Ich bin für Olympia in Berlin!

Großes Thema gerade: Die olympischen Spiele in Berlin!

Oder etwa doch eher nicht?

Der gesunde Menschenverstand

Natürlich sind olympische Spiele in Berlin für alle halbwegs klar denkenden Menschen eine bescheuerte Idee. Während die Stadt auf einem historischen Schuldenberg sitzt, nicht einmal Schulen trockenlegen oder Flüchtlinge unterbringen kann, sollen also Milliarden in den Aus- oder Neubau von Sportstätten fließen, wobei das auch von Sportvereinen dringend erhoffte Plus nur zu geringen Teilen anschließend auch nutzbar bleibt. Es fehlt in Berlin an allem: An sozialem Wohnungsbau, an Bildung oder auch nur an groben Vorstellungen, ob geplante Flughäfen auch ungefähr innerhalb der ersten hundert Jahre nach Baubeginn eröffnen sollen. Man will sich gar nicht ausmalen, was bei einem so enormen Großprojekt wie Olympia alles schieflaufen könnte.

Was man als Taxifahrer davon halten sollte

Die olympischen Spiele werden zunächst jahrelange Großbaustellen bedeuten. Noch mehr Zeit in noch mehr Stau. Man braucht als Taxifahrer eigentlich gar nicht recherchieren um sich sicher zu sein, dass am Ende ein Verkehrskollaps im Raum steht. Die Verantwortlichen, die bisher fünf (!) Taxihalteplätze vor dem Berghain für ausreichend erachten, würden das Verkehrskonzept für diese internationale Veranstaltung erstellen.

Egal, trotzdem!

Als nicht funkender Nachtfahrer, den Baustellen nicht kratzen und der sich einfach nur über die vielen Touris und Sportler in der Stadt freuen kann, kommt man aber kaum umhin, die Idee für ziemlich geil zu halten. Ich gehöre erstmals zu den grob geschätzten 0,03%* der Berliner Bevölkerung, die hier politisch hofiert wird. Das lasse ich mir doch nicht entgehen! Olympia! \o/

*hab von den sicher über 10.000 Taxifahrern in Berlin mal 10% unterstellt, dass sie nur nachts und hauptsächlich am Wochenende arbeiten.

17 Kommentare bis “Ich bin für Olympia in Berlin!”

  1. Lisa Pieps sagt:

    Meine Mutti hat immer gesagt: „Kind, räum‘ erstmal dein Zimmer auf, dann können auch Freunde zu Besuch kommen.“

    (und wo sollen die Leute denn alle landen? Im BER? Das schaffen die doch nie bis 2024!!)

  2. Micha L. sagt:

    Macht ja immerhin noch 99,97% der Bevölkerung, der der Senat in seiner üblichen Großkotzigkeit vors Schienbein tritt.
    Und glaubt, mit 300 frisch im Gefängnis gebackenen Berlinern (respektive Pfannkuchen), die dann ausgerechnet in Kreuzberg verteilt werden sollten, auch nur im Ansatz eine positive Stimmung zu erzeugen.
    Ich persönlich bin absolut gegen die Spiele in Berlin (merkt man kaum, oder?), zum Einen, weil der Nutzen des Ganzen in einer Stadt, in der es an allen Ecken und Enden nicht mehr rund läuft, bei einigen wenigen (insbesondere aber beim NOK/IOC) hängen bleiben wird, zum Anderen, weil hier regierungs- und verwaltungstechnisch vor die Wand gefahren wird, was vor die Wand fahrbar ist – woher nimmt die Stadtregierung jetzt die Überzeugung, dass ausgerechnet bei der Ausrichtung der Olympischen Spiele alles anders und besser laufen wird als sagen wir mal beispielsweise beim BER, dem Bau des Stadtschlosses, der Verlängerung der A100, dem Bau neuer Wohnungen, der Sanierung der Staatsoper Berlin – hab ich was vergessen?

  3. Oni sagt:

    Olympia in Berlin wird ein Fest der Völker und Fest der Schönheit!

    (SCNR)

  4. Daniel sagt:

    Ich bin dagegen, dass solche Großveranstaltungen nach Deutschland geholt werden müssen. Natürlich hat es für das Land ( Deutschland ), die Region umzu, , dem Austragungsort eine besondere wirtschaftliche ( positive ) Bedeutung. Aber das ganze, was noch dazu kommt muss auch betrachtet werden. Es werden Stadien etc. gebaut, die danach nicht wiederverwendet werden ( können ) und dafür bwird alles andere wichtige auf der Strecke bleiben, wie schon von Sash erwähnt. Und dann kommen noch die hohen Einsatzkosten für Polizei etc.

