Fahrtenklau

Es ist scheiße, Kollegen Fahrten zu klauen. Da stehen die vielleicht am Stand, warten ewig – und wenn sie sich auf den Weg zum Kunden machen, sammelt sie ein anderer Taxifahrer ein, der gerade zufällig vorbeikommt. Schwierig wird die Sache durch die Kunden. Die einen sind super ungeduldig und winken einfach den nächsten ran, andere denken aber auch, dass das ihr Taxi sein könnte und wollen auf sich aufmerksam machen.

So war es auch in diesem Fall. Unweit des Sisyphos stand eine Vierergruppe leicht verplanter Leute an der Straße und winkte mich heran. Ich hielt und wurde, während der erste bereits einstieg, mit den Worten begrüßt:

„Schön, dass sie da sind. Wir haben schon gedacht, sie kommen nicht me…“

In dem Moment ertönte wildes Hupen von der anderen Straßenseite. Ein anderes Taxi, höchstwahrscheinlich das bestellte. Ich wollte meinen erstaunten Kunden gerade nahelegen, dann doch das bestellte Taxi zu nehmen, da ich nicht derjenige sei, aber das war, nun ja, nicht möglich.

Der Kollege nämlich brach seinen Wendevorgang umgehend ab und raste mit quietschenden Reifen und ohne das Hupen einzustellen, einfach weiter in Richtung Schöneweide davon. Ich kann jetzt nicht behaupten, dass ich mich über diese mehr als 20 € Umsatz bringende Tour beschweren will – aber ich geb sie normalerweise gerne dem Kollegen, dem sie eigentlich zusteht. Wir müssen alle unser Geld verdienen, nicht wahr?

Merke, liebe Kollegen: Is‘ nich‘ immer so klug, den anderen Taxifahrer erstmal für ein Arschloch zu halten! Mal kurz nachfragen kann man durchaus probieren. Im besten Fall können dann sogar die Anwohner weiterschlafen, weil man nicht wie blöd durch die Gegend hupen muss …

(Ich weiß, dass das viele Fahrer nicht juckt und sich die Tour nie wieder entreißen lassen würden. Aber ja, manchmal sind es auch einfach nur Missverständnisse.)

6 Kommentare bis “Fahrtenklau”

  1. Bernd sagt:

    Das genau ist es, was mich immer auf die Palme treibt! Taxifahrer haben so ein schlechtes Image, daß das sogar auf das Verhalten untereinander durchschlägt. Wir müssen langsam wieder lernen, dem Kollegen neben uns zu vertrauen. Leider stehen dem zu viele Arschlöcher entgegen

  2. Sash sagt:

    @Bernd:
    Da hast Du Recht. Ich bemühe mich, die Arschlöcher auszublenden …

  3. Taxler sagt:

    Gerade gestern erlebt: Beim ausladen am Hotel, spricht mich einer in englisch an. Er wollte ca. einen Kilometer weit weg, was er mir auf einem Plan zeigte. Ich sage ok, aber plötzlich reißt eine Taxifahrerin die Tür auf und meckert rum. Sie steht schon lange hier am Posten, was ich durch einen Bus nicht gesehen habe. Ich sagte, ok, ist aber nur eine Kurztour. “ Ja, trotzdem bin ich dran „. Ok, der Fahrgast wird Dir jetzt in englisch erklären, wo er hin möchte. “ Ich kann kein englisch „. Das ist jetzt Dein Problem Kollegin. Ich erklärte dem Fahrgast in englischer Sprache, dass er dann bitte mit ihr fahren möchte. Schade, dass ich weiteres nicht mitbekommen habe, aber eine 4 Euro Tour, kann ich verkraften. Ansonsten, ist Tourenklau natürlich nicht in Ordnung.

  4. […] paar Tage länger her als der Fahrtenklau jetzt ist eine Geschichte, die am NH Hotel Alexanderplatz (das bekanntlich alles andere als am […]

  5. Kante sagt:

    Also wenn mir ein Taxler erklaeren wuerde, dass der andere Kollege der bestellte ist, wuerd ich trotzdem nicht mehr mit ihm fahren wollen, wenn er sich erstmal so wie’n Arschloch auffuehrt… :/. Da wuerd ich mich schon gar nicht wohl fuehlen bei ihm im Taxi.

  6. Sash sagt:

    @Kante:
    Na, wenn er so daherkommt, kann ich das auch gut verstehen …

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