Frontscheinwerfer beim Zafira

Über zweieinhalb Stunden überzogen hat mein Tagfahrer heute seine Schicht. Nur wegen des Austausches des Frontscheinwerfers. Das ist zwar sicher kein Rekord für das Modell, aber er ist ja kein Idiot. Und da fragt man sich schon, wer zur Hölle auf die Idee kam, die Kisten so dämlich zu konstruieren.

Ich bin froh um viele Helferlein im Auto und akzeptiere es ja, wenn man als Laie nicht alle davon selbst reparieren oder ersetzen kann. Ich find die romantische Idee auch toll, mit einem Schraubenschlüssel bewaffnet das Auto im Zweifelsfalle fernab jeder Tankstelle auseinander- und ohne schadhaftes Teil wieder zusammenbauen zu können. Aber ich akzeptiere, dass das eine Utopie ist, so lange ich Dinge wie das eingebaute Navi, elektrische Fensterheber und Zentralverriegelung benutze.

Aber wir reden hier vom Austausch einer Lampe!

Boah, und jetzt um 22 Uhr noch aus dem Haus zu gehen, besonders bei dem Pisswetter, da hab ich dann bei aller Liebe zum Job auch keinen Bock mehr.

Aber freut euch auf morgen früh. Eine sehr schöne Story hab ich noch…

Wat eine Woche…

Mal wieder richtig reinrocken wollte ich diese Woche. Mal wieder ein bisschen Geld verdienen. Und was ist dabei rausgekommen? Ich glaube, die mit Abstand mieseste Woche, seit ich überhaupt Taxi fahre. Und wenn es mal halbwegs lief, dann kam irgendwas anderes dazwischen.

Highlight gestern war die Aufgabe des rechten Frontscheinwerfers in Kombination mit der Tatsache, dass ich niemanden auftreiben konnte, der die Dinger schon mal ausgetauscht hat. Der Zafira gehört zu jenen Autos, bei denen man über den Radkasten an die Lichter muss – offensichtlich in der Absicht, jedes Mal bei einem Aufenthalt in der Vertragswerkstatt ein bisschen Geld zu generieren.

Naja, ein Fahrgast hat gemeint, es gäbe sogar Kisten, bei denen man die Stoßstange abmachen müsste… man sieht also: Schlimmer geht immer!

Deswegen will ich mal gar lange weitermeckern, sondern mich auf die nächste Woche freuen 🙂

Erste Ermüdungserscheinungen?

Mein Schichtende heute verlief dann auch eher suboptimal. Die Twitter-Leser wissen es ja schon. Was war nun los?

Um etwa 5.45 Uhr habe ich nach einer sehr netten Tour ein Pärchen in Neukölln abgesetzt. Kein Kilometer später stand ich in der Sonnenallee an der Ampel. Geht der Motor plötzlich aus. Witzigerweise fand ich das nicht übermäßig überraschend. Ein paar von den Erdgas-Zafira haben einen kleinen Bug bei der Motorsteuerung, der dafür sorgt, dass gelegentlich, wenn man aus schneller Fahrt an der Ampel hält, sich das Standgas nicht richtig einpegelt.

Der Drehzahlmesser springt dann zwischen 500 und 1500 U/min hin und her, schaukelt sich weiter hoch, und irgendwann, wenn er halt mal einen Moment unter 300 oder was weiss ich fällt, säuft der Motor ab. Das Problem lässt sich akut entweder durch einen einfachen Neustart lösen oder durch sachtes Gasgeben, bei dem man einen zu heftigen Ausschlag nach unten verhindert. Klingt komisch, aber im Alltag gewöhnt man sich dran. Passiert jetzt auch nicht an jeder zweiten Ampel.

Nun ja, und nun: Babbela! Der Motor ließ sich nicht mehr starten. Strom war da, der Motor jedoch gab keinen Mux von sich. Kein Anlasser, kein Gurgeln, kein Pfeifen, Klappern, was immer man individuell auch mit dem Starten eines Motors verbindet: Es war nicht da.

Da stand ich nun. Sonnenalle /Ecke Dammweg und guckte dumm aus der Wäsche. Der Verkehr war unbedeutend, ich blockierte nur die rechte Spur.

