Eine besondere Logik

muss wohl meine Kundin bei der Bezahlung befolgen. Sie begegnete der Preisansage über 6,60 € mit folgendem Satz:

„Schreiben se mal 7,20 €.“

Über die Quittung das Trinkgeld anzusagen, machen viele. Nichts besonderes. Gut, 7,20 € sind schon reichlich seltsam, wenngleich offenbar ziemlich an den 10% orientiert, die man so gemeinhin als Durchschnitt erachten kann. Gibt ja solche speziellen Leute, was will man machen. Aus irgendeinem Grund nimmt man das Kleingeld ja schließlich mit. Der Clou kommt aber erst noch. Sie reichte mir daraufhin einen Zehner und meinte:

„Geben Sie mir einfach zwei zurück.“

Ich hab mich nicht getraut, nachzufragen – aber ich habe meine Zweifel, ob das in irgendeiner Form Sinn ergibt … 🙂

10 Kommentare bis “Eine besondere Logik”

  1. holber sagt:

    Na klar, dann fällt dem Controlling nicht auf, das jemand dem Taxifahrer Trinkgeld spendiert hat auf Firmenkosten 🙂

  2. Daniel sagt:

    Genau – hatte ich auch schon gelegentlich. Zu runde Beträge werden wohl gelegentlich beanstandet. Allerdings noch lange nicht häufig genug. Ich hatte leider beispielsweise nach einer größeren Fahrt von einem Industriegebiet zum nächsten TGV-Bahnhof noch nie den Dialog im Taxi: „Macht genau 25,00 Euro“ – „Ach nee, das glaubt mir ja niemand, machen Sie mal schön 28,30“ 😀

  3. Rike sagt:

    @holber

    Beschwert sich bei euch die Buchhaltung, wenn ihr auf Firmenkosten Trinkgeld gebt? Bei uns ist das völlig normal. Und z.B. für die Buchung von Bewirtungsbelegen gibt es sogar ein extra Konto für Trinkgelder, also auch buchhalterisch kein Problem.

  4. Patrick sagt:

    Wo wir gerade bei Quittungen sind: Wenn ich Taxi fahre, dann meist geschäftlich. Das Fahrgeld bekomme ich von der Firma gegen Quittung zurück. Ich sage also der Fahrerin: Machen Sie 15 EUR (= Preis + Trinkgeld) – und ich brauche bitte eine Quittung. Die bekomme ich dann natürlich auch. Was mich aber nun bis heute wundert: Immer, wirklich immer, ist es so, dass auf der Quittung dann nicht der Fahrpreis von, sagen wir, 12,80 EUR stehen oder so, sondern die 15 EUR, die ich genannt habe. Lt. Vordruck in der Regel inkl. x% MwSt. Die Kollegen von der Buchhaltung haben bisher übrigens immer anstandslos erstattet und auch nie nachgefragt, ob der runden Beträge. Insofern kein Problem. Im Endeffekt hieße das aber doch, dass die Fahrerinnen dann das Trinkgeld auch versteuern müssten? Das kann doch eigentlich nicht richtig sein. Warum machen das also ausnahmslos alle Fahrerinnen so? Wollen die mir einen Gefallen tun? Gibt es so viele Beschwerden von Fahrgästen, weil die das Trinkgeld dann selbst zahlen müssen und nicht erstattet bekommen? Wie gesagt, ist mir bis heute ein Rätsel. Machst du das auch so, Sash? Und vor allem: Warum? 😉

  5. Nicolas sagt:

    @Patrick
    Ich gehe davon aus, dass niemand damit rechnet, dass die Quittungen ernsthaft vom Finanzamt kontrolliert werden. Und da es nicht zu jeder Fahrt eine Quittung gibt, muss sich der Fahrer/Betrieb wohl auch keine Sorgen machen, dass die Gesamtsumme der ausgestellten Quittungen höher ist als der dem Finanzamt gegenüber angegebene Umsatz.

