Verkehrssituationen zum Selbstinterpretieren

Da fährt man, immer das Fahrtziel des Kunden im Blick, gemütlich durch Kreuzberg und plötzlich leuchtet schräg hinter einem Blaulicht auf. Wie jeder Autofahrer denke auch ich in solchen Situationen immer:

„Fuck, da war nur 30 erlaubt!“

Ich wollte abwarten, was die Cops machen, dann aber hab ich gesehen, dass sich 50 Meter vor mir ein Oberklasse-Audi mit Warnblinker halb quer über die Fahrbahn gestellt hat. OK, dann hat der wohl die Cops angelockt. Stand aber auch zu doof da. Ich musste selbst sehr vorsichtig vorbeifahren. Und als ich das tat, sah ich vor ihm auf der Straße … einen Marder sitzen.

Ich hoffe, die Beteiligten heute Nacht hatten alle noch Spaß! 🙂

PS: Ich hab wirklich keine Ahnung. Auf den ersten Blick sah der Marder nicht angefahren aus, warum das Auto so quer hielt, weiß ich nicht und was die Cops wollen, ist ja oft bis zum Gerichtstermin fraglich. Ich freu mich einfach, dass ich weiterfahren konnte.

Uber ist verboten und Thomas Knüwer ist traurig

Gestern kam dann – was lange abzusehen war – das Frankfurter Landgericht zu dem Entschluss, dass Uber bundesweit verboten sein soll, Fahrten an Privatfahrer zu vergeben. Die Urteilsbegründung steht noch aus, aber ich vermute, es wird grob vereinfacht darauf rauslaufen, dass man illegale Fahrten auch nicht vermitteln darf, wenn man nicht selbst fährt. (Hier meine UberPop-FAQ)

Über die Legalität von UberPop habe ich so viel geschrieben, es hätte ein eigenes Buch werden können – weswegen ich das Thema in „Gestern Nacht im Taxi“ gar nicht erst angeschnitten habe. Aus der rein legalistischen Sicht war die Sache lange klar, zumindest für die Fahrten an sich. Uber hat ja auch nur noch versucht, sich rauszureden, sprich: sich gar nicht an der tatsächlichen Dienstleistung aufzuhalten, sondern sich auf die Vermittlerfunktion zurückzuziehen.

Nun ist der legalistische Ansatz natürlich nicht der einzige. Die Gesellschaft verändert sich und Uber selbst hat ja auch oft einfach gesagt, „die Gesetze seien veraltet“. Und so sehr einen das vielleicht ärgern mag, wo man den Status quo liebgewonnen hat: Das ist ja ein legitimer Ansatz. Letztlich müssen viele neue Regelungen erst erkämpft werden, manche ändern sich erst durch den gesellschaftlichen Umschwung – und gerade das Internet zeigt uns das in den vergangenen 20 Jahren recht deutlich.

Und so liest sich auch Thomas Knüwers Artikel bei Indiskretion Ehrensache eher in diese Richtung. Ein bisschen „Das war rechtlich vermutlich ok, Uber ist auch nicht toll, aber es ist schon doof, dass es so läuft“. Ich mag Knüwers Technikoptimismus, ich lese das Blog nicht ohne Grund seit Ewigkeiten. Er sagt einige wahre Dinge über den digitalen Wandel da draußen, ich schätze seine Kompromislosigkeit, ich will ihn also sicher nicht persönlich angreifen, obwohl das bei solchen Themen immer eine lustige Alternative wäre.

Der Artikel allerdings … naja, Herr Knüwer …

Die positiven Erfahrungen mit Uber-Fahrern glaube ich unbesehen. Und das nicht grundlos. Die Personenbeförderung, noch dazu wenn man sie eher ein bisschen locker nebenher betreiben kann, kann eine wunderbare Arbeit sein. Kein Wunder also, dass man da auch auf Menschen trifft, die da voll bei der Sache sind und es lieben. Die ein oder anderen haben vielleicht gemerkt, dass es mir bisweilen auch so geht.

