Betrunken ist keine Ausrede (3)

Die letzten Tage habe ich dann damit zugebracht, bei dem freundlichen Mann hin und wieder anzurufen und nachzufragen, ob er seinen Kumpel jetzt mal erreicht hat. Ein eigenes Telefon hat der Glückliche offensichtlich nicht.

Und er kann sich glücklich schätzen, nicht nur einen sehr verständnisvollen Taxifahrer zu haben, der bei seinem Kumpel nicht gleich die Cops vorbeischickt, sondern eben auch einen Kumpel, der sich um unbezahlte Taxirechnungen kümmert.

Und der hat mir sogar angeboten, mich mit ihm zu treffen, so dass er die Rechnung übernimmt. Das Geld holt er sich dann von seinem Kumpel zurück…

Und es hat geklappt. Aber zugegeben: Es war nervig!

Ich bin extra nach Neukölln gegurkt – im Feierabendverkehr – um mir bescheidene 8,50 € abzuholen. Die ganze Aktion bringt mich noch dazu, das nächste Mal einfach die Cops zu rufen. Obwohl der arme Kerl einfach nur keinen Plan mehr von der Welt hatte.
Ich kann echt nur raten, nur in ein Taxi zu steigen, wenn man noch halbwegs zurechnungsfähig ist!

Denn natürlich hätte ich die Fahrtkosten heute noch raufschlagen können. Die insgesamt 6 oder 7 Telefonate tragen auch nicht gerade dazu bei, dass die Rechnung für mich wirklich aufgeht. Naja, vorbei ist vorbei, und mir war vor allem wichtig, dass er damit nicht durchkommt.

12 Kommentare bis “Betrunken ist keine Ausrede (3)”

  1. Klaus sagt:

    „Ich kann echt nur raten, nur in ein Taxi zu steigen, wenn man noch halbwegs zurechnungsfähig ist!
    Na, dann brauche ich aber auch kein Taxi… könnte da aber jemand sagen. 😉

  2. Seismo sagt:

    @Klaus: Dann muss derjenige aber auch mit den Konsequenzen rechnen wenn er sich daneben benimmt. Einfach abhauen geht einfach nicht. Egal in welchem Zustand man ist.

  3. Sash sagt:

    @Klaus:
    Da hätte derjenige ja nicht mal unrecht 😉
    Und so mancher Totalausfall hat mein Leben im Taxi auch durchaus schon bereichert, so ist es ja nicht.

  4. Sash sagt:

    @Seismo:
    Das war es, was ich eigentlich sagen wollte. Wer sich in einem Zustand jenseits von Gut und Böse in ein Taxi begibt, der muss mit allem leben, was da so kommt.

  5. Klaus sagt:

    Ich persönlich würde zwar wg 8,50€ keinen solchen Aufwand betreiben, bzw bei höheren Beträgen gleich die Polizei rufen, aber ich finde es gut, dass es jemand tut.
    Vielleicht prägt sich dieses Erlebnis im Unterbewusstsein ein und kann dann selbst durch diverse Drogennebel hindurchdringen.
    Ernsthaft jetzt.

  6. der Schwob sagt:

    Naja ich kenne leute, die versuchen den taxifahrer auszurauben, wenn man ihn nicht bezahlen kann. oder man hat so nette Leute wie den kunden von meinem kunden…der total schlecht gelaun zu mir in die Tanke kam und meinte…“Kannst du mir den Schein mal testen…ich glaub der kerl hat mich verarschen wollen“ und es war eine astreine 50er Blüte…nur dumm, dass der Taxifahrer den herrn heimgefahren hat..Ich denke der wird in der nacht nochmals besuch bekommen haben…ohne Taxi!

  7. Patrick F. sagt:

    Ich hätte den Aufwand auch bestimmt nicht betrieben. jedenfalls nicht für das geld. aber es ist ’ne gute sache, dass es leute wie dich gibt :D. übrigens muss ich nochmal erwähnen, dass berliner taxifahrer generell symphatisch sind, weil sie im gegensatz zu hamburger taxifahrern nicht versuchen einen zu bescheissen.

  8. Taxi123 sagt:

    Ich habe das letzte Mal die Kollegen von der Rennleitung als Weckdienst gerufen. Mein Fahrgast wollte partout nicht aufwachen und nach einer gefühlten Ewigkeit und an der Schulter rütteln das der Wagen wackelte habe ich mir dann eben von dazu befugten und befähigten Personen helfen lassen.

    @Klaus und Patrick F.:
    Bei einem sind es 8,50 €. Beim nächsten dann …. Und wenn das nur einmal pro Schicht passiert fehlt irgendwann richtig Geld.

  9. Sash sagt:

    @Klaus:
    Danke für den Zuspruch!
    Ob das durchdringt, weiss ich nicht. Ich hatte am Ende das Gefühl, dass der Freund mir auch nur so gerne geholfen hat, weil er irgendwie glaubte, ich hätte noch das Handy von seinem Kumpel. Aber das soll mir egal sein. Letztlich ist es ein wenig ärgerlich, dass ich meinen Fahrgast ja gar nicht mehr gesehen hab, sondern alles mit dem armen unschuldigen Kerl bequatschen musste, dem ich wahrscheinlich auf Dauer ziemlich auf die Nerven gegangen bin.

  10. Sash sagt:

    @Schwob:
    Ja, aber es ist doch schön, dass es solche Töffel gibt. Vor der eigenen Haustür nicht zahlen, am besten noch den Ausweis dalassen… ich weiss ja auch, auf welchen einen besonderen Fall du anspielst.
    So erwischt man sie wenigstens.
    Und das soll nicht böse klingen: Ich gönne jedem seine Heimfahrt. Aber zwischen „Kein Bock“ und Notfall ist eine breite Spanne – insbesondere in einer Stadt wie Berlin, in der man mit 1 km Laufen und einer Stunde warten so ziemlich überall hinkommt, auch wenn man nur noch 2,10 € in der Tasche hat.

  11. Sash sagt:

    @Patrick F.:
    Vielen Dank für das Lob 🙂
    Und zum Thema bescheissen: Was meinst du, wie ich mit mir gerungen habe, ihm 30 € in Rechnung zu stellen. Das wäre nie rausgekommen und dem Aufwand sicher angemessen gewesen.
    Aber es ist schön, dass Ehrlichkeit manchmal noch honoriert wird.

  12. Sash sagt:

    @Taxi123:
    IM Auto nicht wachgekriegt? Wow! Das ist mir auch noch nicht passiert!
    Zum Geld: Mir hat ja eher die Zeit gefehlt. Das Geld kann ich als Fehlfahrt abrechnen, das wäre kein Drama gewesen – aber eine halbe Stunde am Wochenende? Ist ja schade genug, da nur 8,40 € einzunehmen…

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