Knappe Planung

Man kann ja unterschiedlicher Meinung sein, was die Gebühr für nichtbare Zahlung in Berlin angeht. Ob sie auch für Kartenzahlung gelten muss, ob sie zu hoch oder unnötig ist, was auch immer. Trotz all der dazu anfallenden Diskussion hab ich aber bis gestern noch nie erlebt, dass jemand deswegen nicht Taxi fährt. Dass stattdessen Bargeld rausgekramt wird, ok. Dass die Leute sich ärgern, ok.

Aber dann stand sie gestern da und fragte, ob ich auch EC-Karten nehmen würde.

„Ja, klar.“

„Kostet das Gebühren?“

„Sind in Berlin immer noch die 1,50 €.“

„Hmm, ok, dann nicht. Sorry.“

Mich hätte jetzt eigentlich noch interessiert, ob der Restbetrag auf dem Konto auf 1,50 € Genauigkeit an den zu erwartenden Taxipreis reichte oder ob sie einfach prinzipiell Gegnerin der Gebühr war.

Was die Fahrt anging: Ich hätte sie gerne gemacht, hatte andererseits bereits 12* Sekunden später andere Kundschaft.

*nicht verifizierbare innergehirnliche Messung. 😉

15 Kommentare bis “Knappe Planung”

  1. Mic ha sagt:

    Tod den Gebühren!

  2. zacki sagt:

    Naja 1,50€ sind halt Abzocke. Würde man die „realen“ Kosten weitergeben, hätten mit Sicherheit mehr Menschen Verständnis für eine solche Gebühr.

    Ja klar die Hardware kostet auch Geld und muss gepflegt werden, andererseits verhindern die Kartenzahler auch Kosten, es muss kein Geld mehr „entsorgt“ werden.

  3. Bernd sagt:

    Eigentlich sollte ggf. von Überfällen zwecks Bargeldbeschaffung bedrohten Taxifahrern eine ständige Kartenzahlung und damit ausbleibende Banknotenlagerung sehr lieb sein, oder?

  4. @zacki:
    Na rechne mir doch bitte mal die „realen“ Kosten vor, die Sash Deiner Meinung nach dann also nehmen darf. Schön wärs allerdings, wenn Deine Rechnungsformel weniger als eine A4-Seite in Schriftgröße 6 Punkte ´Arial´ benötigt… 😛

    @Mic ha:
    Und das sag dann bitte mal den Banken und EC-Abrechnungsdienstleistern, die die Gebühren und Gerätemieten einfach so dem Händler/Leistungserbringer in Rechnung stellen. Überhaupt sollte Taxi-Fahren m.E. demnächst nur noch den Benzinpreis kosten, aber OHNE MwSt. bitteschön… 😉

    @Bernd:
    Wenn der Rohverdienst für jemanden dritten – hier dem EC-Abrechnungsdienstleister – drauf geht, nützt auch bargeldloses Bezahlen nix. Hier sei mal überlegt, dass gerade Taxis ein Gerät mit SIM-Karte und Mobiltelefonaschluss benötigen werden. Geld zur Arbeit mitzubringen macht weder dem Angestellten noch dem Chef so richtig Laune… Oder geht Dir das anders?

  5. Reinhold sagt:

    Kreditkartengebühren sind in Ordnung. Bei uns in München verlangt die Genossenschaft 4% Kreditkartengebühr von uns Taxifahrern, wenn man über deren System abrechnet. Für das Gerät wird 14,95 € monatlich kassiert. Ich verwende inzwischen iZettle, 2,75% Gebühren und ich kann mein Smartphone verwenden.
    Ich habe in München sehr früh begonnen, damals mit meinen Taxis, Kredit- und ec Karten zu akzeptieren. Bei ec-Karten hat mich geärgert, daß ich bei Unterdeckung des Kundenkontos, 30,-DM für die Übermittlung der Kundenanschrift bezahlen mußte. Die brauche ich um die Forderungen einzutreiben. In den meisten Fällen blieb mir dann das berühmte Ofenrohr mit dem ich ins Gebirge schauen kann.
    Überspitzt – wie komme ich dazu jemanden wildfremden Kredit zu geben und dafür noch zu bezahlen?
    Bei der immer weiter zunehmenden bargeldlosen Zahlung wäre es gechickt die Kosten in den Taxitarif zu packen.

  6. zacki sagt:

    @ Gedankenknick. Das muss ich gar nicht mehr, ich habe mich schon sehr oft und lange mit Kartenzahlung beschäftigt und alles schon etliche Male durchgerechnet. Genauer bei jedem größeren Wechsel der Tarife, bzw auslaufen eines Vertrags.

    Eine Kartenzahlung sollte ein Taxi Unternehmen, bei einem halbwegs akzeptablen Preis nie mehr als 0,30 – 0,50 Cent kosten, möglich wären sogar Kosten von unter 0,20 Cent, wenn man die Menge an Taxis rechnet, und die in einen Gruppentarif einordnet.

    Und darin ist die Miete für die Geräte bereits erhalten.

  7. Sam sagt:

    Ich kann nur bestätigen, dass das mit den realen Kosten weitergeben nicht so einfach ist. Die Gerätemiete liegt irgendwo zwischen 25 und 80 Euro plus Mwst. (Je nach dem, wie lang man sich binden will. Und mal ehrlich: wollt ihr einen Vertrag über 5 Jahre unterschreiben, der jedes mal von vorn beginnt, wenn z.B. das Gerät ausgetauscht wird/ werden muss? Und ohne Sonderkündigungsrecht bei Geschäftsaufgabe? Das ist der einzige Weg an die günstige Miete zu kommen). Diese Kosten kann man nur weitergeben, wenn man vorher weiß, wie viele Leute diesen Monat mit Karte zahlen. Alternativ könnte man mit dem Rechnung stellen warten, bis der Monat vorbei ist. Aber am Ende des Monats erfahren, dass das Taxi 30 Euro mehr kostet, weil sonst keiner mit Karte bezahlt hat ist auch nicht wirklich sinnvoll oder transparent.
    Es gibt natürlich auch noch die kleinen Geräte, die man per Handyapp steuern kann. Die sind günstiger. Setzt aber voraus, dass jeder Fahrer ein Smartphone hat und es bedienen kann. Oder zumindest jeder Wagen mit einem ausgestattet wird. Und dann wird es noch schwieriger mit der Weitergabe der realen Kosten. Dann sind es mal 1%, weil grade alle Geräte abgezahlt sind und mal 10%, weil man in irgendeinem Wagen das Smartphone ersetzen oder den Fahrer zur Schulung schicken muss.
    Wir haben das Problem in der (nicht-mobilen!) Gastronomie auch. 50-60 Euro monatlich (Vertragslaufzeit 1 bis 2 Jahre) plus 3-5% des Umsatzes (das ist die Hälfte von dem, was nach Abzug aller Ausgaben, aber vor Steuern, in unserer Tasche landet!) ist einfach zu viel. Und das bei etwa 2 Nachfragen im Monat, ob wir auch Karten nehmen.
    Momentan liebäugeln wir mit den Appgeräten, für ein größeres Unternehmen bei dem jedes Fahrzeug eins braucht (plus passendes Smartphone/Tablet) würde ich das aber auch nicht in Erwägung ziehen. Wird einfach zu teuer.
    Ich vermute mal, Sashs Firma bekommt auf Grund der hohen Geräteabnahme bessere Konditionen. Aber günstig ist bei der EC-Zahlung für das (kleine bis mittlere) Unternehmen gar nichts.

  8. Niklas sagt:

    Ich finde generell, dass ein Aufpreis für Kartenzahlung in der heutigen Zeit, in der eine Diskussion über eine bargeldlose Welt vorherrscht, einfach nicht zeitgemäß ist. Und wenn, müsste das bundesweit taxigenossenschaftlich geregelt sein und nicht nur auf die Hauptstadt (!) Berlin beschränkt sein.
    Ich finde, so spielt man den mächtigen Konkurrenten wie Uber oder myTaxi, deren Benefit ja gerade im unkomplizierten bargeldlosen Zahlen liegt, nur weiter in die Hand.