Wenn Knüwer nun also die Fahrer verständlicherweise lobt, dann ist im Kern nichts dagegen einzuwenden, sehr wohl ist aber die Frage zu stellen, warum denn die Uber-Fahrer gefühlt besser sind. Und das ist leider ein ziemlich komplizierter Punkt. Da spielt zum einen rein, dass sie meist jung und unverbraucht sind, neues erleben wollen, teilweise auch die Tatsache, dass manche das „nur nebenbei“ machen. Nichts davon gibt es im Taxi nicht auch. Aber – und das soll keine Rechtfertigung für Arschlochkollegen sein – im Taxi gibt es halt auch Leute, die das schon eine ganze Weile machen. Und so sehr ich den Job liebe: Es ist wirklich nachvollziehbar, dass man nach 30 Berufsjahren mit einer Aussicht auf einen dreistelligen Rentenbetrag in Gegenwart schnöseliger Fahrgäste auch mal weniger enthusiastisch ist. Das ist nicht toll, aber der Effekt ist nur auf das geringe Alter der Firma Uber zurückzuführen und kurzfristiger Natur.
Und auch wenn es dafür sicher noch keine Daten gibt, ich bin da sehr sicher. Zum einen sind in den USA die Fahrer vielfach angepisst und lassen das durchaus teilweise die Kunden spüren – zum anderen hat auch Knüwer mit MyTaxi ein gutes Beispiel für eine neue Technik in der Branche gebracht:

„[…] ich habe aber das Gefühl, irgendwas funktioniert da nicht mehr: Über MyTaxi gebuchte Fahrten sind im Schnitt genauso (un)erfreulich wie die über Taxizentralen.“

Genau das Gleiche habe ich von der anderen Seite, von Kollegen, gehört. Zigfach. Am Anfang war die Begeisterung groß. Die MyTaxi-Kunden waren überdurchschnittlich nett, hatten lange Touren, gaben gutes Trinkgeld … aber mit der Zeit haben sich auch die letzten Dorfprolls MyTaxi installiert und die Touren glichen sich dem Durchschnitt an.

Und da sind wir beim Hauptproblem, das ich auch gerne zugunsten netter Geschichten unter den Tisch fallen lasse: Personenbeförderung ist kein Ponyhof! Auf Dienstleiser- wie auf Kundenseite gibt es Arschlöcher noch und nöcher; am Ende ist es eine Geschäfts- und keine Liebesbeziehung. Unschöne Dinge passieren allerorten, tausendfach; und dieses Problem lässt sich nicht durch die Art der Vermittlung bekämpfen. Die Vermittlung ist ein unbedeutender und vielfach grundlos hochgehypter Teil der Dienstleistung. Am Ende sitzen zwei Parteien in einem Auto und müssen miteinander klarkommen. Im schlimmsten Fall zwei Arschlöcher – und dann ist es vollkommen egal, wer die zusammengebracht hat.

Knüwer führt den Vorteil, den Uber hat, jedoch auf das Menschliche zurück. Was zumindest in Teilen wohl so verstanden werden kann, dass bei UberPop eben keine Profis, sondern Menschen „wie Du und ich“ arbeiten.

Tja, nun.

Dieses Loblied auf die Sharing Economy muss zwangsläufig da ein Ende finden, wo Personenbeförderung nicht mehr lustiges Hipster-cruist-Hipster-durch-die-Gegend ist. Ich finde die Idee, gleichgesinnte nette Leute durch die Gegend zu fahren und mir damit ein paar Euro nebenbei zu verdienen auch ganz nett. Aber selbst wenn die gehbehinderte Oma auf dem Land ein zu populistisches Beispiel ist: Wie lassen sich Samstagabends in der Stadt 1.000 betrunkene Andrea-Berg-Fans wegwuchten, wenn nicht mit Leuten, die das beruflich machen? Finden die alle Freiwillige, die „ja sowieso nebenbei am Wochenende noch ein bisschen rumfahren“?
Und wenn Leute das beruflich machen: Wie sollen die die Zeit zwischen den Konzerten verbringen, wenn andere Leute den das ausgleichenden, einträglichen Teil des Geschäfts einfach spaßeshalber als Scheinselbständige für die Hälfte des Mindestlohns erledigen?

Immer wenn es um Uber geht, kramen alle die schlimme Überregulierung des Taxigewerbes heraus. Und die ist natürlich nicht immer grenzenlos toll. Mir geht es sicher nicht darum, Menschen zu verbieten, auch mal für einen Zehner heimzukommen, wo ich fünfzehn Euro nehmen muss. Wenn ich mich gegen Uber positioniere, dann habe ich aber im Kopf, dass Fahrgäste – wenn sich Taxifahren erst einmal gar nicht mehr lohnt – auf diese Fahrt eventuell eine Dreiviertelstunde warten müssen, einen beschissenen Fahrer kriegen und am Ende 80 Euro zahlen.

