Montag Morgen…

Montag morgen: Ich habe mich aus dem Bett gekratzt, ein paar Mails und Adressen im Web gecheckt, und jetzt warte ich darauf, dass der Tag anfängt. Gleich werde ich meine Zigaretten packen, eine rauchen gehen und dann im Anschluss ein bisschen Klamotten waschen. Dann geht es mal wieder richtig ans lernen!
Heute Mittag ist dann sogar noch Taxi-Schule, wo ich mich nach den vielen Ausfällen die letzten Wochen auch mal blicken lassen sollte.
Das schöne ist, dass mir mein letzter Amtsbesuch bestätigt hat, dass ich „nur“ noch die Ortskundeprüfung machen muss, nicht auch noch die ganzen ärztlichen Tests.

Es ist beinahe schon zu einfach 😉

Es gibt auch gute Tage…

Ja, es gibt auch gute Tage! Das mit dem Rauchen… ähm – lassen wir das! OK? Ich bin einfach kein Nichtraucher, und ich werde es so schnell nicht sein. Ich habe inzwischen einen Weg gefunden, wie ich deutlich weniger rauche, und damit bin ich vollauf zufrieden.
Warum aber ist dies ein guter Tag. Nun, ich bin ewig mit meiner Freundin durch die Stadt gelaufen. Das ist schon mal grundsätzlich schön, aber wir haben auch gleich noch ein paar Dinge erledigt. Dazu hat unter anderem ein Besuch beim Amt gehört, weil ich mal wissen wollte, ob ich mit meinem alten P-Schein nicht doch noch irgendwie sparen könnte.
Und ich kann! Das sogar in genau dem Maximalumfang, in dem ich es mir gewünscht habe. Ich brauche keinerlei medizinische Checks mehr machen. Ich muss „nur“ meine Ortskundeprüfung machen, und das war es dann. Herrlich!
Nicht, dass wir uns falsch verstehen. Ich finde die medizinischen Tests sinnig, insbesondere den Augenarztbesuch. Aber es wäre doch zu abenteuerlich gewesen, wenn ich mit meinen alten Ergebnissen in Stuttgart bis Ende 2011 fahren dürfte, und hier alles noch mal prüfen lassen müsste. Aber so ist es ja nun auch nicht. Das Schöne ist aber nicht der ersparte Stress, es ist einfach das Geld! Diese Gutachten kosten auch. Das sind hier 50 Euro und da mal 100 Euro. Alles nicht die Welt, aber wenn ich ehrlich bin, dann sind 100 Euro in meinem Universum viel Geld, und sie werden es noch eine Weile bleiben. Also kann man mit Ämtern auch mal Glück haben. Ich hoffe, dass ich das dann bei der konkreten Antragsstellung nicht revidieren muss.

Optimistische Grüße aus Berlin,

Mehr als bisher

Ich lerne nicht nur mehr als bisher, ich weiss vor allem auch mehr als bisher. Das verraten mir zumindest meine Karteikarten. So langsam bin ich endgültig davon überzeugt, mich – natürlich nur was Straßennamen, Hotels, KH’s und dergleichen engeht – in meiner neuen Heimat besser auszukennen als in meiner alten. Der Überblick übers große Ganze fehlt natürlich noch, und das ist auch nichts, was ich binnen einer Woche mal kurz hinbekommen werde. Aber das ist auch nicht verwunderlich.
Jeder Tag wird inzwischen zu einer wüsten Schlacht mit Plänen, Atlanten und dem Zielfahrtenskript, und es macht mir noch immer den Spaß, den mir niemand (außer ich mir selbst) prophezeit hat.
Morgen ist endlich wieder Kurs.

Ein paar Gedanken

Wie versprochen habe ich mich in den letzten Tagen wieder eine ganze Menge über Straßen und Plätze, Hotels und Krankenhäuser hergemacht. Meine Freundin unterstützt mich über alle erdenklichen Maße hinaus, indem sie unablässig den Ortskundekatalog auf Karteikarten überträgt und mich abfragt und zum Lernen anhält. Ich hab die Tage das ein oder andere Mal darüber nachgedacht, ob ich jetzt wirklich eher einen Vor- oder einen Nachteil davon habe, dass ich nicht schon seit einiger Zeit in Berlin bin, und nicht zumindest ein paar grundliegende Dinge weiß.
Ehrlich gesagt, ich bin mir nicht so ganz sicher. Ein ernstliches Ergebnis habe ich nicht vorzuweisen. Manches Mal denke ich mir, dass ich mir manche Sachen sparen könnte, wenn ich mich hier ein bisschen auskennen würde. Auf der anderen Seite: Wie viel speichert man falsch ab? Und vermeintliches Wissen durch richtiges zu ersetzen ist in aller Regel verdammt schwer. Wenn ich daran denke, wie lange man als Kind bei englischen Liedtexten irgendeinen phonetisch sinnig erscheinenden Sumpf mitsingt, der einem einfach nicht aus dem Kopf will, wenn man sich dann den Text mit den ersten Englischkenntnissen mal anschaut.
Vielleicht ist das hier ja doch ein wenig ähnlich.
Zudem: Welcher Berliner – wenn er nicht schon seit Ewigkeiten einen Fahrerjob macht – kennt denn das ganze Stadtgebiet. Meine Freundin muss selbst bei 50% der Ortsteile passen, und die hat nun ca. 20 Jahre Vorsprung…
Der wichtigste Punkt – der mich bestätigt – ist aber wohl der, dass ich in einer an sich vertrauten Umgebung zu wenig neues zu entdecken hätte, als dass es mir dann noch so Spaß machen würde. Wie wäre es gewesen, in Stuttgart die Ortskundeprüfung abzulegen? Vielleicht vom Lernaufwand ein bisschen einfacher, aber dafür unendlich stressiger. Ständig das Lernen von Quatsch, den man eigentlich ja weiß. Nix neues mehr… das stelle ich mir doch recht schlimm vor.
Wenn ich ehrlich bin, dann freue ich mich schon so richtig drauf, das ein oder andere Eck endlich auch mal in Realität kennenzulernen, das bisher nur als eine von vielen Buchstabenkombinationen in meinem Hirn umherwuselt.
Die Motivation ist also ungebrochen. Ich weiss immer noch, dass ich hier das richtige mache.

