Was hier nur so halb reinpasst, und dann doch wieder ganz (und gar nicht)…
Es ist Fashion Week in Berlin. Nichts, was einen interessieren muss, so lange man nicht Taxifahrer ist. Hab mich nebenan ein wenig dazu geäußert.
Was hier nur so halb reinpasst, und dann doch wieder ganz (und gar nicht)…
Es ist Fashion Week in Berlin. Nichts, was einen interessieren muss, so lange man nicht Taxifahrer ist. Hab mich nebenan ein wenig dazu geäußert.
Das habe ich mich gefragt. Ehrlich. Ausgerechnet in der Schicht, vor der ich mit meiner besseren Hälfte unsere Heirat beschlossen habe, fällt mir am frühen Morgen ein Hochzeitspaar ins Auto. Beide betrunken, beide glücklich. Und verhältnismäßig spendabel:
Für ihre Kurzstrecke haben sie mit 7 € gelöhnt, mir also drei ganze Euronen Trinkgeld vermacht.
Ich werte das mal als gutes Zeichen 😀
*den Spruch hab ich mal gegenüber einem Freund gebracht, mit dem ich in der Videothek nach adäquater Abendunterhaltung gesucht habe. Ich hab dabei auf den Boden gezeigt, und dort lag auf weiter Flur, mitten in einem Gang, eine einsame DVD auf dem Boden. Titel: Das Omen 3.
Ich hab ja wirklich nichts dagegen, wenn Fahrgäste bei mir im Taxi telefonieren. Dann fahr ich halt einfach meinen Weg und gut ist.
Aber Leute, bitte: Wie kommt ihr auf die absurde Idee, dass ein Taxifahrer nicht mitbekommen würde, was ihr da quatscht? Und bei all der Vertraulichkeit der Gespräche, die ich so mitbekomme, gehe ich schon davon aus, dass ihr euch Gedanken machen solltet! Dass ich nicht laut lache, wenn ich ihn mit dem Taxi zum Puff fahre, und der Typ der Freundin erzählt, er gehe jetzt heim – das schulde ich dem Kunden im Rahmen meines professionellen Auftretens. Was ich von ihm halte, das wird dadurch allerdings nur wenig beeinflusst.
Aber derletzt hatte ich die eher niedliche Variante davon:
Ein Winker, der eine angenehm lange Tour für mich hatte, quasselte die Dame seiner Wahl über so absurde Belanglosigkeiten zu, dass es einfach herrlich war. So hat er etwa 5 Minuten damit verbracht, das Flirtverhalten zweier Hunde in einer Kneipe zu beschreiben und wie die Begegnung der beiden letztlich gescheitert ist.
(Wer es unbedingt wissen will: Der kleine und interessierte Hund war leider angeleint und der große hat sich irgendwann abgewandt.)
Da wird es dann schon wieder angenehm, einfach zu lauschen 🙂
Polizisten haben – so sie welchen haben – einen seltsamen Humor. Scheint mir zumindest so. Das wiederum liegt sicher daran, dass sie sicher nur eine bestimmte Form Humor überhaupt während der Arbeit ausleben können. Unglücklicherweise läuft das dann meiner Erfahrung nach darauf hinaus, dass sie irgendwas tun, was man selbst nicht mag – also sie schreiben eine Anzeige gegen einen, belehren einen oder verkloppen einen im schlimmsten Fall – und kommentieren das dann komisch.
An alle mitlesenden Polizisten da draussen: Humor ist was feines. Aber bitte trennt den von aufgezwungenen Maßnahmen!
Es ist NICHT lustig, bei einer Hausdurchsuchung darüber zu lachen, was man bei anderen alles schlimmes gefunden hat. Es ist NICHT lustig, die dritte Fahrzeugkontrolle an einem Tag mit dem Spruch abzutun, es sei „keine Schikane, sondern ganz normales Düdelü“ und „Mein Name ist Hase, meine Nummer ist 123“ ist keine adäquate Antwort, wenn man nach der Identität gefragt wird!
So lange es nur um einen Hinweis geht, können wir das aber gerne gelten lassen. Ich bin gestern mit einer Kundin in Prenzl’berg unterwegs gewesen. Sie wollte an einer Ampelkreuzung rausgelassen werden. Das wiederum hätte den nachfolgenden Verkehr behindert, und so bin ich kurz ums Eck gebogen und hab auf der vermeintlich menschenleeren Straße an einem ungenutzten Fußgängerüberweg kurz die Bezahlung mit ihr geregelt.
