Sehenswürdigkeit

Irgendwie scheint es niemanden zu interessieren, dass auf meinem Auto nach wie vor „Ich tanke Banknoten-Konfetti“ steht. Mich selbst eingeschlossen. Kuriose Züge hat es jetzt allerdings angenommen. Bin ich, bzw. ist doch mein Taxi neulich von zwei Mädels fotografiert worden, die sich schief gelacht haben über den Aufdruck.

Ich hoffe mal, es war der Aufdruck…

Ich hätte ihnen ja gerne meine Karte durchs Fenster gereicht, damit sie sich nicht mit einem Handy-Foto begnügen müssen, aber ein weiterer gemeinsamer Ampel-Halt war uns nicht vergönnt. Naja, bin ich eben auch eine Sehenswürdigkeit 🙂

Ge(ld)beutelt

Mit der Abrechnung am  Dienstag habe ich es nun auch endlich geschafft, mir ein neues Portemonnaie bei meinem Chef zu holen. Normalerweise bekommen wir nämlich alle zum Einstieg in die Firma eines geschenkt.

Ich musste auf dieses Angebot damals nicht zurückgreifen, weil ich ja tatsächlich eines in meinem Haushalt rumliegen hatte. Wie einige der Langzeitleser hier sicher wissen, war Ozies Vater vor Ewigkeiten auch Taxifahrer und dessen Portemonnaie habe ich nun in den ersten anderthalb Jahren genutzt. Aber es war davor schon nicht ganz taufrisch, und so langsam zeigte es dann doch „erste“ Ermüdungserscheinungen:

Hat die besten Tage hinter sich, Quelle: Sash

Hat die besten Tage hinter sich, Quelle: Sash

Auch wenn es nicht so aussieht: Es hält noch dicht, es fällt nichts raus. Aber es ist nur eine Frage der Zeit, würde ich sagen. Und da mein Chef mich damals gebeten hat, unbedingt auf ihn zurückzukommen, wenn das Ding kaputt ist, weil schließlich alle in der Firma ein Portemonnaie bekommen, habe ich das eben nun getan.

Die Umstellung wird mir ein bisschen schwer fallen, schließlich hat das neue andere Fächereinteilungen, und insbesondere das große aufklappbare Kleingeldfach werde ich nicht verwenden, sondern weiterhin mein Kleingeld im Reißverschluss-gesicherten Teil unterbringen. Da bleibt eine ganze Menge Platz ungenutzt. Mir außerdem ein bisschen rätselhaft geblieben ist, warum die Einsteck-Hüllen für Karten sich jetzt in eben jenem Reißverschluss-Fach befinden.

Das wiederum ist mir recht egal, da ich die Dinger nicht nutze, ich habe in diesem Portemonnaie keine Karten.

Positiv ist dagegen, dass die Fächer tiefer sind, und jetzt z.B. meine Betriebsnachweise (Schichtabschreiber) einmal gefaltet wirklich reinpassen und nicht oben rausstehen.

Anfänglich wird es sicher eine Umgewöhnung sein. Ich hoffe, das legt sich. Aber ich kann mir bei einem Geschäftsportemonnaie auch vorstellen, mal etwas Geld für ein richtig gutes liegen zu lassen. Bisher vertrete ich bei Geldbeuteln eher die Ansicht, dass es wenig Sinn gibt, sein ganzes Geld für einen Beutel auszugeben, wenn damit durch die Anschaffung die Existenz desselben obsolet wird.

So weit wie mein Vater, der seinerzeit einen 15 Jahre alten Ledergelbeutel noch mit Tackern zu retten versucht hat, würde ich allerdings auch nicht gehen 😉

Spiel mit mir…

Ich bin nun wirklich kein Spielverderber, aber ich stehe nicht auf Heimlichkeiten. Ich habe schon oft beschrieben, dass ich im Straßenverkehr so ziemlich das Gegenteil eines Rasers bin, aber ich komme nicht umhin, mir zu überlegen, ob wir deswegen wirklich überall überwacht werden müssen. So sehr ich mir bei manchen wünsche, sie würden mal erwischt.

Naja, neulich bin ich auf dem Weg nach Adlershof das Adlergestell unter all seinen vielfältigen Namen heruntergegurkt und habe gestutzt. Zwei Autos an der Seite, beides offensichtlich Zivilfahrzeuge. Der hintere mit offenen Türen war ein blauer Zafira – das Modell, das ich auch fahre. Und die Besatzung desselben stand beim anderen Fahrzeug an den Türen. Offensichtlich also Zivicops.

Naja, ist ok. Die Strecke ist eine Raserstrecke, keine Frage. Es ist allerdings auch eine für Autofahrer nervige Strecke, da die Geschwindigkeitsbegrenzung derzeit von 50 über 30 und wieder 50 zu 70 und dann wieder auf 50 und 30 runter pendelt – und all das bei nahezu gleichbleibenden Bedingungen, wenn man nachts unterwegs ist. Aber ich hab mir nicht einmal was böses dabei gedacht.

Da ich aber irgendwie guter Laune war, habe ich mir durchaus meinen Teil gedacht, als ich auf dem Rückweg in die Stadt vor mir einen blauen Zafira gesehen habe, der ganz strikt 50 gefahren ist…

Und es macht einen Heidenspaß, die Jungs an der Ampel stehen zu lassen, nur um dann bei 50 vom zweiten Gang in den fünften zu schalten und gemütlich vor sich hinzurollen. Selbst beim dritten Mal noch. Mein Grinsen wollten sie nicht erwidern, aber wie ich sagte: Ich hatte so oder so schon gute Laune.

Dinge, die…

…man von der Werkstatt nicht hören will.

Fand ich gestern Abend einen Zettel von meinem Tagfahrer im Auto:

„War nochmal in der Werkstatt wegen des Schabens vorne rechts. Sie haben vergessen, die Radkastenabdeckung wieder einzubauen.“

Nice Score!

W0w, b1n 1ch 1337! Quelle: Sash

W0w, b1n 1ch 1337! Quelle: Sash

Ach ja, das ist die Gesamtsumme an Zuschlägen. Also nicht denken, ich sei jetzt reich 😉

Volltreffer

Ich weiss noch nicht, was ganz genau mein Tagfahrer angerichtet hat. Die Spuren am Auto deuten jedoch darauf hin, dass der Versuch, unter einem LKW durchzutauchen, schief gegangen ist:

Das tut richtig weh... armer Chef! Quelle: Sash

Das tut richtig weh... mein armer Chef! Quelle: Sash

Kauft das Buch!

Wie kam Sash eigentlich zum Taxifahren? Das beschreibt er in seinem ersten eBook "Papa, ich geh zum Zirkus!".

Immer dranbleiben!

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Noch ein Blog?

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.

Des Taxifahrers Gekritzel

Inzwischen wissen ja die meisten, dass ich eine Statistik über meine Arbeit führe. Das ist nicht wirklich notwendig, mir macht es aber Spaß. Und als kleine Gegenkontrolle für die Abrechnung im Chefbüro ist es ja auch nicht schlecht. Wenngleich ich bisher nie irgendwelche Probleme beim Abrechnen hatte.

Nun ja, um Statistiken zu erstellen, braucht man abgesehen von zu viel Zeit natürlich Daten. Und die erhebe ich logischerweise unterwegs. Ein kleines Ringbuch im Format DIN A6 begleitet mich seit dem ersten Tag, den ich geschäftlich auf Berlins Straßen unterwegs bin. Naja, vielleicht auch erst seit dem 5. Tag. Auf jeden Fall schon voll lange.

Und was schreibe ich da so rein? Das hier:

Handbuch eines Mathe-Psychopathen? Vielleicht. Quelle: Sash

Handbuch eines Mathe-Psychopathen? Vielleicht. Quelle: Sash

So sieht das also in etwa nach einer Schicht aus in dem Buch. Alles ein wenig kryptisch? Da ich gerade zu viel Zeit habe, mich wachhalten muss und außerdem kein Taxi-Text mehr aufs Veröffentlichen wartet, will ich das doch gerne näher erläutern. Für alle die, die ähnlich viel Zeit haben wie ich oder einfach interessiert an kleinen Unnötigkeiten sind.

Vergrößern und gliedern wir das Ganze doch erst einmal, dann kann man mehr damit anfangen. Hier also Seite 1 in Großaufnahme mit Nummerierung:

Vergrößert wirkt es auch nicht einleuchtender... Quelle: Sash

Vergrößert wirkt es auch nicht einleuchtender... Quelle: Sash

So, und was hat das Kauderwelsch nun zu bedeuten? Soo schwierig ist es gar nicht:

1)
Das Datum der Schicht. Steht hier – wie auch bei meiner Lohnabrechnung – für den Tag, an dem ich die Schicht begonnen habe.

2)
Kilometer- und Euro-Stand des Taxameters vor und nach der Schicht. Die Differenz daraus rechne ich noch ganz altmodisch im Kopf aus. Den Kilometerstand brauche ich nur für meinen Kilometerschnitt, der Geldbetrag ist (wenn nicht noch Fehlfahrten abzuziehen sind) der, den ich meinem Chef bei der Abrechnung zu zahlen habe, also damit der, nach der sich mein Gehalt bemisst. Gelegentlich verrechne ich mich nämlich unten oder vergesse mal eine Tour, weil gleich im Anschluss – bevor ich zum Notieren komme – neue Kundschaft da ist. Ist insofern auch eine Kontrollzahl. Taxameter lügen schließlich nicht. Zumindest meines nicht.

