Einen von IHNEN getroffen …

Zumindest vermute ich, dass der Taxifahrer zur seltenen Form der Flughafenfahrer gehört. Kilometerweit ist er auf der Danziger vor mir hergefahren, mit ausgeschalteter Fackel und dennoch ohne Kundschaft. Ich hätte gerne überholt, aber freie Kollegen überholt man nicht. Punkt! An einer Kreuzung erwischte ich ihn neben mir und fragte:

„Kollege, biste bestellt?“

„Nee …“

„Naja, deine Fackel brennt nicht. Und ich würde sonst überholen, deswegen frag ich …“

„Ja, fahr ruhig vorbei. Ich will erst raus hier aus dem Gewimmel …“

Deswegen vermute ich, dass er einer jener Fahrer ist, der nach einer Flughafentour immer wieder leer zurückfährt. Zugegeben: Ich verstehe es nicht. Ich war zur selben Zeit hoffnungsfroh, irgendwo in dem „Gewimmel“ endlich einen Kunden zu finden. Aber das Taxifahren lässt nunmal viele Arbeitsweisen zu und meine Entscheidung, ohne Funk zu fahren, ist beispielsweise eine, die ebenso machmal auf Kritik stößt.

Taxifahrer ist nicht gleich Taxifahrer – das ist vielleicht eine der wichtigesten Erkenntnisse über den Beruf, die man als Außenstehender wahrnehmen sollte. Als Kollege allerdings ebenso.

Ich jedenfalls hab mich bedankt und bin vorbeigezischt. Allerdings dieses Mal ohne Kunden zu finden …

7 Kommentare bis “Einen von IHNEN getroffen …”

  1. Ach, die Art, die eigentlich schon in diesem Sommer aussterben sollte und nun wohl doch bis nächstes Frühjahr weiterleben wird … 😉

  2. hans sagt:

    ein taxi mit ausgeschalteter fackel ist nicht betriebsbereit.
    also was soll der quatsch mit dem nicht überholen.
    wenn ich nach haus will mach ich auch die fackel aus.

  3. Sash ist halt einer von den ganz Lieben. Ich bin zwar kein Taxifahrer, aber ich sehe das wie Hans. Der Sinn des Nichtüberholens ist es doch, dem Kollegen keine Winker wegzuschnappen. Wer aber ohne Fackel rumfährt, kann ja sowieso keine Winker aufnehmen (es sei denn, irgendwelche verstrahlten Gestalten, die auch Taxen mit ausgeschalteter Fackel heranzuwinken). Also wäre meine Schlußfolgerung, daß man ein Taxi mit ausgeschalteter Fackel überholen darf, egal ob Fahrgäste drinsitzen oder nicht.

  4. Chris sagt:

    Nur bei mir:

    1. „Fackel aus und langsam“ 🙂 Feierabend oder Vorbestellung in fernerer Zukunft und Zeit genug.
    2. „Fackel aus und schnell“ Kunde wartet, (oder ich hab ne Vorbestellung vergessen!) ist eher die häufigere Variante.
    3. „Fackel aus“ Fackel vergessen, selbst schuld.

    In allen Fällen kann jeder mich überholen (ist zumindest bei Fall „eins und drei“ technisch einfach möglich)

  5. Wolfy sagt:

    Sash ist eben viel zu nett. 😉 Wobei Nettigkeit ja keine negative Charaktereigenschaft ist. ^_^

  6. Sash sagt:

    @buntklicker.de und hans:
    Grundsätzlich achte ich da auch nicht unbedingt drauf. Aber da wir öfter hintereinander gehalten haben, ist mir der Frei-Status im Taxameter aufgefallen und für eine Bestellung ist er ziemlich lange geradeaus gefahren. Da wollte ich die Chance nutzen, ihn ggf darauf hinzuweisen, dass seine Fackel versehentlich aus ist oder gar kaputt. Sowas soll ja auch mal vorkommen. Bevor ich ihn jetzt zu einem Rennen provoziere, weil er sich ungerechtfertigt überholt fühlt …

    @Chris:
    Klar, so sehe ich das auch. Aber wenn man 3. noch nicht bemerkt hat, kann man sich schon erst mal auf den Fuß getreten fühlen 😉

    @Wolfy:
    Bin ich sicher auch nicht grenzenlos. Aber wenn man es wie hier mit ein zwei Worten klären kann, dann isses doch für alle Beteiligten gut, oder?

  7. Wolfy sagt:

    @Sash:

    Sag ich auch nichts gegen. Es war wie gesagt im Positiven gemeint. ;D

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