Eine seltene Assoziation

Nette Tour gehabt, 5 Leute an Bord, alles recht lustig eigentlich. Dann kommen wir am Club ihrer Wahl an, wo sich gleich ein weiterer Fahrgast bereithält. Er sieht zu, wie die drei von der Rückbank das Auto verlassen, dann ich und mein Beifahrer …

Als ich dann die Bank vorschiebe, um den letzten verbleibenden Kunden in der hintersten Ecke des Autos zu entlassen, sieht der Neue erschrocken in die Runde und fragt:

„Ist das ein Clowns-Auto?“

Was er wohl gefragt hätte, wenn wir tatsächlich noch das Fahrrad des einen Mitreisenden reinbekommen hätten?

Aber da hatte selbst die 72 nicht den Hauch einer Chance. 🙂

Glück im Unglück?

Erste Schicht der Woche ist immer so eine Sache. Nach 3 freien Tagen freue ich mich meist wirklich, wieder im Auto zu sitzen und die – meist nur als halbe Schicht geplante – Zeit runterzurocken. Oder aber ich komme gar nicht so richtig los – wer kennt sowas nach dem Wochenende nicht auch?

Manchmal mischt es sich aber auch und ich hab voll Lust, aber draußen ist so richtig nix los. So in etwa war das gestern. Obwohl ich spät los bin. Aber das hatte andere Gründe. Mein Auto hatte wohl auch irgendwelche Gründe, sich nach einer Stunde Wartezeit batteriemäßig zu verabschieden. Just als die langersehnte Kundschaft im Auto saß. Is‘ klar!
Für die Kundin war es kein großes Ding – am Bahnhof sind schließlich auch andere Taxen. Für mich war es nun eher so mittel. Und während ich noch nach Kollegen telefonierte, kam einer, den ich wirklich nur vom Sehen her kenne, an und hat einfach mal so mir nix dir nix die Kabel gezückt und mir Starthilfe gegeben, bevor ich auch nur danach fragen konnte. Wow!

Und danke!

Sogar Kundschaft kam noch, obwohl zumindest alle ICEs schon raus waren für den Abend. Nach der Tour hatte ich dann 18 € auf der Uhr und war dafür seit fast drei Stunden auf der Straße. War der Lust nicht sehr zuträglich. Aus dem frustrierten Aufgeben wurde dann aber auch nix, denn wie zuvor der Kollege als Hilfe quasi aus dem Nichts aufgetaucht ist, hatte ich plötzlich binnen kurzer Zeit drei Winker, die mich schon mal etwas weiter gebracht haben. Als ich dann aber unweit des Abstellplatzes gelandet war und meine Bahn in nur 10 Minuten kommen sollte …

Manchmal hört man besser auf, wenn es am schönsten ist. Heute ist auch noch ein Tag.

Und jetzt rufe ich meinen Tagfahrer an und sag ihm, dass er eine neue Batterie besorgen soll.

Botschaften, die einen das Gruseln lehren

Die recht begrenzte Kommunikation mit meinem Tagfahrer ist manchmal auch etwas kurios. Entweder ruft er mich an und fragt, ob ich heute auch wirklich fahre – oder er sagt mir, dass das Auto aus diesem oder jenem Grunde kaputt ist. Ansonsten läuft es so: wir schreiben uns ganz altmodisch Zettelchen, die wir im Auto hinterlegen. Der Kollege hat’s nicht so mit dem Internet, zumindest mal hat er keine eMail. Und auch mein einziger Versuch, ihm eine SMS zu senden, war irgendwie ergebnislos. Aber wir kommen schon klar und es ist jedes Mal schön, bei Schichtantritt einen Zettel vorzufinden. Meist steht dann nämlich drauf, dass er am nächsten Tag nicht fährt – was bedeutet, dass ich das Auto mit heimnehmen kann.

So im Grunde auch heute. Davor aber noch eine Notiz, die mich schlimmstes befürchten ließ:

„Hallo Sascha!
Sollen eine neue Kupplung haben.
Kommt mir ein bisschen komisch vor.“

Äh, what?

Nachdem ich dann ein paar Meter gefahren war, war mir aber klar, dass das wohl rein subjektiv war. Natürlich fuhr sich das Auto anders, aber das bin ich inzwischen gewohnt. Unser Mechaniker hat genau zwei Lieblingseinstellungen für neue Kupplungen: Einmal ist der Schleifpunkt 5 cm unter dem Bodenblech, ansonsten 5 cm über dem Pedal. 😉
Diesmal halt zweiteres. Hab’s mit der Routine langsam raus. Und den Wagen nicht einmal abgewürgt.

