Nachwuchs

Wie üblich als letzter, aber besser spät als nie möchte ich auch noch auf den neuen Blog taxistuttgart.wordpress.com verweisen.

Was soll ich sagen: Eine Fahrerin aus meiner alten Heimat hat mit dem Schreiben begonnen, und die Artikel sind richtig schön lang, lesenswert und außerdem aus Stuttgart. Sollte also einen Klick wert sein!

Außerdem teilt sie in einem wichtigen Punkt meine Meinung: Es heißt DER Blog 😉

Muffel

Ja, ich kriege tatsächlich 6 Leute rein in die Kiste. Alles nicht so leicht, denn wir will nach hinten, wer nach vorne, wo ist vorne überhaupt, wo sind die Sitze und warum reden alle gleichzeitig? Eine ganz normale Fragestellung bei jugendlichen Großgruppen am frühen Morgen kurz vor Sonnenaufgang.

Dann, rund zwei Minuten, einige eiligst aufgerauchte Zigaretten und ungelenkes Krabbeln später sitzen wir alle im Taxi. Prima.

„Was kostet es denn zum Hans-Kennsteschon-Platz?“

„Muss ich überlegen… nee ich frag besser das Navi wegen der genauen Strecke.“

„Können wir da nicht irgendwie so einen Preis fest machen und…“

„Nee, geht nicht. Kostet Pi mal Daumen 20 €, vielleicht etwas mehr mit den Zuschlägen…“

„Komm, wir machen 15.“

„Nee.“

„16.“

„Nein. Werde ich nicht machen.“

„Komm schon, 17 €? Ist doch eine Menge Geld. Wir sind arme Studenten.“

„Ja, und ich bin armer Taxifahrer und ihr seid zu sechst und ich alleine.“

„Wir könnten einfach 16 € machen und gut ist.“

„Weisste was? Machen wir doch 22 €!“

„Ey, du hast gerade noch 20 gesagt!“

„Wenn du den Preis nicht zahlen willst, kann ich ja auch einen anderen verlangen. Ist genauso illegal wie deine Idee.“

„Ach, ist schon ok, fahr einfach…“

Man muss dazusagen, dass er inzwischen auch die Mitreisenden ziemlich genervt hat und auch von der Seite aus die Bitte kam, es doch gut sein zu lassen. Der Rest der Truppe war auch super in Ordnung, es war bisweilen sogar vonnöten, die ein oder anderen High Five zu erwidern ob mancher Sprüche. Aber Obernerv-Kandidat Beifahrer war nicht so schnell fertig:

„Ist ok, wenn ich eine rauche?“

„Nee, isses nicht. Aber wir sind ja in zehn Minuten da.“

„Also ist ok?“

„Nein.“

„Und wenn ich Fenster aufmache?“

„Auch dann nicht.“

„Also ist ok, wenn ich Fenster aufmache?“

„Nein!“

„Aber ich mach ja auch Fenster auf!“

„Trotzdem nicht. Hey, ich verkneife mir das Rauchen im Auto, und ich sitze deutlich länger drin. Die paar Minuten bringen einen auch als Raucher nicht um.“

„Also mit Fenster ist ok?“

„NEIN! Es ist nicht ok!“

„Du kannst auch einfach sagen, dass es nicht ok ist, dann passt das. Also? OK?“

„Ich hab doch schon nein gesagt – wie oft willste es denn noch hören?“

Ein paar vom Hintermann angedrohte Schläge später gab er auch das Thema mit dem Rauchen auf. Aber er machte das Fenster runter. Das war mir egal, es war ziemlich warm im Auto. Die Mitreisenden, von der 5°C kalten Zugluft umweht, fanden es nicht so toll. Dann entspann sich eine fünfminütige Diskussion übers offene Fenster, die ich zu schlichten versucht habe, indem ich anbot, dass ich die Heizung ausmache und wir das Fenster ziemlich weit schließen. Letztlich waren es doch wieder die Schläge, die ihn umstimmten.

Mit mir geredet hat der Sympathieentrückte natürlich nicht mehr. Außer beim Zahlen der 20,40 €. Da hat er etwas zerknirscht aber hochanständig

„22, stimmt so.“

gesagt.

