Keine Sorge, mit Taxigeschichten geht es bald weiter. Sehr bald. Morgen oder so. Denn ich steige heute Abend wieder ins Auto.
So weit, so gut. Und da wir es jetzt, wo ich das schreibe, schon 5.00 Uhr haben, sehe ich da keine Probleme. Aber hey, abgesehen vom Mittagsschlaf um die nullte Stunde bin ich gestern um 10 Uhr aufgestanden, was sich nicht so sonderlich gut mit einer Nachtschicht verträgt.
Ich will ehrlich sein: Ich hab’s beileibe nicht so hart wie so viele „Schichtarbeiter“ da draußen. Denn dieses absurde Wort (Arbeiten nicht die meisten in irgendeiner „Schicht“?) bedeutet meist einen Wechsel der Schichtzeiten, und den habe ich einfach nicht. Im Normalfall. Ich hab mich mit der Nachtschicht arrangiert und lebe auch an freien Tagen (überwiegend) nachts, die krassen Umstellungen passieren bei mir eigentlich nur, wenn mal was besonderes ist: Ein Familien-Kaffeetreffen um 12 Uhr mittags, ein Arzttermin um 14 Uhr, sowas halt. Und um ehrlich zu sein: Auch wenn diese Tage dann meist doof sind: Das kriegt man mit einem Mittagsschlaf, einer Coffee und ein bisschen Planerei schon irgendwie hin.
Und wenn nicht, dann habe ich immer noch einen Job, bei dem ich im Zweifelsfall einfach früher Feierabend machen kann. Das kostet zwar Geld, aber selbst daran, ggf. mal eine schlechte Schicht einzuplanen, gewöhnt man sich.

Mein Flur bei Tag
Nun habe ich die drei Tage meines Wochenendes damit verbracht, beim Renovieren meines Flurs so mittel voranzukommen. Wegen Lärmbelästigung der Nachbarn und gemeinsamer Arbeitszeit mit meiner besseren Hälfte hab ich meinen Rhythmus also für gleich drei Tage umgestellt. In gewisser Weise hat das gut geklappt: Ich war stets so früh wie nötig wach und den Tag über auch. „Früh“ schlafen zu gehen (also so um 1.00 Uhr nachts) ist mir aber nicht leichtgefallen, ein leichtes Defizit gab es also immer.
Ich bin immer noch jung genug, um trotz anstrengender Arbeit 3 Tage mit wenig Schlaf irgendwie wegzustecken. Aber ich muss auch zugeben, dass mir die 7 Jahre im Taxi trotzdem so langsam aufzeigen, in welcher Art das alles auch schwierig sein kann.
Ich mache das alles immer noch freiwillig, genieße gerade während der Arbeit die nicht wenigen Vorteile der dunklen Schicht und arrangiere mich hier und da. Dennoch würde ich mich jederzeit dafür aussprechen, dass Arbeitgeber oder die Arbeitsagentur Nachtschicht nicht einfach unter „ferner liefen“ einordnen sollen. Denn ja, das verändert einen. Über kurz oder lang.
Für mich und für heute scheint das alles ok zu sein. Es ist früh am Morgen, ich bin noch wach, aber langsam müde. Und wenn ich mich dann bald hinlege und den Tag über schlafe, werde ich normal arbeiten und hier auch wieder was schreiben können. Aber ja, das hätte anders aussehen können, hätte ich nicht nach einem harten Tag und einer Stunde Mittagsschlaf zur eigentlichen Bettzeit auf mich selbst gehört und mich überredet, jetzt dann doch wieder aufzustehen. Weil: Muss ja.

Ich beneide Euch (noch) nicht um Eure 9-5-Jobs, aber bei dem aktuellen Anlass wollte ich trotzdem einmal mehr anmerken, dass es nicht alle so einfach haben. Und wie gesagt: Andere haben es wesentlich härter (Ich sag nur: Gesundheitswesen!).