Verabschiedungen

So, mit etwas Verspätung noch ein kleiner Taxi-Beitrag für heute:

Es war ziemlich spät, als ich meinen Kunden am Boxhagener Platz abgesetzt habe. Ich bin erstmal kurz rechts rangefahren um mir ein paar Tourdaten zu notieren, da sehe ich es schon wieder winken. Großartig!

Zwei dicke Männer stehen am Straßenrand, umarmen sich, verabschieden sich herzlich und einer der beiden setzt sich dann zu mir ins Auto. Er ist angetrunken, nicht sehr redselig, nennt mir aber eine Straße in Hohenschönhausen und ein dazu passendes Hotel (das mir zwar nichts sagt, aber da bin ich mal zuversichtlich) und schläft relativ bald ein.

Seine Fahne wabert gemütlich durchs Auto und ich vergewissere mich beizeiten, dass er keine Anstalten macht, Körperflüssigkeiten abzusondern. Bei den gelegentlichen Bodenwellen grunzt er ab und zu, sonst ist er aber friedlich und ruhig. Stufe Vorkoma. In der Straße angekommen, fahre ich langsam zum Hotel (das leicht zu finden war) und wecke ihn vorsichtig. Er ist völlig perplex, sieht mich an, als würde ich irgendeinen Albtraum fortsetzen, beruhigt sich aber gleich wieder. Ich sage ihm, dass wir da wären und nenne den Fahrpreis.

Immer noch leicht verstört bezahlt er, steigt aus, schwankt bedrohlich hin und her und muss sich an meinem Auto festhalten. Dann kann er es sich dann aber nicht nehmen lassen, mich noch etwas zu fragen:

„Sagen sie, ist nicht irgendein Freund mitgefahren?“

„Nein, sie haben sich am Boxhagener Platz von jemandem verabschiedet. Gefahren sind sie alleine.“

„Soso. Kann ich mich nicht erinnern. Naja, ich war ja auch betrunken…“

WAR? OK… so kommen also die Fahrten mit Restalkohol im Straßenverkehr zustande.

2 Kommentare bis “Verabschiedungen”

  1. sys sagt:

    Naja seinen Rausch hat er ja bei dir im Taxi ausgeschlafen 😀 😉

  2. Sash sagt:

    @sys:
    Offensichtlich 😀

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