  6. koma sagt:

    Also ich hatte mal einen Fall, da wurde auch aufgerundet, aber offensichtlich aus anderem Grund.
    Ich hatte eine Fahrt aus einem Stadtteil von Würzburg zum Bahnhof, die 10,70€ machte (oder so ähnlich, können auch 20ct mehr oder weniger gewesen sein).
    Dort angekommen fragte mich der Fahrgast, ob ich ihm auch eine Quittung über 20€ ausstellen würde, woraufhin ich ihm antwortete:“Wenn sie mir die 20€ auch geben, dann ja.“ (also der gleiche Fall, den Patrick und Nicolas ansprachen).
    Der Fahrgast meinte daraufhin, das das schon so in Ordnung wäre, denn er verbuche das in seiner Firma unter Reisespesen.
    Das interessante kommt aber erst in seinem zweiten Satz.
    Der lautete nämlich:“Normalerweise fahre ich immer von *** zum Bahnhof, und das macht 20€, und damit meine Frau nicht misstrauisch wird, brauche ich eine Quittung über 20€, denn die macht bei mir die Buchhaltung“
    .“
    Ich bin mir sicher, bei Sash hätte das nen eigenen Blogeintrag gegeben;-)

  7. dingens sagt:

    10% Trinkgeld werden von ihrem Arbeit/Auftraggeber als Spesen bezahlt und kann auf die Quittung, das restliche Trinkgeld war „privat“ von ihr selber.

  8. Sash sagt:

    @holber:
    Naja, die meisten setzen es dann wenigstens komplett auf die Rechnung 🙂

    @Daniel:
    Ich glaube, sowas ähnliches hatte ich mal. Allerdings nicht in der Dimension.

    @Patrick:
    Ja, ich hab das auch schon gemacht. Der Grund ist schlicht die Sorge ums Trinkgeld. Das ist sicher manchmal unbegründet, aber viele Leite, die eine Quittung wollen, scheinen tatsächlich auf die paar Cent, die da an Steuermehrkosten anfallen, abzufahren wie sonstnochwas. Ich hatte schon Dialoge wie: „11,20€“ „Machen se 12 und eine Quittung.“ „Bitte.“ „Wieso steht da 11,20 €? Ich hab 12 gesagt!“
    Das ist ganz ehrlich nicht der Verlauf, den man sich zum Schluss noch wünscht. 🙁

    @koma:
    Ja, das wäre einen Eintrag wert.

    @dingens:
    Gibt es wirklich Arbeitgeber, die das so pingelig handhaben? Vor allem aber: Hätte ich 8 € geschrieben: Woher wüsste dann der Arbeitgeber, dass die Fahrt nicht 7,20 € gekostet hat?

  9. bummens sagt:

    @sash re:dingens – weil der Arbeitgeber den Taxitarif kennt und Google Maps bedienen kann, und dann schon ein seeehr langer Stau gewesen sein müsste, um den Betrag noch rechtfertigen zu können, wenn er deutlich über dem Durchschnittsbetrag + 10% Trinkgeld liegt?

  10. Ermel sagt:

    Als ich noch auf Firmenkosten Taxikunde war, war der unter meinen Kollegen übliche und von mir daher auch gelernte Ablauf folgender (mit Beispielzahlen):
    Taxifahrer: „Das wären dann 12,80.“
    Kunde: „Machste 17 mit Quittung über 19,80?“
    Taxifahrer: „Klar.“
    Sinn der Übung natürlich: Der Taxler kriegt ein gutes Trinkgeld auf Kosten meines Chefs, aber ich krieg auch noch was ab.

    Schuftig, klar. Aber wie gesagt, das war firmenweit absolut üblich, und mir ist auch kein Taxler bewußt, der sich da gesträubt hätte. (Und inzwischen arbeite ich da auch nicht mehr, und längst verjährt ist es eh.)

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