Hab das erste Mal den roten Knopf gedrückt!

OK, der Knopf ist nicht wirklich rot, rot ist nur das LED, das leuchtet, wenn man ihn gedrückt hat. Es geht um die Verriegelung des Taxis. Und ich habe sie in Anspruch genommen wegen einer Betrunkenen.

Nun kennen mich die meisten hier recht gut und wissen, dass ich nix gegen Betrunkene hab. Hin und wieder war ich ja sogar selbst schon betrunken. Die meisten, die einen im Tee haben – und derer hab ich inzwischen ja viele im Taxi gehabt – sind nett und froh, dass sie jemand ernst nimmt und heim bringt.

Besagte Kandidatin aber hat vor mir bereits einige Taxis abgeklappert und ist schlicht und ergreifend mehrmals den Kollegen gegen das Auto gelaufen, hat andere Fahrgäste belästigt und hat binnen einer Minute mehr Ausfallschritte getätigt wie ich und alle meine Kollegen während einer kompletten Weihnachtsfeier zusammen. Und da sie auch immer gleich anfing, an den Türen der Taxis zu rütteln und zu zerren, hab ich eben abgesperrt, als sie auf mich zukam.

Ich hab dennoch nett geguckt und das Fenster runtergemacht, aber das brachte eben nix. Ich hab nicht einmal verstanden, was sie wollte – was aber auch daran gelegen haben könnte, dass sie während des Sprechens einen Knutschfleck an der Beifahrerscheibe hinterlassen hat. Und das nicht freiwillig, sie ist einfach mal mit dem Mund voran gegen’s Auto gelaufen.

Ich hab sie nicht einmal wirklich abgelehnt, sondern einfach nicht gewusst, was sie wollte, da ist sie schon beim Kollegen hinter mir gewesen. Dort ist sie dann „endlich“ umgekippt und wir hatten einen Grund, wenigstens die Cops herbeizuwinken, von denen wie immer ein paar rauchend und interessiert auf den Taxistand guckend am Fenster ihrer Wache standen.

Nachdem die Dame von den Cops in Obhut genommen worden war, hat ein Flaschensammler, der der Szenerie die ganze Zeit beigewohnt hatte, noch erzählt, dass sie ihm anvertraut hatte, nicht zu wissen, wo sie wohne. Ich helfe ja gerne, aber für manche Probleme sind wir Taxifahrer dann halt vielleicht auch einfach nicht mehr zuständig …

Das Rauchverbot im Taxi

„Darf man bei Dir rauchen?“

„Nein.“

„Ach bitte!“

„Nein. Hey, ich verkneife mir das Rauchen im Auto den ganzen Tag, da werdet Ihr’s doch die eine Fahrt schaffen!“

„Du bist Nichtraucher!?“

„Nein. Aber ich rauche nicht im Auto.“

Diese leidige und unnötige Diskussion. Denn was war am Ende das Ergebnis:

„Ich versteh‘ schon, dass das andere stören könnte. Finde ich echt cool, dass Du das durchziehst!“

0.o

Ich hab als selbst Betroffener natürlich irgendwo Verständnis für die Bedürfnisse von Nikotin-Junkies. Aber für eine Taxifahrt? Für in dem Fall 13 Minuten eine große Diskussion starten?

Ja, ich weiß: In der Praxis hat sich das mit dem Rauchverbot im Taxi noch nicht so wirklich durchgesetzt. Der ein oder andere Kollege trotzt dieser neumodischen Regelung, die 2007 eingeführt wurde – und ein paar quarzen mit schlechtem Gewissen hier und da mal eine. Und ich bin auch nicht fehlerfrei und hab auch schon zwei, drei Ausnahmen gemacht, wenn’s z.B. mal weit ins Umland ging. Aber eigentlich haben doch gerade wir im Alltag genügend Pausen für unser Laster. Und hier und da mal ein Lob, dass es gut riecht im Auto, ist gerade für Raucher doch eigentlich was wirklich kleidsames fürs eigene Ego. Und ja, da spreche ich aus Erfahrung.

Ich bin für Olympia in Berlin!

