Ansagen im Taxi

Ich wollte darauf hinweisen, dass der Taxiblogger heute einen kleinen Artikel über die liebe Mühe mit eindeutigen Kundenansagen geschrieben hat. Das hat mich dann daran erinnert, dass ich vor ein paar Tagen mal wieder eine Fahrt hatte, bei der die Kundschaft meine Frage, wo ich denn halten solle, mit dem Satz:

„Da vorne an der hellen Lampe!“

beantwortet hat. Mal im Ernst: Das ist irgendwo auf dem Land verständlich, aber in einer Straße, in der Café-Beleuchtungen, Straßenlaternen und Hauseingänge um die Wette funkeln, da kann auch des Taxifahrers Leuchtmitteleinschätzungsvermögen ein bisschen ungenau sein 😉

Eine nicht ganz reale Taxifahrt

Heute morgen im Taxi 😉

„Guten Tag, wo darf es hingehen?“
„Spreeweg? Wohin da genau.“
„Das Wort „Stressbunker“ ist mir jetzt nicht nicht direkt geläuf… ach das Schloß Bellevue!“
„Und? Haben sie da beruflich zu tun? Ach! Nicht mehr… verstehe.“
„Eine Rede halten und Sachen packen? Fahren sie in den Urlaub?“
„Wie meinen sie: Je nachdem, wer das bezahlt?“
„Ich könnte jetzt ja direkt über die Rudi-Dutschke bei der Bild vorbei…“
„Dann halt nicht! Wenn es nach mir geht, können wir gerne einen Umweg nehmen. Aber über Springer wäre wirklich praktischer.“
„Hey! Nun kriegen sie sich mal wieder ein. Ich würde ihnen mal eine, hmm… sagen wir: etwas diplomatischere Ausdrucksweise empfehlen…“
„Was nuscheln sie da von Rubikon? Das ist nur die Spree.“
„Nein, die Telefonnummer der Staatsanwaltschaft Hannover kenne ich leider auch nicht. Aber wenn sie ohnehin gerne Umwege fahren, könnten wir auch in Hannover… haben sie denn da geschäftlich…?“
„Ach, nur eine Beschwerde? Ja, das geht sicher auch über die Mailbox.“
„Hören sie, wenn wir schon mit der Kirche ums Dorf fahren will ich eigentlich den Verkehrsnachrichten… ja gut, dann lesen sie vor. Ich höre mir ihre Rede an.“
„Die ham mich nicht mehr lieb und jetzt mag ich nicht mehr? Das können sie nicht schreiben! Schreiben sie lieber irgendwas von verlorenem Vertrauen und dass sie ihre Wirkungsmöglichkeiten nicht mehr…“
„Nein, glauben wird das auch niemand! Aber es klingt doch ein bisschen besser.“
„Und danken sie allen, die sie kennen! Das kommt immer gut. Auch ihrer Familie! Das mögen die Leute.“
„Das macht dann 18,50 €.“
„Wie, die Rechnung auf Herrn Groenewold?“
„Ja, wenn sie das sowieso in bar bei ihm wieder auslösen, dann können sie doch gleich hier…“
„Nein, sie haben sich immer korrekt verhalten… – Ja, natürlich dürfen sie das verwenden.“
„Ich wünsche ihnen auch einen unvergesslichen Tag.“

Zielgruppen und so…

Ich finde es irgendwie schön, gerade mal wieder ein paar ältere Artikel auszugraben und sie euch zu zeigen. Für mich persönlich ist das Ärgerlichste am Bloggen, dass alte Einträge irgendwann in Vergessenheit geraten. Und die meisten Leser heute haben den Blog vor zwei Jahren noch nicht gekannt. Ein paar ganz begeisterte haben weit zurückgelesen, dass weiß ich – auf die Mehrheit trifft das natürlich nicht zu.

Ich selbst tue das ja auch nur bei sehr wenigen Blogs. Aber neben manchen Beiträgen, die ich im Nachhinein gerne in der Versenkung verschwunden sehen würde (ich weiß, ich kann sie löschen, aber das tut auch weh!), finden sich eben auch immer wieder welche, die man irgendwann wiederfindet und sich denkt:

„Verdammt, den liest jetzt keiner mehr. So ein Mist!“

Deswegen abermals zum Nachmittag ein Link zu einem älteren GNIT-Text. Im Gegensatz zum dort auftretenden Typen schätze ich, dass ich die richtige Zielgruppe erwischt habe, indem ich den Link setze. Also: Zielgruppen-Fail

Und ewig lockt der Flughafen

Wie erwartet, wurde heute die neue Regelung am neuen Berliner Flughafen vorgestellt. Wie ich gestern bereits geschrieben habe, gillt nun der LDS-Tarif für alle Fahrten vom Airport aus. Die bisherige Quotierung am Halteplatz wird aufgegeben, d.h. Berliner und LDS-Taxifahrer reihen sich gleichberechtigt ein. Im Gegenzug darf ein begrenztes Kontingent an LDS-Taxen in Berlin Fahrgäste aufnehmen, wenn sie eine Ortskundeprüfung abgelegt haben. Soweit meine dürftigen Infos, die von taxi-heute stammen.

Nun ja.