Einer der Fahrgäste ist noch ein ganzes Stück weiter mitgefahren und hat größtes Unverständnis geäußert. Die Schlüsselsätze laueteten wie folgt:

„Ey, nüchtern ist der auch ganz anders. Du würdest dich wundern. Ich meine, der hat ja sogar einen Job, bei dem er jedem in den Arsch kriechen muss. Warum der sich jetzt so aufführt…“

Nach oben bücken, nach unten treten – mir schien das nur zu logisch. Primitiv, traurig, aber logisch und verbreitet. Naja, war jedenfalls schön, dass ich die Fahrt noch mit einem netten Gespräch beenden durfte.

Und zum Thema Kartenzahlung…

Falls da draussen tatsächlich jemand hier liest, nicht aber im law blog, verlinke ich noch mal kurz, was Udo Vetter dort gestern geschrieben hat:

Taxifahrer müssen keine Karten akzeptieren

Bei der Kartenzahlung kann man geteilter Meinung sein. Was ich mich jedoch frage: Was für zwei Menschen müssen an einem Flughafen am Taxistand aneinandergeraten, damit diese Frage vor Gericht landet? Peinlich, ehrlich!

Nachtrag:

Peter hat mir noch einen Link dazu gesendet.

Aus zwei mach eins

Die Berliner Polizei kommt mir entgegen. Aus den zwei Taxiüberfällen der letzten Nacht hat sie nur noch eine Meldung gemacht. Ist von der Sache her nicht besser, aber es spart Zeit…

Nee, im Ernst: Da haben wir es wohl echt mal wieder mit einer miesen Zeit zu tun. Die Täter werden zwar wohl kaum übereinstimmen – aber es häuft sich gerade echt übel 🙁

Unrühmliches Ende einer Schicht

Verflucht! Die xy-Straße! Ich hab mit meinen potenziellen Kunden und einem Kollegen am Stand rumdiskutiert wegen des Preises. Die Straße ist relativ klein, ich bin da erst einmal gewesen, und wusste sie nicht so recht einzuordnen. Ich wusste zwar ziemlich genau, dass sie von einer großen Hauptstraße in Neukölln abgeht, aber von welcher jetzt nochmal genau? 3 hatte ich in Gedanken zur Auswahl und beim Preis ging es um 3 € hin oder her.

Das sind die Momente, in denen Navis einfach praktisch sind. Klar würde hier ein halbminütiger Blick in den Stadtplan ausreichen, aber das Navi ist schnell mal an der Ampel programmiert, dann biegt man unterwegs nicht falsch ab und es kostet keine zusätzliche Zeit.

So sollte es sein.

Mein Navi hat sich dieses Wochenende aber einen besonderen Scherz erlaubt und mal kurz für ein Stündchen das GPS-Signal verloren. Seitdem kann ich immerhin sagen, dass ein Navi nur sehr bedingt einsatztauglich ist, wenn es den eigenen Standpunkt nicht mehr auf 30 Meter genau findet, sondern nur noch auf etwa 3 km…

Ich fühle mich in Berlin schon lange nicht mehr hilflos. Wo ich bin, und wie ich grob in welche Richtung komme, weiss ich meistens. Insofern hätte mir die Zielkarte eigentlich ausreichen können. Aber schon aus purer Gewohnheit bin ich auf den Gedanken natürlich gar nicht gekommen. Ein Kollege an der Ampel hat mir dann freundlicherweise kurz gesagt, wo ich hinmüsse.

Die Fahrt hat 5 Minuten länger gedauert als geplant und einen Kilometer Umweg beinhaltet. Meine Kunden haben dann letztlich doch nur den Preis zahlen müssen, den sie eigentlich gerne schon vorher fest ausgemacht hätten, und der für die Fahrt in jedem Fall zu wenig gewesen wäre. Aber eingedenk der Probleme war das ok. Ärgerliche Sache, aber von der Lösung her am Ende wohl für alle Seiten in Ordnung. Pünktlich zum Feierabend hat das Navi dann übrigens wieder getan…

Kauft das Buch!

Wie kam Sash eigentlich zum Taxifahren? Das beschreibt er in seinem ersten eBook "Papa, ich geh zum Zirkus!".

Immer dranbleiben!

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Noch ein Blog?

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.

Don’t try this…

„Hey, what’s that car?“

„It’s an Opel.“

„Oh, a Corsa?“

„No, a Zafira.“

„Zafira… that would be a nice Name for a Girl. I wanna fuck Zafira in the ass!“

„Please, don’t try this with my car!“