Freie Farbwahl …

… oder eher nicht. Zum einen ist die Taxifarbe in Deutschland immer noch gesetzlich vorgeschrieben. Im Gegensatz zum ein oder anderen Bundesland existiert hier in Berlin auch keine weit ausgelegte Ausnahmeregelung, die quasi einer Freigabe entspricht. Zum anderen war das sicher nicht freiwillig:

Legal, 1015er RAL, scheißegal. Quelle: Sash

Legal, 1015er RAL, scheißegal. Quelle: Sash

Das soll im Übrigen kein Kollegen-Bashing sein. Es wird einen Unfall gegeben haben und er hat vermutlich erst in drei Tagen einen Termin zum Folieren bekommen. Passiert. Und ich finde, bloß wegen der Farbe sollte man da auch echt beide Augen zudrücken. Wir müssen alle unser Geld verdienen, insbesondere wenn das Auto mal einen Schaden hatte. Ich wollte das nur festhalten, weil mir bislang kein Wagen aufgefallen ist, bei dem gleich so viele Teile ersetzt worden sind. Mal eine Tür und der Kotflügel, ok. Aber DAS war wahrscheinlich wirklich was größeres. 🙁

15 Kommentare bis “Freie Farbwahl …”

  1. Maik aus Wilhelmshaven sagt:

    Moin!

    Das leidige Thema Farbfreigabe. In Niedersachsen wird es leider zu großzügig gehandhabt.
    Wenn man an den Bahnhof fährt, kann man gerade noch an den Dachschildern erkennen, wo der Taxenstand ist.
    Es werden bei uns zumeist Gebrauchttaxen gefahren, und da wird gekauft, was der Markt gerade hergibt.
    Speziell unser größter Unternehmer fährt silberne Renault, schwarze Mercedes, grüne Ford, blaue Opel, und so weiter.
    Modelle und Farben wild gemischt.
    Bin eigentlich absolut für RAL 1015, ohne Ausnahme. Wenn ich eine Ausnahme machen müßte, dann nur in der Art, das ein Unternehmer sein „corporate design“ anmelden könnte, und dann haben alle seine Fahrzeuge in der Farbgebung ausgeführt zu sein. Wobei man dann ja einen Festanteil an RAL 1015 vorschreiben könnte 😉

  2. Kim sagt:

    Bei uns in Schleswig-Holstein ist es ja auch freigegeben.

    Mein Chef bestellt alle neuen Autos jetzt in schwarz. Sieht natürlich wesentlich edler aus als RAL1015. Aber ich hab früher die Erfahrung gemacht, daß ich gelegentlich mal von der Polizei überprüft wurde, wenn ich in einem Feldweg Pause gemacht habe weil die dachten, daß da vielleicht was passiert sein könnte. Das passiert jetzt gar nicht mehr. Die Signalwirkung ist also definitiv verloren gegangen.

  3. ednong sagt:

    Ja,
    einen Festanteil – oder besser: auf jeden Fall in RAL 1015 ausgeführte TEile am Fahrzeug – fände ich auch sinnvoll. Denn der Reisende, der ein Taxi sucht, findet es dann wesentlich schneller.

    Und die Wagen werden nur noch foliert, gar nicht mehr lackiert? Also könnte ich theoretisch ein total buntes Fahrzeug haben, was ich zum Taxi folieren lasse. Hat natürlich auch Vorteile bei der ERsatzteilbeschaffung – eingebaut wird, was grad da ist.

  4. Sash sagt:

    @Maik aus Wilhelmshaven:
    Ich bin ja nach anfänglicher Skepsis auch ein großer Freund der einheitlichen Farbe. Nicht, dass RAL 1015 schick wäre, aber schicker als bunte Taxischlangen. Anteilig finde ich wenig hilfreich, bzw. es ist ja schon so: Die Türen dürfen ja mit Werbung bedeckt sein.

