oder: Wie Sash in Rostock ein Taxi nahm
Wenn man Berlin gewöhnt ist, ist Rostock eine beachtlich andere Größenordnung. Das fällt zum einen natürlich an der Größe der Stadt, des Bahnhofes etc. auf, aber auch beim Taxifahren. Es war nämlich gar nicht so leicht, eines zu finden.
Dass wir vom Bahnhof zum Familiendomizil ein Taxi nehmen, war eine spontane Entscheidung, mit dem Tarif oder der Taxiordnung hab ich mich also nicht schon davor auseinandergesetzt. Wie normale Touris eben
Das Problem bestand, wie eingangs erwähnt, an der Auffindbarkeit. Am Südausgang des Bahnhofs, von uns wegen der geplanten Strecke favorisiert, stand eines, das pünktlich zu unserem Eintreffen mit Kundschaft verschwand. Der Hauptausgang im Norden bot zunächst ein ähnliches Bild, dann herrschte auch dort Taxenmangel. Hmm…
Wir haben die Nummer einer Zentrale aufgetrieben und ein Taxi zum Bahnhof bestellt. Zum Nordausgang. Mein Gott, die paar Meter konnten wir uns gerade noch leisten. Die Zentrale gab an, der Wagen sei unterwegs. Eine Wagennummer, eine Auskunft, wie lange es dauern würde? Fehlanzeige. Naja, nicht so das Wahre.
Dann tauchte ein Taxi auf und fuhr an unserer 4 Personen starken Truppe mit massig Gepäck vorbei. Ich bin zum Taxistand hinterhergetrottet und hab den Fahrer gefragt, ob er den Auftrag angenommen habe.
“Nä!”
erhielt ich als patzige Antwort. Also weiter warten. Vielleicht ist ja des Winters wegen besonders viel los. Ist ja in Berlin zumindest so. Die Zeit verstrich und wir überlegten, ob wir nicht doch bei dem Fahrer… vielleicht kommt ja keiner mehr… da war er aber schon weg. Offenbar ein Funkauftrag.
Letztlich kam dann doch noch ein Wagen, und der Fahrer war nur unwesentlich freundlicher als der erste. Ob wir zu viert in seinem Wagen Platz hätten mit dem vielen Gepäck, fragte ich ihn, worauf ich etwas überrascht folgende Gegenfrage beantworten durfte:
“Wo soll’s denn hingehen?”
“In die Hastenichtgesehenstraße in der Südstadt.”
“Naja.”
Das war die Antwort. Also quasi so eine Art Zustimmung. So ganz verstanden hab ich es nicht, klar ist, dass er nicht sonderlich begeistert war von der Tour. Ob es jetzt an uns lag, daran, dass er aussteigen musste wegen des Gepäcks oder an der Länge der Tour? Keine Ahnung, zu den gesprächigsten Kandidaten hat er nicht gehört.
Während der etwa 5-minütigen Fahrt, bei der er eine vorbildliche Route gewählt hat (die uns nicht einmal eingefallen wäre) hat er auf meine Frage nach einer erhöhten Nachfrage wegen des Schnees und der Tatsache des leeren Standes am Bahnhof zwei Sätze fallen lassen, die in etwa
“Nö, is eigentlich gar nix los.”
und
“Man muss ja nich am Bahnhof stehen, man kann.”
lauteten. Der Rest der Konversation beschränkte sich auf seine Nachfragen nach der genauen Adresse. Dort hat er im Übrigen angenehmerweise so gewendet, dass wir prima auf den geräumten Fußweg kamen.
Der Preis schien mir erst relativ hoch zu sein, nachdem ich jetzt gerade nachgesehen habe, erklärt er sich allerdings mit dem Tarif. Die 2,40 € Einstiegspreis hab ich wahrgenommen, dass allerdings der erste Kilometer mit 2,10 € und die nächsten beiden mit 1,80 € zu Buche schlagen, hätte ich nicht erwartet. Mit unserer kurzen 2,5-km-Tour haben wir also nur die teuren Kilometer gut ausgeschöpft. Der Vierte wäre schon nur noch mit 1,30 € berechnet worden.
Abgesehen von seiner etwas unfreundlich wirkenden Spracharmut kann ich dem Fahrer attestieren, dass er einen guten Job gemacht hat. Er hat beim Ein- und Ausladen geholfen, eine vorbildliche Route genommen, uns ganz genau ans Ziel gebracht, war offenbar sehr ortskundig und auch das praktische Wenden wäre nicht wirklich nötig gewesen.
Folglich gab es für die 7,40 € einen Zehner und ein “Stimmt so” von mir, den elften Euro hätte er sich erquasseln müssen
*die anderen Anekdoten zu meinem Rostock-Ausflug finden sich im privaten Blog.

