Spiel mit mir…

Ich bin nun wirklich kein Spielverderber, aber ich stehe nicht auf Heimlichkeiten. Ich habe schon oft beschrieben, dass ich im Straßenverkehr so ziemlich das Gegenteil eines Rasers bin, aber ich komme nicht umhin, mir zu überlegen, ob wir deswegen wirklich überall überwacht werden müssen. So sehr ich mir bei manchen wünsche, sie würden mal erwischt.

Naja, neulich bin ich auf dem Weg nach Adlershof das Adlergestell unter all seinen vielfältigen Namen heruntergegurkt und habe gestutzt. Zwei Autos an der Seite, beides offensichtlich Zivilfahrzeuge. Der hintere mit offenen Türen war ein blauer Zafira – das Modell, das ich auch fahre. Und die Besatzung desselben stand beim anderen Fahrzeug an den Türen. Offensichtlich also Zivicops.

Naja, ist ok. Die Strecke ist eine Raserstrecke, keine Frage. Es ist allerdings auch eine für Autofahrer nervige Strecke, da die Geschwindigkeitsbegrenzung derzeit von 50 über 30 und wieder 50 zu 70 und dann wieder auf 50 und 30 runter pendelt – und all das bei nahezu gleichbleibenden Bedingungen, wenn man nachts unterwegs ist. Aber ich hab mir nicht einmal was böses dabei gedacht.

Da ich aber irgendwie guter Laune war, habe ich mir durchaus meinen Teil gedacht, als ich auf dem Rückweg in die Stadt vor mir einen blauen Zafira gesehen habe, der ganz strikt 50 gefahren ist…

Und es macht einen Heidenspaß, die Jungs an der Ampel stehen zu lassen, nur um dann bei 50 vom zweiten Gang in den fünften zu schalten und gemütlich vor sich hinzurollen. Selbst beim dritten Mal noch. Mein Grinsen wollten sie nicht erwidern, aber wie ich sagte: Ich hatte so oder so schon gute Laune.

14 Kommentare bis “Spiel mit mir…”

  1. Michael sagt:

    Die sind nachts doch eher unterwegs, um Betrunkene oder unter Drogeneinfluss Fahrende herauszuholen.
    Also sind es doch Deine Verbündeten. Sie sorgen dafür, daß der angetrunkene Autofahrer gleich ein Taxi nimmt, bzw. verhelfen Dir zu einem Stammkunden (Führerschein ganz weg).

    Wenn Du mal statt 30 40 fährst, wirst Du bestimmt nicht rausgeholt.

  2. ednong sagt:

    Jaja, das glaubst sicher aber nur du, Michael. Ich selbst bin mal nachts irgendwann zwischen 2 und 3 Uhr geblitzt worden. An einem Ortseingang auf einer Bundesstraße. In diesen Ort fuhr ich mit 62 km/h hinein bzw. rollte aus und mit 62 km/h in den Ort hinein. Alles übersichtlich. Nachts um 2. Und dann die Begründung für genau dieses Blitzen: die würden halt die Discogänger damit rausholen, die so rumrasen. Klar. An einem Dienstagmorgen um 2 Uhr. Kein Feiertag und keine Disco weit und breit.

    Sage mir nur noch mal einer in solch einem Fall, das wären meine Verbündeten. Und ich habe garantiert nichts gegen die Polizei, aber so etwas ist für mich Wegelagerei.

  3. Sash sagt:

    @Michael:
    Ich würde da keine so grundsätzlichen Aussagen treffen wollen. Im Prinzip hast du Recht, aber es ist ja nicht so, dass alle Polizisten ihre Aufgabe gleich angehen. Was die beiden angeht: Keine Ahnung! Vielleicht waren die ok, vielleicht haben sie den Job mit Augenmaß gehandhabt und es ist ja auch nicht grundsätzlich dramatisch, bei einem Verstoß gegen ein Gesetz belangt zu werden.
    Es gibt aber auch einige Cops, die in uns Taxifahrern (dank erwiesenermaßen existenten Negativbeispielen) grundsätzlich Verkehrssünder sehen und ziemlich pingelig jede Kommastelle gegen einen verwenden.
    Und das schöne an so grundsätzlich sinnfreien Spielchen ist: Wenn sie darauf aus waren, Verstöße zu ahnden, dann haben sie mich ignoriert, weil ich nichts gemacht habe.
    Wenn sie darauf gewartet haben, mir eines reinzuwürgen, dann habe ich sie geärgert – und dann ist das auch ok so.

  4. Sash sagt:

    @ednong:
    Ich meine, zu schnell warst du ja trotzdem, oder?
    Ich weiss, wie ärgerlich das ist – ich bin ja letztes Jahr auch mit 9 km/h zu viel in Potsdam am Sonntag auf einer Hauptstr. geblitzt worden. Im Grunde ist da ja nichts falsch dran.
    Ich wollte mir nicht vorschnell anmaßen zu behaupten, die würden sinnlos Leute rausziehen. Ich hab nur schon einiges unfaires erlebt und erlaube mir im gesetzlichen Rahmen hier und da mal ein Sticheln – das aber auch nicht die falschen trifft…

  5. Michael sagt:

    Natürlich gibt es auch bei den Polizisten Korinthenkacker.
    Das ist hier so, wenn Taxifahrer es nicht übertreiben, dann lassen die mal fünfe gerade sein.
    O-Ton: Ihr braucht uns (wenn mal ein Kollege in Not ist) und wir brauchen Euch.
    Oma verschwunden, Räuber gesucht etc.
    Wir haben eine Direktleitung zur Polizei, da ist der Ton geschäftsmäßig und locker. Und es wird erfolgreich zusammengearbeitet.
    Nach einem Überfall auf eine Kollegin war die Polizei innerhalb von 5 Minuten am Ort des Geschehens und haben die Täter auch ermittelt.(das hat allerdings länger gedauert.
    Umgekehrt haben Taxifahrer auch schon beinem räuberischen Handydiebstahl der Polizei zu einem schnellen Erfolg verholfen.

    Naja, deshalb halte ich gegenseitige Provokationen für ziemlich kontraproduktiv. „Schlägst Du meine Tante, schlag ich Deine Tante!“

  6. Sash sagt:

    @Michael:
    Da ist natürlich was wahres dran. Und ich bin kein Auge-um-Auge-Typ.
    Ich finde nur, dass ich in diesem Fall niemanden provoziert habe, der das nicht auch so sieht. Darum geht es mir (mal abgesehen davon, dass das ohne jede Frage kindisch war 🙂 ).
    Wer sich dadurch provoziert fühlt, dass ich im Rahmen meiner Rechte schnell beschleunige, der ist Adressat dieser Aktion. Die anderen interessiert das gar nicht. Deswegen finde ich es nicht schlimm und deswegen verteidige ich das, obwohl es eigentlich nichts gibt, was mir egaler wäre, als die Tatsache, wie schnell ich wann war und wer zugesehen hat.
    Gegen eine gute Arbeitsatmosphäre mit der Polizei habe ich nichts einzuwenden und natürlich ist es auch in meinem Interesse, irgendwelche Idioten von der Straße zu holen.
    Aber die meisten Begegnungen mit der Polizei waren geprägt durch nicht nötige Machtpräsentationen ihrerseits, was mich eben manchmal dazu bringt, mich zu freuen, wenn sie mir nichts können.

  7. Aro sagt:

    Ich denke nicht, dass die Polizei im Zivilwagen jemanden nachts auf dem Adlergestellt wegen 10 km/h zu viel raus winkt. Da gehts entweder um schnelleres oder eher um unsicheres Fahren (Allohol, Drogen).

  8. cypher sagt:

    Was ist daran denn kindisch?
    Zügig beschleunigen, hochschalten und gleiten lassen ist die wirtschaftlichste Fahrweise.
    Und das die Logik flüstert das wegen 10 drüber keiner den Horst macht hören nur wenige die ne Dienstwaffe tragen.

  9. Aro sagt:

    Und das die Logik flüstert das wegen 10 drüber keiner den Horst macht hören nur wenige die ne Dienstwaffe tragen.

    Sorry, ich fahre nun seit 24 Jahren Auto und gehe normalerweise auch nicht auf 50 runter, nur weil ein Polizeiwagen in der Nähe ist. Deshalb bin ich noch nie angehalten worden. Vielleicht hatte ich ja nur Glück, aber die meisten Beamten haben sicher auch keine Lust, sich deshalb Arbeit zu machen.

  10. Sash sagt:

    @Aro:
    Prinzipiell hast du sicher recht. Aber ich komme aus einer Stadt, in der man auf der Straße kontrolliert wird, wenn man Buttons an der Jacke hat. Das hat mich wohl mehr geprägt als ich wollte 🙁

  11. Aro sagt:

    Ich weiß. Aber wenn die in Berlin genauso wären, müssten sie alle schon mit t30 wegen Überarbeitung in Frührente.

  12. Sash sagt:

    @Aro:
    Ich habe mir immer überlegt, Berufsanfänger aus Stuttgart eine Nacht Dienst am Boxi oder so machen zu lassen. Dann würde das vorbeigehen und sie wären entspannter. Oder sie würden es sich nochmal überlegen 🙂

  13. Aro sagt:

    Abhärtungs- und Aufklärungstraining? Gute Idee. Leider lernt man manche wirklich wichtigen Sachen ja in der Taxischule nicht, auch den Umgang mit „schwierigen“ Kunden oder Kollegen.

  14. Sash sagt:

    @Aro:
    Ist ja irgendwie immer so. Aber du hast Recht: In unserem Gewerbe ist der Unterschied zwischen Ausbildung und Anforderung echt enorm. Und manche Kollegen zeigen das ja recht eindrucksvoll 🙁

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