Großes Thema gerade: Die olympischen Spiele in Berlin!

Oder etwa doch eher nicht?

Der gesunde Menschenverstand

Natürlich sind olympische Spiele in Berlin für alle halbwegs klar denkenden Menschen eine bescheuerte Idee. Während die Stadt auf einem historischen Schuldenberg sitzt, nicht einmal Schulen trockenlegen oder Flüchtlinge unterbringen kann, sollen also Milliarden in den Aus- oder Neubau von Sportstätten fließen, wobei das auch von Sportvereinen dringend erhoffte Plus nur zu geringen Teilen anschließend auch nutzbar bleibt. Es fehlt in Berlin an allem: An sozialem Wohnungsbau, an Bildung oder auch nur an groben Vorstellungen, ob geplante Flughäfen auch ungefähr innerhalb der ersten hundert Jahre nach Baubeginn eröffnen sollen. Man will sich gar nicht ausmalen, was bei einem so enormen Großprojekt wie Olympia alles schieflaufen könnte.

Was man als Taxifahrer davon halten sollte

Die olympischen Spiele werden zunächst jahrelange Großbaustellen bedeuten. Noch mehr Zeit in noch mehr Stau. Man braucht als Taxifahrer eigentlich gar nicht recherchieren um sich sicher zu sein, dass am Ende ein Verkehrskollaps im Raum steht. Die Verantwortlichen, die bisher fünf (!) Taxihalteplätze vor dem Berghain für ausreichend erachten, würden das Verkehrskonzept für diese internationale Veranstaltung erstellen.

Egal, trotzdem!

Als nicht funkender Nachtfahrer, den Baustellen nicht kratzen und der sich einfach nur über die vielen Touris und Sportler in der Stadt freuen kann, kommt man aber kaum umhin, die Idee für ziemlich geil zu halten. Ich gehöre erstmals zu den grob geschätzten 0,03%* der Berliner Bevölkerung, die hier politisch hofiert wird. Das lasse ich mir doch nicht entgehen! Olympia! \o/

*hab von den sicher über 10.000 Taxifahrern in Berlin mal 10% unterstellt, dass sie nur nachts und hauptsächlich am Wochenende arbeiten.

Wird es in 50 Jahren noch Taxifahrer geben?

Alle Spatzen pfeifen’s von den Dächern: Selbstfahrende Autos gibt es bald!

Da sind sicher einige überhypte Berichte dabei und viel Wunschdenken. Andererseits hat die Computertechnik in den letzten 50, 30 oder 10 Jahren – je nachdem, wie weit man ausholen will – schon so einiges umgekrempelt, von dem man vorher dachte, es könne gar nicht umgekrempelt werden. Warum also nicht auch das Autofahren, beziehungsweise ganz speziell die Personenbeförderung?

Meine Meinung: Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Tage des Berufs Taxifahrer angezählt sind. Vor allem, wenn man mal wirklich 50 Jahre als Horizont sieht. Die Technik wird nunmal besser und gerade beim Autofahren wird sie uns Menschen über kurz oder lang überholen. Wir sind einfach zu schlecht darin, jetzt mal völlig emotionslos pragmatisch und ökonomisch gedacht. Und in der Personenbeförderung wird das selbstfahrende Auto genau deswegen recht schnell Fuß fassen: Dort, wo für die Fahrten, bzw. auch für die Fahrer, bezahlt wird, werden sich auch die ersten teureren Modelle rechnen.

Aber natürlich bleiben viele Fragen offen. Wann wird es soweit sein und in welcher Branche beginnt es? Oder gibt es doch Gründe, weiter einen Fahrer anzustellen? Und wenn das der Fall ist: Wird das dann wirklich den öffentlichen Nahverkehr betreffen oder eher eine Art Zusatz-Luxus sein, den Premium-Dienste anbieten? Oder eine noch wildere Theorie: Werden handgesteuerte Autos gar ein Indiz für Armut werden? Und wenn es so oder anders kommt: Wie wird die Umsetzung aussehen, was machen die Versicherungen, wer haftet bei Hackerangriffen, wird die Verkehrstotenstatistik besser?