Nach 2 Minuten ergebnislosen Versuchen sprang die Kiste wieder an. Für vielleicht 2 Sekunden. Danach das selbe Spiel nochmal. Nachdem das Auto zum zweiten Mal wieder ansprang, wartete ich ein paar Sekunden, gab mehrmals kräftig Gas, alles schien ok zu sein. Ich bin über die Kreuzung gefahren, nach 50 Metern war der Motor wieder aus.

Dann hab ich erstmal eine geraucht, ich stand nun auch nur halb so exponiert an einer Bushaltestelle und hab einen Kollegen angerufen, damit der mit mir ggf. das Auto in eine Parklücke schieben kann, und mir vielleicht eine Heimtour spendiert. Ich hab der Kiste ein paar Minuten Ruhe gegönnt, und als der Kollege dann da war, lief das Auto wieder ohne Probleme.

Der Kollege hat mich noch eine Weile eskortiert, um sicher zu gehen, dass ich nicht liegen bleibe. Als der Heimweg zum Abstellplatz nur noch rund 4 km entfernt war, hab ich ihn vorbeigewunken und mich bei einem kurzen Halt verabschiedet. Praktischerweise kam genau dann ein Kunde angewatschelt, der ihm noch die letzte Tour für sein Soll beschert hat.

Mein Tagfahrer hat sich bisher nicht gemeldet, also müsste das Auto heute problemlos gelaufen sein, Dann war es hoffentlich nur eine kurze Macke, eine Verstopfung, whatever. Ich bin kein Mechaniker, ich weiss nicht, was alles diesbezüglich möglich wäre. Die Kiste hat heute Nacht übrigens die 243.000 km geknackt.

Nachtrag:
Der Anruf kam noch: Autochen hat weitergezickt, mal so rum, mal andersrum, war in der Werkstatt und ist wieder fit. Zündspulen ausgetauscht. Meinetwegen. Hauptsache, es läuft wieder!

Foto ohne Blitz (1)

Keine Sorge, der Spaß von letztem Wochenende geht jetzt nicht wieder von vorne los, nur diesmal mit klarem Himmel. Mein Tagfahrer hat mich gestern Abend schon unterrichtet, er werde das Auto heute zu unserem Schrauber mitnehmen. Das offensichtlichste Problem ist wohl das, was sicher nicht behoben wird: Der Blitz!

Die 1925 ohne Blitz, Quelle: Sash

Die 1925 ohne Blitz, Quelle: Sash

Wie man aber auch recht eindeutig sehen kann (rechts im Bild, d.h. linke Fahrzeugseite) ist die zunehmende  Verselbstständigung unserer Stoßstange. Das was im Automobilbau meines Wissens nach Spaltmaß genannt wird, geht hier langsam als Canyonweite durch.

Das Problem ist – so wurde mir gesagt – ein bei einem der inzwischen reichlichen Rempler beschädigtes Trägerelement, das die Stoßstange hält. Das ist offensichtlich verbogen und hält damit wie vorgesehen die hellelfenbeinfarbene Plastikschürze, nur eben rund 2 cm entfernt vom eigentlich dafür vorgesehenen Platz.

Und nun hat man uns den Blitz geklaut. Tagsüber sieht das blöd aus, nachts fast schon ok, da man die Halterung dann auf den ersten Blick nicht erkennt, und der leere Kreis im Kühlergrill irgendwie gar nicht so falsch wirkt. Dummerweise hängt die Kühlergrill-Abdeckung gerade auch etwas schief (das schwäbische „schäbbs“ beschreibt es eigentlich besser) und löst sich an der rechten Seite von Zeit zu Zeit ein wenig. Herausfallen wird sie kaum, komisch aussehen tut es dann allerdings schon. Und sicher ist sicher.

Ich nehme ja an, dass es Nebenwirkungen der unprofessionellen Entfernung des Marken-Emblems ist, auf der anderen Seite: Was kann während 240.000 Kilometern nicht alles kaputt gehen…

Ein erneuter Treffer

„Wie du siehst, hat es mich mal wieder erwischt. Dieses Mal war ich aber nicht schuld.“

So ein Teil des Textes, den mein Tagfahrer mir ins Auto gelegt hat. Wie ich sehe? Was? Oh! Das:

Das Geräusch dazu möchte ich mir nicht vorstellen. Quelle: Sash

Das Geräusch dazu möchte ich mir nicht vorstellen. Quelle: Sash

Cheffe wird sich freuen 🙁

Handy koi Kabl?