  9. Sam sagt:

    Bei Uber und myTaxi bezahlt man zwar bargeldlos, aber nicht mit Karte.
    Paypal ist tatsächlich eine nette Alternative, aber auch nicht gerade günstig. Ich kenne einige Händler, die bis zu 8 Euro extra verlangen bei einer PayPal-Zahlung. Und um das ohne zwischengeschaltete App, die auch wieder Prozente zieht, umzusetzen, brauchen aber wieder beide Seiten ein Smartphone o.ä.

  10. egal sagt:

    Wenn ich diese Gebühren vermeiden kann, dann mache ich das auch. Dann gehe ich lieber zur nächsten Bank und hole dort gebührenfrei Bargeld. Ja, es muss die „richtige“ Bank sein, Cash Group und wie sie heißen…
    Ein Umweg mit dem Taxi zur nächsten Bank wäre vermutlich noch teurer als die 1,50 geworden? 😉

  11. derandere sagt:

    Kann ich gut verstehen, ich bin auch gegen solche unnötigen Gebühren.
    Hab‘ mich schonmal monatelang mit dem PayPal-Kundenservice rumgeärgert, weil meine Kreditkarte entgegen meiner Auswahl in Euro statt der Originalwährung belastet wurde.
    Da ging es dann irgendwie um 0,12€ zu viel berechnete Gebühren für die Währungsumrechnung, eigentlich nicht der Rede wert, aber mir geht es da ums Prinzip.
    Nach vielen endlosen Diskussionen mit den unfähigsten Mitarbeitern haben die irgendwann tatsächlich aufgegeben und mir 5€ (!) gutgeschrieben. Man muss nur hartnäckig bleiben. 🙂

  12. Sash sagt:

    @all:
    Ich sehe, das komplette Meinungsspektrum hat sich zum Bestätigen der eigenen Sichtweise eingefunden und bleibt friedlich. Weiter so! 😀

  13. @zacki
    Schön, dass sich BEI DIR die realen Kosten bei 0,20€ pro Abbuchung bewegen. Was bei Deiner Rechnung nicht enthalten ist, ist allein schon die schnöde Tatsache, dass Du in Deiner Rechnung schlicht nicht unterbringen kannst, wie viele Kartenzahlungen pro Monat bei Sash so auflaufen. Es wäre also schlicht „fair“, wenn der erste Kartenzahler im Monat sowohl die Gerätemiete als auch die SIM-Kosten mitbezahlt (nehmen wir mal so 50€ an), und alle nachfolgenden dann die Transaktionsgebühren von 2% + 0,15€. Würden dann wohl ALLE mit glücklich sein – bis auf den monatsersten Kartenzahler vielleicht – und natürlich die wie @Micha, die „Zusatzgebühren“ IMMER und egal in welcher Höhe ablehnen, auch wenn sie sie selbst verursachen…

    Auch das Argument des „Gruppentarifs“ zieht nicht – denn dann müßten sich ALLE Taxiunternehmen Berlins auf einen Schlag einig sein. Und – ohne dass ich mich da auskennen würde – diese Annahme kannst Du schlicht unter „Ulk“ verbuchen. Das liegt schon daran, dass große Unternehmen (hier Taxibetreiber) jetzt schon einen „Vorteil“ haben, an dem sie die kleine Konkurrenz nicht partizipieren lassen wollen, insbesondere die Einzelfahrer, die alleine auf eigene Rechnung arbeiten – ich habe 3 Schippchen und 2 Hände, aber Du bekommst KEINE ausgeliehen! Sandkastenpsychologie.

    Hinzu kommt, dass eine Gebühr IMMER als zu hoch empfunden wird – egal ob sie 1,50€ oder auch nur 0,01€ – umsonst soll es sein, nur dann ist es gut! Geiz ist halt SO geil. Und weiterhin gibts dann ja im Schland den Spruch: „Was nichts kostet ist nichts wert.“ Eine paradoxe Situation, wie mir scheint.