Ich finde das ein interessantes Thema zum Diskutieren. Und Ihr so?

Die Physik hinter dem Zufrieren von Autoscheiben

Hier bei GNIT melde ich mich ja meist aus meiner Sicht als Taxifahrer. Aber wie es diese Welt so mit sich bringt, hängt halt doch alles irgendwie zusammen.

Nein, Taxifahren ist nicht nur das Gespräch mit Kunden in Kombination mit der Routenfindung. Ich bin abhängig von politischen Entscheidungen, bewege mich manchmal auf psycholgischem Glatteis und führe ganz nebenbei noch eine Tonne Metall mit modernster Technik mit mir, während ich meiner Arbeit nachgehe. Die Berührungspunkte mit der Wissenschaft sind also auch immer gegeben. Und ich finde das einen wichtigen Punkt, den viele Leute da draußen gerne vergessen, wenn sie „die Wissenschaft“ abschätzig als wirklichkeitsfremd bezeichnen und so tun, als wäre das alles Unfug. Menschen sagen, Raumfahrt sei rausgeschmissenes Geld und lassen sich ihre Position auf dem Stadtplan auf einem Handy anzeigen, welche aus den unterschiedlichen Laufzeiten von Satellitensignalen errechnet wird … da kann man schon ins Zweifeln kommen.

Naja, ich bin in den meisten Dingen auch kein Profi. Vielleicht ein Bisschen im Nett-zu-Menschen-sein. Es ist jedoch verdammt interessant, mehr über diese Welt rauszufinden – und nicht selten stellt man dabei fest, dass „die Wissenschaft“ halt gar nicht so weit weg ist von dem, was man selbst tut. Deswegen bin ich neben vielem anderen auch seit Jahren ein begeisterter Leser der science-blogs, wo man von den neuesten Erkenntnissen über die Fortbewegung bestimmter Dinosaurier über ungelöste Kryptogramme bis hin zu Erläuterungen, wie man sich die Quantenwelt am besten vorstellen kann, zu allem auf dieser Welt interessante Artikel von Wissenschaftlern selbst lesen kann. Eine unbedingte Empfehlung!

Und vorletzte Nacht bin ich auf den Artikel „Schnee, Eis und Aluminium“ von Martin Bäker aufmerksam geworden, der sich mit dem Kristallwachstum – also auch dem von Eiskristallen an Autoscheiben – auseinandersetzt. Und auch wenn der Beitrag keine Nie-mehr-kratzen-Lösung beinhaltet, ist es doch einfach ein interessanter Text, der mir viel neues über dieses für mich alltägliche Phänomen beigebracht hat. Und das ist einfach nur fantastisch! Ob viele Leser meinen Wissensdurst teilen, kann ich nicht einschätzen, sowas ist ja auch immer eine Frage der persönlichen Veranlagung. Aber zumindest ich denke, wir sollten alle – auch wenn wir Taxifahrer oder Teppichreiniger sind, Altenpfleger oder Automechaniker – öfter mal einen Blick über den Tellerrand werfen und uns ansehen, was uns – aber auch andere – täglich so beeinflusst und wo das alles herkommt. Im Übrigen hilft das auch sehr, um nicht auf esoterischen Bullshit reinzufallen oder irgendwelchen Rattenfängern die Story vom Pferd abkaufen zu müssen.

Und jetzt schnell rüber zu Martin Bäkers Blogeintrag! Sonst frage ich hier morgen Fakten zum Kristallwachstum ab! 😉

Kollegen, die Fehlfahrtprobleme haben

Ich bin ja vielleicht jemand, der sich den Job Taxifahrer sehr leicht macht: Einfach rumcruisen und Kunden einsacken. Kein Funk, wenig sonstigen Stress – einfach nur die Fahrgäste und ich. Da gäbe es hier und da ein bisschen Optimierungspotenzial, das steht außer Frage. Aber ich bin im Großen und Ganzen ein Anhänger der 80/20-Theorie, die besagt, dass man mit 20% Einsatz 80% des Ergebnisses hinbekommt und die restlichen 80% Stress auf sich nimmt, um das Ergebnis um 20% zu verbessern. Natürlich stimmt das nicht immer und natürlich gibt es auch ganze Bereiche, auf die das nicht zutrifft. Aber beim Taxifahren spare ich mir die Energie und setze sie lieber in Freundlichkeit und vor allem Gemütsruhe um.

