Grenzen der Begeisterung

Es ist unglaublich toll, wenn die Beförderung von Fahrgästen umschlägt in ein persönliches Gespräch. Wir Taxifahrer sind ja eben auch nur Menschen mit eigenen Interessen und Vorstellungen, mit Vorlieben und Schwächen. Wenn man da im Rahmen seines Jobs mal auf Gleichgesinnte trifft, ist das das Nonplusultra, denn jeder Fahrer fährt sowieso weitgehend automatisch und da wird das Gespräch schnell zu einem Grund, die Arbeit gar nicht mehr als Arbeit zu empfinden. Man unterhält sich mit netten Leuten und am Ende geben die einem Geld dafür – wie geil ist das denn!? Genau wegen dieser Fahrten liebe ich den Job.

Und dann diese Kundin: Nett, gesprächig, jung – ja, auch attraktiv – und sie stieg gleich ins Gespräch ein mit gesellschaftlichen Misständen: Der Individualverkehr sei ein Problem für die Innenstädte, man sollte über eine Abschaffung desselben jenseits des ÖPNV (also auch der Taxis) nachdenken. Tolles und herausforderndes Thema! Sie war zudem Feministin wie ich auch, wir hatten echt einen guten Draht zueinander, es war eine absolut hervorragende Fahrt. Einmal mehr nicht nur dieses Rein-Raus (Wortwitz beabsichtigt!).

Die Fahrt ging von Friedrichshain nach Wilmersdorf, eine weite Strecke, alles super. Wir diskutierten enthusiastisch, eckten hier und da mal an, waren aber überwiegend ähnlicher Meinung. Die Freude an sowas verstehen nur die wenigsten, aber egal, mir gefällt das, das kann unglaublich belebend und bereichernd sein mit den richtigen Personen.

Dann aber kam der eine Punkt, an dem das einfach nicht mehr funktioniert hat. Wir waren immer noch bei Verkehrspolitik, diskutierten soziale Aspekte desselben und dann meinte sie, dass sie ja mit „den homöopathischen Ärzten“ organisiert sei.

BÄM!

Das ist für mich, als ob mir jemand beim Sex von den offenen Beinen der Oma erzählt. Ende. Da geht nix mehr. Leute, die wirkungslose Zuckerkügelchen als Medikamente verticken und dann auch noch stolz behaupten, cleverer zu sein als die gesamte  Forschung der letzten 200 Jahre, entsetzen mich. Umso mehr, wenn sie so begeisternd innovativ daherreden und eigentlich keine schlechten Menschen sein sollten. Ich halte nichts von Umerziehungsversuchen im Taxi, entsprechend war das Ende der Fahrt eher ruhig. Leider, aber alles macht mein moralischer Kompass dann halt auch nicht mit …

Die Schwierigsten zum Abschluss

Ich war auf dem Heimweg. Schon wieder. Die Schicht war blendend gelaufen und ich war schon zweimal auf dem Heimweg rangewunken worden und nun „absolut sicher“, dass ich nicht noch mal halten würde. Ich hatte sogar die Fackel schon ausgeschaltet, was ungefähr ein jährlich einmaliges Ereignis ist. Aber die illustre Runde aus drei Männern winkte dann doch und ich hab doch auch noch gehalten. Einer der drei schien schwer angeschlagen zu sein, eigentlich hätte ich mir nichts weniger gewünscht.

Aber genau der Typ musste natürlich auch gefahren werden. Mir wurde eine Straße genannt, die ich erst einmal ins Navi eingeben musste. Und klar: Natürlich entgegengesetzt meiner Richtung … aber immerhin nicht sehr weit und bequem über Hauptstraßen zu erreichen.

Der Typ um die 40 entschuldigte sich auch gleich für seinen Zustand, das wäre eine Ausnahme, es hätte was familiäres zu Feiern gegeben und außerdem müsse er – scheiße, so spät schon!? – morgen auch wieder früh raus, weil er Besuch bekäme. Autsch. Eine kurze Nacht war für ihn sicher die Höllenfolter schlechthin, so blau wie er war. Er ist im Taxi auch umgehend eingeschlafen.

