Wie ich die heutige Nacht in freier Wildbahn überleben soll, weiss ich noch nicht so recht. -14 bis -18°C wurden mir im Radio bereits angedroht. Bei Kälte bin ich eigentlich recht gelassen, aber insbesondere wenn man müde ist, kann es dann ja doch unangenehm werden. Das Auto ist irgendwie schon jetzt mit dem Heizen überfordert – was mich etwas erschreckt.
Andere Leute stellen es da besser an als ich und sorgen etwas vor.
In Kreuzberg stand ich an einer Ampel, als mich ein Typ mit mittelschwer leidendem Blick fragte, ob ich frei sei. Als ich bejahte, deutete er mir mit den Armen an, ich solle einmal ums Eck fahren.
Das ist eine Sache, die allerorten vorkommt, wobei ich mir manchmal schon meine Gedanken über die Leute mache. Einmal rechts ums Eck fahren entspricht auf dem Taxameter in der Regel 0,00 €. Manchmal o,20…
Wer da bereits um die einzelnen Meter feilscht…
Naja, ich will nicht zu hart sein mit meinen Kunden. Insbesondere dieser hatte einen guten Grund. Ums Eck stand ein Begleiter von ihm, anbei eine Monstrosität von einem Koffer. Ein knallroter Hartschalenkoffer in der Größe eines mittelprächtigen Sarkophagen. Das Einladen dieses Trumms gestaltete sich auch beinahe schmerzhaft, war das Ding doch mindestens 80 kg schwer.
„Uns ist der Koffer kaputt gegangen!“
fluchte der eine. Sie wollten nur eine Kurzstrecke, eigentlich hatten sie vor zu laufen. Bis dann dummerweise der Koffer den Dienst quittierte, und so ganz ohne funktionierende Rollen gar nicht mehr durch den Schnee zu bewegen war.
„Wir haben da Brennholz für den Ofen gesammelt.“
Geschätzte 3 Bäume.
Hätte ich vielleicht behalten sollen. Wer weiss, was heute Nacht so passiert…