Das schafft dann auch einen freien Kopf, um zum Beispiel einfach mal mir völlig fremde Kollegen an der Halte darauf hinzuweisen, dass ihre Fackel ausgeschaltet ist. Das klingt böse, ist aber in Wirklichkeit hilfreich. Viele haben einfach vergessen, sie nach einer Bestellung wieder anzuschalten, andere bekommen dadurch erst mit, dass ein gerade nachts nicht unwichtiges Bauteil ihres Autos kaputt ist.

Heute Nacht stand wieder ein Kollege vor mir mit unbeleuchtetem Dachschild am Bahnhof, also hab ich’s ihm gesagt. Und obwohl ich das nun seit 6 Jahren ungefähr einmal pro Woche mache, kam mir diese Antwort noch nie unter:

„Ja, ich hab versehentlich eine Kurzstrecke eingetippt und wollte das jetzt noch wegkriegen. Weißt Du, wie das geht?“

„Naja, einfach ‚Kasse‘ drücken …“

„Ja, aber dann ist das ja abgespeichert.“

„Ja und?“

Natürlich: Es kann schon sein, dass er keinen toleranten Chef hat, der ihm eine Fehlfahrt abkauft. Dann sollte er sich vielleicht Gedanken über einen Firmenwechsel machen. Ich kann das sicher auch nicht zwanzig Mal monatlich machen – aber selbst zu Beginn ist mir das vielleicht ein- oder zweimal pro Monat passiert, dass ich den falschen Knopf gedrückt habe. Und wenn es ganz dumm läuft, dann zahlt man halt einmal für seinen Fauxpas. Ich vertippe mich z.B. gerne mal bei Zuschlägen, wenn ich bei einem Stopp die Uhr anhalte, es dann überraschend doch weiter geht und ich die Uhr wieder anstellen will. Da hab ich meinen Chefs in den letzten 6 Jahren halt insgesamt vielleicht einen Zehner geschenkt, weil es mir zu blöd war, die 50 Cent jedes Mal anzugeben. Niedriglohnjob hin oder her, ein bisschen Schwund ist immer.

Der Kollege heute Nacht jedenfalls wollte nicht ‚Kasse‘ drücken und ist weiter mit laufender Kurzstrecke und ausgeschalteter Fackel vorgerückt. Was immer er sich davon versprochen haben mag. Er kam sogar noch einmal zu mir und fragte, ob man nicht jetzt vielleicht noch in den Normaltarif wechseln könnte.

WTF?

Offensichtlich wollte er wirklich die nächste Tour mit dem bereits gedrückten Tarif beginnen. Was zweifelsohne völlig bescheuert ist, zumal er ja schon rund 200 Meter am Stand zurückgelegt hatte. Ich hab das Gegenreden irgendwann aufgegeben, obwohl’s natürlich in jedem Fall falsch gewesen wäre. Denn entweder hätte er unerlaubt Kunden vom Stand zum Kurzstreckentarif gefahren und sich im Falle einer kurzen Fahrt selbst um sein Geld gebracht, das er sonst mehr verdient hätte – oder aber er hätte den Kunden bei einer längeren Fahrt ein paar hundert Meter zu viel berechnet. Von den obskuren Möglichkeiten ganz abgesehen, die sich ergeben hätten, wenn die Fahrt entweder unter vier Euro gekostet hätte oder genau im Grenzbereich gelegen wäre, in dem das Taxameter nach Ende der Kurzstrecke schnell hochzählt. Wie kann man sich so einen Stress machen, wenn man ganz offensichtlich keine Ahnung hat?