Die Hausnummer hatte ich nicht gleich erfragt, die wollte ich vor Ort von ihm einholen – was schwierig war, weil ich ihn dazu erst einmal aufwecken musste. Und während ich so mitten in der kleinen Nebenstraße stehe, die aber natürlich unglaublich verwinkelt war – Plattenbausiedlungen und so – und ihn wachrüttele, schleicht ein Streifenwagen vorbei. Mit zwei Cops drinnen, die mich misstrauisch beäugen. Ich hab ihnen kurz den Daumen nach oben gegeben und sie sind weitergefahren, vermutlich auch froh, sich so spät nicht noch mit irgend so einer Taxigeschichte abgeben zu müssen.

Ich fragte den Typen, wie ich weiterfahren solle, er sagte kurz „25!“ und trat umgehend wieder weg. „Ja, danke, Du Scherzkeks!“, dachte ich mir. Ich stand an einer Kreuzung, in der alle abgehenden Straßen gleich hießen und hatte keine Ahnung, in welcher Richtung die 25 liegt. Die richtige Abzweigung hab ich genommen – trotzdem war es am Ende die letzte Nummer, an der ich vorbeigefahren bin, ohne nochmal was doppelt abzugrasen. Wie gesagt: Verschachtelte Straßenverläufe, immer eine Freude. Dabei war die Straße aber kurz genug, um eben nicht 20 Meter vor dem Ziel das Navi nochmal umzuprogrammieren. Hatte ich zumindest gedacht.

Aber gut, ich hab im Vorbeifahren auf einem Schild schon gelesen, dass es irgendeine Hilfseinrichtung war. Ich hoffte von Herzen, dass ich da nicht gerade einen Alkoholiker mit Rückfall im Gepäck hatte. Aber ich weiß es nicht, ehrlich.

Ich hab den Kerl auch ein zweites Mal wachgekriegt, er hat sich überschwänglich bedankt und mir die Fahrt samt kleinem Trinkgeld anstandslos bezahlt. OK, das Suchen der Scheine hat etwas gedauert, aber ich hatte gefühlt ja eh schon Feierabend …

Am Ende stieg er aus, schwankte, hangelte sich an der Autotür entlang und fiel dann wie ein Käfer auf den Rücken, noch dazu quer über die Bordsteinkante. Sein Rucksack hat da offenbar einiges abgemildert, aber angenehm war das nicht, das ist mal klar. Ich bin also schnell rausgesprungen und hab ihm mit beiden Armen unter die Achseln gegriffen, um ihn wieder in die Senkrechte zu bringen. Er freute sich, schämte sich aber auch sichtlich, jetzt von einem Taxifahrer aufgehoben werden zu müssen. Nein, der war definitiv nicht auf alltäglicher Sauftour und im üblichen Umstand prall heimgekehrt, der hatte das offenbar wirklich alles so nicht gewollt.

Ich hab ihn dann noch bis zur Haustür ein wenig gestützt, ab da aber lehnte er dann jede weitere Hilfe ab. Da wäre ja gleich der Aufzug, hier kenne er sich ja aus. Sollte mir recht sein – obwohl ich ja nun schon durch meine Vergangenheit im Behindertenfahrdienst auch vergleichsweise wenig Scheu hab, Leute noch in die Wohnung zu begleiten und noch dies und das herzurichten. Wobei ich natürlich auch froh bin, wenn sowas vorher abgesprochen ist.

Am Ende war ich froh, dass ich die Tour noch gemacht habe. Was wäre gewesen, wenn die ein Kollege mit Rückenproblemen erwischt hätte? Oder einer mit null Bock?

An der Stelle war dann aber wirklich gut. Ich hätte noch den schwankenden Winker auf dem Rückweg mitnehmen können und vielleicht hätte das auch noch eine tolle Geschichte ergeben. Aber irgendwann ist Feierabend eben auch im Taxi wirklich Feierabend. Und man soll ja bekanntlich aufhören, wenn’s am schönsten ist. 😉

Angenehme Überraschungen

Als sie mich heranwinkte war sie noch dabei, sich von einem Typen im Muscleshirt zu verabschieden und kam dann in ihren hochhackigen Schuhen zum Taxi gestakst, wo sie sich umgehend über die Teile aufregte. Zum Clash sollte ich sie bringen. Das hat mir nix gesagt, was nicht weiter verwunderlich ist, da es im Mehringhof liegt und von der Straße aus nicht zu sehen ist. Wie immer bei sowas hab ich gefragt, was das für ein Laden ist und sie antwortete quietschvergnügt:

„Naja, ist benannt nach der Band. Also ja, Punkrock und billiges Bier halt …“

Und schon haben wir uns ein wenig über coole Kneipen unterhalten. 🙂

Und ja: So hatte ich sie nun wirklich nicht eingeschätzt. Das war geradezu erfrischend.

Ich erwähne das auch nur aus dem Grund. Als Taxifahrer bin ich viel dort unterwegs, wo die angesagten Clubs sind, wo die besten DJs auflegen, wo die Schlange am längsten ist. Ich finde das toll und interessant, aber meine Welt war das nie. Ich find’s bescheuert, an Clubs anzustehen – und außerhalb von richtigen Konzerten bevorzuge ich die klassische Kneipe zum Weggehen, wo man sich bei ein paar Bier unterhalten kann. Ist ja alles eine Geschmacksfrage. Das ausgerechnet diese Kundin meinen treffen würde, hat mich dann nach dem ersten Blick trotzdem überrascht.

Grenzen der Contenance

In den Kommentaren ging’s in letzter Zeit hier und da mal darum, dass ich so unglaublich ruhig bin und alles so gelassen hinnehme. Ich würde das so ohnehin nicht unterschreiben, denn vielfach ist ja genau das der leichteste Weg. Ist ja nicht so, dass sich Kunden beispielsweise rausschmeißen lassen und dann dafür am Ende noch bedanken und Trinkgeld geben. Was wiederum recht oft passiert, wenn man irgendwelche Hirbel mal fünf Minuten spinnen lässt und trotzdem heimbringt.

Aber gut, gestern war’s dann soweit, dass ich meinen eigenen Lautstärkerekord innerhalb des Taxis mühelos gebrochen hab und einer jungen Dame nach nur zwei Kilometern folgendes an den Kopf geworfen hab:

„HÖRST DU JETZT WOHL AUF DAMIT!? IST MIR SCHEISSEGAL, WIE VIEL DU GESOFFEN HAST, ABER VERSAU NICHT MIR DEN TAG DESWEGEN! DU BIST SO DERMASSEN BESCHEUERT, DASS KEINER AHNEN KANN, WAS VON DEINEM VERFICKTEN BOCKMIST WAHR IST UND WAS NICHT! UND WENN DU LIEBER LAUFEN WILLST: BITTE!“

Und ja: Zu Ende gebracht hab ich die Tour dann nicht ihretwegen, sondern wegen der beiden Freundinnen, die sie – zwar mehr schlecht als recht, aber immerhin – zu bändigen versucht haben.

Nun fragen sich alle Stammleser zu Recht, was bitte mich dermaßen aus der Fassung bringt. Noch dazu binnen zwei Kilometern. Nun, sie hat wirklich nichts ausgelassen. Ich will jetzt gar nicht allzu sehr ins Detail gehen, aber als Liste sieht das ganze etwa so aus:

  • Sie hat versucht, im Auto zu rauchen
  • Sie wollte einen Festpreis von ca. 50% des Tarifs haben
  • Sie hat sowohl mich als auch meine Frau beleidigt
  • Sie hat behauptet, sie hätte nicht genügend Geld für die Fahrt
  • Sie hat mir unvermittelt während der Fahrt auf die Schulter geschlagen
  • Sie hat versucht, während der Fahrt die Türe zu öffnen
  • Sie hat „zum Spaß“ gesagt, sie müsse kotzen und angedroht, das in meine Richtung zu tun
  • Sie hat all das nur gebrüllt und mit Schimpfwörtern garniert
  • Sie fand das auch noch lustig und war stolz drauf („Haha, ich bin halt aggressiv, wenn ich besoffen bin!“)