Dieser Kompromiss ist allerdings noch keine Beilegung, wenn man den hiesigen Gewerbevertretungen glauben darf, werden sie sich damit nicht abfinden. Es geht also in die nächste Runde 🙁

Meine Meinung zum Kompromiss ist auch nicht wirklich die beste:

Dass alle Fahrgäste vom Flughafen den gleichen Preis zahlen müssen, ist sinnvoll. Ob es sinnig ist, einen für die meisten Fahrten teureren* Tarif zu wählen, wird sich zeigen. Die Anbindung an die Bahn wird beim neuen Flughafen besser sein, ob gestiegene Preise nicht noch mehr Fahrgäste abschrecken als ohnehin erwartet, wird sich wohl zeigen müssen. Negativ finde ich eindeutig, dass das bis jetzt so einfache Preismodell in Berlin durch einen weiteren Tarif verkompliziert wird. Es wird sicher einige unerlaubte Fahrten zum jeweils „besseren“ Tarif geben, da bin ich mir sicher… 🙁

Die Aufhebung der Quotierung ist sinnvoll. Sie hat immer für Streit gesorgt und ich fand es auch nicht sonderlich logisch, das zu trennen. Mir ist klar, dass die Brandenburger gerne in ihrem Gebiet ihre eigenen Regeln durchsetzen wollen, aber wenn man sich gemeinsam um den Flughafen kümmert, dann doch auch zu gleichen Bedingungen!

Das mit der Ladeerlaubnis von bis zu 400 LDS-Taxen in Berlin ist in meinen Augen ebenfalls problematisch. Da schon die Berliner Taxen kaum jemals auf irgendwas hin kontrolliert werden, kann man davon ausgehen, dass sich durchaus ein paar Brandenburger ohne Ortskundeprüfung für Berlin hier auf den Straßen tummeln werden, ohne dass das bemerkt wird. Abgesehen davon geht es auch insgesamt um die Anzahl: Ich blase ungern ins Horn der vielen „Wir haben zu viele Taxen!“-Rufer, aber sonderlich rosig sieht es derzeit ja wirklich nicht aus. Es wird ohnehin erwartet, dass der Flughafen wegen der Bahnanbindung weniger Fahrgäste hergibt, zusätzlich wird Tegel dichtgemacht. Es kommen also schon aus den eigenen Reihen eine Menge „neuer“ Fahrer im Stadtgebiet dazu. Inwiefern es einen Grund von Seiten des Berliner Gewerbes geben soll, auch noch LDS-Taxen zuzulassen, verschließt sich mir.
Natürlich wird der Flughafen in Brandenburg auch von uns bedient, was aber auch darauf zurückzuführen ist, dass die wenigen Taxen in LDS das alleine gar nicht bewältigen könnten. Ich bin allerdings auch hier der Meinung, dass man eher zusammen als gegeneinander arbeiten sollte und hoffe, dass wir vielleicht irgendwann mal einen gemeinschaftlichen Tarif und ein gemeinschaftliches Pflichtfahrgebiet haben werden.

*Der LDS-Tarif (hier als PDF zu bestaunen) ist auf den ersten Kilometern günstiger als der Berliner, da die meisten Fahrten vom Flughafen jedoch länger sind (z.B. nach Berlin-Mitte, 20 – 25 km), bleibt unterm Strich meist ein höherer Preis.

Handy im Taxi verloren

Ich hab heute Abend übrigens eine Anfrage von einem Leser bekommen. Ein Freund hat am vergangenen Freitag sein Handy im Taxi liegen lassen. Die Nummer oder überhaupt irgendwas brauchbares ist ihm aufgrund seines Zustandes nicht mehr erinnerlich. Einziger (und verzeiht mir: lustiger) Anhaltspunkt:

Er hat ins Taxi gekotzt. 🙂

Falls das also einem Kollegen bekannt vorkommt und irgendwer was über das Handy (ein HTC Desire) weiß, dann kann er gerne eine Mail an mich schreiben – ich leite das dann weiter.

Alle anderen Optionen (Fundamt, Funkzentralen etc.) hab ich natürlich schon weitergegeben.

Taxistreit am Flughafen

Klaus hat es ganz richtig betitelt: „Die spinnen, die…“

Und es ist wirklich egal, um wen es genau geht. Man sollte meinen, man kann alle Beteiligten am Tarif-Hickhack um den neuen Flughafen BER in Schönefeld in einen Sack stecken, draufschlagen und niemals den Falschen treffen.

Neben zahlreichen anderen Zeitungen, die sich hier und da mit Halbwissen an die Leserschaft wenden, schreibt die Berliner Zeitung gestern, wie voraussichtlich die Lösung aussehen könnte, die wohl morgen der Öffentlichkeit präsentiert wird:

Fahrten in, bzw. von Berlin aus, werden einem Berliner Taxitarif folgen, alle Fahrten vom Flughafen dem Tarif vom Landkreis Dahme-Spreewald. Offensichtlich ist eine vernünftige Lösung also nach jahrelangem Streit immer noch nicht gefunden. Ein „Bravo!“ an die beteiligten Vertretungen!

Zugegeben: Es ist immerhin ein bisschen logischer, als wie jetzt vom Flughafen aus für die gleiche Tour je nach Kennzeichen einen anderen Tarif zu verwenden. Man muss sich aber dennoch fragen, wieso man sich nicht auf einen gemeinsamen Tarif einigen konnte. Ich bin ja bekanntlich kein Freund von Tariferhöhungen, aber ist das jetzt ernstlich DIE Lösung? Hätten da nicht beide Seiten ein bisschen Beweglichkeit zeigen können?

Wenn das tatsächlich so kommen sollte, dann haben wir also bald einen neuen Tarif im Taxameter, den der ein oder andere Kollege sicher sehr gerne mal an Touristen ausprobiert – oder an den anderen 90% der Bevölkerung, die nicht wissen, dass es einen günstigeren gibt. Jetzt bin ich ja nur noch gespannt, ob sie uns trotzdem eine Tariferhöhung „gönnen“, würde mich ja nicht wundern…

Kauft das Buch!

Wie kam Sash eigentlich zum Taxifahren? Das beschreibt er in seinem ersten eBook "Papa, ich geh zum Zirkus!".

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Noch ein Blog?

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.