Was man als Taxifahrer wissen muss

Nicht ganz der Brockhaus, aber immerhin. Quelle: Sash

Nicht ganz der Brockhaus, aber immerhin. Quelle: Sash

Um ehrlich zu sein: alles, was in diesen Büchern steht, wissen wir nicht. Dafür wahrscheinlich einiges anderes und aktuelleres. Aber wo ich die Bücher so repräsentativ bei meinen Chefs gesehen hab, musste ich unwillkürlich an GNIT denken … 🙂

Der Mond ist nahe

Vor ganz knapp über einem Jahr hat die 1925 es geschafft, nun ist die 72 auch nahe dran: Die Entfernung Erde – Mond ist fast erreicht:

2014-06-erdemond

Noch sehr geerdeter Kilometerzähler. Quelle: Sash

Von Oberfläche zu Oberfläche hat das kleine Taxi es rein rechnerisch sogar schon geschafft. Ein Applaus wäre vielleicht zu viel verlangt, aber ein bisschen Respekt für das kleine Opelchen wäre langsam angebracht. 🙂

Eine Spritspende (2)

Gut, die Frage heute Morgen war, weswegen mir in der vergangenen Nacht ein Wildfremder einen Liter Superbenzin geschenkt hat.

Hier die Antwort (soweit ich es mitbekommen habe):

Der gute Mann war wohl mit seinem Roller/Mofa/was weiß ich irgendwo in dr Umgebung liegengeblieben. Sprit alle. Den hat er sich dann dort an der Tanke organisiert. Dazu hatte er einen Kanister bekommen, den er artig gefüllt hat. Und zwar geliehen. Zehn Euro Pfand, ganz blöd sind die Jungs an der Tanke ja auch nicht. Nun war der Kanister aber wohl etwas größer als der Tank seines Gefährts, so dass er den Kanister mit beträchtlichem Restinhalt wiederbrachte.
Nun könnte man meinen, dass sei der Tankstelle sicher nur recht, aber so isses nicht. Sie konnten nämlich mit dem restlichen Sprit nichts anfangen – ich vermute, die Tanks sind nicht so einfach zugänglich. Und die Zapfsäulen haben wohl auch keine Saugfunktion.

Naja, jedenfalls musste der Pechvogel jetzt irgendwie das Benzin loswerden, um seine zehn Euro wiederzubekommen. Also hat er angefangen, Autofahrer anzuquatschen. Fast alle waren Taxifahrer mit Dieseln …

Nun, die 72 hat neben dem Erdgastank ja durchaus Platz für Super. Ich fürchtete nur, dass der Tank wie immer voll wäre. Ganz leer gehen lasse ich den sowieso nie, seitdem damals die 1925 „Schwump!“ gemacht hat (Der Artikel dazu: Teil 1 und Teil 2). Aber nee, siehe da: Platz für den einen Liter (grob geschätzt) war noch. Eine Win-Win-Situation wie aus dem Lehrbuch. Und ein weiteres starkes Indiz dafür, dass es nichts gibt, was es nicht gibt … 😉

Kauft das Buch!

Wie kam Sash eigentlich zum Taxifahren? Das beschreibt er in seinem ersten eBook "Papa, ich geh zum Zirkus!".

Immer dranbleiben!

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Noch ein Blog?

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.

Eine Spritspende (1)

Es gibt nichts, was es nicht gibt. Diese Weisheit vertrat schon meine Oma, und ich bin geneigt, das auf meinen Beruf angewandt auch zu glauben. Manche Dinge passieren vielleicht ewig nicht, aber irgendwann isses dann soweit. Und so stand heute Nacht an der Tanke ein wildfremder Mann neben mir und fragte mich, ob ich einen Liter Super gebrauchen könne. Sei auch umsonst. 0.o

Zunächst einmal springen natürlich alle Alarmglocken an und man denkt über Psychopathen nach, die ihre schlechten Taxierfahrungen mit Flüssigsprengstoff zu kompensieren gedenken – aber die Wahrheit war wie so oft wesentlich unspektakulärer. Trotzdem einen Blogeintrag wert.

Ach, wisst Ihr was? Ich lasse Euch mal raten. 🙂

Die Antwort haue ich heute Mittag irgendwann automatisch raus, wird also kein Wettbewerb, bei dem ich einen Sieger küren werde (da ich dann noch schlafe). Aber ich bin trotzdem mal gespannt, was für Ideen so zusammenkommen. 😀

Also: Wieso hat mir heute Nacht jemand einen Liter Sprit geschenkt?