Nach meiner Ansprache war da glücklicherweise nur noch kleinlautes Genöle. Sie hat die Fahrt mit einem Fuffi ohne Trinkgeld beglichen und war höchst erpicht darauf, eine vollständige Quittung zu erhalten. Wahrscheinlich hat sie davon fantasiert, mich wegen des ach so hohen Preises anzeigen zu können. Was ich mir geradezu wünschen würde, wo ich doch wie immer den absolut kürzesten Weg gefahren bin. 😉
Und am Ende der Fahrt war ich auch schon wieder voll im Dienstleistermodus und hab ihr die verlangte Quittung wie gewünscht und mit einem scheißfreundlichen Grinsen überreicht, was ihr sichtbar unangenehm war.

Für sowas gibt es leider keine perfekte Lösung. Natürlich: Rausschmeißen oder die Cops holen sind Optionen, aber die kosten auch wieder Zeit und/oder Geld. Vielleicht handhabe ich das nächstes Mal anders, ich weiß es nicht. Ich hoffe einfach still und heimlich, eine ihrer Freundinnen hatte im Laufe des restlichen Abends noch die Gelegenheit, ihr eine zu scheuern. Ich wäre nicht so blöd, das selbst zu tun, aber der Gedanke erheitert mich dann doch …

Wenn’s auf der Rückbank romantisch wird …

„Nee, so Weichkäse mag ich gar nicht.“

„Ich auch nicht so, aber einmal im Jahr! Das ist wie – sagen wir mal ein Sandwichtoaster: Niemand hat einen Sandwichtoaster, aber wenn man einen hätte, dann könnte man einmal im Jahr …“

„Ich hab einen Sandwichtoaster.“

„Ja?“

„Ja.“

„Du? Darf ich bei dir zum Toasten vorbeikommen?“

XD

Sash – voll unkollegial!

Der Kollege vor mir schlief. Das war nicht schwer zu erkennen, denn er hatte bereits, als er auf den ersten Platz vorrücken sollte, anderthalb Minuten im Auto gelegen, war dann panisch hochgeschreckt und danach umgehend wieder weggekippt. Ich finde übermüdet zu fahren scheiße, aber wenn ich ehrlich bin, hatte ich davor an Position drei auch mal die Augen zugemacht. Aber so im Halbschlafmodus, wo ich jeden Fußgänger – und noch wichtiger hinten in der Reihe – jedes Motorgeräusch und vor allem die Bremslichter aller Kollegen vor mir wahrnehme. Nun schlief der Kollege auf Position eins und ich stand auf Position zwei rauchend vor dem Auto. Und so kamen die beiden jungen Damen nachdem sie im Zeitlupentempo von vorne an den Stand gelaufen waren – und nach einem kurzen skeptischen Blick in den Wagen des Ersten – direkt zu mir. Ob ich sie, *nestelnestel* in diese Straße fahren könne. Ich guckte mir den Zettel an: Fontanestraße, nebenbei eine Karte mit der genauen Lage der Hausnummer. Ich sagte zu und rechnete in Gedanken schon mal aus, wie viel es kosten würde, falls die beiden fragen würden.

Und dann wachte der Kollege aus und stieg aus.

Mich nahm er gar nicht zur Kenntnis, er wandte sich gleich an die beiden Damen und meinte:

„Ich bin der erste!“ und deutete auf sein Auto.

Nachdem er das noch einmal wiederholt hatte und ich mir das Schauspiel skeptisch angesehen hatte, erwiderte eine der Damen zaghaft:

„Äh … english?“

„Ich bin der erste!“, wiederholte der Kollege wieder.

