht-uber-1612-125140.html Das könnte dann doch ganz schön Ärger geben – Aber Tatsachen zu schaffen und dann an angepasste Gesetze zu fordern ist wohl uberschlau… 😉

  5. K. aus A. sagt:

    Mal ganz ab vom Taxigewerbe, hoffe ich einfach, dass es dir und deiner Angetrauten gut geht.

    LG
    Katja

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