  5. elder taxidriver sagt:

    Lisa Pieps und Oni machen mir ja Hoffnung mit ihren lustigen Kommentaren.

    Ich hatte nämlich befürchtet,, dass jetzt wieder die ganzen abgefrühstückten Argumente von der letzten Olympia-Bewerbungs-Kampagne hier wieder frisch aufgebacken und vor allem nicht-enden-wollend ausgebreitet werden.

  6. hrururur sagt:

    Feuer und Flamme für Hamburg.

    Sorry, Sash…

    Es ist auch rational sinnvoller als Berlin. Und als Hamburgerin natürlich eh Ehrensache

  7. Nick sagt:

    Natürlich Berlin, die (inzwischen) einzige deutsche Stadt mit Olympiastadion!

    Solange Hartmut Mehdorn die Federführung übernimmt, mache ich mir auch keine Sorgen, dass die Infrastruktur bis 2124 da ist!

  8. ROW-Taxler sagt:

    Ich hab da mal eine andere Frage.

    Ich bin auf der Suche nach Informationen wer haftet wenn ein Taxi bestellt wird, es aber nicht in Anspruch genommen wird.

    Im speziellen Fall geht es darum wenn eine Kneipe für einen Gast ein Taxi bestellt, das Taxi soll 15min brauchen ist bereits nach 13 min da aber der Fahrgast ist weg, wer war in diesem Fall der Vertragspartner des Taxiunternehmens…

    Würde mich freuen wenn jemand ein Link zu einem Urteil hat.

    Hab bis jetzt nur ein Urteil aus Siegen gefunden aber das bringt mich nicht weiter.

    Vielen Dank im Voraus.

  9. whiskey sagt:

    @nick: wenn du da mal nicht münchen unterschlagen hast. im gegensatz zum nazi-architekturstil in berlin haben wir hier schöne überdachung *g*

  10. Fastdäne sagt:

    Moin Sash und liebe Berliner/innen,

    ich glaube auch, dass in den 8 Wochen der Olympischen Spiele die Taxikutscher, die Hotels und viele andere viel Geld verdienen würden. Wenn man dann aber gegenrechnet, wie viele Subventionen da verbraten werden, dann hat das alles keine Relation. Wie wollt ihr denn die Sportstätten und Unterkünfte fertigstellen? In gleicher Weise wie den Airport?
    Ich möchte nicht wissen, wie viele Millionen jetzt alleine schon in den Vorbereitungen der Bewerbung verbraucht werden.
    Gruß Frank

  11. Arolympia sagt:

    Ich finde Olympia auch toll.

    Hamburg ist doch ’ne schöne Stadt.

  12. Taxi 123 sagt:

    Meine gemütliche Tageszeitung hat heute mitgeteilt, daß am besten ein UND ist. Also nicht Hamburg ODER Berlin, sondern Hamburg und Berlin….. zB. könnten alle Sportler, Besucher uä. in Hamburg landen und dann mit dem Zug zu den Freiluftspielen (arm, aber sexy) in Berlin fahren. Das BER schon 2024 fertig ist glaubt doch niemand, oder?

  13. Aro sagt:

    @ Taxi 123
    Hey, der BER ist im Prinzip längst fertig. Da fährt schon die Bahn, die S-Bahn, die Autobahn, alle!

  14. thorstenv sagt:

    Sasch und die Bonzen – ein Herz und eine Seele 😉 Fehlt nur noch, dass Du dir eine dicke Zigarre ins Profilfoto shoppst. Leider wird sich aber an der Aufteilung „Du kriegst mehr Arbeit und dafür etwas mehr Geld“ – „die kriegen für noch wichtiger sein noch mehr Puderzucker in den A* geblasen“ nix ändern.

  15. Marc sagt:

    Ich bin für olympische Spiele überall in Deutschland außer in Berlin. Das eine Argument hast Du genannt: Die Stadt ist pleite.
    Das Argument, welches Du noch nicht genannt hast, ist folgendes: Neue Spiele ausgerechnet in der Sportstädte, die damals von den Nazis erbaut wurden, gehen einfach nicht. Die Spiele von 1936 werden auf ewig mit dieser Stadt verbunden sein.

    Bei den letzten Spielen in London wurden während der Eröffnungsveranstaltung alle vorherigen Spiele kurz genannt und die Plakate gezeigt. Die Veranstalter hatten sich entschieden, 1936 in Berlin nicht zu erwähnen.

    Wenn schon wieder Spiele in Deutschland, dann bitte gerne nochmal München oder gerne auch Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt, Bremen oder wasauchimmer. Aber bitte nicht Berlin.

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