Woraufhin die beiden Frauen sichtlich irritiert bei mir eingestiegen sind. Der arme Erste wollte schon wieder einsteigen, dann ist ihm aber eingefallen, dass es da ja noch jemanden gab – und kam zu mir:

„Kollege, das macht man nicht! Ich bin der erste, Du musst Sie zu mir schicken!“

Mir ging’s wirklich nicht um die Tour, aber das „Du musst“ war definitiv eine Spur zu weit aus dem Fenster gelehnt. Denn vor allem „muss“ man am Stand bereit zum Fahrtantritt sein und sich nicht erst wecken lassen. Aber mir ging’s nicht drum, den Kollegen vorzuführen, außerdem hatte ich Kundschaft im Wagen – also hab ich beschwichtigend gesagt:

„Komm Kollege, die werden schon einen Grund gehabt haben, warum sie mich ausgesucht haben …“

Kleiner Wink mit dem Zaunpfahl, alles ruhig und leise – und dem Kollegen hinter uns musste ich ja nicht auch noch erzählen, dass der Erste gepennt hat. Kein Stress, wir machen hier alle unseren Job und gut is‘. Laut geworden ist der Kollege auch nicht mehr, aber er hat mich beleidigt angeguckt und mir vorgeworfen:

„Darum geht’s gar nicht! Aber sowas macht man nicht, das ist unkollegial!“

Weia!

Mal ganz im Ernst, lieber Kollege: Es ist nicht alles unkollegial, was Dir nicht in den Kram passt. Ich lasse so oft Kollegen beim Einreihen vor, helfe, weise sie auf Dinge hin und ich zeige den Kunden auch gerne den Weg zum ersten Taxi in der Schlange. Was ich aber ganz sicher nie machen würde, ist einem Kollegen zu versuchen eine Fahrt abzuluchsen und ihn vor den Fahrgästen bloßzustellen, wenn ich selbst mal unachtsam war (oder sonst irgendwas passiert ist). Nicht, wenn die Touris bei mir nur eine Frage hatten, nicht wenn der Fahrgast beim anderen mit einem 100€-Gutschein von der Bahn wedelt. Einfach nie. Denn DAS ist unkollegial!

Und dass unsere Kunden das Recht haben, einen (zumindest scheinbar) übermüdeten Kollegen zu meiden, ist vermutlich das Beste, was der Taxiordnung je passiert ist.

Kauft das Buch!

Wie kam Sash eigentlich zum Taxifahren? Das beschreibt er in seinem ersten eBook "Papa, ich geh zum Zirkus!".

Immer dranbleiben!

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Noch ein Blog?

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.

Wohlbekannt nässende mathematische Kenngrößen

„Am Feuchten Winkel“ ist so eine typische Taxifahrerstraße in Berlin. Ein Haufen Menschen fährt sie täglich entlang, aber kaum einer kennt den Namen wirklich. Außer uns eben, weil wir diese blöde Straße für die Ortskundeprüfung gut brauchen können. Fest jeder, der aus Berlin-Mitte mal nach Berlin-Niederschönhausen oder Berlin-Französisch Buchholz musste, ist da schon langgefahren. Aber ja, es ist nur eine kleine Straße, die mal eben die Verbindung von der Prenzlauer Allee (bzw. der A114) zur Pasewalker Straße herstellt. Eine klassische Durchfahrtsstraße. Und die Anrainer scheinen das auch zu wissen:

„Wo darf’s hingehen?“

„Blankenburg.“

„OK.“

„Aber: Feuchter Winkel – kennste, ne?“

Und in der Tat: 90% der Blankenburger Adressen würde man eher über einen anderen Weg anfahren. Das ist dann wieder mal dieses kleine Plus in Ortskenntnis, das einen als Taxifahrer mitunter schneller entscheiden lassen kann als ein Navi. Auch fast 7 Jahre nach der Prüfung freut es mich, hier und da festzustellen, dass ich wirklich nicht alles umsonst gelernt habe. 🙂