Gabi heult

Ich hatte äußerst (!) gut gelaunte Kundschaft – ein Pärchen – im Taxi, mit der sich das Gespräch auch recht schnell entwickelte. So waren wir urplötzlich bei den Eltern von ihr:

Nein, früher waren meine Eltern auch mal spießig. Aber dann rufen die mich von einem Trip nach Amsterdam aus an und fragen mich, was „Haschkuchen“ auf niederländisch heißt. Ist klar: Die Tochter muss das ja wissen. Und dann klingelt abends das Telefon nochmal. Mein Vater ist dran und lacht. Und lacht. Und dann lacht er noch mehr. Irgendwann frage ich, was denn los sei. Er meinte zu mir: „Die Gabi – meine Mutter – die Gabi!“ „Ja, was denn?“ „Die Gabi!“ „Was ist mit Gabi?“ „Ach, die Gabi kommt gar nicht mehr klar und heult die ganze Zeit. Und je mehr sie heult, desto mehr lachen wir alle!“

Ich musste auch lachen, ganz ehrlich 😀

Und: Ist es nicht beschissen, dass ich meines Jobs wegen nicht mehr kiffen darf? Auch nicht am ersten Tag von drei Wochenendtagen? Nur weil irgendwelche Sheriffs mir das eventuell auch nach anderthalb Wochen noch nachweisen könnten und ich damit meinen Schein aber mal sowas von los wäre…

Stellt euch mal vor, was ich dann alles schreiben würde… 😉

24 Kommentare bis “Gabi heult”

  1. shampoo sagt:

    THC im Blut und Autofahren passen nicht zusammen. Find ich gut so. Auch wenn ich die Rennleitung nicht zu meinen direkten Freunden zähle.

  2. Nessa LG sagt:

    Irgendwie traurig, wenn man nur mit Kiffen Spaß haben kann…
    Zum Glück können meine Freunde und ich das auch super ohne. ^^

  3. Sash sagt:

    @shampoo:
    Das trifft den Kern der Tatsachen aber nicht wirklich. Ja, bekifft Autofahren ist völlig zu Recht verboten! Da gibt es gar keine Diskussion! Aber dass man Ärger kriegen kann, weil sich der vorangegangene Konsum durch Abbauprodukte noch nachweisen lässt… das ist schon was anderes. Wie gesagt: Warum darf ich Montags keinen Joint rauchen, wenn ich Donnerstags arbeite?

    @Nessa LG:
    Bitte was? Wer schreibt denn was von „nur mit Kiffen Spaß haben“? Ich sicher nicht…

  4. Nessa LG sagt:

    Nein, das hast Du nicht geschrieben – das habe ich aus der Aussage der Fahrgästin gelesen – „vor Holland waren meine Eltern spießig“. Das ist natürlich eine Zuspitzung meinerseits. 🙂

  5. Sash sagt:

    @Nessa LG:
    Ja gut, das könnte wirklich so rüberkommen. 🙂

  6. Matthias sagt:

    Vor allem, da man bei Alkohol ja recht großzügig ist, bzw. ja sogar beim fahren einen gewissen Pegel haben darf.

    Aber man muss dabei natürlich die Realität sehen: Da werden jedes Jahr mehrere hundert Menschen im Straßenverkehr durch bekiffte Autofahrer umgebracht, von Kiffern werden Ehefrauen und vor allem Kinder misshandelt, bei Fußballspielen wird von Kiffern randaliert – da muss der Staat hart durchgreifen und diesen Missbrauch bereits im Ansatz aufs Schärfste bekämpfen.

  7. Sash sagt:

    @Matthias:
    Ich hab mich gerade vor Lachen verschluckt, als ich mir die randalierenden Kiffer bildlich vorgestellt habe 😀

  8. ednong sagt:

    Ja ey, natürlich randalieren die. Und lachen dabei höllisch. Das geht ja gar. Da hilft nur die Vorratsdatenspeicherung auf Lebenszeit!

