Julia und der Schrööm (2)

So, seit gestern wissen wir nun also, was ein Schrööm ist. Selbiger wollte mit seinen Freunden ins Maria gehen. Nun war da aber leider zu. Die ganze Gruppe trudelte also nach und nach wieder an meinem Taxi ein. Ich hab aufs Weiterfahren bewusst verzichtet, als dort dunkel war.

Nun gackerten alle wie wild durcheinander. Was machen wir jetzt? Wo sind wir? Wo sind die anderen? Wo ist dieser Ostbahnhof überhaupt und am allerwichtigsten: Wo ist mein Tabak? Zwei ziemlich entmutigte Nikotinabhängige haben mich mit großen Augen angesehen, als ich ihnen je eine Kippe in die Hand gedrückt habe. Nicht, dass ihre 40 Cent Trinkgeld das aufgewogen hätte, aber ich mochte die Truppe und mir war klar, dass die wieder bei mir im Auto landen.

Das Gackern wurde nicht weniger, aber es verlagerte sich mehr in die mitgebrachten Handys. Schließlich war die Gruppe zu Beginn ihrer Reise ja noch mit 4 weiteren Leuten unterwegs, und diese galt es nun zu finden. Am Maria waren sie jedenfalls nicht. Das war wiederum nicht sonderlich verwunderlich, da sie meinem Kollegen als Fahrtziel den Ostbahnhof angegeben hatten. Zum Zeitpunkt der allgemeinen Konfusion vor dem Maria standen ähnlich konfus 4 englischsprachige junge Touristen vor dem Ostbahnhof und wunderten sich, wo es hier einen Club gäbe. Unser Ziel war also klar.

Einer der beiden eher unscheinbaren Mitreisenden sorgte sich nun darum, dass sie kein Taxi kriegen würden. Während ich dem Rest schon erklärt hatte, dass ich die Tour einfach weiterlaufen lasse und sie nicht nochmal die 3,20 € zahlen müssten, erkannte dieser junge Mann mich nicht mehr.

„We need a cab!“

„Hey, here is our cab!“

„No, it’s another one!“

„It isn’t!“

„Sure! Look at that guy! Is that our cab driver?“

Ich hab mich dann mit einem trockenen „Yes man, I am!“ erneut vorgestellt. Dann galt es nur noch zu klären, dass im Taxi nicht geraucht wird.

„OK, I’ll walk!“

meinte der Schrööm und lief Richtung Bahnhof. Wenn man bedenkt, dass der Rest gerade auch am Rauchen war und ich solange zu warten gedachte, erscheint diese Idee ziemlich absurd. Nachdem abermals lustige Rufe nach Schrööm durch die Nacht gehallt waren, stand er wieder bei uns. Besser gesagt: Bei mir.
Er drehte der Gruppe den Rücken zu und deutete mit dem Kopf in Richtung Julia:

„Guy, honestly: What do you think about her?“

„What should I say? Nice.“

Das war keinesfalls gelogen. Julia war ein überaus attraktives Mädel und zudem hatte sie bisher auch einen echt netten Eindruck gemacht. Der Schrööm senkte seinen Ton abermals und flüsterte mir zu:

„You think, she’s underaged?“

„Well, huh! I’m not sure…“

„Risky business, my friend!“

meinte der Schrööm und klopfte mir auf die Schulter. Dann gab er den anderen Zeichen, einzusteigen. Ich sattelte die Pferde meines Zafiras und schmiss die Uhr wieder an. Als wir am Ostbahnhof ankommen und uns die vier verbliebenenen Gestalten fast vors Auto gerannt wären, stehen weitere 80 Cent auf der Uhr. Obwohl die Jungs mich bezahlen, halte ich mich weiter bereit. Die Uhr läuft gleich weiter und ich denke darüber nach, noch einen Blogeintrag über den Schrööm zu schreiben. Risky Business, wat ein Kerl!

Dieser Blogeintrag ist fertig. Aber man kann sich vorstellen, dass die Truppe gleich wieder vor meinem Auto stand… davon handelt dann die morgige Geschichte 🙂

12 Kommentare bis “Julia und der Schrööm (2)”

  1. Hobelbruder sagt:

    Handelt es sich nun hier um eine Julia oder eine Dschulia? Das könnte für den weiteren Verlauf der Geschichte wichtig sein!

  2. Sash sagt:

    @Hobelbruder:
    Das spielt keine Rolle 😀
    Such dir was aus…

  3. SaltyCat sagt:

    solange es keine ämmilie-mieschell ist …

  4. ednong sagt:

    Was’n das hier jetzt? Muß ich jetzt auch wie beim Bestatter einen 3-Tages-Rhythmus einlegen, damit ich alles in Gänze lesen kann? Man man.

  5. @Sash

    Hätte ich nicht eben meinen Wagen in die Werkstatt gebracht, ich schwöre, ich würde meine Abscheu in Berlin Auto zu fahren überwinden und zu dir kommen, nur um das Ende der Geschichte endlich zu lesen.

    Und jetzt rufe ich Chuck Norris an. Und Stallone. 😀

  6. Sash sagt:

    Leutz, Leutz, Leutz…
    Irgendwann muss ich den ganzen Quatsch ja auch erstmal schreiben 😉

  7. ednong sagt:

    Tipp schneller, Sash, tipp schneller …

  8. anon sagt:

    „risky business“? das „age of consent“ in Deutschland ist 14 bzw. 16…

  9. Sash sagt:

    @anon:
    Ja, aber wahrscheinlich nicht bei ihm zuhause…

  10. anon sagt:

    Na, dann hat er ja Glück, dass er im Moment nicht zuhause ist 😀

  11. Sash sagt:

    @anon:
    Die Rechtslage zu kennen, kann schon entspannend wirken… 😉

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