Währenddessen hat sich ein Polizist aus dem Dunkel der Nacht geschält und schritt auf meine Beifahrertüre zu. Statt sich jetzt ungehalten über mein zweifelsohne verkehrswidriges (und dennoch ein bisschen überlegte) Verhalten zu äußern, meinte er:
„Machen se mal die Tür uff!“
„Wie bitte?“
„Machen se mal die Tür uff, sonst kann ich hier ja nicht durchlaufen!“
Und mit einem eher versteckten Augenzwinkern ergänzte er:
„Manchmal kommen ja doch welche…“
Ich kann nicht leugnen, dass ich lachen musste. Ich denke, da wird trotzdem keine Überraschung mehr kommen. Manche Dinge passieren wahrscheinlich nur nachts 🙂
Im Gegensatz zu der mir völlig unbegreiflichen Regelung beim normalen Führerschein ist Taxifahren in Deutschland kein Anrecht auf Lebenszeit. Der P-Schein muss alle 5 Jahre verlängert werden, und das steht dieses Jahr bei mir auch an.
„Wat? Jetzt schon? Aber du hast ihn doch erst seit [im Archiv blätter…] Dezember 2008!“
werden die meisten Leute sich wundern. Dem ist nicht so.
Der P-Schein ist ja die eine Sache, die Ortskundeprüfung die andere. Den P-Schein hab ich vor inzwischen 5 Jahren in Stuttgart schon bekommen, nur war er hier ohne Ortskundeprüfung für Berlin nicht gültig. Man kann die Logik mögen oder hassen – am Ende bleibt, dass ich meinen P-Schein dieses Jahr verlängern muss. Das ist nicht weiter dramatisch, aber ein bisschen Rennerei wird es schon. Zumal natürlich auch noch just jetzt mein Personalausweis abgelaufen ist. Der Neue ist in der Mache, danach geht es weiter.
Ich sehe es schon kommen, dass es am Ende eine ziemliche Hektik wird. Das LABO, das für die Erteilung zuständig ist, hat mich ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ich da allerhöchstens ein paar Wochen vorher aufschlagen sollte – also ein paar Wochen bevor mein alter Schein im Oktober seine Gültigkeit verliert. Das ist zunächst erfreulich, hat aber den Nachteil, dass es dann auch mit dem Führungszeugnis komisch wird. Das muss man ja ebenfalls erst einmal beantragen, und selbst fürs Beantragen sollte man besser noch einen Termin beim Bürgeramt ausmachen. Das Bürgeramt schickt das Zeugnis dann gleich weiter. Das LABO aber meint halt auf telefonische Anfrage hin, dass ohne Verlängerungsantrag das Zeugnis wahrscheinlich irgendwo verloren gehen wird (ich weiss schon, warum ich da vorher angerufen habe 😉 ) und ich es eben erst später schicken soll.
Wenigstens an den Arzt und den Augenarzt kann ich mich aber demnächst mal heranwagen. Deren Zeugnisse gelten ein Jahr lang, da muss ich mir bloß noch was zur Bezahlung überlegen. Wobei das ja auch keine Horrorbeträge sind…
Ansonsten sollte es eigentlich keinen Stress geben. Der Amtsarzt ist insgesamt ziemlich unproblematisch und überprüft eigentlich nur, ob man nach 5 Kniebeugen vielleicht explodiert. Bei den Fragebögen über Narkolepsie und Drogenabhängigkeit kann man ja schwindeln ;). Das mit dem Sehen verhält sich ähnlich, und da (den Untersuchungsbögen nach) sogar Einäugigkeit nicht zwingend ein Ausschlusskriterium darstellt, kann ich weiterhin beim Trinken den Löffel in den Kaffeetasse lassen. Fehlt noch ein Auszug aus der Flensburger Highscoreliste, und meine 3 Punkte von der „roten“ Ampel (Vielen Dank hier nochmal an die Berliner Polizei!) sind inzwischen wieder verjährt. Ansonsten sollte es keine Gründe geben, warum ich den Schein nicht kriege.
Ich bin nur heilfroh, dass ich den Funktions- und Leistungstest erst wieder in 30 Jahren machen muss. Das ist ja das einzig wirklich nervige, was einem auf dem Weg zum P-Schein neben der Ortskundeprüfung begegnet. Ich bin weiterhin dafür, dass man stattdessen einen Fahrsimulatortest macht. Ich bin nämlich nicht sonderlich gut darin, unbekannte Computerspiele gleich mal auf Anhieb perfekt umzusetzen. Dagegen hab ich im Auto in Gefahrensituationen noch nie wirklich falsch reagiert.
