Bars, Cabs ’n‘ Customers

„Is this all?“

„What Do you mean?“

„Here’s just cabs.“

„Guess you’re right …“

War definitiv eine der cleversten Anfragen, die ich je an einem Taxistand gehört habe …

„But where are all the bars?“

„When I would tell you I ate them, you would not believe me, right?“

„Äh …“

Das Problem, das die vier Mädels hatten, war schnell ausgemacht: Sie wollten was trinken gehen und hatten den an und für sich ja nicht doofen Tipp bekommen, zum Ostkreuz zu fahren. Aber wie das so ist mit fremden Sprachen … ja, sie sind am Ostbahnhof ausgestiegen. Wenn man bedenkt, dass sie mit der Logik auch am Westkreuz hätten landen können, ging es eigentlich noch. Ich hatte es nicht eilig, war nicht einmal erster, da hatte ich Zeit, ihnen zu erklären, wie sie nun dahin kommen würden. Und wie das Schicksal so will: Sie wollten dann, jetzt wo sie mich schon mal kannten, wissen, wie viel ein Taxi kosten würde.

Ich hab spontan die Summe von 10 € in den Raum geworfen, wobei ich eigentlich eher auf 9 getippt hätte. Als sie mich ein wenig ungläubig angesehen haben, hab ich nachgelegt und gemeint, ein Euro weniger müsste schon auch hinkommen – außerdem könnte ich sie ja auch ein paar Meter vorher rauslassen, es wären schließlich genug Bars auf dem Weg dorthin.

„And you would take us there? For 9 €? Really. So all in all for 36 …“

Mann, was für ein dämlicher, weit verbreiteter Irrtum!

„No, 9 € all in all. For 4 Persons. Not more, that’s all!“

In solchen Momenten sitzen Fahrgäste ja schneller im Auto als man selbst mit seiner Übung da reinkommt. Auf dem Weg Richtung Osten hab ich ihnen ungefähr zehnmal erklärt, dass das jetzt kein Supi-Spezialpreis sei und es einfach auch nur ein kurzer Weg wäre. An der Simon-Dach-Straße wurden dann langsam Aussteigewünsche angemeldet. Ist ja kein Problem – obwohl ich die zwei Euro mehr natürlich gerne noch gehabt hätte. Ich wollte nur eines zu Bedenken geben:

„I just thought, I bring you to the station, just that you know, how to go home.“

„Pfft! We take a cab! How much will it be to the Grand Hotel Esplanade?“

„Well, maybe 20 €? 2 € more or less …“

Da wird sich irgendein Kollege sicher über die lukrative Winkertour am späten Abend gefreut haben. Da hab ich zwar nichts direkt von gehabt, aber mal im Ernst: es ist gar nicht so schwer, neue Kundschaft zu werben. Und hey, 2,80 € Trinkgeld gab es schon für mich – einen Grund zu meckern hatte ich also auch nicht wirklich! 😀

9 Kommentare bis “Bars, Cabs ’n‘ Customers”

  1. elder taxidriver sagt:

    Also echt: Super Story ! Besonders mit dem 10er, den Du in den Raum geworfen hast.

  2. Mr. Gaunt sagt:

    Wer im Esplanade absteigt, der kann sich in der Regel auch ein Taxi gönnen.

  3. Sash sagt:

    @elder taxidriver:
    Ich verwende die Worte aber oft genug … 😉

    @Mr. Gaunt:
    Das hab ich mir auch gedacht. Aber das trifft im Grunde auf die meisten Touris zu. Die 15 bis 20 €, die so eine innerstädtische Fahrt eigentlich höchstens kostet, haben eigentlich fast alle übrig oder eingeplant. Auch bei günstigeren Hotels.

  4. Nietnagel sagt:

    Ich möchte nicht wissen, wieviele deiner Kollegen für 36 Euro gefahren wären, nachdem sie gemerkt hätten, dass die Fahrgäste das für einen akzeptablen Kurs halten.

  5. Senfgnu sagt:

    Die zwanzig Euro zahlt man im Adlon fürs Frühstück obendrauf, wenn mich mein Hirn nicht täuscht. Verglichen damit ist das Esplanade eine sehr günstige Bleibe.

  6. highwayfloh sagt:

    @Sash:

    Kompliment an Dich, dass Du da nicht versuchst ein „extra“ rauszuschlagen, sondern ehrlich agierst! Ehrlich gemeint!
    Manche Kollegen würden da wohl anders reagieren.

  7. Sash sagt:

    @Nietnagel und Highwayfloh:
    Ja, kann schon sein. Ein paar der Sorte gibt es sicher. Erstaunlicherweise würde mir aber kein mir bekannter Kollege einfallen.

    @Senfgnu:
    Klar, bei entsprechend teuren Reisen fällt das nicht wirklich ins Gewicht. Aber man sollte das auch nicht verallgemeinern. Viele junge Touris haben z.B. von ihren Eltern Hotel, Flug und Taschengeld bekommen. Selbst wenn das Hotel 5 Sterne hat, gehen da manche mit dem Taschengeld recht sparsam um …

  8. DoofNachfrager sagt:

    Hast Du keine Visitenkarten im Auto, um denen zu sagen „Wenn ihr zurückwollt, ruft an“?
    Hab‘ ich schon mehrfach bei Taxiunternehmen so erlebt, waren allerdings meistens Geschäftsreisen (Bahnhof-Hotel und zurück). Aber hätte sich hier doch auch angeboten…

  9. Sash sagt:

    @DoofNachfrager:
    Bald wieder. 🙂
    Aber ehrlich gesagt, finde ich bestellte Fahrten wesentlich stressiger als alles andere, so dass ich mich da nicht aufdränge. Und Touris, die an einer der belebtesten Ecke Berlins stehen … es sind nicht viele, denen ich glauben würde, dass sie auch nach dem „was trinken“ brav warten, bis ich wieder da bin. Das kann gut gehen, zur besten Zeit am Wochenende nachts um 3 Uhr bin ich aber lieber frei und sammel alle auf, die sowieso gerade in der Nähe sind.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: