Ein kurzes Bier und keine Gebärmutter

„C’mon! Only a short beer!“

Mit einer gewissen Sympathie bewaffnet, gestalten sich Einladungen während der Arbeit zu einer fast schon regelmäßigen Geschichte. Das kurze Bier wurde mir angeboten von zwei Iren, die fast die ganze Fahrt über nicht locker lassen wollten, um mir im Courtyard by Marriot Hotel noch einen Drink zu spendieren. Meine Einwände bezüglich Alkohol und Autofahren wollten sie nicht gelten lassen und kommentierten das mit einem erschreckend selbstverständlichen

„You have to try it. We always do so!“

Letztlich bin ich natürlich nicht mitgekommen, und neben der Tatsache, dass ich mich am Samstagmorgen um 3 Uhr ungern vom Arbeiten abhalten lasse, lag der Grund auch in einigen nur leiste geflüsterten Anzüglichkeiten, die mir klar machten, dass es beileibe nicht um ein Bier ging.

Runde 24 Stunden später war es dann noch ein wenig offensichtlicher, wenn auch in beängstigendem Maße hilfloser:

„Wenn ich jetzt keine Gebärmutter und keine Brüste hätte, was müsste ich sagen, damit du noch mit hochkommst zum feiern?“

Ich bin ziemlich überzeugt davon, dass der junge Kerl da einiges durcheinander gebracht hat, als er sich überlegt hat, wie er einen Hetero mit Argumenten zu sich nach Hause bringen könnte, da er – so ungenau ich ihn auch in Augenschein genommen habe – mit ziemlicher Sicherheit tatsächlich keine der oben genannten biologischen Merkmale aufwies.

Manchmal ist es schon hart, aber bei solchen Angeboten ist es ziemlich aussichtslos, meine Anwesenheit außerhalb des Autos zu bekommen.

Mein Chef hat zwar zu Beginn meines Arbeitsverhältnisses bereits gesagt, dass Taxifahren als Job den unglaublichen Vorteil bietet, Menschen kennenzulernen, und umgehend – während der Arbeit quasi – noch mit ihnen ausgehen, bzw. einkehren zu können… aber so lange die Angebote sich auf Drogen und Sex beschränken, hat man als vergebener und zumindest zeitweilig arbeitswilliger Fahrer nicht so sonderlich viel davon.

Außer was zu bloggen 😉

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7 Kommentare bis “Ein kurzes Bier und keine Gebärmutter”

  1. Ana sagt:

    he, taxifahrer. schwängern sie mich mal eben?
    die uhr kann auch weiterlaufen.

  2. flippah sagt:

    Gibs doch zu, bei nem hübschen Mädel zum Schichtende könntest du schwach werden 😉

  3. Jo sagt:

    @Ana
    Ob sich das dann Positiv für den Tagesumsatz auswirkt, liegt dann auch nur am Durchhaltevermögen des Fahrers…
    Unterm Strich dürfte aber wohl trotzdem ein Minus bei rauskommen, fürchte ich.

  4. Klaus sagt:

    @Jo
    hihi, unterm Strich ist gut!

  5. Sash sagt:

    @Ana:
    Glaub mir, solche Dinge gibt es mehr oder weniger…

  6. Sash sagt:

    @flippah:
    Meine Beziehung ist mir ein bisschen wichtiger als eine Nacht Spaß. Mehr als Küssen ist nicht 😉

  7. Sash sagt:

    @Jo:
    Am Wochenende könnte man damit tatsächlich minus machen. Obwohl es natürlich ein gar nicht so schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis für den Fahrer wäre 🙂

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