    Und wenn du viel schreiben soltlest, weil du keinen Schein mehr hast – dann bitte nur bekifft. Nur dann kommen wir endlich an die geheimen, intimen Details …
    😀

  9. Sash sagt:

    @ednong:
    Nee, wie gesagt: Ich riskiere meinen Schein nicht für ein Tütchen. Insofern wirst du da ein Weilchen drauf warten müssen…

  10. gs75x sagt:

    Ja, aber der bewiesene Flashback!
    Wumm, biste nach 5 Tagen plötzlich wieder drauf… schlägst wiederum Deine Familie, randalierst, fährst mit 180 durch die 30er-Zone, haust Deinen Fahrgästen aggressiv auf die Schnauze oder betatscht sie gar! Uh…und Sitzerhöhungen für Kinder haste eh im Wagen!
    Also das ganze doppelt: Einmal akut bekifft und dann nochmal beim Flashback. Hm, oder gibt´s sogar mehrere Flashbacks?
    Viel zu gefährlich!
    Ich finde zwar grade die Quelle nicht, aber ist alles wissenschaftlich einwandfrei bewiesen.
    Nach dem zweiten Mal kiffen, biste eh Dein Leben lang abhängig und fängst an, Marhihuana zu spritzen und THC zu schnupfen… und das alles im Taxi!
    Geht mal garnicht!
    Dann habe doch bitte lieber den Flachmann im Handschuhfach. Würde ich mich persönlich als Fahrgast viel wohler bei Dir fühlen.

  11. Sash sagt:

    @gs75x:
    Jaja, der Flashback. Schlimme Geschichte. Da will man gerade auf die Autobahn fahren und plötzlich – zack! – ist man wieder voll druff, weil man als Jugendlicher mal mit zwei Kiffern in einem Zimmer saß 😉

  12. Shampoo sagt:

    Dass die Gesetzgebung zum Thema thc nicht zwingend aktuell ist, mag sein.dennoch ist thc zurzeit als Droge eingestuft; insofern ist es der Logik der StVO folgend völlig richtig, den Konsum im Straßenverkehr zu ahnden. Ich möchte mir als Gesetzgeber den Schuh, Grenzwerte für cannabinoide Abbauprodukte festzulegen, nicht anziehen. Außerdem ist wohl unbestritten, dass thc Auswirkungen auf den Organismus hat. Man hat mit Alkohol am Steuer schon genug Probleme – warum also noch eine Baustelle aufreißen?

  13. Knut sagt:

    Einfach alle Drogen verbieten. Und Radio auch, gute Musik könnte den Endorphinspiegel erhöhen und zum Rasen verleiten.

    Es ist müßig, über Drogen am Steuer zu diskutieren, da jede gesetzte Grenze letztlich willkürlich ist.

  14. Marcus sagt:

    Ist das eigentlich so eine Art Mode Droge?…..Früher mit 18j. haben, in meiner Klasse von 20Schülern bestimmt 18 gekifft und viele davon sogar noch während der Schulpausen. tztz

    Ich glaube übrigens nicht an einer Kontrollierten Kosum…..schlimm, das die Linken Spinner mit der einer legalisierung sogar noch auf Stimmen fang gehen dürften…….erst letzte Woche ist jemand unter Drogen hier in der Gegend mit seinem Auto natürlich tödlich auf einer Landstraße in den Gegenverkehr gefahren.

  15. Sash sagt:

    @Shampoo:
    Wie gesagt: Nichts gegen ein Drogenverbot im Verkehr. Aber Abbauprodukte sagen letztlich nur, dass man mal was geraucht hat. Nicht, ob das im Verkehr war. Das ist dann doch ein bisschen so, als würde man bei Kontrollen die Leberwerte nehmen und sagen: Aha, sie trinken wohl gelegentlich, dann geben sie mal den Lappen her.

    @Knut:
    Hast ja Recht.

    @Marcus:
    Muss ja hart sein. 18 Drogentote im Bekanntenkreis…

  16. leserin sagt:

    ich dachte man muss erst auffällig werden, um einen derartigen test über sich ergehen lassen zu müssen?