Ich freue mich für Thomas Knüwer, dass er bei Uber gute Fahrer bekommen hat, ich bin da nicht pissig oder nachtragend. Die Frage, die ich diesbezüglich aber gerne stellen möchte: Wo geht das über Anekdoten hinaus, die bisher unzureichende Daten liefern? Wo ist dieses „gewisse Etwas“, das Uber haben soll? Wo bitte geht diese Firma auch nur ein einziges von den Problemen an, das bisher bei der Personenbeförderung nicht gelöst werden konnte?
Als Taxifahrer gelte ich – zu Recht – immer gleich als befangen bei dem Thema. Das ist schade, aber ok. „Cui bono?“ und so. Aber all die von Uber begeisterten haben wie Thomas Knüwer bislang allenfalls „War gut!“ oder „Ist neu und geil!“ geschrieben. Und so leid es mir tut: Das ist zu wenig.

Der Nachteil von getrennt ausgewiesenen Zuschlägen

Fällt bei einer Taxifahrt ein Zuschlag (für bargeldlose Zahlung, mehr als 4 Kunden oder die Flughafengebühr z.B.) an, werden diese am Taxameter extra angezeigt. Mit einem Knopfdruck kann man das Ganze zwar addieren, aber der Gesamtpreis wird nur kurz angezeigt. Danach springt „die Uhr“ wieder in den üblichen Modus, bei der die beiden Zahlen (Fahrpreis und Zuschläge) untereinander angezeigt werden.

Und Kunden lesen nur eine der Zahlen. Immer!

Nun hatte ich eine Fünfertruppe, entsprechend fielen 1,50 € an Zuschlägen an. Alltag. Die Kunden sammelten den Fahrpreis zusammen, keiner hatte einen Überblick. Auch Alltag. Und so kam es dann, dass die letzte im Bunde ihren Obolus entrichtete und folgendes anfügte:

„Ich hab auch noch etwas Trinkgeld dazugepackt.“

„Wieviel Trinkgeld denn?“,

fragte ein Mitreisender. Die Frau antwortete ehrlich:

„Keine Ahnung. Aber jetzt nicht nur 10 Cent.“

„Wieviel Trinkgeld haben Sie denn jetzt bekommen?“,

fragte er alsbald mich. Und ich war auch ehrlich:

„Ich trau’s mich kaum zu sagen, aber … 10 Cent.“

Immerhin gab’s dann noch Nachschub. 😀

Manchmal muss man um weniger Geld betteln

Der Plan ging voll auf: Statt einfach weiter die Prenzlauer Allee gen Süden in Richtung Innenstadt zu brezeln, bin ich auf Winkersuche in die Danziger abgebogen. Und siehe da, nach nur zweihundert Metern, an der Ecke Winsstraße, winste winkte es.

Ein reichlich alkoholisierter Mittvierziger stieg ein und bedeutete mir, nach rechts abzubiegen. Kaum, dass ich das getan hatte, meinte er:

„Thule 13!“

„Ähm, meinen Sie die Thulestraße?“

„Thule 13!“

Man sehe mir bitte nach, dass ich unsicher war, ob es noch eine Thulechaussee oder eine Kneipe namens Thule13 gab! Also fragte ich abermals nach:

„Sie meinen die Thulestraße zwischen Schönhauser und Prenzlauer?“

„Ja.“

„Gut, dann fahre ich also gleich wieder rechts und dann auf die Prenzlauer …“

„Nee nee, fahr mal geradeaus!“

„Ähm, das ist aber die komplett falsche Richtung!“

„Nee, fahr mal, ich zeig’s Dir dann!“

„Die Prenzlauer Allee läuft hier parallel und wir fahren Richtung Süden. Die Thulestraße ist aber nördlich von hier.“

„Na, fahr einfach mal. Wenn Du’s nicht kennst, zeig ich Dir’s!“

„Ich kenne die Thulestraße und ich hätte eine Bitte: Dürfte ich ab jetzt in die richtige Richtung fahren?“

„Ach, Du machst das schon … ich weiß doch eh nicht, wo ich hier bin!“

„Danke!“

Seien wir nicht albern: Ich hab die 800 Meter Umweg bis dahin gerne mitgenommen. Ist schließlich schnell und sicher verdientes Geld. Und ich hab bei dem Kerl keine Sorge gehabt, dass ich es bekommen würde (gab am Ende auch gutes Trinkgeld) – aber wie hätte das weitergehen sollen? Noch einen Kilometer in die falsche Richtung, noch zwei oder fünf? Und wer wäre der Arsch gewesen, wenn die Fahrt nachher wirklich 20 oder 30 € statt der eigentlichen 10 gekostet hätte?