Aber wie gesagt: Der Spaß steht erst mit 60 Jahren wieder an 🙂
Aber zunächst hab ich vor allem mal einen neuen Ausweis, der (und das ist das einzig vorteilhafte daran) endlich mal ungefaltet ins Portemonnaie passt. Der Rest kommt dann später. Und ab Oktober hab ich dann wieder 5 Jahre Ruhe.
Tiefsinnige Unterhaltungen sind selten im Taxi. Das ist verständlich, denn schliesslich sind ich und mein Mitprotagonist zu Beginn noch nicht einmal miteinander bekannt. Manchmal geht es dann aber doch recht schnell, wie im Fall des folgenden Beamten:
Ein paar Fragen seinerseits, wie es so läuft – die angeblich häufigste Einstiegsfrage seitens der Fahrgäste – und als die Fahrt 10 Minuten später beendet war, waren wir bereits soweit, dass er mit mir seine Sorgen teilte, er wüsste nicht, was er seinen Söhnen heutzutage noch für einen Beruf nahelegen könnte.
Dass Taxifahrer nicht zur Debatte stand, wunderte mich nicht, aber es war sehr schön, am Ende von ihm anerkennend zu hören:
„Wissen sie, vielleicht haben sie es ja wirklich richtig gemacht mit ihrem Taxi!“
Dazu können sich nicht alle durchringen…
Es ist nicht immer sonderlich nett, was so passiert. Viele von uns haben das als Kind gelernt, als sie mit der Zunge an irgendwas gefrorenem plötzlich festklebten, andere haben es im Gegenzug später im Rahmen katastrophaler Beziehungen erfahren. Und ja, zumindest in jungen Jahren dürfte die Deckungsgleichheit zwischen den beiden Gruppen ziemlich gering sein 😉
Ich hab mit bald 30 Jahren die nötige Schmerzfreiheit, meine Zunge vom Eis loszureissen und bei Bedarf hilft mir meine bessere Hälfte dabei. Eine Beziehungskatastrophe ist daraus auch noch nie geworden. Mich ärgern ganz andere Dinge. Kaputte Autos zum Beispiel.
Es ist noch nicht lange her, da war die 1925 in Reparatur. Wer will, kann sich gerne noch einmal durchlesen, was damals alles an dem Auto gerichtet worden ist.
Nun ist die Kupplung hinüber.
Äh, wie bitte? Wer dem Link auf meinen „alten“ Artikel vom 19. Mai diesen Jahres gefolgt ist, der wird sich wundern: Denn dort steht, dass die Kupplung erneuert wurde. Was diese Verwunderung angeht, kann ich euch versichern, dass ich sie mit euch teile.
Sicher, so ein Taxi wird ein bisschen mehr gefahren als ein durchschnittlicher PKW. Aber ganz so schlimm, dass einmal im Monat eine neue Kupplung fällig ist, ist es dann auch nicht. Besonders beeindruckend ist, dass mein Tagfahrer seitdem lange Urlaub hatte, und die Kiste bescheidene 3.000 km gefahren ist seit dem letzten Werkstattaufenthalt. Und: Zumindest neu eingestellt war die Kupplung damals auch, ich erinnere mich daran, dass ich am ersten Tag noch dachte, dass das ein beeindruckendes Training für die Füße ist, so schwergängig war das Pedal „damals“.
Und nun greift sie nicht mehr, sobald das Auto mal beladen ist und man in höheren Drehzahlbereichen unterwegs ist. Das darf schlicht nicht sein. Nichtsdestotrotz steht mein Taxi nun wieder in derselben Werkstatt und ich kann nur hoffen, dass meine Chefs da irgendeinen Deal rausschlagen. Denn bei aller Selbstkritik: Den Schuh, eine neuwertige und korrekt verbaute Kupplung binnen 3.000 km runtergeritten zu haben, werde ich mir sicher nicht anziehen!
Und so gönne ich mir noch einen freien Tag. Mein Chef hat mir ein Ersatzauto angeboten, aber wenn ich über all die Wege zwischen zu Hause, Werkstatt und Firma nachdenke, dazu der Stress mit einem neuen Auto und allem Gefummel, bis die Kiste dann für mich einsatzbereit ist… nee! Das ist eigentlich noch nerviger. Sollte meine geliebte 1925 bis Freitag wieder fit sein – was eigentlich angedacht ist – dann ist das meinetwegen ok. Ansonsten muss ich wohl in den sauren Apfel beissen. 🙁
Naja, ein freier Tag ist ja auch was.
Und ich hab gut damit zu tun, hier ein paar Texte zu schreiben und im Getriebe des Blogs rumzupfuschen. Und das meiste davon wird länger halten als 3.000 Besuche 😉