    @Kim:
    Ja, deutliches Zeichen …

    @ednong:
    Sieh meinen Kommentar zu Maik.
    Ansonsten: Ob Folie oder Lack entscheiden die Chefs. Gibt es beides häufig. Meiner zum Beispiel ist klassisch hellelfenbeinfarben lackiert. Bei den Ersatzteilen Auswahl zu haben, mag schön sein. Dann geht aber auch der große Vorteil der Folie – höherer Wiederverkaufswert – verloren. 😉

  5. Maik aus Wilhelmshaven sagt:

    Also, foliert hatte ich bislang erst einen Wagen, alle anderen waren lackiert.
    Und die Taxen, die ich bislang gefahren bin, sind alle RAL 1015 gewesen, b
    einzig ein Vito in blau (der damals als Notlösung requiriert wurde) und aktuell
    gelegentlich ein T 5 in reinweiß. Was ja noch „kompatibel“ ist 🙂

    Habe mal einen schönen Kommentar gelesen, da ging es zum Beispiel um die
    Mitbenutzung von Busspuren (in HH teils erlaubt), Zufahrten zu Krankenhäusern,
    und derartiges, wo eine klare Erkennbarkeit der Taxen hilfreich ist.
    Mal abgesehen davon, das die Farbe einfach ein Markenzeichen ist, und Markenzeichen
    sollte man nicht so schnell aufgeben 😉

  6. Taxi 123 sagt:

    Ich bin immer noch der Meinung, daß man hübsch bei RAL 1015 bleiben sollte. Da gibt es so einen Konzern, der irgendwas mit Kommunikationsdienstleistungen macht und jeden (noch nicht einmal) Mitbewerber, der auch nur in die Nähe der eigenen Konzernfarbe kommt, verklagt und dann gibt es Taxiunternehmer, die ohne Not, ein Alleinstellungsmerkmal aufgeben. Man kann sich nur wundern. Meiner Meinung nach sollte die Farbe als Markenzeichen eingetragen werden und die Benutzung dieser Farbe zum Beispiel durch Mietwagen untersagt werden. Der angebliche Mehrwert beim Verkauf einer nicht beigefarbenen Taxe ist auch nur ein schönes Märchen oder durch Manipulation am Tacho erreicht worden.

  7. hrhrurur sagt:

    So viel muss da gar nicht passiert.sein 🙁 eine Freundin durfte letztens die.gleichen Teile austauschen, weil auf dem Supermarktparkplatz einer zu dumm zum ausparken war. Und austauschen stumpf billiger war.

  8. Maik aus Wilhelmshaven sagt:

    @Taxi123
    Das mit dem Mehrwert halte ich auch eher für ein Märchen. Wenn ich ein Fahrzeug mit der Fahrleistung, und der
    Abnutzung kaufe, die ein taxi normaler Weise aufweist, da interessiert mich sicher nicht mehr die Farbe 🙂
    Und es gibt ja auch die Option mit der Folierung…
    Mal ganz davon abgesehen, das es ja auch noch einen Markt für Gebrauchttaxen gibt, der wiederum darunter leidet,
    wenn man jeden beliebigen Wagen problemlos zur Taxe machen kann.

    Obwohl T . . . axi in magenta, hat bestimmt auch was 🙂
    Und das „Corporate design“, da habe ich ja schon geschrieben, da bin ich ganz Deiner Meinung. Die Post ist ja auch
    nicht ohne Grund immer noch in gelben Autos unterwegs 😉

  9. SaltyCat sagt:

    maik: ohne deinen letzten satz hätte ich dich fast ernst genommen 🙂 ich bin selbst von 2003 bis 2008 als sub der post unterwegs gewesen … in WEISSEN fahrzeugen. und damit war ich am alleralleruntersten ende der exotischen farbvarianten auf dem hof … (gern denke ich noch an meinen kollegen zurück, der bei der post mit nem ausgemusterten hermes-wagen fuhr 😉 )

  10. monkeymarket sagt:

    Wenn diese schöne Taxifarbe so einen hohen Wiedererkennungswert hat und dadurch viele Vorteile bringt, dann sollte eine Vorschrift überflüssig sein. Unternehmen, die mit bunten Taxis durch die Gegend fahren, schaden sich selber mehr als den Kunden, die dann eben nach Fahrzeugen mit Taxischildern auf dem Dach Ausschau halten müssen, statt nach hellelfenbeinfarbenen Wagen.
    Wenn der entgangene Gewinn, durch die verlorene „Hallo ich bin ein Taxi“-Wirkung, kleiner als Umlackierungs-, Folierungs- oder sonstige Kosten, die aus der Farbwahl entstehen (geringerer Wiederverkaufswert, Beschränkungen beim Ersatzteilkauf usw.), ist, dann ist es nur sinnvoll, diese Vorschrift aufzuheben.
    Ist andersherum der entgangene Gewinn größer als die Kosten, so ist die Vorschrift überflüssig und Taxiunternehmen, die trotzdem noch bunte Autos fahren schaden sich entweder selber, oder haben hier nicht beachtete Gründe dafür. Sie könnten ihre Wagenfarbe beispielsweise zum Symbol ihres Taxiunternehmens machen wollen.

  11. Bernd sagt:

    Soviel ich weiß, ist bei längerem „Buntfahren“ nicht der Folierungstermin das Problem, sondern das Aushärten des Lacks, der wahrscheinlich die Originalfarbe des Wagens ist. Vor dem Aushärten darf nicht geklebt werden! Wenn man mit Murks zufrieden ist, dann natürlich doch. 😉

  12. Maik aus Wilhelmshaven sagt:

    @Saltycat
    Sub für die Post, aber nicht die Post selber….
    Abgesehen davon, mein erster Taxiarbeitgeber fuhr auch für die Post. Da es immer wieder Streß gab wegen des Aussehens der Wagen, fuhren wir em Ende ehemalige Postfahrezuge, oder teils über die Post geleaste Neuwagen mit offizieler Werbung der Post (und Zusatz „Servicepartner“) 🙂

  13. SaltyCat sagt:

    maik, ja, das leasingprogramm kenne ich, das gabs aber zu meiner zeit noch nicht 😉

  14. Sash sagt:

    @Maik aus Wilhelmshaven:
    Ich vermute, eine Folierung gibt Sinn für diejenigen Unternehmer, die ihre Autos nur eine recht kurze Zeit fahren. Bei einer E-Klasse, die 200.000 km runter hat, kann man sicher noch über die Farbe diskutieren, schließlich ist RAL 1015 nun wirklich ein No-Go für fast alle da draußen.

    @Bernd:
    Das kann natürlich gut sein. Da ist meine Fachkenntnis definitiv nicht ausreichend.

  15. Maik aus Wilhelmshaven sagt:

    @Sash
    Sag das nicht, hier fahren ein paar Wagen in hellelfenbein. Und keine Ex-Taxen, sondern beispielsweise ein Beetle und
    ein Volvo V40…
    Aber gerade solche Taxen, die früh getauscht werden, landen doch oft in anderen Städten. Wie gesagt, hier fahren fast nur
    Gebrauchttaxen, und bis zur Freigabe waren es eben immer die „fertigen“ Taxen, was besseres konnte einem ja nicht passieren 🙂

    Das mit dem frischen Lack ist auf jeden Fall auch plausibel, weiß zum Beispiel, das man auch nicht unbedingt in den ersten Tagen nach dem Lackieren durch die Waschstraße fahren soll 🙂

    @SaltyCat

    Sei froh, der Caddy war zum Beispiel, typisch Post, ohne Radio 😉
    Der Sprinter, den ich dagegen fahren durfte, war super zu fahren, und wegen jeder Kleinigkeit konnte man zur Werkstatt gehen, weil das „all-inclusive“ war. Möchte aber nicht wissen, was meinem Chef der Spaß gekostet hatte…

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