Nee, zusätzliches Einkommen in allen Ehren – aber dann doch lieber als Tip mit einem „Boah Fuck, wir sind ja schon da!“ 🙂

Menschen, mit denen man nicht kann

An sich kann ich über meinen Fahrgast kaum meckern. Es war eine lange Tour, wir haben uns durchgehend unterhalten, es gab immerhin ein bisschen Trinkgeld – im schlimmsten Fall also Dienst nach Vorschrift. In der Tat war es aber auch keinen Deut besser. Er gehörte einfach zu der Sorte Mensch, mit der ich nichts anfangen kann.

Ein wenig skeptisch war ich schon beim Einstieg. Vor mir standen noch zwei Kollegen, die waren aber gerade in ein Gespräch mit potenziellen Fahrgästen außerhalb ihrer Autos verwickelt. Als ich ihm dann zusagte, ich würde ihn fahren, fing es nämlich schon damit an, dass er nicht mit mir zu meinem Auto lief sondern an dem vom Kollegen davor stehen blieb. Die Situation war für ihn sicher unübersichtlicher als für mich, aber er blieb da wirklich trotzig stehen und schien zu hoffen, dass ich mich spontan noch für das andere Auto entscheiden würde.

Dann sagte er mir an, dass er nach Marzahn wolle, und eine Straße gleich anbei. Ich hatte den Namen schon gehört, hatte aber ein paar potenzielle Kandidaten dazu im Kopf. Um da nicht die große Irrfahrt zu starten, hab ich ihn gefragt, ob er mir das zeigen könne. Natürlich könne er das, er wohne ja da.

Also hab ich das Navi ausgelassen und – weil ich mir bis auf etwa einen Kilometer Radius sicher war – gesagt, dass ich dann die Landsberger entlang fahren würde.

„Hihi, ja die Landsberger …“,

kicherte er vieldeutig. Ich fragte vorsichtshalber nochmal nach, ob das richtig sei.

„Wie, richtig?“

„Na, wenn wir zu Ihnen in die Straße wollen.“

„Ach, kennste nicht, oder was?“

Das ist wirklich unangenehm. Ich kläre die Adresse auch deswegen so gerne vor Fahrtbeginn, weil es mir durchaus reicht, einmal zuzugeben, sie nicht zu kennen. Ist ja nicht so, dass ich stolz drauf wäre. Ich find’s nicht schlimm und ich kann’s erklären – aber mir erst zu sagen, mir den Weg zu zeigen und dann drauf rumhacken finde ich bescheuert.

So ganz der hellste war der Kandidat aber auch nicht. Das mit der Landsberger fand er nach wie vor super, also hab ich mich auf den Weg gemacht – und nur die Augen verdreht, als er mich zwischenzeitlich scheinbar stichelnd fragte, ob wir jetzt im Westen seien und wo ich ihn hinfahre.

Man muss dazu sagen, dass der Kerl stocknüchtern und um die 50 war – beileibe nicht das Klientel, dem ich aus Vorsichtsgründen einfach nicht vertraue. Er missverstand das ein wenig als Einladung, mir seine unglaublich sinnigen Thesen zu erläutern. Das Grundprinzip war so ein verschwörungstheoretisches „Die da oben“-Konstrukt, wobei er sich besonders dafür fürchtete, dass Ursula von der Leyen die nächste Kanzlerin werden könnte. Ich will jetzt nicht sagen, dass ich die Vorstellung ungruselig finden würde, aber als er dann angefangen hat, sich auszumalen, wie besagte Politikerin den Mann unserer derzeitigen Kanzlerin daten würde und dabei könnten sie ja erwischt werden … da hab ich einfach mal auf Durchzug gestellt. Ich hab ja nix dagegen, mich über Politik im weitesten Sinne zu unterhalten, aber was bitte war das?

Am Ende waren wir dann kurz vor seiner Straße und ich fragte, ob ich an dieser Kreuzung rechts ab müsse, ich hätte das so im Kopf.

„Mach mal!“,

sagte er, nur um dann hundert Meter weiter einzuwerfen:

„Na, dit is‘ nu wohl völlig falsch, hier kenn‘ ick mir nicht aus!“

Ich war wirklich kurz davor, ihm zu sagen, dass das dann halt blöd gelaufen wäre und ich ihn zum Ostbahnhof zurück bringe. Hätte ich nie im Leben gemacht und außerdem hatte ich auf der Karte meines Trackers die richtige Adresse längst ausgemacht und sogar festgestellt, dass es gar kein Umweg war, den ich gefahren war, sondern nur eine sehr bescheuerte Variante. Aber Spaß gemacht hätte es schon. Wenn es ihn nicht interessiert, was ich ihn frage … warum dann umgekehrt?