Besonders kurios ist es dann am Ende geworden, als er Erster war. Er hatte Kunden, ich hatte Kunden. So sah es zumindest aus. Tatsächlich sind meine eingestiegen und hatten eine ultrakurze Fahrt in den Engeldamm im Programm. 5,00 € genau. Der Kollege wurde offenbar nur etwas gefragt und die Leute sind dann zu Fuß weitergegangen. Und da kommt der Töffel doch tatsächlich nochmal zu mir gelaufen und meint:

„Aber Kollege, eigentlich wäre ich doch dran!“

Mir ist darauf nur folgendes zu sagen eingefallen:

„Tja, siehste, sowas passiert auch manchmal!“

Also echt …

Neu im Gewerbe war ich auch mal. Und dumme Dinge gemacht oder dumme Fragen gestellt hab ich auch. Aber einem Kollegen das Taxameter, die Tarifbindung und die freie Taxiwahl der Kundschaft erklären muss ich auch nicht nebenher auf einen Rutsch machen. Für sowas gibt’s ja eben Chefs. Wobei es ironischerweise sogar witzig gewesen wäre, ihm gerade diese kurze Tour zu übergeben: bei der nämlich hätte er draufgezahlt und nicht die Kunden …

Kauft das Buch!

Wie kam Sash eigentlich zum Taxifahren? Das beschreibt er in seinem ersten eBook "Papa, ich geh zum Zirkus!".

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Noch ein Blog?

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.

Wie man sich kennenlernt

Ich glaube, jeder kennt das: Man hört irgendwo ein Wort das erste Mal und es interessiert einen so arg, dass man es nachschlägt oder jemanden fragt, was es bedeutet – und am nächsten Abend taucht dieses Wort, das man über Jahrzehnte nicht wahrgenommen hat, plötzlich in einer Fernsehsendung auf. Das hat schon manche Leute zu Verschwörungstheoretikern werden lassen, weil einem dieser Zufall so unglaublich vorkommt – obwohl man’s wohl wahrscheinlich bis dahin einfach nur überhört hat.

Das kann natürlich auch mit allem anderen passieren: Musik, Bilder – und sogar mit Menschen.

Mir ist an jenem Abend zum Beispiel eine Kollegin aufgefallen. Ich hatte sie noch nie gesehen und die Anzahl der Taxifahrerinnen ist immer noch derart gering, dass man selbst in Berlin neue Gesichter tatsächlich noch bemerkt. Und das sage ich hier, mit meiner Gesichtsblindheit.

Gut, ein wirklich einschneidendes Erlebnis war das jetzt nicht, aber ich war schon reichlich verwundert, dass eben genau jene Kollegin dann ein paar Stunden und Fahrten, die uns beide sonstwohin hätten tragen können, plötzlich am Bahnhof neben meinem Auto stand und anklopfte. Sie begrüßte mich etwas unsicher, um mir dann zu erklären, dass sie Stress mit ihrem Auto und ihr Handy vergessen hätte. Bei Kollegen bin ich da ja dann wirklich nicht so. Ich hab ihr mein Handy angeboten, damit sie ihren Chef anrufen konnte. Ich weiß ja, wie nervig das ist, wenn man da verloren rumsteht und niemanden von der eigenen Firma findet.

Und, was soll ich sagen: Ich musste zwar noch kurz warten, aber immerhin konnte ich die Kollegin dann auch auf Kosten ihres Cheffes bis zu ihrer Firma bringen – was am Ende glatte 20 € waren, mehr als es mich zu meiner Bude gekostet hätte. 🙂

Die Kollegin übrigens war dann auch ein echtes Original. Rentnerin seit mehreren Jahren, also nur nebenberuflich im Taxi – „für bissche‘ Taschegeld“, wie sie mir mitteilte. Dazu wie ich überzeugte Nachtfahrerin, wegen der lockeren Kundschaft und des ruhigen Verkehrs. „Nix Hektik, Hektik, Hektik – habe genug gehabt in Leben!“
Und wie ich auch hat sie die – wenn auch nur kleine – Hilfe unter Kollegen sehr zu schätzen gewusst. Manchmal klappt’s dann ja doch noch in dem Gewerbe und man ist froh drum, ein Teil davon zu sein. Deswegen an dieser Stelle auch einmal mehr ein Dank an alle Kollegen, die mir mal eben schnell aus der Patsche geholfen haben!