Kollege mit Plan

Reinhold aus München hat heute mal wieder einen Artikel geschrieben, der verlinkt werden muss. Es geht um veraltete Taxiordnungen und … genau: Pläne.

So sehr ich mir hier in Berlin mehr Kontrollen der Taxifahrer wünschen würde – irgendwann wird es dann absurd.

PS: Ich hab keine Ahnung, ob unser Stadtplan in der 1925 noch aktuell ist. Meine Lust, nachzusehen, hält sich allerdings auch stark in Grenzen.

12 Kommentare bis “Kollege mit Plan”

  1. Anselm sagt:

    Da wäre doch tatsächlich mal der Erlebnisbericht eines Taxi-Urgesteins interessant, das erzählt, was passiert, als es noch keine digitalen Geräte gab und man die Adresse eben nicht wusste… Blättern?

  2. Sash sagt:

    @Anselm:
    Ich kenne einen Kollegen, der mit mir den P-Schein gemacht und noch nie ein Navi benutzt hat. Und ja, der blättert ggf.

  3. Cliff sagt:

    @Anselm, Karten und Stadtatlanten haben alphabetische Straßenverzeichnisse. Ende der 1980er war ich aus beruflichen Gründen öfter in München per Taxi unterwegs, denn irgendwelche obskuren Adressen in irgendwelchen abgelegenen Vororten mit dem eigenen Pkw zu finden, wenn man keinen Beifahrer hat, der die Karte liest (und das auch kann), war mir zu stressig. Das „Blättern“ (bzw. falten, denn aus mir unverständlichen Gründen hatten die Fahrer damals größtenteils die berühmt-berüchtigten Falk-Pläne mit der „Patentfaltung“) ging ausnahmslos bei jedem Fahrer erstaunlich schnell. Und bei weniger obskuren Sachen brauchten die Fahrer nocht einmal einen Plan; sowas hatten die im Kopf. Okay, manchmal kam es mir so vor, als führen die nach dem Schema „erst einmal grob Richtung $Stadtteil und dann spiralförmig langsam ans Ziel rantasten“, und die kürzeste Strecke war es vielleicht auch nicht immer, aber es funktionierte.

    Übrigens, einen Falk-Plan von München hatte ich auch. Nicht lange aber, denn „Patentfaltung“ hieß bei mir, einmal auseinandergefaltet bekommst du das Ding nie wieder zusammen. Hab mir dann einen Stadtatlas gekauft, mit richtigen Seiten zum Umblättern.

  4. Cliff sagt:

    P.S.: Das „nocht“ ist meine Privatabkürzung für „noch nicht“. Passiert mir immer wieder…

  5. Marco sagt:

    Die 2010er Pläne dürften doch zum Zeitpunkt der Kontrolle noch vollkommen OK gewesen sein. Dass ein Stadtplan, der 2010 gedruckt wurde, bereits in der ersten Woche 2013 älter als 3 Jahre ist, halte ich für höchst unwahrscheinlich. Der Kontrolleur scheint also ein Verständnisproblem bzgl. der Formulierung „nicht älter als drei Jahre“ oder eine Rechenschwäche zu haben.

  6. Daniel sagt:

    Du ahnst ja nicht, was ich statt ¨unser Stadtplan IN DER 1925¨ zuerst gelesen hatte… und da hätte die Antwort unter Garantie ¨Nein¨ gelautet 🙂

  7. Maik aus Wilhelmshaven sagt:

    Kollege hat mal einen Einsteiger, „Bringen sie mich mal zur Baltrumstraße“. Der Kollege zückt den Stadtplan und will nachschauen, wo die Straße ist, da meint der Kunde zu ihm: „Kein Problem, ich kann Ihnen den Weg zeigen“. Darauf raunzt der Kollege den Kunden an :“Ich bin hier wohl der Taxifahrer, und ich suche den Weg raus…“
    Nun, der ist auch nicht wirklich lange Taxi gefahren, irgendwie haben sich zuviele Kunden über den Kollegen beschwerd…

    Und, Wilhelmshavens Stadtgebiet ist so groß, wie ein Stadtteil von Berlin 😉

  8. Aro sagt:

    Hier in Berlin kann es Dir passieren, dass Leute noch z.B. zur Dimitroffstraße wollen. Da brauchste einen Stadtplan von 1992 oder älter.

  9. Cliff sagt:

    @aro, ist doch für Sash kein Problem: Genau dreißig Sekunden googeln:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Danziger_Stra%C3%9Fe

    Für Fahrer ohne Smartphone natürlich ein Problem. Aber bei mir im tschechischen Grenzgebiet ist das auch so ein Problem, wenn der Tscheche nur den tschechischen Namen des Dorfes weiß, und der Deutsche nur den deutschen. Es hat sich da schon sehr viel angenähert, und Navis haben einen großen Teil zur Völkerverständigung beigetragen, weil die entweder beide Ortsnamen anzeigen, oder man die Sprache umschalten kann, oder man halt auf Englisch palavert: „Yes, after this church, there it should be on the left, oh no, wait please, I see the city tower, we must bend away right…“ (Manchmal schäme ich mich als Fahrgast auch für meine Mitfahrer.)

  10. Sash sagt:

    @Cliff:
    Ich persönlich bin kein Freund von Falk-Plänen. Die zu kapieren und zielsicher bedienen zu können, hab ich während des gesamten Lernens auf die Prüfung nicht so recht. Gerafft. Und was komplizierter ist als die Berliner Ortskunde, ist ZU kompliziert! 😀

    @Daniel:
    Ich kann’s mir vorstellen … 😉

    @Maik aus Wilhelmshaven:
    O ja, die Kollegen, die zwar nachschauen müssen, es dennoch besser wissen als die Kundschaft … muss irgendeine ganz obskure Auffassung von Berufsehre dahinterstehen oder so.

    @Aro:
    Es wäre vielleicht die einzige gewesen, aber bei der Dimitroff hätte ich das auch noch gewusst.

  11. Aro sagt:

    Ja, das ist noch leicht. Aber seit 1990 wurden in Berlin etwa 800 Straßen umgenannt. Da könnteste deine Ortskundeprüfung gleich noch mal neu machen 🙂

  12. […] Was ich anhand der sonst eher dürftigen Prüfung für recht sinnvoll halte, wir glücklicherweise vom Ergebnis noch positiv übertroffen: Von 102 überprüften Fahrern sehen nun 7 einem Ordnungswidrigkeitsverfahren entgegen. Das ist auch gar nicht böse gegen die Kollegen gerichtet, sondern ich finde das persönlich einen guten Schnitt. Einen Fahrer ohne Konzession haben sie aufgetrieben – auch schön – aber beim Rest: Ordnungswidrigkeitsverfahren sind immerhin keine Strafverfahren. Ich kenne keine Details, aber dabei werden sicher auch Lapalien sein. Hier ein abgefahrener Reifen, dort ein Taxameter, das vor 2 Monaten schon hätte neu geeicht werden müssen … oder gar irgendwo ein veralteter Stadtplan? […]

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