Am Ende war’s dann unspektakulär, wie eingangs erwähnt. Trotzdem sind das so Kunden, die ich mir nicht wirklich ins Auto wünsche – so wie andere vielleicht 4 besoffene Holländer, die einen Zwischenstopp beim Burger King einlegen wollen. Ich muss höflich sein und die Leute an Ziel bringen – und ich muss es auf dem kürzesten Weg tun. Hab ich gemacht, aber mögen muss ich dann auch nicht alle, die ich fahre.

Unzufrieden mit der Gesamtsituation

Selbst hier im Blog kommt gelegentlich zu kurz, dass Taxifahren mehr ist als Kundenerlebnisse + Umsatz + Trinkgeld. Wie überall sonst gilt auch hinterm Lenkrad, dass man sich an seinem Arbeitsplatz wohlfühlen sollte. Das tue ich normalerweise ja im Wesentlichen. Trotz Opel, trotz kalter Nacht, trotz Kopfsteinpflaster.

Aber es gibt eben solche Tage und solche. Und gestern war SOLCH ein Tag!

Angefangen hat alles mit Schlafmangel. Seit dem Buch-Countdown schlafe ich irgendwie in ziemlich ungesunden Häppchen und tendenziell eher etwas zu wenig. Müdigkeit bei der Arbeit ist mies und im Zweifelsfall nicht ungefährlich. Dann haben sich noch vor der Bahnfahrt zum Auto mein Handy und sein Ladekabel gestritten und ich konnte es während der Fahrt nur angeleint nutzen, was zumindest mal für die beiden Kiddies neben mir mit ihren 700€-Smartphones reichlich bekloppt ausgesehen hat.

Habe überlegt zu knurren, aber ich vermute, dann wären sie durch die geschlossenen Fenster gesprungen.

Am Auto hat mich dann eine mit Fingerabdrücken übersähte Scheibe empfangen. Ich mag da pingeliger sein als manch Kollege, aber als ich dann zusätzlich ein von Kunden vergessenes Zugticket gefunden hab, das mir sagte, dass jene am 22.2. am Ostbahnhof angekommen waren, hat mich mehr über die letzte Reinigung des Autos nachdenken lassen, als ich eigentlich wollte.

Während ich nebenbei bemerkt hab, dass ich ausgerechnet die dringend nötigen Coffees vergessen hatte, zickte das Navi. Das tut es bis jetzt. Es lässt mich nicht ins Navigationsmenü. Stattdessen könnte ich darauf Bilder anschauen oder Sudokus lösen …
Wie. Praktisch.

Nach der Fahrt in die Innenstadt ist mir am Stand dann auch aufgefallen, warum meine CD im Player heute so rumgesprungen ist: Weil ich sonst hätte ignorieren können, dass dem Auto die Radio-Antenne gefehlt hat …

Und dann … dann kam eine Kunde angejoggt und fragt:

„Ey, Du hast doch’n Navi!?“

Manchmal verliert man den Glauben an die Welt.

Um fair zu bleiben: Das mit dem Kunden war super. Ich kannte seine Zieladresse auch so. 🙂

Kauft das Buch!

Wie kam Sash eigentlich zum Taxifahren? Das beschreibt er in seinem ersten eBook "Papa, ich geh zum Zirkus!".

Immer dranbleiben!

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Noch ein Blog?

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.

Wie ich Bekannte wiedererkenne

Die Fahrgäste schienen nett zu sein. Ein älteres Ehepaar, das mir am Ostbahnhof ins Auto stieg. Nach einer freundlichen Begrüßung sagten sie mir, in welche Straße sie wollen. Ich kenne die Straße, obwohl ich mir ihren Namen lange nicht merken konnte. Ich hatte bisher nur zweimal Fahrgäste dorthin gebracht und eine Durchfahrtstraße ist es eben auch nicht.

„Nummer 10, das ist direkt an der Haltestelle.“

Hmm, ich hätte wetten können, dass ich genau dort schon mal …

„Hatten Sie denn eine längere Reise?“

„Ach iwo! Wir kommen aus dem Yorckschlößchen, kennen Sie das?“

BÄM! Der Jatzer!

„Ähm, kann es sein, dass ich Sie schon mal gefahren habe?“

„Ja selbstverständlich!“

Es scheint tatsächlich ein bisschen einfacher zu sein für Leute, die sich Gesichter merken können und entfernte Bekannte nicht wie ich anhand ihrer Adresse und Ausgehgewohnheiten identifizieren müssen. Aber gut, so lange die „Wiederholungstäter“ nicht nervig sind und ich das mit den Adressen im beschaulichen Berlin noch auf die Reihe kriege … 😉