oder: Wie Sash in Rostock ein Taxi nahm
Wenn man Berlin gewöhnt ist, ist Rostock eine beachtlich andere Größenordnung. Das fällt zum einen natürlich an der Größe der Stadt, des Bahnhofes etc. auf, aber auch beim Taxifahren. Es war nämlich gar nicht so leicht, eines zu finden.
Dass wir vom Bahnhof zum Familiendomizil ein Taxi nehmen, war eine spontane Entscheidung, mit dem Tarif oder der Taxiordnung hab ich mich also nicht schon davor auseinandergesetzt. Wie normale Touris eben :)
Das Problem bestand, wie eingangs erwähnt, an der Auffindbarkeit. Am Südausgang des Bahnhofs, von uns wegen der geplanten Strecke favorisiert, stand eines, das pünktlich zu unserem Eintreffen mit Kundschaft verschwand. Der Hauptausgang im Norden bot zunächst ein ähnliches Bild, dann herrschte auch dort Taxenmangel. Hmm...
Wir haben die Nummer einer Zentrale aufgetrieben und ein Taxi zum Bahnhof bestellt. Zum Nordausgang. Mein Gott, die paar Meter konnten wir uns gerade noch leisten. Die Zentrale gab an, der Wagen sei unterwegs. Eine Wagennummer, eine Auskunft, wie lange es dauern würde? Fehlanzeige. Naja, nicht so das Wahre.
Dann tauchte ein Taxi auf und fuhr an unserer 4 Personen starken Truppe mit massig Gepäck vorbei. Ich bin zum Taxistand hinterhergetrottet und hab den Fahrer gefragt, ob er den Auftrag angenommen habe.
"Nä!"
erhielt ich als patzige Antwort. Also weiter warten. Vielleicht ist ja des Winters wegen besonders viel los. Ist ja in Berlin zumindest so. Die Zeit verstrich und wir überlegten, ob wir nicht doch bei dem Fahrer... vielleicht kommt ja keiner mehr... da war er aber schon weg. Offenbar ein Funkauftrag.
Letztlich kam dann doch noch ein Wagen, und der Fahrer war nur unwesentlich freundlicher als der erste. Ob wir zu viert in seinem Wagen Platz hätten mit dem vielen Gepäck, fragte ich ihn, worauf ich etwas überrascht folgende Gegenfrage beantworten durfte:
"Wo soll's denn hingehen?"
"In die Hastenichtgesehenstraße in der Südstadt."
"Naja."
Das war die Antwort. Also quasi so eine Art Zustimmung. So ganz verstanden hab ich es nicht, klar ist, dass er nicht sonderlich begeistert war von der Tour. Ob es jetzt an uns lag, daran, dass er aussteigen musste wegen des Gepäcks oder an der Länge der Tour? Keine Ahnung, zu den gesprächigsten Kandidaten hat er nicht gehört.
Während der etwa 5-minütigen Fahrt, bei der er eine vorbildliche Route gewählt hat (die uns nicht einmal eingefallen wäre) hat er auf meine Frage nach einer erhöhten Nachfrage wegen des Schnees und der Tatsache des leeren Standes am Bahnhof zwei Sätze fallen lassen, die in etwa
"Nö, is eigentlich gar nix los."
und
"Man muss ja nich am Bahnhof stehen, man kann."
lauteten. Der Rest der Konversation beschränkte sich auf seine Nachfragen nach der genauen Adresse. Dort hat er im Übrigen angenehmerweise so gewendet, dass wir prima auf den geräumten Fußweg kamen.
Der Preis schien mir erst relativ hoch zu sein, nachdem ich jetzt gerade nachgesehen habe, erklärt er sich allerdings mit dem Tarif. Die 2,40 € Einstiegspreis hab ich wahrgenommen, dass allerdings der erste Kilometer mit 2,10 € und die nächsten beiden mit 1,80 € zu Buche schlagen, hätte ich nicht erwartet. Mit unserer kurzen 2,5-km-Tour haben wir also nur die teuren Kilometer gut ausgeschöpft. Der Vierte wäre schon nur noch mit 1,30 € berechnet worden.
Abgesehen von seiner etwas unfreundlich wirkenden Spracharmut kann ich dem Fahrer attestieren, dass er einen guten Job gemacht hat. Er hat beim Ein- und Ausladen geholfen, eine vorbildliche Route genommen, uns ganz genau ans Ziel gebracht, war offenbar sehr ortskundig und auch das praktische Wenden wäre nicht wirklich nötig gewesen.
Folglich gab es für die 7,40 € einen Zehner und ein "Stimmt so" von mir, den elften Euro hätte er sich erquasseln müssen ;)
*die anderen Anekdoten zu meinem Rostock-Ausflug finden sich im privaten Blog.