    Aber egal, @zacki, bist Du selbst im Taxigewerbe? Ich finde es (bei mir) z.B. immer wieder lustig, dass mir andere erklären, wieviel ich so verdiene, obwohl sie mein Gewerbe nur aus Hetzmeldungen der Kostenträger finanziell kennen. Weswegen ich immer von MEINER Kostenstruktur rede, oder aber das ganze unspezifiziert diskutiere, und das nicht auf mein Gegenüber allgemein herunterbreche. Aber andererseits sind wir ja ein Volk von 80 Millionen Fußballtrainer, 80 Millionen Entwicklungshelfern und 80 Millionen Integrations- und Abschiebungsexperten, je nachdem, was die 4-Buchstaben-Zeitungen gerade als Leitschlagzeile auf Seite 1 kleistern. Wenn Du Dich allerdings zu den 2 Millionen restlichen Schland-Bewohnern zugehörig fühlst, dann kennst Du sicher, dass man ein Problem nicht nur aus seiner eigenen Perspektive betrachtet… Nix für ungut. 😉

  14. zacki sagt:

    @gedankenknick: ruhig brauner ?

    Tatsächlich kenne ich mich im Taxigewerbe nicht aus, außer als Kunde natürlich.

    Aber ich bringe dir gerne einen Beweis:
    http://www.izettle.com

    Festkosten
    Reader 79 Euro + Bluetooth fähiges Smartphone 250 Euro

    Variable Kosten 0,95 Prozent vom Umsatz
    + Monatlich sagen wir mal 10 Euro für die Simkarte und Gebühren (großzügig gerechnet)

    Weiterhin rechnen wir die Hardware mal auf 3 Jahre.

    Ergibt Fixkosten im Monat von 19,14

    Bei nur 60 Kartenzahlungen im Monat wären das umgerechnet 0,32 pro Zahlung + die Servicegebühr von sagen wir mal 0,10 – 0,15 Cent

    Je mehr Zahlungen es werden desto günstiger wird es natürlich, ab einer gewissen Zahl macht das „jede Transaktion nur 0,95 Prozent vom Umsatz“ keinen Sinn mehr.

    Und hier reden wir von einem Einzelunternehmer.

    Die Taxis müssen sich ja gar nicht alle einig sein es muss sich nur jemand finden der einen Taxitarif aushandelt. Irgendeinen gemeinsamen Nenner wird es doch im Taxigewerbe auch geben. Ein Interessenverband z.B

  15. Sash sagt:

    @zacki:
    Auch wenn das derzeit natürlich noch so ein Angebot-Nachfrage-Dings ist:
    Aktuelle Häufigkeit von Kartenzahlung bei mir im Auto: Vielleicht 10 pro Monat. Da sind die Kollegen schon mit eingeschlossen, auf mich entfallen selten mehr als 3, aber ich arbeite ja auch nicht Vollzeit. Und nein, das ist mit Sicherheit nicht repräsentativ. Aber ich will nicht wissen, wann sich der sicher sackteure eingebaute Kartenleser, der mit dem Funk gekoppelt ist, irgendwie für meine Chefs rechnet.
    Ich als Fahrer stehe dem Zuschlag eigentlich recht neutral gegenüber, aber zum einen gilt der ja nicht „für Karten“, sondern für alles, was nicht bar ist, der Einfachheit halber als eine fixe Summe. Wie die Ökonomie hinter den ganzen Gutscheinen aussieht, weiß ich gar nicht einzuschätzen und unterscheidet sich sicher auch von Unternehmen zu Unternehmen. Und Zuschläge gibt’s auch für Flughafenfahrten oder zu großes Gepäck, wobei letzteres auch unfair ist, da z.B. „was nicht in den Kofferraum passt“ zwischen B-Klasse und E-Klasse-Kombi nicht eben sehr einheitlich ist.
    Ich finde es inzwischen eigentlich nur noch albern, dass man sich an sowas unbedingt aufhängen muss. Ja, manche Dinge kosten extra, und ja, Unternehmen machen damit mitunter auch Gewinne. Ich hab neulich auch einen Euro extra gezahlt, damit mir ein paar Gramm (!) mehr Knoblauch auf die Pizza gepackt wurden.
    Selbst wenn die 1,50 € um Klassen höher als die realen Kosten sein sollten: Auf die Taxikosten hat das am Ende selten eine große Auswirkung, oft macht der ortskundige Fahrer mehr aus. Ich hab bei der Debatte die Vermutung, dass es meist eigentlich nur um den Neid geht, dass da vielleicht gerade irgendwer anders was billiger bekommen hätte können. Und den Ansatz finde ich eigentlich schon aufgrund der eigentlich ziemlich großen Transparenz der Sache unangebracht.

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