Nehmt mir die Überschrift nicht krumm. Ein zehn Jahre alter (und zudem schlechter) Wortwitz aus meiner Heimat hat einfach darauf gewartet, in würdiger Umgebung erschossen zu werden, nachdem er von der digitalen Revolution angefahren wurde.

Naja, was wollte ich sagen?

Also: Ich hab inzwischen mein neues neues Handy und es ist prinzipiell einsatzbereit. Meine Handynummer habe ich nun also auch auf dieser Seite verewigt, in der Hoffnung, dass es mir viele neue Kunden und das eine oder andere unmoralische Angebot bringt 😉

Spaß beiseite, es geht wirklich nur ums Geld!

Ähm, ja… nochmal von vorne. Ich hab also nun mein neues Handy, und durch die fantastische Auswahl an Spielen auf dem android-Market und durch die mannigfaltigen Möglichkeiten, meinen Wecker zu konfigurieren, sehe ich tatsächlich eine gewisse Chance, dass es den Großteil der Zeit bei mir verbringt und nicht wie mein altes ein unwürdiges Dasein fernab von Zivilisation und lebenswichtiger Funkstrahlung fristet.

Zu finden ist die Nummer auf der neu geschaffenen Kontakt-Seite. Wenngleich es dort bereits wortgewaltig erklärt ist: Es ist ein gewaltiger (auf schwäbisch: „grannademäßigr“!) Vertrauensbeweis euch Lesern gegenüber, dass ich die Nummer hier online stelle. Auch bei allen zu erwartenden positiven Auswirkungen aufs Geschäft durch gelegentliche Fahrten mit interessierten Leuten!
Mein Schlafrhytmus wird so oder so hier und da gestört und ich bin kein Mensch, der überhaupt ein Interesse daran hat, ständig erreichbar zu sein. Ich tue das also nur, weil ich darauf vertraue, dass ihr mit dieser Nummer verantwortungsvoll umgeht. Ich hab nichts gegen die ein oder andere nette SMS oder eine Anfrage nach einer Fahrt. Nicht mal was gegen einen netten Anruf einfach so. Aber tagsüber ist diese Nummer tabu, und jeder mir nicht persönlich Bekannte wird ernsthaft (wie ich im Kontaktformular auch schreibe) unbesehen auf meine Ignore-Liste gepackt. So offen ich hier bin, so sehr weiss ich die letzten Funken meiner Privatsphäre zu schätzen!
Und ebenso kann ich nachts keine Garantie geben, dass ich zeitnah antworten kann, weil während der Arbeit in erster Linie die Kunden vor Ort zählen. Stellt euch einfach vor, ihr wärt diese Kunden, dann versteht ihr es vielleicht.

Also: Es ist ein Versuch, und ich hoffe, dass ich davon profitiere. Vielleicht finanziell, weil irgendwer mir eine gute Tour zuschanzt – vielleicht auch einfach psychisch, weil mir jemand mal eine nette SMS schreibt. Wenn ich aber feststellen sollte, dass es mir mehr schadet als nützt, dass diese Nummer hier steht, dann hab ich recht bald eine neue. Und das ist nicht so schwer, weil wirklich nicht viele Leute diese Nummer haben.

Tut mir leid, dass ich hier so farbenprächtig ein Worst-Case-Szenario beschrieben habe. Aber ich will nur sichergehen, dass nacher niemand sagen kann, er habe doch nicht gewusst, dass er mich nicht Mittags anrufen kann, um mit mir über die Relativitätstheorie zu plaudern. Alle Menschen mit ein wenig Umsicht sind natürlich explizit eingeladen, sich die Nummer unter „Sash Nachttaxi Berlin“ oder so zu speichern und mich ggf. auch anzurufen. Sonst würde ich das nicht machen.

Ich bin nur etwas unsicher. Seht mir das bitte nach.

Kauft das Buch!

Wie kam Sash eigentlich zum Taxifahren? Das beschreibt er in seinem ersten eBook "Papa, ich geh zum Zirkus!".

Immer dranbleiben!

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Noch ein Blog?

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.

Beweisfoto

Towel-Day im Taxi, Quelle: Sash

Towel-Day im Taxi, Quelle: Sash

Nur falls mir jemand nicht glauben sollte, dass ich gestern mein Handtuch dabei hatte 😉