Wochenanfängliche Grüße,

Boah nee, ey!

So, heute war gewissermaßen ein chaotischer Tag. Ich hab es nicht bis zur Taxischule geschafft, was hoffentlich kein Problem ist. ich weiss, dass es das nicht ist. Ich hab die letzten Tage kaum was gelernt, was damit zu tun hat, dass ich einiges andere erledigt habe. Dann hatte ich heute in bitterer Frühe (kann mich eigentlich nicht beschweren, hätte auch einen anderen Termin wählen können) ein Meeting beim Arbeitsamt.
Antragsabgabe!
Wer den Spaß auch schon hatte, weiss, um was es geht: Ums Geld. Leider war der Termin nicht so sonderlich erfolgreich, weil ich immer noch keine Arbeitsbescheinigung meines Ex-Arbeitgebers habe. Wenn ich allerdings der netten Dame glauben darf, die meinen Antrag „angenommen“ hat, dann kann ich dennoch davon ausgehen, dass ich Ende des Monats noch Geld bekomme. Natürlich wird das nicht viel sein, aber wenigstens brauche ich mir dann keine Sorgen um die Miete zu machen.
Leutz, von so vielen Menschen höre ich, wie schwer es Taxifahrer finanziell haben. Hat mal jemand drüber nachgedacht, wie schwer es jemand hat, der nicht einmal Taxifahrer ist?
Egal, ich behalte den Kopf oben und stürze mich demnächst wieder konzentriert in den Kampf mit den Straßen!

Wat so geht…

Heute mittag ist dann der zweite Kurs angesagt. Ich werde dann 74 € los sein, was nicht sonderlich dolle ist, aber auch nicht das Schlimmste, was ich mir vorstellen kann. Dafür kriege ich dann immerhin endlich den langersehnten Objekte-Katalog und ein bisschen brauchbares Kartenmaterial.
Über den Katalog freue ich mich am meisten. Momentan (also nicht genau jetzt, aber die letzten Tage) bin ich eben dabei, die Objekte mittels Karteikarten und dubiosen Eselsbrücken in mein Hirn zu quetschen. Das alleine hilft zwar nicht sonderlich viel bei der Orientierung in der Stadt, ist aber immerhin genau das, was in der schriftlichen Prüfung – die man eh zuerst macht – verlangt wird: Vokabeln! Zu jedem Hotel ein Platz/eine Straße, zu jedem Bezirk zwei Nachbarbezirke, zu jeder Siedlung eine Straße und der
Bezirk, und zu guter Letzt noch zu jeder Straße zwei begrenzende
Straßen. Stupide, sinnlos, einfach.
Irgendwie sehr deutsch, wenn ich mir diese Bemerkung erlauben darf…
Naja, entgegen aller Ankündigungen bin ich es noch nicht leid und freue mich auf alles weitere. Nur meine ekelige Erkältung könnte mal vorbeigehen.

Mit fortschreitenden Grüßen,

Kauft das Buch!

Wie kam Sash eigentlich zum Taxifahren? Das beschreibt er in seinem ersten eBook "Papa, ich geh zum Zirkus!".

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Noch ein Blog?

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.

Der erste Kurs

Nach ein paar dilettantischen Annäherungen meinerseits an den Berliner Stadtplan in den letzten drei Tagen, war ich dann gestern das erste Mal mit Leidensgenossen beim Rätseln vereint.
Aua, das klingt jetzt ein bisschen hart. So soll es aber nicht klingen. Ich bin eigentlich noch immer positiv überrascht von allem und allen. Ohne meine positiven Erfahrungen mit Taxifahrern zu vergessen, so erwartet man dann eben doch eher einen Haufen griesgrämige Prekariatsgeschädigte Leute unter den Anwärtern. Aber Fehlanzeige! Auch wenn die Altersspanne von ca. 23 bis 65 gereicht hat, so waren mir eigentlich alle sympathisch. Die Warnung seitens unseres Coaches, dass man am Anfang vielleicht negativ überrascht werden würde, weil „die anderen“ da „schon alles fast auswendig“ wissen, hat sich nicht bestätigt. Ich fühle mich mehr und mehr in meinem Glauben bestätigt, dass ich das Richtige tue.
Mein größtes Problem ist es momentan, bis zum Montag 75 € aufzutreiben. Wenn ich das geschafft habe, dann kann ich meinen Vertrag unterschreiben, kriege alle – wirklich bitter nötigen – Unterlagen, und dann kann ich noch mal einen Blog-Eintrag schreiben, der sinngemäß besagt, dass es endlich richtig losgeht. Wäre aber Quatsch. Irgendwie bin ich doch bereits mitten drin, und da holt mich jetzt so schnell nichts mehr raus.
Finanziell werden die nächsten Monate alles andere als lustig, da wartet noch eine Menge schlechte Laune auf mich, aber was tut man nicht alles?

Morgendliche Grüße