  17. Sash sagt:

    @leserin:
    Ja natürlich. Zum Beispiel auffällig jung. Oder man muss lange Haare haben. Ich zitiere den Beamten meiner letzten Drogenkontrolle: „Wir haben da schon unsere Kriterien…“
    Natürlich isses nicht so, dass jeder jeden Tag rausgewunken wird – aber im Behindertenfahrdienst hatte ich jedes Jahr 2 bis 3 Kontrollen. Meist ohne Test, aber das weiß man ja nie so genau…

  18. leserin sagt:

    darf ich fragen, was der unterschied zwischen kontrolle und test ist? test => blutkontrolle?

  19. Sash sagt:

    @leserin:
    Mit Kontrolle meinte ich das Übliche: Angehalten werden, „Haben sie was getrunken?“ „Gehen sie mal diese Linie lang!“ etc. Mit Test meinte ich eben pinkeln, Atemalkoholmessung, Blutabnahme, sowas. Hast Recht, ist blöd, so zu unterscheiden. Gewohnheit…

  20. KleineSpaßbremse sagt:

    Auch wenn es nur Kiffen ist: Der Konsum von Drogen und die berufliche Beförderung von Personen passen nun mal nicht zusammen. Wer kifft, möge das tun, weil das Privatsache ist, aber er soll dann nicht beruflich als Taxler oder LKW-Führer arbeiten.

  21. Cliff McLane sagt:

    Und was heißt jetzt „Haschkuchen“ auf Niederländisch? Ja, space cake, schon klar, aber…

    Übrigens, die steinernen Löwenköpfe auf mancher Amsterdamer Grachtenbrücke sind lustig. Fand meine Freundin.

  22. Sash sagt:

    @KleineSpaßbremse:
    Ergo habe ich als Personenbeförderer kein Privatleben?
    Wir reden hier von Wochen, die die Abbauprodukte nachweisbar sind. Bei Alkohol isses doch auch ganz vernünftig geregelt: Man darf nicht saufen und dann fahren. Und für berufliche Fahrer gelten hier die wohl einzig vernünftigen 0,0 Promille. Am Wochenende ein paar Bierchen ist demnach ok. Also warum kein Joint. Das grundsätzlich auszuschließen finde ich albern. Dass auch Gras seine negativen Auswirkungen hat, ist richtig und wahr – das ist sicher bei wirklich allen Drogen so. Deswegen sind es Drogen.
    Und ich denke, man sollte sie nehmen dürfen, so lange – und da bleibe ich ja auch strikt – sie nicht in irgendeiner Form die Arbeit beeinflussen.

  23. KleineSpaßbremse sagt:

    @Sash: Doch, auch ein Taxler hat ein Privatleben. Aber in jedem Beruf gibt es Ausschlussgründe, die die Person ungeeignet machen: Wer im Lebensmittelgewerbe arbeitet, darf keine ansteckenden Krankheiten haben und muss das auch nachweisen. Wer zu dick ist, kann nicht bei der Polizei arbeiten. Wer als Anwalt eine Zulassung beantragt, darf keine Vorstrafen haben, ansonsten erhält er diese Zulassung nicht (eine Sucht ist dort auch noch ein Ausschlussgrund).
    Ich will mich auch in keinen Flieger setzen, wenn der Pilot regelmässig Joints raucht, das geht einfach nicht. Und auch der Arzt, der mich irgendwann mal operiert, sollte nicht regelmäßig Drogen konsumieren. Und bei der Personenbeförderung als Taxler handelt es sich auch um einen Job, dem ich vergleichbare Verantwortung abverlange.
    Was den Alkohol betrifft, sollte man nicht nur kontrollieren, ob gerade aktuell der Blutspiegel auf Null ist, sondern es sollte auch alle 2-5 Jahre überprüft werden, ob die Leberwerte zumindest in akzeptablen Grenzen sind.

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