3)
Wie unschwer erkennbar ist, ist das nur die Spalte für die Nummerierung der Touren.

4)
Das ist der zu zahlende Fahrpreis, der Endbetrag, der auf dem Taxameter steht. Inklusive Zuschläge. Wie man am Ende der Tabelle auf Seite 2 sieht, rechne ich aber nicht zwingend alles am Ende nochmal zusammen. Ich könnte es machen, erschreckenderweise ähneln die Zahlen der aus 2) aber meist ziemlich…

5)
Die Summe, die mir der Fahrgast gegeben hat, inklusive Trinkgeld.

6)
Hier ist das Trinkgeld noch einmal extra aufgeführt. Zum einen als Gegenkontrolle, zum anderen sind die Zahlen leichter zu addieren und es ist übersichtlicher. Dadurch hab ich immer einen aktuellen Überblick, wie viel Trinkgeld ich eingenommen habe. Das Ermitteln des Trinkgeldes gibt nicht nur für die Statistik Sinn, da ich mein Portemonnaie nicht jeden Tag neu bestücke. Ergo: Mit der Zahl weiss ich wenigstens, was ich mir rausnehmen kann.

7)
Seit etwa Anfang des Jahres notiere ich mir zu den Touren auch noch die Uhrzeiten. Bisher hab ich dafür keine Verwendung – aber es könnte ja sein, dass ich irgendwann mal ausrechnen will, wie viel umsatzstärker die Zeit zwischen 1 und 3 Uhr im Vergleich zu der zwischen 20 und 23 Uhr ist. Oder so. Muss ja nicht alles einen Grund haben. Die Zeit bezieht sich auf den Abschluss einer Tour, weil ich dann auch alles andere eintrage, kurz nachdem der Kunde weg ist. Es wäre zwar fast sinnvoller, sich die Einstiegszeit zu notieren, aber natürlich hab ich zu diesem Zeitpunkt ganz andere Dinge im Kopf und sich die Zeit über die Tour hinweg zu merken ist bei meinem Sieb von Gedächtnis nicht wirklich praktikabel.

8 (Mist, mit Klammer wird es ein Sonnenbrillen-Smiley!)
Das Z steht für Zwischensumme. Wollte ich nur mal erwähnen. Nicht für Zusammen, nicht für Zuzahlung, nicht für Zahl, für Zombies oder für Zentralverriegelung. Zwischensumme! Ganz einfach…

So, dann sind wir schon auf der zweiten Seite:

O je, noch mehr Gekritzel! Quelle: Sash

O je, noch mehr Gekritzel! Quelle: Sash

Die Tabelle setzt sich ggf. hier noch fort – was aber fast nur am Wochenende der Fall ist. So oft habe ich unter der Woche nicht über 15 Touren. Obwohl man das dringend einführen sollte 😉

Zu den Zahlen:

9)
Das ist die wahrscheinlich wichtigste Ecke für alle, die das hier lesen. Die ist nämlich nicht für die Statistik, sondern für den Blog! Hier notiere ich mir in Stichworten, oftmals in einer mir zu späteren Zeitpunkten selbst zu unleserlichen Schrift, über was aus der Schicht ich bloggen könnte. In der Regel schaffen es nicht alle Ideen in den Blog, weil ich bei manchem nicht weiss, wie ich es umsetzen soll, manches nach etwas Bedenkzeit gar nicht mehr bloggenswert ist und ich manches schlicht und ergreifend nicht mehr entziffert kriege. Im obigen Fall haben es zwei von drei in den Blog geschafft, manchmal sind es 0 von 2 oder 8 von 10. Meine Tage sind ja glücklicherweise abwechslungsreich.

10)
So, das ist die Ecke für den Psychopathen in mir. Das sind allerlei Ziele, die ich auf unterschiedlichste Weise aus meinen Statistiken herausgepfrimelt habe, und die dienen ziemlich genau zwei Zwecken. Zum einen ist es bewiesen, dass Listen zum Abhaken die Motivation fördern. Das trifft auf mich ganz besonders zu. Dass ich mir morgens keine Liste mit Kleidungsstücken mache, die ich anzuziehen habe, ist auch alles. Zum anderen ist es ein netter Trost, wenn es mal nicht so läuft, wie es sollte: „Ach komm, 3 von 8 Zielen haste ja geschafft…“

Die Kürzel erkläre ich jetzt nicht, dazu sollte man ein halbes Fachsemester Sashtistikologie studiert haben, sonst bleibt es einfach unsinnig. Aber ich höre gerne, wofür sie stehen könnten 😉

Alle andere Kritik wird mit „Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?“ beantwortet…